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Alt 09.05.2014, 13:57  
tommuh
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Moin

In der Tat da hat man dir ziemlichen Schwachsinn erzählt. Deine Beckengröße ist schon ok nur ist der Besatz schon extrem aber wenn wir da daran arbeiten bekommen wir das schon wieder in den Griff.

Du solltest dir nur klar sein das du dich von einigen Tieren trennen musst, hier solltest du schon wählen welche du halten willst.

Fangen wir mal mit den Oksars an. Bei 16cm sind die Tiere ja noch klein. Astronotus werden im Durchschnitt zwischen 28-35cm groß, alles was nach 2 Jahren kleiner sein sollte hat massive Haltungsfehler als Ursache. Da wir eine Durchschnittliche Größe von 30cm haben sollte die Beckentiefe 50cm nicht unterscheiten also sollte man gegebenenfalls auf Strukturrückwände verzichten. Beckentiefen von 60-70cm wären wir jedoch wesentlich idealer.
Die Kantenlänge von 180-200cm ist ok.
Oskars sind gierige Fresser wie du schon mitbekommen hast und verlieren da sie ihr Futter ziemlich stark kauen relativ viel über die Kiemendeckel. Das musst du gezielt bekämpfen.

1# Gibt es Futtersorten die wesentlich besser geeignet sind als diese JBL Sticks die schon recht stark krümeln. O.S.I oder Hikari machen in der medium Size wesentlich bessere und auch etwas weichere Pellets. Von Flockenfutter solltest du komplett weg, dass bringt bei Tieren dieser Größenordnung nicht wirklich viel zudem gerade Oskars kann man so ziemlich alles verfüttern. Sie fressen gerne, Fischfilet, Heuschrecken, Insekten, Würmer, Süßwasserschrimps, Muschel und Krebsfleisch, Schnecken, Weintrauben, Mandarinen, Honigmelone, Mango, Mückenlarven im ganzen Frofuwürfel, Stinte mit Reptosol gespritzt, da geht so viel.
Meine bevorzugten Pelletsorten sind Hikari Cichlid Gold, O.S.I Cichlid medium Pellets, O.S.I Spirulina medium Pellets, O.S.I sinking Shrimp pellets. Ki Ka Iba Koi Pellets. Tropical Carnivore.

2# Da eben so viel Futter verschwendet wird und die Fische auch sonst sehr viel Dreck machen musst du das Becken auch dementsprechend filtern. Hier solltest du dich an Außenfiltern der XXL Klasse orientieren wie z.B Fluval FX Serie, Eheim XL. Ich habe z.B an einen 180x60x60 Becken zwei Eheim 1200XL laufen. Diese haben nicht nur den Vorteil das sie sehr Leistungsstark sind sondern auch noch gut 13 Liter Biomedien pro Topf halten.
Der Grund warum zwei Filter benötigt werden ist das bei diesen Fischen Filter öfters gereinigt werden müssen. Alle 2-4 Monate ja nach Besatzdichte und wenn ein Filter komplett gereinigt wird hat man immer noch einen zweiten als Backup um das Beckengleichgewicht aufrecht zu erhalten. Also solltest du deinen Eheim Filter mit einen zweiten Filter unterstützen.
Wir erzählen hier im Forum das sich die Positiven Filterbakterien nur zum Teil im Filter selbst befinden und sonst auch so im Ganzen Becken verteilt sind, bei Großcichliden ist das aber anders. Da das Becken wesentlich öfters gründlich gereinigt werden muss ist es gewollt das die Filterbakterien im Filter sind.

3# Pfauenaugenbuntbarsche werden mit 12-15 Monaten Geschlechtsreif. Dann sind sie meist schon zwischen 25-30cm groß und können dann obwohl es recht friedliche Südamerikaner sind ziemlich aggressiv werden wo andere und meist kleinere Fische massiv drunter leiden werden. Je nach früherer Vergesellschaftung werden schlanke Fische bis 10cm Futter. So könnte ein kleinerer weiblicher Zebrabuntbarsch oder vielleicht noch junge Haibarben gefressen werden.
Bei richtiger Haltung wachsen Oskars bis zu 25mm pro Monat bis sie etwa 20cm groß sind so kommt es oft vor das auch wenn man Fische hat die gleich groß werden Oskars einfach wesentlich schneller Groß werden und gegebenenfalls den restlichen Besatz entweder umbringen oder fressen.

