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Alt 29.06.2019, 17:51  
Otocinclus2
 
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Standard Heft 84 (Juli/August 2019) Schatztruhe Südamerika

Die neue AMAZONAS ist da.

Titelthema: siehe oben.

Subtitelthemen: Aquarienvorstellung, Bullenklasse, Beifänge.


Das Titelthema wird von Ernst Sosna eröffnet: IQUITOS - eine Insel im Regenwald. Auf den Seiten 10 bis 17 berichtet er von seiner Reise nach Iquitos (Peru) am Amazonas. Er schildert Bootsfahrten auf dem Amazonas und Ausflüge in den Regenwald. Bei der Beschreibung edr Tierwelt bilden Fische den Schwerpunkt, aber auch Vögel und Säugetiere finden Erwähnung, insbesondere die Flussdelfine.


Über Neue Panzerwelse für das Hobby berichtet dann Ingo Seidel ab Seite 18. Auf 6 Seiten stellt er insgesamt 14 neue Panzerwelse in Wort und Bild vor. Fast alle sind wissenschaftlich noch nicht beschrieben und sind deshalb mit CW-Nummern versehen. Mir gefällt CW 127 am besten - wer sich vor dem Kauf des Heftes schon einen Eindruck von ihm verschaffen will, kann hier nachschauen: https://www.planetcatfish.com/common...pecies_id=6701


Ansgar Bußkamp beschreibt dann die Erfolgreiche Nachzucht von L 82, dem Opalflecken-Vampirharnischwels auf den Seiten 24 bis 31.

Den furchteinlößenden deutschen Namen haben sie von Seidel & Evers erhalten, weil sie im Maul nur einzelne, aber kräftige Zähne haben. Allerdings sind sie ausgesprochen friedlich, wenngleich sie sich carnivor von Insekten, Garnelen und gelegentlich wohl auch Aas ernähren. Sie werden rund 20 cm groß und sehen äußerst atraktiv aus: schwarz mit weißen bzw. cremefarbenen Punkten. Im Zuchtaquarium wurden die Tiere übrigens mit den nicht minder attraktiven L 46 (Zebraharnischwels) gehalten; beide Arten kamen gut miteinader aus.


Der CriqueVoltaire im Westen von Französich-Guayana ist die Reiseempfehlung von Ernst-Otto von Drachenfels. Leider sind viele der eigentlich schönen Fotos etwas klein geraten. Aber sie müssen sich eben den Platz auf den 4 Seiten mit dem (recht klein geschriebenen!) Text teilen. Offenbar durfte der Gesamtumfang des Heftes von 84 Seiten nicht überschritten werden.

Wer einen Eindruck von dem Aquarianer Ernst-Otto von Drachenfels erhalten will, kann hier nachschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=-fBNJVihq-Q

Und hier berichtet er über seine 30 bis 40 (so genau weiß er es selber nicht mehr) Expeditionen in Französich-Guayana:
https://www.youtube.com/watch?v=dNyyTCJM5ZI


Kaum zu glauben: erfolgreiche Nachzucht des seltenen Dornwelses Wertheimeria maculata Hans-Georg Evers berichtet auf den Seiten 36 bis 39 über diesen Erfolg.


Horst Röttger stellt dann Thesen zur ökologischen und artgerechten Haltung von Aquarirnfischen und Wasserpflanzen auf.

Der Autor ist wahrlich kein Jungspund. Zwar verrät er uns sein genaues Alter nicht, erwähnt aber gleich zu Anfang, dass er schon seit über 70 Jahren in der Aquaristik tätig ist, viele Jahre davon beruflich.

Seine Thesen hat er nicht an irgendeine Kirchentür genagelt, sondern in der AMAZONAS veröffentlicht. Aber die haben es in sich, räumen sie doch mit vielen Vorurteilen und vermeintlichen "Goldenen Regeln" auf. Deshalb möchte ich an dieser Stelle etwas ausführlicher auf diesen Artikel eingehen.

Eine Aussage möchte ich wörtlich zitieren:
"Ich glaube, dass etwa 10 % aller Aquarianer mehr Fachwissen besitzen, als so mancher Fachhändler. Wenn "einfache Aquarianer" in Internetforen und sozialen Netzwerken Rat suchen müssen, stimmen in manchen Fällen Brratungsfähigkeit und/oder Wissen des Fachpersonals nicht. Hier könnte der ZZF (Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe) deutlich besser werden."

