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Alt 26.08.2015, 22:26   #1
Hans T
 
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Standard Indoor-Zucht von Lebendfutter

Hallo zusammen,

heute möchte ich die Zucht einiger Lebendfuttersorten vorstellen, vielleicht interessiert es jemanden. Die von mir vorgestellten Futtertiere lassen sich alle ohne große Mühe in der Wohnung züchten. Wenn man keine Möglichkeit zum Tümpeln hat und keinen Garten oder Balkon besitzt, gibt es trotzdem Möglichkeiten, die Fische regelmäßig mit hochwertigem Lebendfutter zu versorgen.

Erwachsene Fische kann man natürlich auch mit TK- oder Trockenfutter in guter Qualität versorgen, aber wer einmal erlebt hat, wie seine Lieblinge ausrasten, wenn sie Lebendfutter bekommen, weiß, wie agil sie dann werden können und wird daher bestimmt versuchen, weiter Lebendfutter zu geben. Spätestens bei der Zucht stellt man fest, dass manche Arten besser mit Lebendfutter nachzuziehen sind, gerade bei Zierfischen sind manche Arten so klein, dass es nicht ausreicht, nur Artemia zur Verfügung zu haben. Bei meinen Barschen konnte ich feststellen, dass die Laichbereitschaft mit Lebendfutter gesteigert wird.

Bis vor wenigen Jahren hatte ich nur große Barsche, die habe ich mit Insekten gefüttert, kleine Heuschrecken oder Heimchen. Die bekommt man leicht und günstig in Zoogeschäften und muss sie nicht selber züchten, man kann auch schnell eine Heimchenzucht in der ganzen Wohnung haben. Lebendfutter für kleinere Barsche, wie ich sie seit einiger Zeit halte, ist hingegen nur sehr schwer in genügender Menge und Qualität im Fachhandel zu bekommen. Ich bestelle daher Ansätze im Internet und züchte sie weiter. Meine ersten Ansätze habe ich von einer sehr engagierten Aquarianerin bekommen.

Bei der Auswahl und Haltung meiner Lebendfuttersorten achte ich darauf, dass die Zucht auch in kleinerem Maßstab möglich und sinnvoll ist. Das heißt, ich benötige keine übermäßig großen Behältnisse, die problematisch zu handhaben und schlecht zu reinigen sind. Die meisten Lebendfuttersorten halte ich in Gläsern, Flaschen oder Plastikwannen, nur die Bachflohkrebse besitzen kleine Anzuchtbecken. Man kann auch mit Obst- oder Gurkengläsern, Getränkeflaschen oder durchsichtigen Schüsseln aus der Küche arbeiten. Zudem gestalte ich die Fütterung bewusst so, dass ich das ganze Jahr über eine kontinuierliche Versorgung sicher stellen kann, daher füttere ich nicht mit selbst Gesammeltem (zu schnell kontaminiert man sich die Zucht dann auch mit anderen Organismen), sondern mit Salat aus dem Supermarkt oder Futtertabletten aus dem Zoofachhandel.

Sinnvoll für die Lebendfutterzucht ist ein Grundstock an Gerätschaften wie kleine Plastikschälchen zum Zwischenlagern oder Umspülen in durchsichtig und weiß, ein Artemiasieb, ein bis zwei Wassersprüher oder Blumenspritzen zum Runtersprühen oder Anfeuchten des Futters, ein Milchkännchen zum Eingießen des Futters ins Aquarium. Eine große Pinzette ist vorteilhaft bei Ansätzen im Wasser, dann muss man nicht mit den Fingern drin rum fischen. Eine kleine Flasche (250 ml) aus Weichplastik mit einer spitzen Tülle ist nützlich zum Ausspülen der Schüsseln oder Artemiasiebe. Auch eine 5 l Gießkanne zum Abstehen des Wassers ist bestens geeignet, die Ansätze wieder aufzufüllen, die Einfüllöffnung habe ich mit einem Cuttermesser vergrößert, so lässt sie sich besser befüllen und reinigen. Zum Absaugen kleinster Lebewesen wie Cyclops eignet sich eine 10 ml-Spritze, eine große Pipette (10 ml) ist aber leichter zu handhaben, wenn man sie umdreht und die Spitze in den Balg steckt, kann man mit dem größeren Loch auch größere Tiere wie Bachflohkrebse absaugen. Da der Balg meiner Pipette auf Grund starker Beanspruchung kaputt ging, fiel mir die unbenutzte Bratenspritze ein, die ein super Werkzeug ist um z. B. Cyclops/Wasserflöhe umzusiedeln, man kann mit ihr eine große Menge auf einmal absaugen. Eine kleine LED-Taschenlampe zum Anlocken von Wasserflöhen, hölzerne Schaschlikspiesse um das Substrat der Grindals von der Scheibe zu schieben und die Würmchen aufzunehmen, Mundspatel zum Entfernen von Kamhaut, Trichter zum Umfüllen in Flaschen, Apothekenfläschchen (20 - 50 ml) zum Aufbewahren und besseren Dosieren von Futter, leere Futtertablettendöschen, die mit Löchern im Deckel gut geeignet sind für fein zermahlenes Futter und ein Mörser zum Zerkleinern von Futtertabletten oder Sticks leisten ebenfalls gute Dienste.

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Dauerinfusorien

Amerikanische Dauerinfusorien sind mit bloßem Auge gerade noch zu erkennen, aufgrund ihrer geringen Größe eignen sie sich gut als Erstfutter für frisch geschlüpfte, auch sehr kleine Fische.

