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Alt 27.11.2013, 00:38  
NebelGeîst
 
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Um die Überlebenschance abzuschätzen, müsste man zunächst mal wissen, um was es sich überhaupt handelt. Da der Bauch auch vergrößert erscheint, würde ich mir nicht die größten Hoffnungen machen. Es kann sein, dass es noch andere Entzündungsherde gibt.
Da Abszesse oder Zysten abgekapselte Bereiche darstellen, könnte ich spontan auch kein Medikament empfehlen, das dürft aber der TA machen können, wenn du einen anschreibst (Tipp: Wenn du per eMail um eine quasi 'kostenlose Dienstleistung' bittest, halte die Nachricht möglichst kurz und gebe nur die wichtigsten Informationen stichpunktartig und gut gegliedert wieder, er wird keine Lust haben, einen Roman zu lesen und unübersichtliche Mails können da ebenfalls nervenraubend sein ).

Erst mal nen großen WW, die nächste Zeit aber auch vermehrt kleinere, außerhalb des normalen WW-Intervalls. Fische gut im Auge behalten. Gegebenenfalls etwas Herbstlaub von Eiche, Buche oder Walnuss (haben ja die passende Jahreszeit ), Seemandelbaumblätter, Erlenzäpfchen oder/und Ceylon-Zimt (nicht Kassia!!) ins Becken geben.

Eine sinnvolle Sache ist auch das Füttern von an die Nahrungsbedürfnisse der Insassen angepasstem, beta-glucanhaltigem Futter, da diese Beta-Glucane die Aktivität der Makrophagen (Fresszellen) und damit des Immunsystems steigern.

Je nach dem, wie du momentan verfährst, ggf. nach Haltungsfehlern forschen, Haltungsbedingungen und Beckenhygiene verbessern, Besatz anpassen, etc. Da keine Infos vorliegen, kann man dir da keine Tipps geben, also selbst nochmal schlau machen.

Zumindest von den in heimischen Aquarien vorkommenen Krankheiten und Parasiten fällt mir spontan nichts ein, was wirklich schwere Folgen hat. Wahrscheinlichste Krankheit, die auf den Menschen übergehen kann, ist da schon die FischTB, die an verletzten Hautstellen das sogenannte Schwimmbad- oder Aquariengranulom verursachen kann.
Aber generell kann eine Hautverletzung sich natürlich entzünden, wenn all zu viele Keime dran kommen. Deswegen brauchst du aber keine Angst haben, ins Aquarium zu fassen, Türklinken, Lichtschalter, Geld, Halteknöpfe in Bahnen und Bussen, etc., fasst du ja auch weiterhin an.
Einfach die Hände nach dem Hantieren im Becken waschen, bei Verletzungen ggf mit der anderen hand arbeiten oder Handschuh (puderfrei) drüber.
Grund zur Panik gibtz es nicht, man sollte sich, wie bei allem, nur eben auch möglicher Risiken bewusst sein. Das heißt nicht, dass man deswegen überängstlich sein muss

Edit:
Wenn ich mich nicht täusche, kommen 3 verschiedene Arten von Mykobakterien als Verursacher der Fischtuberkulose vor. Sicher auf den Menschen übertragbar sind glaube ich garnicht alle 3, sondern nur M. marinum (trotz des Artennamens kommt es nicht nur in marinen Gewässern vor). Müsste man nochmal nachschlagen, wofü es mir aber grad zu spät ist und an Lust mangelt.
Zu M. marinum hätte ich hier allerdings noch einen Link, falls es dich interessieren sollte und natürlich für interessierte Mitlesende.
http://mykologie-experten.de/uploads...tarzt_2011.pdf
Bitte nicht von Bildern erschrecken lassen. Solche Infektionen kommen selten vor und lassen sich letztlich auch leicht vermeiden. Die angesprochene Ausbreitung auf Sehnen und gar Knochen ist noch deutlich seltener, wie erklärt wird, ist es dem Erreger im Körper eigentlich zu warm (ich als Nichtraucher könnte jetzt natürlich eine Spitze an die lieben Raucher abfeuern, da das Rauchen bekanntermaßen die Durchblutung in den Extremitäten verschlechtert und damit zu einem Absinken der Temperatur führt, was eine Etablierung des Erregers begünstigt. Aber tollerant wie ich bin, mache ich das natürlich nicht ).
Hier im Forum hatte beispielsweise bisher glaube ich noch niemand ein solches Granulom, oder hat das zumindest nicht offen geschrieben.
Also keine Panik.
Aber da es immer wieder zu Fehldiagnosen kommt (auch weil Patienten es nicht für wichtig halten, bei der Anamnese anzusprechen, dass sie Aquarianer sind ), ist es durchaus nicht verkehrt, auch so etwas zu wissen. Den damit kann man, für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass es mal auftritt, dem Hautarzt bei der Anamnese/Diagnose entgegenkommen.

Geändert von NebelGeîst (27.11.2013 um 01:11 Uhr)
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