Dann geht es los mit seinen Thesen:

Röttger meint, bei der Temperatur würden wohl die meisten Fehler gemacht. Anstatt eine Dauertemperatur von 26° zu halten, würden 23° bis 24° in den meisten Fällen reichen. Auch sollte man die Heizung mit dem Licht koppeln, sie also nachts ausschalten, damit es Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht gibt. Er empfielt, beim Wasserwechsel mit deutlich kälterem Wasser auzufüllen, da auch in der Natur die Niederschläge zumeist kälter als die Umgebungstemperatur seien. Insbesondere die Haltung von Diskusfischen bei dauerhaft 28 bis 30° kritisiert er - meines Erachtens völlig zu Recht.

Bei der Beleuchtung seien 10 bis 12 Stunden zuviel; 8,5 Stunden mit einer Mittagspause seien ausreichend.

Den Wasserwerten werde eine zu hohe Bedeutung beigemessen, insbesondere was die schon fast sklavische Einhaltung einmal eingestellter Wasserwerte betreffe. In der Natur gebe es auch oft erhebliche Schwankungen und die Fische würden das aushalten.

Bei Wasserpflanzen und Düngung empfielt er den Einsatz von Langzeitdüngern, die Pflanzen über 2 Monate oder länger versorgen.

Auch bei Futter und Fütterung würden oft gravierende Fehler gemacht. Er empfiehlt Granulat statt Flockenfutter und mehrmaliges Füttern täglich, ohne dass die Fische dabei einmal satt sein sollten. Denn in der Natur seien sie normalerweise ständig auf Futtersuche und selten satt.

Auch Kohlenstoffdüngung, Filter und Filterung sowie Neukauf und Neueinrichtung werden von ihm angesprochen.

Ich meine, der Kauf des Heftes lohnt sich (ohne die anderen Artikel jetzt in ihrer Qualität herabsetzen zu wollen) schon allein wegen dieses Artikels, auch wenn man Röttger wohl nicht zwingend in allen Punkten folgen muss. Aber interessanter und zu Diskussionen anregender Stoff sind seine Thesen allemal.


Weniger polarisierend geht es dann auf den Seiten 46 bis 53 weiter.
Jan-Willem Hietbrink: Sich Träume erfüllen oder: eine nicht ganz typische Aquarianerlaufbahn.
Der Autor stellt uns sein Becken vor und schildert uns, wie es über die Jahre hinweg entstanden ist, bis es seine jetzige (wirklich außerordentlich prächtige) Form gefunden hat. Und das tut er nicht nur mit viel Begeisterung, sondern auch so detailliert mit zahlreichen Fotos und Pflanzplänen, Angaben zur Technik etc., dass die Leser in die Lage versetzt werden, dieses herrliche Becken "nachzubauen".


Frühjahr, Sommer - Tümpelzeit Friedrich Bitter schildert uns auf 2 Seiten (54 und 55), was man sich beim Tümpeln so alles als Beifang "einhandeln" kann.


In der Rubrik 100 plus (Fischarten, deren aquaristische Laufbahn schon mehr als 100 Jahre andauert) stellt uns Lou Herfurth Girardinus metallicus, der Metallkärpfling vor.

Auf 3 Seiten versteht er es, Interesse für diesen nur auf dem ersten Blick unscheinbar wirkenden lebendgebärenden Zahnkarpfen zu wecken, berichtet über Haltung und Vermehrung.


Dass Pfauenaugenbuntbarsche Großmäuler mit Charakter sind, erzählt uns Friedrich Bitter dann auf den Seiten 60 bis 63 mit einigen schönen Fotos, die dokumentieren, wie prächtig diese Fische in den verschiedenen Farbschlägen aussehen können. Aber natürlich verheimlicht er auch nicht, dass man für ausgewachsene Tiere ein entsprechend großes Becken braucht - viel kleiner als 1.000 Liter sollte es nicht sein!


Dann berichtet Oliver Drescher über Erstnachzucht "made in Austria": Amphilius cf. uranoscopus
Dieser afrikanische Wels sieht wirklich attraktiv aus, wie die Bilder in Dreschers ausführlichem Bericht (Seiten 64 bis 71) zeigen.


Kurz vorgestellt werden von Georg Evers eine vermutlich neue maulbrütende Kampffischart Betta cf. compuncta "Candy" und von Anton Lamboj der Buntbarsch Parananochromis ornatus (Seiten 74 und75).


Und schon sind wir durch!

Noch rasch die Vorschau:
Titelthema des nächsten Heftes: Im Fokus: Bachlinge
Subtitelthemen: Blaubarsche, Bucephalandra und Kolumbien


Gruß
Otocinclus2

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