Dauerinfusorien ernähren sich von einem Milchpilz, dieser wiederum wird mit Kondensmilch gefüttert. Man benötigt nur einen Ansatz, eine leere saubere Flasche, destilliertes oder abgekochtes Wasser und für die spätere Fütterung Kondensmilch. Wenn man schon Dauerinfusorien hält und eine weitere Flasche ansetzen möchte, muss man darauf achten, dass der Ansatz etwas von dem Milchpilz enthält. Nun wird die Flasche mit Wasser gefüllt und der Ansatz dazu gegeben. Die Flasche soll möglichst hell und warm stehen.

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Was man braucht

Zur Fütterung verdünne ich einige Tropfen Kondensmilch in einem Kännchen mit etwas Wasser, davon gebe ich soviel in die Flasche, dass es sich trübt. Wenn das Wasser wieder klar ist, entnehme ich mit einer Pipette etwas davon und füttere damit meine Jungfische (man kann auch eine Einwegspritze nehmen). Die Pipette kann man zur Kontrolle gegen das Licht halten und sieht dann, wie viele Tiere es sind. Um bei meiner Ramirezi-Nachzucht eine möglichst hohe Überlebensrate zu sichern, habe ich immer mehrere Flaschen mit Dauerinfusorien gehabt. So konnte ich sicherstellen, dass jederzeit wenigstens eine Flasche genug Infusorien zum Abfüttern enthielt.

Zur Sicherung des Ansatzes, wenn man einmal keine Dauerinfusorien benötigt, stellt man die Flasche kühl und dunkel und hört auf zu füttern. Zur Regeneration stellt man die Flasche warm und hell, füttert wieder und nach zwei bis drei Tagen hat man genug Dauerinfusorien zur Verfügung.

Rettichtierchen (Spirostomum cf. ambiguum)

Rettichtierchen sind mit bloßem Auge noch gut zu erkennen. Sie eignen sich hervorragend als Anzuchtfutter für Kleinstfische. Ich kann Rettichtierchen nur empfehlen, sie waren in meiner Ramirezi-Nachzucht am Anfang das Hauptnahrungsmittel der Jungfische. Ihre Vermehrungsrate ist so groß, dass man sie in entsprechender Menge zur Verfügung haben kann.

Sie werden mit Kondensmilch gefüttert, entweder ein bis zwei Tröpfchen direkt in die Flasche oder verdünnt wie bei Dauerinfusorien um besser zu dosieren. Es bilden sich wohl Bakterien, die die eigentliche Nahrung der Rettichtierchen sind. Man kann die Rettichtierchen auch auf den Milchpilz setzen, das hat bei mir gut funktioniert. Im Betrieb habe ich wieder mehrere Flaschen benutzt, um immer eine zu haben, in der das Wasser wieder klar war, also eine Vermehrung stattgefunden hatte.

Mittlerweile füttere ich mit Brennesseltee. Dieser hat den Vorteil, dass man nicht alle ein, zwei Tage nachfüttern muss, sondern zwei bis drei Wochen kontinuierlich Nachschub hat ohne sich um die Fütterung zu kümmern. Der Tee wird gekocht und wieder abgekühlt, dann gibt man die Blättchen mit dem Tee in die Flasche/Glas. Wirft man den Tee ohne zu kochen hinein, sinkt er schlecht ab und fängt an der Oberfläche an zu schimmeln.

Man nimmt eine saubere Flasche oder, wenn man sehr viel haben will, ein Einmachglas, gibt destilliertes oder abgekochtes Wasser hinein, den Ansatz und füttert wie beschrieben. Der Behälter muss so abgedeckt werden, dass noch Luft daran kommt, am besten mit Gaze. Verfüttern kann man sie mit einer Pipette. Wenn sich große Mengen oben im Flaschenhals an der Glaswand sammeln, sind dies vermutlich keine Rettichtierchen, sondern Rotifera (Rädertierchen), die die Rettichtierchen verdrängen, der Ansatz ist dann verloren. Man kann Rotifera auch verfüttern, sie sind nur bei weitem nicht so nahrhaft wie Spirostomum ambiguum, also muss man mehr verfüttern.

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Was man braucht

Artemia

Artemia ist wohl unbestritten eines der wichtigsten Futtertiere für die Aufzucht von Jungfischen. Man kann sie aber auch weiterzüchten, so dass sie an größere Fische verfütterbar sind. Aber auch junge Artemien sind bei erwachsenen Fischen als Snack beliebt, sie werden regelrecht inhaliert.

Artemia ist ein kleiner Krebs, der im Salzwasser lebt. Um Artemia zu züchten, benötigt man Eier, die im Handel erhältlich sind. Erfolge mit Artemia habe ich nur gehabt, wenn ich mir lose Eier besorgt habe, keinen Fertigmix. Es gibt jede Menge Möglichkeiten, Artemia zum Schlüpfen zu bringen, ich arbeite immer mit Luftzufuhr und großer Wärme, weil das die besten Ergebnisse liefern soll.

3/4 einer Glasflasche fülle ich mit 30°-40° heißem Wasser auf, um es schneller in Gang zu bringen (im Betrieb kühlt sich das schnell ab) und gebe eine Messerspitze von den Artemia-Eiern in eine 0,7 l Flasche und 2-3 schwache Teelöffel jodfreies Salz, die Flasche schließe ich an einen Inkubator an (wenn man nur eine Flasche betreiben will, reicht es aus, den Luftschlauch bis zum Boden in die Flasche zu stecken). Ich bemühe mich immer, die Flasche auf 30° oder mehr zu beheizen, dann habe ich nach 24 Stunden schon die ersten Nauplien zur Verfügung. Im Winter ist das einfach, man stellt die Flasche auf die Heizung und reguliert diese auf die entsprechende Temperatur (Nachmessen in der Flasche). Tagsüber kann man die Flasche auch auf eine heiße Aquarienabdeckung stellen, gute Ergebnisse erzielen auch Glühbirnen, die man nah an der Flasche einschaltet, an heißen Sommern reicht oft eine Fensterbank in der Sonne.

