Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 17.12.2008, 06:51  
Prydwynn
 
Registriert seit: 05.05.2008
Ort: Wilhelmsthal
Beiträge: 8.361
Abgegebene Danke: 0
Erhielt: 8 Danke in 5 Beiträgen
Standard

1. Wasserqualität und Becken

Wasserqualität:
Temp: 24 - 30 Grad Celsius ( im Mittel 26 Grad)
Ph 5 - 7
GH 5 - 15
(Angaben sind die Maximalwerte, die ich in der Literatur gefunden habe)

Beckengröße:
Ab 60 cm (54l)
Häufig wird auch die Haltung in einem Kleinbecken (30l) beschrieben. Die erfahrenen Züchter wissen auch schon viel länger, dass die Hochzuchten in kleineren Becken sich meist wohler fühlen und eine längere Lebenserwartung haben (unter der Voraussetzung einer guten Pflege).Das Tierschutzgesetz macht keinen Unterschied zwischen Hochzuchten und Wildformen. Die Wildformen kann man sicherlich auch im Trio halten und dies sogar auch in kleineren Becken, da sie wesentlich weniger aggressiv sind als die Zuchtformen.

Jedoch muß erwähnt werden, dass laut einem Tierschutz-Gutachten (1998) die Mindestgröße der Becken für eine dauerhafte Haltung die oben genannten 60 cm nicht unterschritten werden darf. Ob dies artgerecht ist, sei dahingestellt. Jedenfalls sollte dieses Gutachten noch einmal von der Regierungsstelle überarbeitet und angepasst werden.
(In der Quellenangabe befindet sich der Link zu dem erwähnten Gutachten)

Beckeneinrichtung:
Empfohlen wird feiner Kies, der nicht zu hell sein sollte. Desweiteren sollten viele Versteckmöglichkeiten vorhanden sein. Das Becken sollte recht üppig bepflanzt sein und ein Teil der Oberfläche darf mit Schwimmpflanzen bedeckt sein. Trotz der üppigen Bepflanzung sollte aber auch noch genügend freier Schwimmraum zur Verfügung stehen.

Allgemeines:
Das Becken soll unbedingt abgedeckt sein und der Abstand zwichen Wasseroberfläche und Abdeckung etwas größer sein, als normalerweies üblich. Grund: Kampffische gehören zu den Labyrinthfischen und schwimmen an die Oberfläche um zu atmen. Daher sollte die Luft direkt über dem Wasser angewärmt sein. (Was durch die Beleuchtung automatisch der Fall ist). Aus diesem Grund sollte auch nur ein Teil des Beckens mit Schwimmpflanzen ausgestattet sein.
Keine zu helle Beleuchtung wählen, da Kampffische lieber etwas abgedunkeltere Becken bevorzugen.

2. Haltung allgemein

Hier sollten wir unterscheiden, dass es hier eine Wildform gibt und eine Hochzucht.

Die Wildform kann man sicherlich auch in einem Artbecken halten, sogar in Triohaltung, ab ca. 54 Liter ist es möglich, aber nicht wirklich sinnvoll. Auch bei 54 Liter und nur 3 Betta (1M + 2W) kommt es zu extremen Stress für die Fische. Wir Menschen bemerken dies kaum, erst wenn es zu spät ist, denn dann ist ein Betta tot. Die Lebenserwartung des Betta splendens schwindet extrem wenn sie unter ständigem Stress sitzen. Selten werden sie älter als 1,5 Jahre.

Aber die Wildform des Betta splendens ist nicht so aggressiv wie die Hochzucht, wird aber auch in einem Aquarium aggressiver als in der Natur. In der Natur kommt es nur selten zu Toten, da mehr als genügend Ausweichmöglichkeiten für die Fische bestehen. Im Aquarium ist das anders.

Dass die Hochzucht so aggressiv ist liegt an den jahrelangen Zuchten der Thailänder. Die Betta splendens wurden schon für über 100 Jahren für Show- und Wettkämpfe auf Aggressivität gezüchtet. Noch heute wird dies praktiziert.

