Thema: Sonstige Elassoma okefenokee
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Alt 24.03.2019, 21:40  
Hans T
 
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Standard Elassoma okefenokee

Hallo zusammen,

heute gibt es mal wieder einen erfreulichen Anlass, mich hier zu melden. Seit vorgestern bin ich Besitzer von 3 Pärchen Elassoma okefenokee, die meisten kennen ihn als Zwergschwarzbarsch. Die Art wird den Barschartigen zugeordnet, aber nach neuesten Untersuchungen sollen sie zu den Centrarchiformes gehören (aktuelle Amazonas). Ihr Verbreitungsgebiet sind die südöstlichen Bundesstaaten der USA. Sie werden bis zu 4 cm groß und vermutlich bis zu 3 Jahre alt. Die Fütterung kann ausschließlich durch Lebendfutter erfolgen, mit Frostfutter braucht man es gar nicht erst probieren. Auch eine einseitige Ernährung mit Artemia kommt nicht in Frage, aber man hat genug Auswahl, Grindals, schwarze Mückenlarven, Wasserflöhe. Sie kommen aus einem relativ alten Zuchtstamm, aber mit sommerlicher Freilandhaltung und anschließender Überwinterung, hierdurch soll es ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis geben.

Ich bekam also drei einzeln verpackte Pärchen, die ich erstmal in drei Schüsseln zusammen gelassen habe. Das Wasser lag bei 400 µs und laut Züchter ist es Leitungswasser. Ich habe das Aquarium mit vollentsalztem Wasser und dann mit Mineralsalzen auf 300 µs eingestellt und die Fische 1 Stunde lang an das Wasser gewöhnt. Dann habe ich die Fische ohne das Restwasser eingesetzt und nach kurzer Akklimatisierung fingen sie an zu fressen. Falls nötig, werde ich die Wasserwerte noch variieren, zusätzlich habe ich auch einige Erlenzapfen ins Wasser gegeben. Ich habe erst mal alles ausprobiert, was ich so zur Verfügung habe, aber in sehr kleinen Mengen. Z.B. habe ich Grindals gefüttert, aber nur 20 Stück. Der Luftheber ist so eingestellt, dass er oberhalb des Wasserspiegels ist, zusätzlich habe ich ihn nicht gereinigt, damit er möglichst wenig Strömung erzeugt. Die wenige Strömung reicht aber gut, um die Grindals im Becken zu verteilen, so haben alle was davon abbekommen. Anschließend gab es dann noch angereicherte und angefütterte Artemien und zu guter Letzt habe ich noch Wasserflöhe ausprobiert, für die wird sogar bis zur Wasseroberfläche geschwommen. Das Becken ist relativ zugewuchert mit Pflanzen, was die Fische sehr mögen, da sie sich in ihrem natürlichen Habitat gerne in verkrauteten Uferbereichen aufhalten. Zusätzlich habe ich noch gezielt faustgroße Büschel von Süßwassertang eingesetzt, weil sie sehr gerne in solchen Pflanzen oder feinfiedrigen Pflanzen wie Hornkraut ihre Eier absetzen. Das macht ein Pärchen über mehrere Tage hinweg in derselben Pflanze, bis zu 80 Eier können es werden.

Außerdem habe ich die Heizung drin gelassen, obwohl es auch techniklos geht, weil die optimale Entwicklungstemperatur für die Eier bei 23° liegt. Im Aquarium habe ich insgesamt an fünf Stellen den Süßwassertang ausgebracht, an der Frontscheibe je ein rechts und links, wider Erwarten wurden genau diese beiden Stellen von den Fischen aufgesucht.

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Das Becken fasst 54 l und hat damit genau die richtige Größe für 3 Pärchen

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Ein Männchen hat sich direkt nach dem Einsetzen in die Pflanze gehängt, noch wirkt er ziemlich farblos

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Die Männchen kann man gut erkennen, ihre Flossen sind sehr schön blau gezeichnet. Im Süßwassertang befand sich schon ein Weibchen, das das Männchen mit der schwarzen Balzfärbung (rechts im Bild) angebalzt hat, der Tang scheint also angenommen zu werden, je nachdem wie sich das mit den Eiern und Jungtieren entwickelt, könnte ich ihn also auch mit den Eiern entnehmen, und sie in einem Anzuchtbecken schlüpfen lassen um sie dort besser füttern zu können als im großen Becken

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Die Weibchen kann man an der runderen Körperform erkennen, sie sehen fast aus wie Guppys

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Schon nach wenigen Stunden konnte ich die Männchen in ihrer Balzfärbung beobachten, tiefschwarz und ein toll leuchtendes Blau

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Sofort wurde die rechte Ecke zur Lieblingsecke, alle drei Männchen haben hier schon Raufereien ausgetragen

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Sofort wurden die Reviere aufgeteilt und durch Imponiergehabe abgesteckt, zu ernsthaften Verletzungen kommt es dabei nicht, vielleicht mal eine leicht eingerissene Schwanz- oder Rückenflosse, das war's dann aber auch

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An den runden Formen und der rötlichen Färbung kann man eindeutig sehen, dass es sich hier um ein Weibchen handelt, das aber wahrscheinlich noch keinen Laichansatz hat.

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Im Gegensatz zu diesem Weibchen, das größte der drei Weibchen ist extrem rund und hat auch deutliche rötliche Färbungen am Bauch, sie besitzt schon einen Laichansatz

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Mehr Färbung braucht man nicht zu sehen um sicher zu sein, dass sie einen Laichansatz hat

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Wenn man keine Lust mehr hat auf das Theater, gibt es genug Plätze um sich mal hängen zu lassen. Den Laichansatz haben auch alle drei Männchen bemerkt und versuchen, sie an ihre Lieblingsstandorte zu locken. Dem ist sie so elegant aus dem Weg gegangen.

Kurze Zeit nach dem Einsetzen fingen die Männchen an, die Weibchen zu umwerben und zeigten ihren Balztanz. Die ersten Versuche habe ich in einem kurzen Film festgehalten: https://www.youtube.com/edit?o=U&ar=...id=wHbr1Gnn24o

Ich hoffe, der Bericht hat Euch ein bisschen Spaß gemacht, ich werde wie immer über die weitere Entwicklung berichten

Viele Grüße
Hans

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