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Artemia-Flaschen auf der Heizung, ein langer Luftschlauch um eine Membranpumpe gewickelt, bringt zusätzliche Grad

Gute Erfahrungen habe ich auch mit einer Membranpumpe als Heizmittel gemacht, die werden sehr heiß. Hierzu stellte ich die Membranpumpe auf ein Stück Schwamm (um die richtige Höhe zu erreichen) unter ein Plastikgefässß, zur Vibrationsdämpfung klemmte ich noch ein dünnes grobes Schwammstück zwischen Membranpumpe und Dose. Auf diese Dose stellt man die Artemia-Flasche so auf, dass man den heißesten Punkt der Membranpumpe unter dem Flaschenboden hat.

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Artemia-Flasche auf Membranpumpe, zusätzlich von einer Flasche heißem Wasser beheizt

Um zu sehen, ob Artemia geschlüpft sind oder um sie abzufüttern, löst man die Flasche von der Luftzufuhr, entfernt den Inkubator und lässt die Flasche einige Minuten ruhen. Die Eierschalen treiben nach oben, die geschlüpften Artemien sinken zum größten Teil zum Boden. Die Artemien sauge ich mit einem Röhrchen, das bequem den Flaschenboden erreicht und einem daran befestigten Luftschlauch ab, in einer flachen Plastikschale halte ich ein Artemiensieb bereit um die angesaugten Artemien aufzufangen. Das Artemiensieb spüle ich im Aquarium aus und verfüttere sie so.

Man kann die Schalen der Eier auch vorher entfernen (dekapsulieren). Der Vorteil ist, dass man den gesamten Inhalt der Flasche verfüttern kann, nicht geschlüpfte Eier können auch verzehrt werden. Ich fülle eine 0,7 l Glasflasche zur Hälfte mit Wasser, gebe 2 schwache Teelöffel Salz dazu, z. B. einen halben Teelöffel Eier (die Menge, die man in den nächsten Tagen braucht) oder, wenn man immer füttert, eine Menge, die für 10-14 Tage reicht. Dann werden die Eier eingeweicht, indem man die Flasche 2 Stunden belüftet. Danach füllt man die Flasche mit Chlorreiniger, z. B. DanKlorix, auf, der Reiniger muss Bleichmittel auf Chlorbasis enthalten. Nach ungefähr zwei Minuten schäumt es, in dem Moment verlieren die Eier die Schalen. Dann muss der Vorgang abgebrochen werden. Man schüttet die Eier in ein Artemia-Sieb und spült so lange mit Wasser, bis kein Schaum mehr da ist und es nicht mehr nach Chlor riecht. Sollte es nicht schäumen, war zu wenig Wirkstoff drin. Dann wartet man, bis die Eier sich orange verfärben und verfährt wie beschrieben. Danach stellt man das Sieb in eine Plastikschüssel und übergießt mit Essig, um das Chlor zu neutralisieren. Dann noch einmal gut mit Wasser spülen.

Die Eier kommen mit dem Artemiasieb in eine Plastikschüssel mit Deckel, diese wird 3, 4 Zentimeter mit Wasser aufgefüllt und 2 bis 3 schwache Teelöffel Salz zugegeben. So kann man den gewonnen Vorrat im Kühlschrank lagern. Ist der Vorrat größer, sollte man nach 1 Woche einen Wasserwechsel vornehmen um Bakterien entgegen zu wirken.

Essigälchen (Turbatrix aceti)

Es handelt sich hier um sehr kleine Würmchen, die zum Atmen an die Wasseroberfläche müssen. Sie eignen sich sehr gut für kleinere Fische und Fische, die gerne an der Oberfläche futtern.

Man gibt in ein sauberes Gefäß oder Flasche Apfelessig, purer Essig ist am besten, aus Kostengründen oder damit es weniger riecht kann man auch 1 Teil Essig und 1 Teil Wasser nehmen, dann gibt man etwas vom Ansatz Essigälchen hinzu. Die Flasche muss so verschlossen werden, dass die Essigälchen noch Luft zugeführt bekommen (Gaze), nimmt man ein anderes Gefäß, muss der Deckel mit feinen Löchern versehen werden (Nadel). Das ist eigentlich bei allen Ansätzen in Zuchtgefäßen nötig um sie vor Verunreinigungen, in diesem Fall Essigfliegen, zu schützen. Ab und zu sollte man die Flasche durch leichtes Schwenken von ihrer Kamhaut befreien um wieder Luft an den Ansatz zu bekommen. Gefüttert wird der Ansatz mit kleinen Apfelstückchen, das ist am besten, oder mit einer Prise Zucker, bei größeren Gefäßen bis zu einem halben Teelöffel.

