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Alt 24.02.2003, 21:05  
Gumbo
 
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Hallo Ihr Lieben!

Da melde ich mich endlich wieder! Vielen Dank für die weiteren Beiträge, ich freue mich jedes Mal wieder über Resonanz!

Nun zu den Fakten:
Seit ich mich das letzte Mal hier gemeldet habe, ist folgendes eingetreten:

* Der Nitritpeak hat mein Becken in eisernem Griff, seit letztem Mittwoch ergibt jede Messung ein kirschrotes Ergebnis. Mittlerweile habe ich Nitrittests von JBL und Sera – beide sagen das Gleiche aus: der Nitritgehalt liegt weit oberhalb des maximalen Wertes.
Das letzte Mal habe ich gestern Abend gemessen – wieder das Gleiche. Habe einen 1/3 Wasserwechsel vorgenommen (Grund dafür siehe weiter unten), danach wieder gemessen – gleiches Ergebnis! Zum Vergleich habe ich Leitungswasser gemessen, das ist ok. Der Test somit auch. Habe heute wieder einen Teilwasserwechsel gemacht (1/2) und der Nitritwert ist tatsächlich ein wenig gesunken. Aber immer noch viel zu hoch (nur mit der groben Sera-Skala war die Verbesserung zu erfassen).

* Habe jetzt den JBL-Combi-Koffer geliehen :P (von meinem Stiefvater) und folgende weitere Werte ermittelt:
Gestern: Vor dem Wasserwechsel:
pH 7-7,5
GH Test scheint kaputt, habe bei 28 Tropfen aufgehört (siehe Leitungswasserangaben weiter unten)
KH 4
Nitrat ca. 50 mg/l
Heute: Vor dem heutigen Wasserwechsel: pH 6,5-7 (mache ja CO2-Düngung, s.u.)
Nach heutigem Wasserwechseln: pH ca. 7
Nitrat ca. 30 mg/l

* Ebenfalls letzten Mittwoch habe ich die erste Schnecke aus dem Becken gepflückt. Sie ist im ausgestreckten, kriechenden Zustand etwa ½ Zentimeter lang und sieht am ehesten aus wie eine Schlammschnecke im Mergus. Sie hat ein rundliches, zu einer Seite weggedrehtes Häuschen, das durchsichtig, aber schwarz gemustert ist und leicht spitz zuläuft. Seit diesem Tag habe ich noch drei weitere Mini-Schnecken dieser Art aus dem Becken gesammelt. Habe mir wohl mit irgendeiner Pflanze ein Gelege eingefangen – oder wo kommen die her? Ich habe übrigens Löcher in einigen Blättern meiner Echinodorus parviflorus-Pflanzen gefunden, waren das die kleinen kriechenden Kerlchen? :-?

