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Alt 22.10.2001, 03:05  
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Gunnar schrieb am 2001-10-21 20:23 :

Hallo Gunnar,

> So kann ich nur meine private Meinung
> ... zum besten geben.

:smile:


> Zu einem stellt sich die Frage warum wir
> Tiere in Gefangenschaft halten.Was
> rechtvertigt dies?Das Hauptagument was
> immer in den Vordergrund gesetellt wird ist
> das viele Arten die ausgestorben bzw. davon
> bedroht sind nur so eine weitere
> Exestenschanse haben u. die Nachfrage an
> Wildfängen sinkt.

Nein, ich denke das ist nicht die Ursache der Tierhaltung, sondern die liegt tief in unserer Menschwerdung begraben. Letztlich begann dies mit dem Bestreben des Menschen, Haustiere zu seinem Nutzen als Nahrung und Arbeitstier aus Wildtieren zu züchten und das geschah wohl mehrfach unabhängig voneinander.

Erst mit Beginn der Aufklärung und dann faktisch mit dem Beginn der Industrialisierung trat die reine Nutztierfunktion etwas in den Hintergrund (etwas sage ich :wink: ) und dem Tier wurde zunehmend eine eigenständige Lebensberechtigung eingeräumt. Auch die bahnbrechenden Arbeiten von Darwin beispielsweise veränderten diese Sichtweise entscheidend - wurde der Mensch doch von seinem gottähnlichen Sockel geholt und in die Reihe der Evolution eingegliedert. Es ist schon kein Zufall, daß genau zu der Zeit in den entwickelten Ländern die ersten Gründungen von Zoologischen Gärten geschahen und die Zurschaustellung der bösen Kreatur auf Jahrmärkten etc. verschwand. Und eigentlich setzte sich der Gedanke der artgerechten Tierhaltung so ganz langsam sukzessive im 20. Jhdt. in den Zoos als Vorreiter durch und die Entwicklung hält ja auch heute noch an. Fast ungewollt bekamen die Zoos bei einigen Großtierarten plötzlich die Aufgabe zugeschustert, etwas für den Artenschutz zu tun, weil irgendwann plötzlich einige Tiere nur noch in Zoos lebten. Dies brachte ein weitere Veränderung der Denkweise mit sich. Kaum jemanden, denke ich, ist bekannt, daß in Zoologischen Gärten mehr sibirische Tiger leben als in freier Wildbahn :wink: Die zahlreichen EEP Programme (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm mit dem Nashorn als Logo, die man heute in fast jedem europäischen Zoo an manchen Gehegen sieht, sprechen in der Form eine eindeutige Sprache. Sie sind einerseits Versuche, zu retten, was zu retten ist und andererseits sind es Mahnungen an uns alle. In anderen Erdteilen gibt es ähnliche Programme und die Zoos arbeiten dabei international seit vielen Jahren zusammen. Nur bei den Fischen und anderen "niederen" Wirbeltieren hat sich das noch nicht durchgesetzt, ich dene, das wird auch eines Tages hier kommen, sobald wir wirklich mehr über die tatsächliche Bedrohung einzelner Arten wissen. Bis dahin wird es einige private Ansätze geben. Andererseits kann man sich dann auch die berechtigte Frage stellen, waum nicht mehr Aquarianer ihre oder einen Teil ihrer Becken zur Verfügung stellen für solche Projekte. Auch die breitere Streuung der Tiere auf viele Halter senkt das Risiko eines technischen Defektes sagen wir einfach durch einen schnöden Stromausfall. Ich kann da immer nur auf Guenter Ellenbergs Webseite und Zoogeneticus tequila verweisen, dort kann man in den aktuellen Meldungen durchaus zwischen den Zeilen lesen, daß das Zuchtbuchprojekt etwas schleppend läuft. Dabei wäre es bei diesen Tieren gar nicht so schwer, da sie als Lebendgebärende recht gut zu vermehren sind.