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Was man braucht

Die Essigälchen habe ich in der Zucht nur zusätzlich verfüttert oder um einen Engpass an anderen Futtertieren zu überbrücken, weil Essigälchen nicht ganz so einfach vom Essig zu trennen sind. Ich züchtete den Ansatz in einer großen Flasche hoch, bis ich große Mengen an Essigälchen sehen konnte. Dann habe ich sie in kleinere Flaschen mit größerer Öffnung umgeschüttet. In die Öffnung der Flasche hängte ich ein Körbchen, das ich mir aus Blumendraht so gebogen hatte, dass ich Filterwatte hineinlegen konnte und diese teilweise im Essigansatz war. Dann füllt man die Flasche mit Wasser auf, die Filterwatte trennt Essig und Wasser einigermaßen. Die Essigälchen wandern durch die Filterwatte nach oben, da sie ja atmen müssen und können hier im Wasser mit einer Pipette oder Spritze entnommen werden. Diese Wanderung kann etwas dauern, deshalb am besten schon einen Tag vor Entnahme den Korb mit der Filterwatte einsetzen.

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Flaschen mit Verschlüssen und Schwammkörbchen

Wenn man die Essigälchen langfristig behalten möchte, auch ohne sie zu verfüttern, muss man gelegentlich den Essig erneuern. Dazu die Essigälchen von der Oberfläche mit einer großen Pipette absaugen und in einem anderen Gefäß zwischenlagern. Der Essig mit dem Bodensatz wird weggeschüttet, das Gefäß gereinigt und neuer Essig eingefüllt. Dann können die Essigälchen wieder zurück und müssen erst mal nicht gefüttert werden.

Mikrowürmchen (Panagrellus redivivus) und Bananenwürmchen (Panagrellus nepethicola)

Mikrowürmchen sind sehr kleine Würmchen, die sich gut an kleine Fische verfüttern lassen, bei meiner Ramirezi-Zucht haben sie sich insbesondere bewährt um bei anderen Futtertieren Populationsschwankungen durch intensives Abfüttern aufzufangen.

Die Tiere leben in ihrem Futter, man braucht eine Plastikschale mit Deckel, in den man mit einer Nadel einige kleine Löcher sticht, ich empfehle, wenige Löcher zu stechen (4), da die Tiere bei Sauerstoffmangel an den Wänden nach oben kriechen und so gut mit einem Pinsel zu entnehmen sind. Sind zuviel Löcher im Deckel und keine Tiere kriechen nach oben, kann man einige Löcher mit Tesa zukleben.Wenn nicht genug Würmchen an den Wänden saßen, habe ich einen feuchten flachen Pinsel mit gerader Kante aus weichem Haar ganz nah an die Oberfläche gebracht, dadurch wurden einige der Würmchen quasi in den Pinsel gesogen, in Notfällen hat mir das gut geholfen. Glasschalen eignen sich nicht gut, da die Wände zu glatt sind und die Würmchen kaum hoch kriechen können, wenn man da den Deckel öffnet, rutschen die wenigen Würmchen an den Wänden auch sofort wieder zurück. Am besten geeignet sind flache Plastikschälchen, meine Dosen sind 5 cm hoch, da ist der Weg bis zum Deckel kurz.

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Was man braucht

Als Futter gebe ich eine dünne Schicht Dreikorn-Babybrei hinein (höchstens 5 mm, man kann auch eine Scheibe Weißbrot oder gemahlene Haferflocken nehmen), dann fülle ich mit Milch, Saft oder Wasser auf bis eine breiige Konsistenz entsteht. Der Brei quillt noch lange nach, man muss immer mal wieder nachgucken und Flüssigkeit nachgießen, bis er die breiige Konsistenz behält. Ist der Brei fertig, kommt 1 Löffel von einem alten Ansatz hinein. Zur Beschleunigung kann man etwas Trockenhefe zugeben, aber wirklich sehr wenig, bei einer kleinen Dose etwa 10 bis 20 Körner, wenn man zuviel Trockenhefe gibt, quillt der Ansatz schnell die ganze Dose voll. Lässt der Ansatz nach, kann man durch Nachfüttern oder wenig Hefe den Ansatz wieder ankurbeln. Mittlerweile benutze ich gar keine Hefe mehr, da das Ganze ohnehin gärt und durch die Hefe noch beschleunigt wird, somit auch stärker riecht. Ich habe den Eindruck, Nachfüttern reicht aus um die Population wieder ansteigen zu lassen.

Mikrowürmchen lassen sich gut lagern, den Ansatz einfach dunkel und kühl wegstellen und die Fütterung einstellen, wenn man ihn dann wieder hell und warm (Zimmertemperatur) stellt und füttert, lebt der Ansatz wieder auf. Ich habe die Erfahrung gemacht, es ist am besten, die Dosen einmal am Tag zu öffnen und Luft dran zu lassen, sonst fängt der Deckel nach drei Tagen an zu schimmeln. Wenn die Oberfläche noch flimmert, also noch genug Tiere im Futter stehen, reinige ich den Deckel mit einer Zahnbürste, spüle ihn ab und trockne ihn mit Küchenpapier.

Als Aquarianer rieche ich es gar nicht mehr, höchsten wenn ich eine Dose aufmache, es gibt aber geruchsempfindliche Menschen und die könnte der gärende Geruch stören.

Bananenwürmchen werden genau wie Mikrowürmchen gehalten, falls der Ansatz nicht gut läuft, kann man ihn mit 1 oder 2 Scheiben zerdrückter Banane anreichern, dann klappt es meistens. Sonst besteht kaum ein Unterschied zu Mikrowürmchen.

Grindals und Enchyträen (Enchyträus buchholzi und Enchyträus albidus)

Grindals sind kleine weiße Würmchen, aber größer als Mikrowürmchen, man kann sie gut sehen, auch meine großen Barsche fressen sie gerne, obwohl sie etwas klein für sie sind. In der Ramirezi-Zucht haben sie sich bei mir sehr bewährt, sobald die Nachzuchten Grindals fressen konnten, hatte ich Futter zur Verfügung, das ich problemlos in größeren Mengen züchten konnte. Der wissenschaftliche Name für Grindals lautet Enchytraeus buchholzi, es ist eine kleine Enchyträenart, die hier beschriebene Methode eignet sich auch für Enchytraeus albidus, die größere Variante, die im Handel oft als Enchyträen bezeichnet werden, nur muss die Dose größer sein. Aber wirklich erfolgreiche Zuchten von Enchytraeus albidus stehen in der Regel eher im Keller oder im Garten.