* Die Pflanzen wachsen und sterben. Beides in deutlich sichtbarem Maße.
Sorgenkind Echinodorus tenellus: Die drei Büschel haben einige braune bis weiße Blätter, die wohl absterben. Sie hatten von Anfang an einen schweren Start, da sie schon beim Kauf krüppelig waren, habe sie daher billiger gekriegt. Sie halten tapfer einen Kernbestand von grünen Blättern und – oh Wunder! – eines der Büschel kriegt nun endlich auch neue! Bei ihr bin ich also derzeit noch guter Hoffnung, obwohl sie seit Anfang an in echt trauriger Verfassung ist.
Sorgenwald Bacopa monnieri: Ich habe die Stengel in lockerer Formation gepflanzt, damit alle genug Licht und Raum haben. Nun werden aber die meisten der ohnehin schon bräunlichen Blätter matschig, verlieren an Substanz, fallen ab. Das sieht sehr besorgniserregend aus. :cry: Ich bin mir nicht sicher, ob sie wirklich wachsen, es sieht aber so aus, als würden fast alle der Stengel an den Spitzen jeweils neuere, grünere Blätter entfalten und neu bilden. Dies allerdings recht langsam. Der Verfall der Blätter auf gesamter Stengellänge hingegen geht ziemlich flott vonstatten. Kahl sind sie noch nicht, aber wenn das so weiter geht, werden sie es bald sein, fürchte ich.
Sorgenbüschel Sagittaria subulata (pusillum): die drei eingepflanzten Büschel, die ich ebenfalls aufgrund ihres traurigen Zustandes billiger erstehen konnte, haben alle Ursprungsblätter in durchsichtige Spinnweben verwandelt. Man kann alle Verfallsstadien einer Pflanze in Echtzeit und 3D verfolgen. Dies bestürzt mich aber nicht weiter, da eines der Büschel wie der Teufel neue Blätter bildet. Es hat 9 neue Blätter innerhalb einer Woche gebildet und diesen kann man beim Wachsen fast zusehen! Alle paar Stunden sind sie wieder ein kleines Stückchen größer. Heute hat es das erste Mal so eine Art „Wachstumspause“ eingelegt. Ein zweites Büschel bildet langsam und zaghaft ein winziges, filigranes Sträuschen aus drei hauchzarten Blättern. Es wächst recht langsam.
Hydrocotyle leucocephala: die Ranken bilden an den oberen Blattachseln neue Blättchen in Form kleiner „Teller“, was ausgesprochen niedlich ist. Die unteren, großen Blätter werden an den etwas schattigeren Standorten allerdings gnadenlos „eingematscht“.
Und zu guter Letzt die „Raketen-Pflanze“ Echinodorus parviflorus: Alle drei Solitärbüschel haben schon mindestens ein komplett neues, riesengroßes Blatt gebildet. Eines von ihnen sogar schon zwei, da dieses Büschel genau genommen aus zwei Hälften besteht. Sie zaudern allesamt nicht lange, was Blattwachstum angeht. Abends sieht man ein schlankes, zusammengerolltes Stielchen aus der Mitte der Pflanze herausragen. Es sieht in diesem Stadium aus wie die Nadel einer großen Spritze. Im Laufe des nächsten Tages entwickelt sich das Stielchen zu einem großen, locker zusammen gerollten Etwas, das nun schon eher als Blatt zu erkennen ist. Am Abend desselben Tages öffnet sich das Blatt. Im Lauf der nächsten Tage entsteht dann ein Riesenblatt, das deutlich heller ist als die schon vorhandenen. Scheinbar wird hier Quantität (Blattmasse) über Qualität (Chlorophyll-Anteil) gestellt.

* Ich habe eine CO2-Düngeanlage gebastelt und in Betrieb genommen. In einer leeren und ausgespülten 1 Liter Plastikflasche habe ich 120 g Zucker in 600 ml lauwarmem Wasser gelöst und knapp 1/8 Hefeklötzchen darin suspendiert. Beim Rezept bin ich dem Tipp eines anderen Zierfischforum-Mitgliedes gefolgt ( http://www.zierfisch-forum.de/forum/...763&highlight= ) und habe dies leicht modifiziert.
Die Flasche habe ich mit einem durchbohrten Plastikdeckel fest verschraubt und einen Schlauch hindurch gesteckt. Dieser führt in eine 1 Liter Plastikwaschflasche, gefüllt zu 2/3 mit Wasser. Aus dieser Flasche führt wiederum ein Schlauch hinaus, in das Aquarium. Der Ausgang des Schlauches ist mit einem porösen Weidenhölzchen versehen. Die Schlauch-Deckel-Übergänge sind mit Silikon abgedichtet. Die Düngung funktioniert prächtig, aus dem Weidenhölzchen traten schon nach wenigen Stunden (unter 8 ) winzige Bläschen in großer Zahl aus. Diese Düngung läuft nun seit Sonntag morgen, angesetzt habe ich sie Samstag abend. Den pH-Wert hat sie anscheinend günstig beeinflusst. (s.o.)
Heute mußte ich das Weidenhölzchen wechseln, weil es verschimmelt war!
Jetzt blubbert es wieder friedlich vor sich hin.

