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Alt 28.04.2004, 14:37  
amazona
 
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Standard Der 4jährige...

Hallo Christian, der 4jährige sollte an sich schon seit einem Jahr in einen Kindergarten gehen. Das ist in der Regel auch kein Problem.

Schwieriger ists bei unter 3jährigen, aber da der Kleine ja auch schon drei ist, müsste er nun schleunigst in den Kindergarten.

Gerade dann, wenn die Kinder nicht gut gefördert sind, da haben sie im Kindergarten die Chance, dass Defizite aufgearbeitet werden.

Und die Mutter kann sich mal was ausruhen.

Es ist sehr oft das Problem, dass sie Eltern oder Mütter die Überforderung nicht eingestehen können und wollen, weil sie dann Angst haben, als Rabeneltern zu gelten.

Jugendämter sind ja nicht zu Strafen da, sondern um Unterstützung zu geben. Das tun sie auch, wenn man sich als Eltern selbst an sie wendet. Das nennt sich dann freiwillige Erziehungshilfe.

Sicher wäre es gut, wenn andere Unterstützungsmechanismen greifen könnten, wie die Hilfe anderer Mütter. Das hat aber zur Voraussetzung, dass diese Hilfe gesucht und angenommen wird und auch unterstützende Personen in der Nähe greifbar sind.

Wenn dies alles nicht der Fall ist, kann man die Sache aber nicht sich selbst überlassen. Das müssen dann letztlich die Kinder ausbaden, die sich nicht selbst helfen können.

Oft bringt es schon was, wenn jemand das Gefühl bekommt, das es doch eine gewisse soziale Kontrolle gibt. Ich würde die Frau freundlich ansprechen und auch mal fragen, ob sie denn gar keine Hilfe hat. Vielleicht ihr auch erzählen, dass sie ihre Kinder in einen Kindergarten geben kann.

Wenn das alles nichts bringt und die Sitzuation sich für die Kinder nicht bessert, dann sollte man doch eingreifen. Wie gesagt, das Jugendamt hat nicht den Ansatz zu strafen, sondern zu helfen. Eine Vernachlässigungssituation - wenn sie denn hier besteht - kann nicht endlos hingenommen werden. Erklärt das sonst mal einem vernachlässigten oder misshandelten Kind (wobei ich nicht sagen will, dass die Kinder hier misshandelt werden). Ich will nur die Dimension deutlich machen.

Was unter Erwachsenen passiert, ist m.E. erstmal deren Sache, da würde ich mich auch lange zurückhalten. Aber nicht bei Kindern. Ich habe mehrere Jahre in einem Kinderheim für sog. "Sozialwaisen" gearbeitet und konnte die seelischen und körperlichen Verwüstungen, die durch Vernachlässigung und Misshandlung angerichtet werden, täglich betrachten.

Glaubt mir, ihr wollt nicht wirklich wissen, was in manchen Familien los ist und wie es den Kindern dann währenddessen und hinterher geht.

Aber nehmen wir an, dies hier ist ein "leichterer" Fall von Überforderung und Vernachlässigung, dann tut frühe Hilfe umso mehr Not, um noch was für die Kinder zu machen. Und auch, um der Mutter zu helfen und ihr Perspektiven zu zeigen.

Nur noch zum Thema Kampfhunde: Wenn es denn einer im strengen Sinne ist, gehört er nicht in eine Familie mit kleinen Kindern. Und 10 Minuten Gassi-gehen ist für solch ein Tier wirklich zu wenig.

Liebe Grüsse Eure Heidi
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