Man benötigt einen Ansatz und eine leere Plastikschale mit Deckel (z. B. Tupperdose), der mit einigen Luftlöchern versehen sein sollte (Nadel). In dieser Schale füllt man bis zur Hälfte bis 2/3 mit frisch gespültem Seramis auf (leicht feucht), darauf legt man eine Scheibe aus Glas oder Plexiglas. Auf das Glas gibt man möglichst flach ein kleines Häufchen Futter, ich nehme Dreikorn-Babybrei und versetze diesen mit Nipagin zur Schimmelvermeidung (auf 50 ml Pulver ca. 4 Streichholzköpfe Nipagin, gut vermischen). Nipagin ist nicht unbedingt nötig, wenn man nur 1, 2 Dosen hat und täglich kontrolliert, kommt es erst gar nicht zu Schimmel, der entsteht nur, wenn das Futter länger als 3 Tage auf der Scheibe ist. Das Pulver auf der Scheibe sprühe ich mit etwas Wasser an, damit es kleben bleibt, die Grindals fressen es nur in feuchtem Zustand. So halte ich auch das Seramis feucht. Unter dieser Scheibe werden die Tiere sich zum Futtern versammeln. Bevor ich die Scheibe mit dem Futter nach unten auf das Seramis setze, drücke ich eine Kuhle hinein, damit das Futter nicht das Seramis berührt und die Würmer das Futter auf der Scheibe fressen. Dann gebe ich den Ansatz entweder auf die Scheibe neben das Futter oder auf das Seramis. Zum Abfüttern kann man die Grindals mit einem Pinsel oder, was ich bevorzuge, mit einem Schaschlikspieß von der Scheibe nehmen (an einem Spieß aus Holz bleiben sie gut haften). Allgemein heißt es, dass kein Wasser unten stehen sollte, weil die Würmchen schnell ertrinken, meiner Erfahrung nach laufen gerade die Dosen am besten, in denen unten ganz wenig Wasser steht.

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Was man braucht

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Grindalwürmer auf der Scheibe

Die Scheibe kontrolliere ich täglich und füttere erst nach, wenn das Futter verschwunden ist. Ist das Futter 24 Stunden nachher schon wieder weg, muss entweder mehr Futter gegeben oder mehr Grindals zum Abfüttern entnommen werden. Es ist ratsam, mehrere Dosen anzusetzen, bei mir hält eine 1,9 l Dose ungefähr 2 bis 3 Monate, da muss man dann rechtzeitig vorher eine neue ansetzen. Das Seramis des alten Ansatzes kann man sorgfältig spülen und trocknen, den neuen Ansatz sollte man mit frischem Seramis machen. Das gespülte Seramis kann beim nächsten Mal wieder benutzt werden, es muss vor dem Wiederverwenden einmal ganz durchgetrocknet sein. Wenn Dosen einige Zeit stehen, kommt es öfter vor, dass Milben darin sind. Solche Dosen habe ich von den anderen Dosen getrennt zur Seite gestellt, damit sie nicht überspringen. Die Milben scheinen die Grindals aber nicht zu beeinträchtigen, teilweise sind sie ganz von selbst wieder verschwunden. Dosen mit Milben liefen bei mir sogar oft am besten, wahrscheinlich weil ich zur Beseitigung der Milben den Feuchtigkeitsgrad erhöhte. Die Milben können mit verfüttert werden, dazu hält man die Scheibe (ohne das Futter einzutauchen) ins Aquarium.

Mikrofex (Dero digitata)

Mikrofex sind kleine rote Würmer und haben ungefähr die Größe von Grindals, nur länger und leben im Wasser. Neben den Grindals sind sie der absolute Renner bei meinen Ramirezi. Deswegen habe ich schon die dritte Wanne angesetzt. Von diesem Futter bin ich begeistert, wenn die Zucht einmal in Gang gekommen ist, muss man nur darauf achten, genügend abzufüttern und rechtzeitig Futter nachzufüllen, sonst sind sie sehr schnell weg.

Wenn man nur wenig braucht, nimmt man eine kleine Schale (1 l), gibt max. 5 cm hoch Wasser hinein, schließt einen Sprudelstein an und fügt eine adäquate Menge Futter hinzu, z. B. zwei, drei große überbrühte Spinatblätter.

Da ich eine größere Menge züchten möchte, nahm ich eine 6 l Wanne und baute einen Filter mit einem kleinen selbstgebauten Luftheber (der bei einem Wasserspiegel zwischen 8 und 10 cm noch arbeitet) und mit reingequetschten 10 cm hohen Schwämmen an der kurzen hinteren Seite. In die Schwämme verirren sich nur wenige Würmer, die sehe ich als Notreserve an. Der Schwammfilter erleichtert mir die Hälterung, weil Mikrofex einen hohen Stoffwechsel haben und ich so nicht so oft den Dreck aufwirbeln und mit einem Wasserwechsel entfernen muss. In die große Wanne lege ich alle zwei bis drei Tage ein großes frisches Salatblatt (muss nicht überbrüht werden) und mehrere Spinatblätter als Futter.

