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Alt 20.01.2019, 20:07  
Otocinclus2
 
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Standard Der Silberkarpfen

Der Silberkarpfen (Hypophthalmichthys molitrix) stammt ursprünglich aus Asien. Er ist vor rund 60 Jahren in vielen Ländern außerhalb des nativen Verbreitungsgebietes ausgesetzt worden. In Europa versprach man sich davon eine "Reinigung" eutrophierter Gewässer von Schwebealgen, da die Silberkarpfen sich von diesen ernähren.


In Europa haben sich die ausgesetzten Silberkarpfen nicht vermehren können, da es hier dazu zu kalt ist. Noch - muss man wohl sagen.
In anderen Ländern sieht es aber ganz anders aus. Da ist er zu einer wahren Plage geworden.

In den USA ist es so schlimm geworden, dass sogar schon die Armee in die Bekämpfung mit eingebunden worden ist. Als invasiver Neozoe bereitet er im Mississipi große Probleme. Er hat dort keine natürlichen Feinde und frisst den einheimischen Fischen die Nahrungsgrundlage für deren Brut weg.
https://de.wikipedia.org/wiki/Silberkarpfen
Zitat:
"Silberkarpfen haben sich vor allem in den USA sehr stark ausgebreitet. Durch ihr massives Auftreten stehen sie in bedrohlicher Nahrungskonkurrenz zur lokalen Fischfauna. Ebenso wie in Europa sollten sie ursprünglich der Algen- und Planktonbekämpfung dienen und wurden in den 1970er Jahren in Teichwirtschaften in Arkansas und Mississippi eingesetzt. Einige Exemplare konnten aus den geschlossenen Systemen in das Flusssystem des Mississippi entweichen und haben sich durch das weitgehende Fehlen von natürlichen Feinden stark vermehrt. Der Illinois River ist infolge ihrer Ausbreitung derzeit der Fluss mit der höchsten Karpfendichte in der Welt. Aktuell stehen die Silberkarpfen vor der Besiedlung der Großen Seen. Die US-Armee wurde beauftragt, die weitere Ausbreitung mittels elektronischer Unterwasserschranken und Zäunen auf dem Überflutungsgebiet des Eriesees zu verhindern. Dafür wurde ein Etat von 80 Millionen USD bereitgestellt. Maßnahmen wie Abschreckung durch Licht und Lärm sowie gezielte Vergiftung brachten keinen Erfolg. Es wird sogar erwogen, das Schleusen- und Kanalsystem zwischen dem Illinois River und dem Michigansee bei Chicago dauerhaft zu schließen."
(Ja, ja, ich weiß Maik...Wikipedia...)


Es kommt auch immer wieder zu Unfällen mit Sportbootfahrern. Denn wenn Silberkarpfen in Panik geraten (und das passiert schon bei jeder kleinen Störung) springen sie hoch aus dem Wasser. Und wenn dann einem ein ca. 10 Kilo schwerer Karpfen an den Kopf fliegt, dann Gute Nacht.


Neben den "amtlichen" Bekämpfungsmaßnahmen hat man sich Wettbewerbe wie Fischfangturniere einfallen lassen, um die Silberkarpfen zu dezimieren. Mit bislang bescheidenen Erfolgen. Die Biester werden die Amis wohl nicht mehr los.

Im folgenden Video kann man ein solches Turnier sehen - und auch die Fluchtreaktion (Rausspringen) der Karpfen.
https://www.youtube.com/watch?v=XKl77sCnftM


Gruß
Otocinclus2

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