Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 05.03.2016, 14:20  
Algerich
Moderator
 
Registriert seit: 04.03.2014
Beiträge: 2.523
Abgegebene Danke: 656
Erhielt: 737 Danke in 402 Beiträgen
Standard

Hallo Lukas,

zu Deiner Frage nach den Hechtlingen, wobei ich immer noch von pseudepiplatys annulatus ausgehe: ich bin ein Freund größerer Gruppen. Hier würde ich 3:6 oder auch 4:8 Tiere für möglich halten, wenn Du ihnen an der Oberfläche etwas bietest.

(Ich bin mir jetzt nicht mehr ganz sicher, aber wir reden von einem abgedeckten Becken? Ohne Abdeckung verbieten sich die Hechtlinge).

@Hannah: Lukas sprach nicht von Kongosalmlern, für die das Becken natürlich zu klein ist, sondern von Königssalmlern (Inpaichthys kerri). Die scheinen in Mode zu kommen - mein Händler bot neulich auch eine Zuchtform (Super Blue oder so ähnlich) an.
Grundsätzlich sollten die in 126 Litern gehalten werden können, aber ...

@Lukas: Dein Buch muss nicht unrecht haben, aber der von Dir gezogene Schluss ist trotzdem nicht zwingend korrekt. Abstrakt argumentierst Du wie folgt:

Wenn Art a sowohl mit Art b als auch mit Art c vergesellschaftet werden kann und außerdem Art b und Art c vergesellschaftet werden können, dann kann man auch die Arten a, b und c zusammenhalten. Klingt logisch, ist es aber nicht, beziehungsweise werden dann die Anforderungen an die Beckengröße exponentiell mehr.

Nimm Deinen Fall: der Buntbarsch ist in allen Kombinationen das dominante Tier. Vergesellschaftest Du ihn mit den Salmlern, die normalerweise in der sog. mittleren Beckenregion leben (beiläufig: keine sehr sinnvolle Bezeichnung, weil die bei 30-40cm hohen Becken kaum Platz für drei Beckenregionen ist) werden sich mit den Buntbarschen arrangieren, indem sie einfach etwas höher schwimmen. Der Buntbarsch seinerseits kann dann sein Revier abstecken und ohne dauernden Streß leben.

Würdest Du Salmler und Hechtlinge halten würden sich die Salmler weiter nach unten orientieren können und hätten keinen dauernden Streit mit den oberen Fischen. Streit heißt hier nicht kämpfen, sondern sich beengt fühlen und dadurch beeinträchtigt sein.

In beiden Fällen kann sich also ein friedfertiges Gleichgewicht herstellen.

Bei drei Arten geht das nicht. Der Salmlerschwarm, der sich orientieren möchte, bedrängt immer entweder den Buntbarsch oder die Zwerghechtlinge. Nach meinen Beobachtungen wird das die Salmler am wenigsten stören (obwohl ich konkret Königssamler nur aus der Zoohandlung kenne). Die beiden anderen Arten sind aber, was derlei Streß angeht durchaus kleine Sensibelchen.

Fazit: Du kannst die drei Arten in ein Becken setzen, ohne dass es Mord und Totschlag gibt. Wenn Du aber fiktiv ein Becken in der Dreierkombination und ein anderes in einer Zweierkombination bei sonst gleichen Bedingungen laufen ließest, würdest Du wahrscheinlich feststellen, dass die Tiere in dem von Dir gewünschten Besatz etwas weniger lang leben, als sie es könnten, etwas weniger schön gefärbt sind, als es möglich ist und das Verhalten aller drei Arten nicht so interessant zu beobachten ist.

Gruß!

Algerich

Algerich ist offline   Mit Zitat antworten
Sponsor Mitteilung 05.03.2016   #0 (permalink)
Mister Ad
Verbraucherinformant
 
Registriert seit: 21.08.2005
Beiträge: 4682
Abgegebene Danke: 46
Erhielt 456 Danke für 893 Beiträge