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6 l Wanne mit Spinat

Die Mikrofex bilden kleine Kugeln, die man verfüttern kann. Damit alle etwas von den Mikrofex abgekommen, gebe ich die Kugeln in ein kleines Kännchen und spüle aus einer Plastikflasche mit hohem Druck einen dünnen Wasserstrahl drüber um die Kugeln zu teilen, man kann die Kugeln auch mit einem Schaschlikspiess aufschlagen. Wenn sie ein Salatblatt vernichtet haben, bekommt man größere Kugeln, die an größere Fische verfüttert werden können.

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Große Kugel Mikrofex

Cyclops (Copepoden)

Cyclops sind kleine Ruderfußkrebse, die in Weihern und Teichen zu finden sind. Es gibt in Mitteleuropa ungefähr 20 Arten. Die Art, die ich halte, ist aus einem Teich, erscheint rot und ist so klein, dass man sie noch mit einer 10 mm Pipette aufsaugen kann. Sie sind sehr nahrhaft, ich habe verschiedene Fische damit groß gezogen. Bei meinen Süßwassernadeln stellen die Cyclops das Hauptfutter dar, die entwickeln sich damit sehr gut.

Ich halte sie in 9 l Wannen, die bis ungefähr zur Hälfte mit Wasser gefüllt sind. Gefüttert werden sie mit grünen Futtertabletten, denen ich ein paar Blütenpollen zufüge, und ganz wenig mit Sticks, da sie auch Eiweiß benötigen und sich in der Natur wohl als Aasfresser betätigen. Ich zerreibe das Futter vorher im Mörser, das kann man besser dosieren und verteilen. Dazu kommt etwas Selco s. parkle aus dem Kühlschrank, das ich in einen Gewürzspender gefüllt habe um es besser dosieren zu können. Zusätzlich füttere ich alle paar Tage mit Schwebalgen, deren Zusammensetzung der natürlichen Ernährung der Cyclops am besten entspricht und so ihre Vermehrung begünstigt.

Am besten stellt man die Wannen auf eine sonnige Fensterbank um Algenwachstum zu erzielen, diese Algen können von den Cyclops gefressen werden. Die Veralgung der Wannen führt dazu, dass das stehende Wasser nicht mehr nach spätestens 5 Tagen stinkt und man genötigt ist, einen Komplett-Wasserwechsel zu machen. Die Sonneneinwirkung verringert auch die Kamhautbildung. Vermeiden lässt sich eine Kamhaut besonders bei Ansteigen der Population nicht, dann muss man sie mit zwei Holzspateln zusammenschieben und entfernen.

Zum Verfüttern stelle ich die Wannen auf meinen Schreibtisch und beleuchte sie von oben mit einer Lampe. Dann versammeln die Cyclops sich in den Ecken an der Oberfläche und können mit 10 ml Pipetten oder mit einer Bratenspritze abgesaugt werden, was schneller geht und größere Mengen aufnimmt. Ein Artemia-Sieb kann auch verwendet werden, damit wirbelt man aber schnell den Dreck am Boden auf und kann meist nur einmal etwas entnehmen, dann muss man warten, bis sich alles gesetzt hat. Cyclops verursachen bei guter Fütterung viel Dreck, da sie dann rasch wachsen und sich oft häuten. Die abgeworfenen Häute bilden in den Wannen den Bodensatz. Um die Wannen davon zu befreien und die Vermehrung wieder anzukurbeln, locke ich die Cyclops mit Hilfe einer seitlichen Lichtquelle auf eine Seite der Wanne und sauge den Dreck mit der Bratenspritze ab. Diesen gebe ich in eine Plastikkanne, fülle mit etwas Frischwasser auf und lasse es stehen. Sollten viele Cyclops mit abgesaugt worden sein, können sie hier später abgesaugt werden. Beim Komplett-Wasserwechsel geht man genauso vor, dann saugt man in den Ecken und an der Lichtquelle möglichst alle Cyclops ab, schüttet das Restwasser weg und erneuert mit abgestandenem Leitungswasser. Dann kann man die Cyclops wieder einsetzen. Danach sollten sie sofort gefüttert werden und auch eine gute Menge Algenwasser bekommen. Eine neue Wanne setzt man an, indem man anfangs höchstens 5 cm abgestandenes Wasser einfüllt und im Laufe der Tage den Wasserstand immer wieder etwas erhöht.

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Mexikanische Bachflohkrebse (Hyalella azteca)

Der Mexikanische Flohkrebs ist in Nord- und Mittelamerika beheimatet, Männchen werden bis zu 8 mm, Weibchen bis zu 6 mm groß. Er ist schwer von anderen im Handel angebotenen Arten zu unterscheiden, aber er wird nicht so groß wie europäisch-asiatische Arten, z. B. Gammarus pulex. Er kann nicht größer sein als 1 cm, im Gegenteil, wenn er sich in Aquarien befindet und immer wieder von Fischen bejagt wird, ist zu beobachten, dass der Nachwuchs sogar kleiner als 6 - 8 mm wird um unauffällig für die Fische zu bleiben. Er wird von meinen Grundeln und Barschen gerne gefressen und ist sehr nahrhaft.

Ich halte sie im 12 l Anzuchtbecken, dessen eine Seite komplett als Schwammfilter ausgelegt ist und mit einem kleinen Luftheber betrieben wird. Auf der großen Schwammfläche können die Bachflohkrebse die zusätzlich gegebenen Schwebalgen abernten. Es hat sehr lange gedauert, bis sie sich vermehrten, es ist mir erst gelungen, nachdem ich intensiv mit Schwebalgen fütterte. Vorher habe ich alles ausprobiert, omnivor, carnivor, jetzt bekommen sie nur noch Zucchini-Scheiben und sporadisch Algen. Das Anzuchtbecken wurde lange auf 26° beheizt und in der Zeit haben sie sich gut vermehrt, aber nachdem ich noch andere Becken dazu nahm, habe ich die Heizung entfernt und sie vermehren sich genauso gut wie vorher mit Heizung.

