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Alt 11.04.2020, 20:47  
Otocinclus2
 
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Die neue Ausgabe der aquaristik ist erschienen.


Titelthema: Zwerggarnelen
Subtitel: Algen von A - Z und Grüne Kugelfische


Eines vorab:


Das Heft kommt diesmal mit zwei kostenlosen Zugaben daher. Die eine steuert der Verlag selber bei; es handelt um ein Poster mit den Maßen 42 cm (Breite) x 59 cm (Höhe). Dieses Poster setzt sich aus 19 (teils unterschiedlich großen) Einzelfotos zusammen, wobei jedes der Bilder eine Farbform von Garnelen zeigt. Die (sehenswerten!) Fotos hat Chris Lukhaup gemacht - unter Garnelenliebhabern kein Unbekannter. Bei jedem Bild ist auch der Name des Züchters vermerkt.


Die zweite Zugabe kommt von Tropical - natürlich als Werbemaßnahme gedacht, aber warum auch nicht. Wenn ein Hersteller die (potenziellen) Kunden mit Gratisproben zu überzeugen versucht, finde ich das allemal lobenswerter, als noch so ausgefeilte Marketingsprüche.
Bei der Gratisprobe handelt es sich um einen auf Seite 5 des Heftes eingeklebten kleinen Plastikbeutel (ca. 8 x 13 cm). Der Beutel ist (da bedruckt) lichtundurchlässig, luftdicht versiegelt und auch nach dem Öffnen mit einer Art „Reißverschluss“ wieder verschließbar, wie man das ja auch von einigen Gefrierbeuteln kennt. In diesem Beutel befinden sich 10 g soft line AMERICA sinking sticks, also eine Futterprobe, in der Größe S.
Wer mehr über dieses Futter wissen möchte, kann hier nachschauen:

https://tropical-deutschland.de/suesswasser/fischfutter/cichliden/1046/soft-line-america-size-s

Natürlich reicht die Menge dieser Gratisprobe nicht aus, um die Wirkung des Futters auf seine Fische bezüglich Gesundheit, Farbverstärkung etc. feststellen zu können. Aber die Akzeptanz des Futters kann man damit allemal testen. Und wer sich für Tests interessiert, kann hier mal nachschauen:


https://www.youtube.com/watch?v=dqUA0mz16ts


So, nun aber los:
Auf den ersten Seiten des Heftes kommen die üblichen Kurznachrichten. Durchaus alle interessant, gleichwohl überspringe ich die mal, sonst werde ich heute nicht fertig mit diesem Beitrag.
Aber eine muss/möchte ich doch hervorheben (Seite 8):
Wolfgang Jäger ist am 13.02.2020 im Alter von 83 Jahren verstorben.
Er hat bekanntlich im letzten Jahrhundert den regelbaren Stabheizer erfunden und mit seiner Firma über Jahrzehnte zu den Marktführern in diesem Segment gehört - bevor die Firma dann im Jahr 2002 von EHEIM übernommen wurde.


Jetzt zu den Fischen:Ingo Seidel präsentiert auf den Seiten 10 und 11 Frische Fische fürs Aquarium.
Diesmal sind es:
  • Goldschuppen-Saugbarbe (Garra sp. „Sunset Goldscale“)
  • Halbbinden-Federsalmler (Hemiodus semitaeniatus)
  • Gebänderter Messerfisch (Steatogenys elegans)
  • Viktoria-Orangebrustbuntbarsch (Paralabidochromis sp. „Rock Kribensis“)
  • Harlekin-Stachelwels (Bagroides melapterus)
Der Letztgenannte ist wirklich spektakulär gefärbt, wie man z.B. hier sehen kann:
https://www.planetcatfish.com/common/species.php?species_id=766


Allerdings wird er recht groß (ca. 30 cm) und ist mehr oder weniger territorial, weshalb er sich nur für entsprechend große Becken eignet.


