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Alt 21.01.2004, 09:49  
Doris W.
 
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Hallo Mundl!

Garnelenbecken ist schonmal gut. 25 L würde ich bevorzugen, wenn`s vom Platz her möglich ist, aber das ist natürlich deine Entscheidung.

Zum Standort: Ich würde bei einem Fensterplatz bedenken, dass das im Sommer eine ganz schön aufgeheizte Brühe geben kann. Wenn direkte Sonneneinstrahlung gegeben ist, würde ich also aufpassen und mir gegebenenfalls doch noch einen anderen Standort suchen. Ab 29-30 Grad (auf diese Werte kommt man selbst bei "normalen" Standorten spielend) kann es unter Umständen kritisch für die Garnelen werden.

Bezüglich der "Wintertemperatur" müsstest du es austesten. Bedeutet "unter 20 Grad" einen Wert um die 18-19 Grad herum, kannst du auf einen Heizstab verzichten. Bei noch niedrigeren Temperaturen fehlt mir die Erfahrung. Kurzfristig machen z.B. 15 Grad auch nichts aus (siehe Versand von Wirbellosen), ob damit auf Dauer die Haltung und Vermehrung klappt, da bin ich aber überfragt. Vielleicht hat ja jemand anderes Infos dazu?

Zur Technik in Garnelenbecken: Beim Heizstab, wenn du wirklich einen brauchst, achte darauf, das aller kleinste Modell, das du aftreiben kannst, zu verwenden. Wenn der Thermosthat einmal defekt ist (was gar nicht soooo selten vorkommen kann) und den Geist aufgibt, sollte das Aquarium nicht gleich nach ein paar Stunden "kochen". Deshalb die geringstmögliche Wattanzahl.

Filterung: Ein sehr umfangreiches Thema mit vielen unterschiedlichen Meinungen dazu. Ich habe meine Aquarien die erste Zeit mit motorbetriebenen Pumpen + Schaumstoffaufsatz ("würfelförmiger" HMF, wenn man so will) betrieben. Hat sich nicht bewährt, da der Schaumstoff bei er "Würfelvariante" ständig verdichtet war und sich die Garnelen dennoch in das Pumpeninnere durcharbeiten konnten. Zwei ausgewachsene Tiere sind mir deshalb gestorben und die Pumpen stehen bei mir in großem Verdacht, einige Junggarnelen gehäckselt zu haben. Das ist auch bei "normaler" HMF-Anbringung an der Seitenscheibe oder über Eck ein Problem. Du solltest daher einen Strumpf über die Pumpe ziehen (damit auch keine Junggarnelen angesaugt werden). Oder - würde ich vorziehen - gleich nur Luftheber mit Schaumstoffpatrone verwenden. Luftheber sind völlig garnelensicher (die Garnelen spielen höchstens Fahrstuhl mit den Luftblasen).

"Techniklos" funktioniert allerdings ebenfalls, wenn man weiss, was man tut. Ich habe selbst auch 2 x 12 L und 1 x 25 L völlig ohne Filterung oder Wasserumwälzung hier stehen und von der Stabilität der Wasserwerte her unterscheiden sich diese Aquarien kein bisschen von den anderen. Aber ich lasse Mulm im Becken liegen, so wie er kommt. Bodengrund absaugen ist nicht drin. Der Mulm ist praktisch dein "Filter". Was sich sonst in der Matte oder im Filter ansiedelt, hast du in einem "filterlos"-Becken als Mulm im oder auf dem Bodengrund herumliegen. Es gibt sicher fachmännischere Erklärungen zum Thema , aber das wäre meiner Meinung nach das wichtigste. Um trotz fehlender Oberflächenbewegung genügend Sauerstoff im Wasser zu haben ist natürlich auch eine dichte Bepflanzung notwendig. Ich würde Hornkraut oder Nixkraut ("Unkräuter" eben) verwenden. Das plus Javamoos und einen kleinen Laubhaufen ergibt schonmal eine schöne Grundausstattung.

Damit du im Handling des Mini-Beckens, vor allem wenn es womöglich "techniklos" laufen soll, ein wenig Erfahrung bekommst, würde ich die Einfahrzeit durchaus auf einige Wochen mehr als üblich ausdehen. Wenn du schon Schnecken drin hast, kannst du in dieser Zeit gut mit der Futtermenge und allem anderen experimenteren, ohne gleich damit die Garnelen zu gefährden. Hast du noch andere Aquarien, ist es übrigens sehr empfehlenswert, mit Mulm aus diesen Becken das Kleine "anzuimpfen".

Them Schnecken: Schnecken halte ich für eine sehr empfehlenswerte Garnelengesellschaft. Bei mir gibt es kein Aquarium ohne Schneckenhorden unterschiedlichster Arten. Auf Turmdeckelschnecken würde ich nicht verzichten, da die den Bodengrund durcharbeiten. Posthornschnecken, Blasenschnecken, Spitzschlammschnecken... sind auch gute Resteverwerter. Ich kann in Aquarien mit höherer Schneckendichte ein recht großes Mulmaufkommen beobachten, was den Garnelen sehr behagt. In Gesellschaft meiner Asolene spixi (Zebra-Apfelschnecken) leben meine Tigergarnelen praktisch fast nur vom Mulm. Ich würde zwar nicht sagen, dass Garnelen ohne Schnecken nicht leben könnten , aber du wirst jedenfalls kaum negative Folgen zu erwarten haben. Lediglich mit großen Apfelschnecken würde ich aufpassen, da die im Todesfall das Wasser durch ihre hohe Eiweißmenge stark belasten und zu einem Nitritpeak führen können. Von solchen Vorkomnissen wurde schon öfters geschrieben. Allerdings sind bei mir auch erst vor kurzem 2 Apfelschnecken gestorben (eine in 25 L, eine in 54 L) und ich habe sie erst als leeres Gehäuse gefunden, ohne das sich die Wasserwerte verändert hätten. Die Garnelen haben anscheinend gut aufgeräumt. Aber sicher ist das nicht, große AS würde ich lieber öfters mal nachzählen....

Ich hoffe, ich konnte dir schonmal ein paar Fragen beantworten. Zu "filterlos" oder "techniklos" benütze am besten mal die Forensuche.

Gruß,
Doris
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