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Sie kommen meiner Erfahrung nach mit so gut wie allen Wasserwerten klar, nur Frischwasser aus dem Hahn vertragen sie nicht so gut. Also benutze ich beim Wasserwechsel nur mindestens 6 Stunden lang abgestandenes Wasser. Wenn man Algen dazu gibt, stellt sich eine Trübung ein, die in der Regel nach spätestens 2 bis 3 Tagen komplett verschwunden ist. Hat man schon eine gewisse Populationsdichte und das Wasser ist am 4. Tag immer noch trüb, muss Mulm entfernt werden. Sonst kippt wahrscheinlich das Wasser um und die Flohkrebse versuchen schlagartig, das Becken zu verlassen (bei mir über den Schwamm). Meine Methode, um beim Mulmabsaugen so wenig Flohkrebse wie möglich zu erwischen: Ich füttere die Krebse mit ein bis zwei Scheiben Zucchini in einer Ecke mit wenig Mulm an und warte, bis sich nach einigen Stunden die meisten Tiere dort versammeln. Ich entferne ungefähr die Hälfte des Wassers und fülle mit einer Gießkanne mit angewärmtem Frischwasser wieder auf. Dann entferne ich den aufgewirbelten Mulm möglichst weit weg von den Flohkrebsen indem ich ihn mit einem Schlauch absauge. Wenn es stark vermulmt ist, muss man den Vorgang unter Umständen 2 bis 3 mal wiederholen. Beim letzten Mal versuche ich soviel Wasser wie möglich rauszuholen und ersetze es durch abgestandenes Wasser. Die zwei gröbsten Artemia-Siebe und das ganz feine sind hervorragend geeignet, Flohkrebse aus dem Abwasser zu filtern. Ich stelle sie ineinander und schütte das Abwasser durch. Im obersten groben Sieb bleiben die großen Krebse ohne Mulm, im feinsten untersten Sieb bleiben die kleinsten und leider auch Mulm hängen. Um die kleinen Krebschen vom Mulm zu trennen, nehme ich eine Plastikdose, in der genug Platz für das Artemia-Sieb ist, fülle sie mit Frischwasser und versenke das Artemia-Sieb so darin, dass der Mulm im Sieb bleibt. Dann lasse ich eine Zucchini-Scheibe auf der Wasseroberfläche schwimmen und warte, bis die Tiere Hunger haben. Die Zucchini-Scheibe mit den Flohkrebsen schöpfe ich mit einem schnell darunter gehaltenen Plastikschälchen heraus. So entnehme ich auch die Flohkrebse aus dem Anzuchtbecken zum Verfüttern. Wenn man sich die Mühe machen will, kann man den Mulm noch auf Nachwuchs-Krebschen untersuchen und diese mit einer Pipette absaugen.

Algen

Algen sind kein Fischfutter im engeren Sinne, aber bei vielen Lebendfuttersorten entwickelt sich der Nachwuchs besser, wenn man ihn mit Schwebalgen versorgt, daher erkläre ich hier noch kurz, wie man dazu kommen kann. Die einfachste Methode ist, sie sich aus einem Teich zu besorgen oder von jemand anderen zu beziehen. Die Möglichkeit hatte ich nicht, daher musste ich auf eine andere Methode ausweichen. Ich hatte eine Glasflasche mit großer Öffnung am Fenster stehen. Diese Flasche war mit 5 cm Aquarienwasser gefüllt und wurde sporadisch immer wieder aufgefüllt. Nach einigen Monaten befanden sich nicht nur Haftalgen am Glas, sondern auch einige Schwebalgen am Boden. Ich habe sie dann in eine größere Flasche umgeschüttet und wieder auf 5 cm mit Aquarienwasser aufgefüllt. Ab und zu wurde die Flasche geschüttelt und wenn sich Algen am Glas bildeten, das Ganze umgeschüttet, so dass die Haftalgen in der alten Flasche zurückblieben. Irgendwann bildeten sich nur noch Schwebalgen und kaum noch Algen am Glas. Diese habe ich dann so oft geteilt, bis ich mehrere Flaschen besaß um alle meine Ansätze zu versorgen.

Es ist wichtig, dass man beim Nachfüllen von großen Flaschen nicht zu viel Nährstoffe auf einmal dazu gibt, höchstens 2-3 cm auf einmal nachfüllt, auch wenn man mehr entnommen hat. Die Flaschen sollten nicht in der Südsonne stehen, weil sonst immer Haft- oder Kieselalgen die Oberhand gewinnen. Es gibt zwei Methoden die Algen zu ernten, entweder verschüttelt man sie in der Flasche und schüttet davon ein paar Zentimeter zu den Ansätzen oder man kann die Algen mit einer Pipette vom Boden absaugen. Beim Verschütteln arbeitet man bestandschonender, die Algen erholen sich schneller und man kann nach ein paar Tagen wieder welche entnehmen.

Liebe Grüße
Hans


Geändert von Schneckinger (22.01.2017 um 20:37 Uhr)
Hans T ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.08.2015, 09:58   #2
Öhrchen
 
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Hallo Hans,
vielen Dank für deinen Beitrag.