* Es haben sich die ersten Algen eingefunden! :evil: Diese Entdeckung bestürzt und besorgt mich wirklich. Auf der am zentralsten gelegenen (hellste Stelle im Aquarium) E. parviflorus habe ich sie zuerst entdeckt und dort wachsen sie am besten: es handelt sich um einen sich rasant ausbreitenden Rasen aus kleinen Pinselchen, die fest an die Pflanze angeheftet sind und fröhlich - als könnten sie kein Wässerchen trüben - in der Strömung hin und her wehen. Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll, ich weiß nur, dass ich keine Algenpest in meinem Becken haben will. Der Standort des Beckens ist sehr dunkel. Soweit so gut. Vielleicht habe ich es mit meiner Beleuchtungsdauer übertrieben (s.o.), ich wollte den Pflanzen ja einen guten Start ermöglichen. Jetzt habe ich folgendes Beleuchtungsprogramm neu eingestellt, in der Hoffnung, den Algen damit schwer zu schaden: Licht von 5:30-6:30 (dann kann ich beim Frühstück ins Becken gucken), Licht von 10:00-13:00, Licht von 15:00-20:30 (dann kann ich nach der Arbeit reingucken).
Die Algen sind meiner Meinung nach direkte Konkurrenten in der gleichen ökologischen Nische, die auch die Pflanzen besetzen. Es muß aber doch Unterschiede geben, z.B. in den Chlorophyll-Arten. Absorbieren Algen und Pflanzen das gleiche Spektrum?
Da meine Nitrit- und Nitratwerte recht hoch sind, denke ich, dass insgesamt das Nährstoffangebot in meinem Wasser zu hoch ist, was in meinen Augen Algenwachstum fördert. Daher habe ich in das System mit den beiden Wasserwechseln eingegriffen. Denkt Ihr, das ist sinnvoll? Ich plane morgen einen weiteren Wasserwechsel, um die Nährstoffe auszudünnen und den Konkurrenzdruck auf Algen und Pflanzen zu erhöhen. In der Hoffnung, dass die Pflanzen den Kampf gewinnen.
Desweiteren frage ich mich, ab wann ich bei meinen Wasserwerten einige Amano-Garnelen als Algen-Vertilger einsetzen könnte. Kennt sich jemand mit Garnelen aus?
Ebenfalls frage ich mich, ob ich nicht einen gestreiften Ohrgitter-Harnischwels (Otocinclus affinis), angebliche Maximalgröße 4cm, sehr verträglich, hinzufügen sollte. Unter Umständen schon vor dem Corydoras pygmaeus-Besatz. Voraussetzung wäre natürlich wieder, dass es sich um eine Nachzucht und keinen Wildfang handelt. Kennt sich jemand mit diesen Tierchen aus? Sind es Schwarmfische? Ich denke nicht, aber das geht nicht sicher aus dem Mergus hervor. Werde weiter nach Infos suchen, denke aber, dass der Kleine auch gut zu meinem Südamerika-Lebensraum passen würde. Denkt Ihr, er würde den Corydoras pygmaeus in die Quere kommen? Würde ich ihnen damit schaden? Fressen die kleinen pygmaen eigentlich auch Algen?

* Habe nun eine andere Neonröhre gekauft: 15 Watt Power Glo mit 55 Lux, aber 700 Lumen (glaube ich) und einem Schwerpunkt des Spektrums im blauen Bereich.

* Habe die Wasserwerte meines Leitungswassers eingeholt, das Wasserwerk hat mir den Geschäftsbericht von 2001 (merkwürdig) geschickt. Im Detail sind sie wie folgt (gebe nicht alle an):
pH 7,86
Gesamthärte 8,5 °dH
Karbonathärte 6,2 °dH
Nichtkarbonathärte 2,3 °dH
Hydrogencarbonat 134,2 mg/l
Elektrische Leitfähigkeit 347 µS/cm
Aluminium, Ammonium, Bor,
Eisen, Mangan, Phenole, Silber alle unter Nachweisgrenze
Barium 0,13 mg/l
Calcium 43 mg/l
Chlorid 15 mg/l
Kalium 2,9 mg/l
Magnesium 11 mg/l
Natrium 8 mg/l
Ortho-Phosphat 0,2 mg/l
Sulfat 36,2 mg/l
Sauerstoff 10,4 mg/l
Freie Kohlensäure 3,3 mg/l
Gebundene Kohlensäure 48,4 mg/l
Nitrat 14 mg/l
Schwermetalle alle unter Nachweisgrenze
Fluorid 0,1 mg/l
Nitrit unter Nachweisgrenze


Hier noch eine Frage direkt an HP Krug: Hättest Du vielleicht Echinodorus schlueteri leopard übrig, auf dass ich mir ein Pröbchen davon möglicherweise, eventuell, ganz unverbindlich angefragt, abholen könnte? Da ich selbst aus der Region Gießen/Marburg/Frankfurt komme, wird das natürlich nicht ganz einfach.

Das war’s vorerst mal wieder von mir,
viele Grüße und bis demnächst
Vanessa 8)
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