Auch wurden Wildarten aus dem selben Formenkreis eingekreuzt, um die Fische noch aggressiver zu machen.

Noch heute ist teilweise diese extreme Aggressivität in den Hochzuchtbetta enthalten. Eine Triohaltung, wie sie vom Gesetzgeber leider sogar empfohlen wird, ist also weder bei der Wildform und erst recht nicht bei der Hochzucht zu empfehlen, auch wenn es in seltenen Fällen, bei entsprechend großen Aquarien und dichter Bepflanzung möglich sein kann(Ausnahmen bestätigen aber immer die Regel).

Kampffische sind in einem Artenbecken in Einzelhaltung durchaus für Anfänger geeignet.

Schon lange vor 1998 war den erfahren Bettahaltern und Züchtern bekannt, dass man Betta splendens nicht auf Dauer in Haarem (Triohaltung) pflegen sollte, jedenfalls nicht die Hochzuchten. Die Hochzuchten haben bedingt durch Selektion und Tradition eine höhere Aggressivität als die Wildform des Betta splendens, weswegen es in Paar- oder Triohaltung immer wieder zu viel Stress, Krankheiten und zum Tode der Betta kommt.

Es dürfen keinesfalls mehrere Männchen in einem Becken (egal wie groß das Becken ist ) gehalten werden.
Auch Weibchen werden, außer zur Paarungszeit, kaum bzw. nicht geduldet und sollten nach dem laichen wieder aus dem Becken entfernt werden.

Der Kampffisch hat seinen Namen nicht von ungefähr. Er ist äußerst revierbildend und je nach Temperament des einzelnen Tieres reagiert er äußerst aggressiv auf Eindringlinge.
Männliche Rivalen werden sprichwörtlich bekämpft bis zum Tod. Weibchen (vor allem einzelne) können durch sein heftiges Balzverhalten so in Stress geraten, dass sie ebenfalls sterben.


3. Vergesellschaftung

Geeignete Fische:
Corydoras- und Ancistrusarten

Ungeeignete Fische:
Absolut ungeeignet sind alle Fischarten, die:
- zu klein sind (werden gefressen)
- Revierverhalten zeigen z.B. Barscharten
- größere Flossen haben (werden als Rivalen angesehen) z.B. Guppys
- "Flossenzupfer" z.B. Schmerlen, Barben
- lebhafte, schwimmfreudige Fische (verursachen Streß) z.B. Bärblinge

4. Futter

Der Kafi bevorzugt Lebend- bzw Frostfutter. Auch an Gemüse nuckelt er gerne mal rum (z.B. Gurke, Zuccini, gekochte Möhren und Kartoffeln, Erbsen).
Die Fütterung mit Flockenfutter ist ebenfalls möglich.

5. Balzverhalten undZucht

Zitat:
Zitat von Christian79
Betta splendens ist ein schaumnestbauender Kampffisch. Das Männchen baut ein Schaumnest unter einer Schwimmpflanze oder zwischen Gegenständen die an der Wasseroberfläche schwimmen. Wenn das Weibchen in die Nähe des Nestes kommt wird es sofort vom Männchen verjagt.
Das Weibchen wird erst am Nest geduldet, wenn das Männchen das Nest fertiggestellt hat. Ist das Nest fertiggestellt schwimmt das Männchen herum und sucht ein Weibchen das sich in seinem Revier befindet. Hat er eines gefunden fängt er an es anzubalzen. Ist das Weibchen in Laichstimmung (dies ist erkennbar an der Querstreifung und nicht wie immer gesagt die Längsstreifen des Körpers) so wird es dem Männchen zum Nest folgen.
Das Männchen schwimmt voraus zum Nest und hält unterwegs öfters an um zu schauen ob das Weibchen ihm folgt. Ist das Weibchen unter dem Nest, beginnt die Paarung.