4# Kommen wir zur Wasserqualität. Gerade wenn ein Becken nicht sehr gut gefiltert wird und du nicht ein dem entsprechendes Gegengleichgewicht an Nitrifikanten hast wirst du einen permanent nachweisbaren NO2 und NH4 Wert haben den du mit großen Wasserwechseln senken musst. Hier sind TWW ab 60% angesagt und das wöchentlich mit regelmäßigen reinigen des Bodensubstrates. Die mechanische Filterung sollte auch nicht zu kurz kommen. Wenn dein Becken 500 Filter Wasser netto fasst solltest du schauen das du dieses zwischen 3-5 mal pro Stunde durch die Filter bekommst. Ich überfiltere z.B lieber bis zu 5-6 mal pro Stunde.

5# Das vergesellschaften ist so eine Sache. Da du davon ausgehen musst das deine Oskars gerade mal halbwüchsig und noch Jungtiere sind und später das ganze Becken für sich beanspruchen werden musst du dich von einigen Bewohnern trennen.
Da du wohl nicht bereit bist alle Fische bis auf die Oskars abzugeben und eventuell noch 2-3 andere mittelgroße Welse bis 20-30cm einzusetzen würde ich sagen es ist zu vertreten die Pfauenaugenbuntbarsche zusammen mit einen Pärchen Zebrabuntbarsche und dem Wabenschilderwels zu halten.
Die Malawis und die Haibarben müssen jedoch auf jeden Fall raus. Die Malawis würden wenn die Pfauenaugen groß genug geworden sind früher oder später den kürzeren ziehen und warscheinlich durch Angriffe und Bissattacken umgebracht werden oder der Stress durch das Permanente Jagen würde wohl zum vorzeitigen Ableben führen.
Die Haibarben werden ebenfalls mit min 25cm sehr Groß sind aber im Gegensatz zu den Oskars sehr aktive Schwimmer und benötigen ein Becken das mindestens doppelt so groß ist wie deins.

Zum Wabenschilderwels. Dieser wird zwischen 40-55cm groß und ist wohl der größte Schmutzfink im Becken. Da das Tier in einigen Jahren länger wird als dein Becken Tief ist würde ich mich auch von diesen verabschieden und auf kleinere Welse umsteigen. Hier gibt es einige die gehen würden. Harnischwelse bis 30cm oder Dornwelse wie der Liniendornwels sind hier bestens geeignet.

Die Zebrabuntbarsche passen in das Becken jedoch solltest du hier nur ein Paar halten da mehrere einfach zu viel Stress in das Becken bringen. Zebrabuntbarsche sind wohl mit die Vermehrungsfreudigsten Fische Mittelamerikas. Ein Gelege umfasst zwischen 60-100 Jungtiere und wenn ein Gelege abhanden kommt ist dieses in 2-3 Wochen ersetzt.

Ich an deiner Stelle würde den Besatz vollkommen auf die Oskars abstimmen.

Bei der Beckengröße wäre ein Artenbecken mit ein paar Welsen wohl das idealste und auch Tierfreundlichste aber bei angepassten Wasserwechselintervallen und einer angepassten Filterung sollte ein Besatz wie

2 x Astronotis
2-3 Ancistrus mit einer dicken Wurzel zum verstecken
5-6 Kammdornwelse oder 2-4 Liniendornwelse
und als zweite Cichlidenart

1x Heros oder eine 4-6er Gruppe Flaggenbuntbarsche ebenfalls mit Ausweichmöglichkeiten sich vor den Oskars zu verstecken funktionieren.


Jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem. Um dir hier gezielt helfen zu können brauche ich die Wasserwerte. Auf dem Bild kann ich auch nicht viel erkennen.
Was man erkennt ist das deine Oskars unter Stress stehen da der Fisch auf dem Bild Glotzaugen hat. Das ist bei Pfauenaugen ein Zeichen der Anspannung ähnlich wie bei uns das Stirnrunzeln. Was jedoch gut ist, ist das die recht gesund wirken. Keine Flossenstrahlen eingerissen, Lochansätze oder Kraterformungen am Kopf.
Weiße Pünktchen kann er zumindest nicht auf dem Bild erkennen, hier könnte es sich eventuell um eine Schleimhautabsonderung halten..

Ich hoffe das dir dieser kleine Auszug schon mal etwas weiter geholfen hat und das dir bewusst ist das du einiges verbessern musst und das es noch viel zu lernen gibt

Zur Veranschaulichung hier mal ein Bild meines männlichen Oskars mit 34cm

Click the image to open in full size.

Lg Tom

Geändert von tommuh (09.05.2014 um 16:11 Uhr)
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