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Alt 06.02.2016, 13:25  
merlins
 
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Hallo Sina,

die Tateurndina sind eine richtige Farbenwucht, haben aber nicht wirklich schöne Augen.

Ich habe sie ca 4-5 Jahre in allerhand Becken und Vergesellschaftungskombi gepflegt und mich erst vor wenigen Monaten endgültig von ihnen getrennt.

Sie sind nicht sonderlich anspruchsvoll, was die Haltungsbedingungen angeht, passen zu deinen WW und sind auch futtertechnisch recht flexibel.

Man kann sie ziemlich einfach vermehren. Sogar in Gesellschaftsbecken, ohne Eingriff meinerseits, ist öfter NW hochgekommen.

Es sind allerdings keine Bodenfische, sondern eigentlich überall unterwegs.

Soweit alles super, jetzt kommt aber das "ABER" .
Die Agressivität untereinander ist mittelmäßig, manchmal gibt es lange Zeit gar keinen Zoff unter den Männchen, manchmal können sie sich auch richtig arg fetzen, aber das legt sich danach wieder, stellt kein sonderlich großes Problem dar.

Was mich aber an ihnen fürchterlich genervt hat, ist ihre ganz schlechte Angewohnheit, anderen Fischen die Flossen abzubeißen.
Länger ausgezogenen Flossen können sie schon mal gar nicht lange widerstehen, irgendwann gehen sie aber auch an kleinere Flossen ran. Sie schleichen sich von unten oder von hinten an die anderen Fische ran und beißen sich wie selbstverständlich ein Stückchen ab. Einfach so! Manchmal bemerken es die anderen Fische gar nicht richtig und schon gar nicht rechtzeitig.

Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich sie immer mit recht langsamen und friedlichen Fischen zusammen hatte, denn ich mag keine hektischen Vielschwimmer.

Nachdem meine allerersten beiden Pastellgrundel-Männchen erst einer Betta-dame ein Loch in der Schwanzflosse gebissen haben und dann, in einem anderen Becken, innerhalb einer einzigen Mittagspause, die Bauch- und Schwanzflossen meiner 5 Paradiesfische ordentlich abrasiert haben (boah, damals wollte ich vor Wut die Grundeln am liebsten trockenlegen!), habe ich die beiden Herren extra abgegeben und sie durch junge Männchen aus ihren eigenen NW ersetzt, in der Hoffnung die Jungen hätten bessere Manieren als die Väter. Habe die Grundelgruppe auch in andere Becken umgesetzt. Früher oder später mustten aber leider auch andere Fische Flossenteile lassen. Spontan kann ich die kleinen Rosy-Schmerlen und am Ende sogar die C. panda erwähnen.

Jetzt bitte nicht falsch verstehen. Zu richtigen Konflikten, Dauerstress, Erkrankungen oder gar Tod ist es dadurch nicht gekommen. Es hat auch Wochen, oder gar Monate gegeben, wo keine Flossen angebissen wurden (als ob sie gespürt hätten, dass ich mir vorgenommen hatte, sie bei einem neuen Vergehen abzugeben ) und meist sind die Flossen der anderen Fische problemlos nachgewachsen, wenn auch nicht immer auf die ursprüngliche Länge/Größe. Dennoch hat es mich sehr genervt.

Mich wundert es, dass verhältnissmäßig selten über diese Eigenheit der Pastellgrundeln im Internet berichtet wird und wollte es erwähnen, damit du weisst, worauf du dich eventuell gefasst machen sollst.


Wenn du Rhinogobius magst, spricht nichts dagegen, sie zu halten.
Du brauchst nur eine zusätzliche Strömungspumpe. Bei der Beckengröße reicht es, wenn nur ein Beckenbereich gut durchströmt ist.
Dann für sauerstoffreiches, sauberes Wasser sorgen (kommt sowieso auch den meisten anderen Fischen auch zugute), regelmäßiger WW, nicht all zu warm, gerne auch mal Temperaturschwankungen und gut ist.
Wenn sie höhere Sitzplätze finden, halten sich Rhinogobius nicht nur am Bodengrund auf, sondern mögen ihre Welt gerne auch mal von oben betrachten.
Besondere Vergesellschaftungsprobleme fallen mir wirklich nicht ein, wenn Rhinos manchmal zickig sind, dann nur untereinander.
Falls du eine größere Gruppe halten willst, was bei der Beckengröße durchaus empfehlenswert wäre, kannst du ruhig eine geschlechtlich ausgewogene Gruppe halten (z.Bsp. 10,10, natürlich würden auch mehr gehen, je nachdem was sonst noch dazu schwimmt).

Habe hier, im letzten Beitrag 3 verschiedene Rhinogobiusarten, die ich gehalten habe, kurz verglichen. Vielleicht hilft dir das weiter.


MfG,
Dana
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