Es werden manchmal mehrere Scheinpaarungen unter dem Nest gemacht bis die richtige Paarung stattfindet. Bei der Paarung umschlingt das Männchen das Weibchen. Während des Umschlingens fällt das Weibchen in eine Art Leichenstarre. Das Männchen löst die Umschlingung und das Weibchen bleibt für einige Sekunden nach dem Lösen des Männchens noch immer in der Leichenstarre. Findet eine richtige Paarung statt, also keine Scheinpaarung, so sinken die Eier nach dem Lösen der Umschlingung nach unten.

Das Männchen sammelt so gut es geht die Eier auf und spuckt sie in das Schaumnest. Hierbei ist dringenst zu beachten das der Wasserstand im Zuchtaquarium nicht mehr als 15cm beträgt. Es werden mehrere Paarungen gemacht wobei bei jedem Akt mehrere Eier vom Weibchen abgelöst werden.

Nach dem Paarungsakt wird das Weibchen aus dem Revier vertrieben und sollte jetzt unbedingt aus dem Becken entfernt werden, da sie sonst durch die Fluchtversuche das Nest zerstören kann. Etwa 24 - 48 Std. (je nach Wassertemperatur) nach der Paarung schlüpfen die Jungen aus den Eiern. Die Jungen bleiben noch für etwa 2 Tage am Schaumnest hängen. Etwa 3-4 Tage nach der Paarung schwimmen die Jungen frei. Jetzt ist der Zeitpunkt wo die Larven ihren Dottersack verbrauchen und nach weiteren 2 Tagen sollte jetzt zugefüttert werden. Hierbei gibt es mehrere Futtermöglichkeiten.
  1. Artemia Nauplien
  2. Essigälgchen
  3. Cyclops
  4. Flüssigfutter
  5. Mikrowürmchen
  6. Staubfutter
Nach etwa 8 Wochen müssen die jungen Bocke getrennt und separiert werden. Hierbei ist es wichtig das immer der Bock als erstes separiert wird der am dominantesten ist, damit der nächste Bock sich entwickeln kann .

Es ist darauf zu achten, das ein gutes Paar bis zu 300 Eier ablegen kann. Auch von 500 Eiern ist in Züchterkreisen schon die Rede gewesen. Selbst wenn aber nur 100 durchkommen muss man sich folgende Fragen stellen!!!
  1. Bin ich in der Lage / Habe ich den Platz eventuell bis zu 50 Böcke aber auch zusätzlich Weibchen einzeln zu halten.
  2. Habe ich genügend Abnehmer für den Nachwuchs ?
  3. Habe ich die Zeit einen Wasserwechsel alle 3-4 Tage in den Boxen zu machen, der je nach Anzahl der Boxen bis zu 1,5 - 2 Std zusätzlich zur Aquariumarbeit ansteht .
  4. Habe ich die nötigen Mittel alle Boxen auf minimum 24C zu halten . (Man achte auf die Stromkosten).
So sollte jetzt noch irgendwas fehlen oder nicht ganz klar sein, wie immer einfach nur melden...!!!

Quellen
BMELV Übersichtsseite Tierschutzgutachten
Grundlegendes in der Haltung von Hochzucht Betta Splendens
Aqua-Aquaristik. Online Aquaristik Portal rund um die Süsswasseraquaristik.Jeden Monat aktuell umfangreiche Datenbank, Shopping und mehr. Für Fragen steht ein eigenes Forum zur Verfügung
Willkommen auf Kampffisch-zucht.de
Kampffische - Tierlexikon ´World of Animals´
BettaSplendens.de - Haltung

Danke: (2)
Prydwynn ist offline  
Sponsor Mitteilung 17.12.2008   #0 (permalink)
Mister Ad
Verbraucherinformant
 
Registriert seit: 21.08.2005
Beiträge: 4682
Abgegebene Danke: 46
Erhielt 456 Danke für 893 Beiträge