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Alt 11.10.2018, 17:46  
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Die Mähr, dass Sandboden dazu neigt, Fäulnissherde im Boden zu begünstigen, hält sich leider hartnäckig.

Das Gegenteil ist der Fall. Kiesboden neigt viel eher dazu Fäulnisherde zu bilden.

Als Fäulnis bezeichnet man die Zersetzung organischen Materials bei Abwesenheit von Sauerstoff. Dabei enstehen Zersetzungsprodukte die nicht gut riechen und/oder giftig sind (z.B. Kohlenwasserstoffe und Schwefelwasserstoffe).

In den Sandboden kommt kaum Sauerstoff. Damit ist eine Voraussetzung gegeben. Aber da der Sand so hoch verdichtet, landet auch kein organisches Material unter der Oberfläche. Dann kann auch nichts faulen.

Bei Kies fallen Futtereste durch die Ritzen und Sauerstoff ist im Boden auch fast nicht vorhanden, weil die Wasserumwälzung auch fast gleich Null ist. Dann hat man beides, was es zu Fäulnis braucht: Sauerstoffmangel und organisches Material.

Ich betreibe seit Jahren alle Becken mit Sandboden, Fäulnis gab es noch nie. Vorher in den Becken mit Aquarienkies aber sehr wohl.

Dort wo der Sand etwas höher an der Scheibe steht sieht man irgendwann auch mal Gaseinschlüsse. Tatsächlich ist das aber zum größten Teil molekularer Stickstoff. Bei Abwesenheit von Sauerstoff kommt es nämlich noch zu einem anderen Effekt: Denitrifikation. Es gibt Bakterien, die bei Abwesenheit von Sauerstoff den Sauerstoff des Nitrats zum "Atmen" verbrauchen, also Nitrat abbauen.

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