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Alt 30.11.2015, 00:57  
Schneckinger
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Guten Abend Stefanie,

ich kann Deine Bedenken zum Stress in Quarantäne durchaus verstehen. Allerdings wird anscheinend der "Stressfaktor" eines Quarantänebeckens unterschätzt. Bei mir haben schon reihenweise Lebendgebärende in relativ mager eingerichteten und relativ kleinen Quarantänebecken (ab hier als QB abgekürzt) gesunde Junge bekommen. Auch Salmler und Bärblinge haben munter abgelaicht.
Speziell die von Dir erwähnten Schmetterlingsbuntbarsche haben bei mir im QB sogar mal einen kompletten Satz Jungfische aufgezogen. Abgelaicht wurde 4 Tage nach dem Einsetzen ins QB ;-)

Ein QB enthält ja im Normalfall eher wenige Fische einer Art. Wenn es dann eher schummrig beleuchtet wird und an einem ruhigen Standort steht, ist der Stress für die Fische minimal.

Völlig kahl muß so ein QB ja auch nicht sein. Die Einrichtung sollte halt nur aus Dingen bestehen, die sich gut säubern und keimarm machen lassen. Übrigens in meinen Augen der einzige sinnvolle Verwendungszweck von Plastikpflanzen ;-) Ich habe in Quarantänebecken oft auch schon selbstgemachte Mops aus synthetischen Fasern verwendet, um den Tieren Deckung zu bieten.

Der Stress eines Wasserwechsels wird in meinen Augen sowieso überschätzt, wenn es sich nicht gerade um 80%-Notwasserwechsel handelt.. Auch QBs haben bei mir mittlerweile Eck-HMFs (natürlich mit neuer oder peinlichst gereinigter Matte). Wenn man das Wasser mit einem Schlauch hinter dieser Matte absaugt/einlässt, wird im Rest-Becken relativ wenig durcheinanandergewirbelt und die Tiere lassen sich kaum stören.

Ein QB wird nie ein "Schau"Becken sein. Trotzdem muß Quarantänezeit für die Fische keine Qualzeit sein.

Bei sehr kurzlebigen Einzelfischen kommt -rein zeitlich gesehen- die (Langzeit-)Quarantäne durchaus an ihre Grenzen. Bei einem Schmetterlingsbuntbarsch, der bei mir noch mindestens 2 Jahre leben soll, wären allerdings selbst volle 2 Monate Quarantäne immer noch weniger als 10% seiner Lebenszeit bei mir. Und gerade Schmetterlingsbuntbarsche sind Fische, die besonders empfindlich auf fremde Keime reagieren. Gerade hier ist daher eine Quarantäne also durchaus sinnvoll.

Mir sind mehrere Fälle von "Kettentodesfällen" bei SBB bekannt:
Immer wieder wurden vereinzelten Fischen neue Partner zugesellt. Und dann starben mehrfach entweder die vereinsamten "Alt"fische oder die neueingestzten Tiere oder im schlimmsten Fall sogar beide. Ein derartiger Teufelskreis lässt sich dann nur durch eine konsequente Quarantäne durchbrechen.

Gerade in Deinem "Spezialfall" mit dem durch den verstorbenen Partner "trauernden/durchdrehenden" (Vorsicht, dass man nicht zu sehr vermenschlicht!, das Weibchen hätte sich wahrscheinlich nach wenigen Tagen beruhigt.) SBB-Weibchen wäre wahrscheinlich eine gut gemachte Quarantäne angemessen gewesen. Das Weibchen stand ja gerade unter beonderem Streß. Gerade in einer solchen Hochrisikosituation können unbekannte Fremdkeime besonders verheerend wirken.

Daher würde ich GERADE bei Einzelfischen eine Quarantäne durchziehen. Zumal diese Einzelfische ja häufig einen besonders hohen Wert ( sowohl finanziell als auch/oder emotional) darstellen.

Was den Stellplatz angeht, nur ein Beispiel:
Ich hatt schon in meiner Studentenbude (15m²) mein 600er (ich weiß, ich spinne ein wenig). Selbst da war dann noch Platz für ein 54l Standardbecken als QB. Im Einsatz stand es auf dem Fußboden neben dem Schreibtisch. Ausserhalb der Einsatzzeit ganz hinten im Kleiderschrank. Als Sockenfach genutzt ;-)

Tschüß,
Schneckinger
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