Zu den Mikrofex habe ich eine Frage: Bei Tubifex habe ich schon gelesen/gesehen, daß diese sich in Aquarien verselbstständigen, und sich dauerhaft im Bodengrund einnisten. Finde ich persönlich nicht so prickelnd...Besteht die Gefahr bei Mikrofex auch - theoretisch finden sie ja im Aquarium passende Bedingungen, und es könnten immer mal welche überleben?

Ich halte nur ein Päärchen M. ramirezi, zusammen mit H. amandae (Erdbeersalmler), und in einem anderen Aquarium Perlhuhnbärblinge. Will auch keine Nachzuchten aufziehen. Daher brauche ich kein winziges Lebendfutter, und dachte an die besagten Mikrofex, sowie Glanzwürmer. Passt das mit der Größe der Würmer, auch für die kleineren Fische?
Grindal und, sporadisch, Artemia, habe ich schon da.
Öhrchen ist gerade online   Mit Zitat antworten
Sponsor Mitteilung 27.08.2015   #2 (permalink)
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Alt 27.08.2015, 11:37   #3
Hans T
 
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Hallo Stefanie,

Glanzwürmer und Mikrofex sind genau das Richtige für Deine Fische, meine Ramirezi haben jedenfalls beide Sorten liebend gern gefuttert, auch die Nachzuchten. Ich habe sie mit kleinen Schwammstücken mit Glanzwürmern drin gefüttert, das Schwammstück habe ich auf einem Holzspieß ins Wasser gehalten und alle Nachzuchten sind um das Schwammstück rum und haben versucht, auch die innen steckenden Glanzwürmer zu kriegen. Falls wieder Erwarten ein Wurm es bis zum Boden schafft, wird er dort nicht lange überleben, weil sie ihn entweder jagen und fressen oder der Wurm muss zum Atmen an die Oberfläche, spätestens dann wird er erwischt.

Mikrofex speziell können überhaupt nicht lange in tiefem Aquarienwasser überleben, deshalb hatte ich auch extra eine Wassertiefe von höchstens 5 cm in der Wanne angegeben, bei tieferem Wasser würden sie aussterben. Eine Ausnahme ist, wenn man die Wanne mit einem Schwammfilter und Luftheber betreibt, dann kann man die Wassertiefe auf 8 bis 10 cm steigern, aber viel tieferes Wasser funktioniert nicht. Außerdem verhungern sie auch sehr schnell, weil sie zerfallendes Gemüse benötigen wie Salat oder Spinat, wenn man zu wenig davon in der Wanne hat, reduziert sich die Population sehr schnell.

Außerdem ist es sowieso extrem schwierig, da einzelne Tiere zu füttern, selbst wenn man die Kugeln vorher getrennt hat, muss man sehr schnell abfüttern, damit alle Fische im Aquarium etwas abbekommen, weil sie genau wie Glanzwürmer ohne Substrat schnell wieder eine Kugel bilden und diese Kugel würde dann einen einzelnen Fisch sehr glücklich machen.

Mikrofex habe ich auch nur durch Zufall gefunden, verkaufen tut es wohl bisher keiner, ich habe es auch nur privat bekommen. Ich konnte darüber bisher auch im Netz nichts finden, was mich ziemlich wundert, weil ich Mikrofex für erstklassiges Futter halte, dass sich auch zuhause in ausreichend großer Menge züchten lässt, wenn man einmal den Dreh raushat.

Liebe Grüße
Hans
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Alt 27.08.2015, 14:47   #4
friedel 60
 
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Hallo Hans ein guter und interessanter Bericht der mich als alter aquarianer sehr ins staunen
versetzt hat sehr gut gemacht .
Mfg friedel
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Alt 27.08.2015, 15:11   #5
Hans T
 
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Danke Friedel,

freut mich sehr, wenn auch erfahrene Aquarianer das interessant finden und sogar ins Staunen kommen.

Liebe Grüße
Hans
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Alt 27.08.2015, 19:26   #6
Schneewitchen
 
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Super Berichte, danke das du dir die Zeit genommen hast, da kann man noch viel lernen.

Lg
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Alt 28.08.2015, 10:49   #7
Hans T
 
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Danke Andrea, die Zeit nehm' ich mir gerne, ich finde, dass Lebendfutter viel weiter verbreitet sein sollte.

Liebe Grüße
Hans
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Alt 28.08.2015, 16:38   #8
Schneewitchen
 
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Da hast du definitiv Recht. Habe selbst erst vor kurzem angefangen meinen Fischen Lebendfutter anzubieten, durch ein kleines Harem von Dario Dario die bei mir eingezogen sind.
Nun sitze ich zwei Mal die Woche vorm Aquarium und staune über meine Winzlinge auf Futterjagd.
Besonders faszinierend auch wie selbst meine Boraras ausgewachsene Artemia verschlingen.
Selber Lebendfutter zu ziehen habe ich bis jetzt noch nicht in angriff genommen, zum Glück habe ich fußläufig einen Händler in der Nähe, mit viel Auswahl und fairen Preisen.

lg
Schneewitchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.2015, 21:23   #9
Jeanne
 
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Hallo Tanntchen,

schöner Bericht und danke fürs Verlinken.

Aquaristische Grüße
Rebecca
Jeanne ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.09.2015, 21:50   #10
Hans T
 
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Hallo Nichtchen,

danke für die Blumen und herzlich Willkommen hier. Ich glaube, da werden sich noch mehr freuen.

Liebe Grüße
Hans
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artemia, cyclops, dauerinfusorien, enchyträen, essigälchen, futteralgen, futtertiere, futtertierzuchten, grindal, infusorien, kampfkrebse, lebendfutter, lebendfutterzucht, microfex, mikrowürmer, rädertierchen

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