Nun startet ab Seite 12 das Titelthema.
Schöne Garnelen - auch für Einsteiger. Ulli Bauer zeigt auf 6 Seiten prächtig gefärbte Garnelen und beschreibt deren Haltung und Zucht.


Auch der nächste Artikel stammt aus ihrer Feder: Bienengarnelen, Tigergarnelen & Co.
Und da bekommen wir teilweise wirklich spektakulär gefärbte Zuchtformen zu sehen, wie z.B. auf Seite 18 unten eine dreifarbige Caridina-Hybride mit Metallic-Schimmer.


Sie weist auch auf die Ansprüche der Caridina-Arten an die Wasserbeschaffenheit hin und dass sich deshalb die Verwendung von aktivem Soil als Bodengrund empfiehlt.
Nicht unerwähnt bleiben auch der zu empfehlende Einsatz einer Umkehr-Osmoseanlage und von Huminstoffen zur ph-Pufferung (Vermeidung eines Säuresturzes) und zur Reduzierung des Keimdrucks.


Sie warnt vor zu hohen Sommertemperaturen und gibt auch ein paar (wenn auch knappe) Tipps zum Einstieg in die Hybridzucht (Seiten 18 - 21).


Offenbar war Ulli Bauer die Tinte noch nicht ganz ausgegangen. Denn auch für den folgenden Artikel auf den Seiten 23 bis 25 hat sie den (wenn auch recht kurzen) Text geschrieben: Fächergarnelen - alles andere als Zwerge. Chris Lukhaup hat dazu 4 wirklich sehenswerte Fotos beigesteuert.


Wir erfahren u.a., dass es ein Alarmzeichen ist, wenn Fächergarnelen Futter am Boden suchen. Denn das deutet auf eine falsche Haltung hin. Wenn sie nicht genügend Futter aus der Strömung filtern können und gezwungenermaßen dazu übergehen, den Boden abzusuchen, werden ihre Fächer rasch abgenutzt - mit der fatalen Folge, dass sie dann erst recht nichts mehr aus dem Wasser filtern können. Allerdings werden die abgenutzten Fächer bei der nächsten Häutung wieder regeneriert; wenn es die Tiere denn bis dahin schaffen.


Soweit zu den Garnelen-Artikeln im Heft.
Ob der nächste (nämlich mein) Tipp für Garnelenliebhaber auch gut ankommt, oder ich vorsichtshalber das Weite suchen sollte...
Der ideale Snack für alle Garnelen-Liebhaber!
https://www.nordsee.com/at/produkte/garnelen-baguette/
https://www.nordsee.com/at/produkte/garnelen-wrap/


Vielleicht versuche ich besser, etwas abzulenken und anzuregen, den Blick wieder auf Fische zu richten.
Auf Seite 26 stellt Dr. W. Staeck in einem knappen Steckbrief den Schlangenkopf-Kampffisch Betta channoidesvor.


Kuss oder Kampf?Uwe Werner stellt auf den Seiten 28 bis 31 diese Frage. Und er erläutert uns Das Maulzerren südamerikanischer Buntbarsche. Die Fotos zur Veranschaulichung des Themas liefert er gleich mit.


Über Diskusfische aus Asien berichtet sodann der Chefredakteur Michael J. Schönfeld auf den folgenden 4 Seiten. Und da sind einige Farbschläge abgebildet, die ich hier bei noch keinem Händler gesehen habe.


Maike Wilstermann-Hildebrand hat sich ja schon seit einiger Zeit als Expertin für Wasserpflanzen etabliert. Vor allem auch als eine, die ihr Wissen verständlich vermitteln kann. So auch hier.
Wie man mit Pflanzen für die Mikroflora Algenprobleme in neu eingerichteten Aquarien vermeidet, erklärt sie uns auf den anschaulich bebilderten Seiten 36 - 39. Sie empfiehlt gute Starterpflanzen und beschreibt dann auch, wie man diese Startbepflanzung Schritt für Schritt durch die Wunschbepflanzung ergänzt oder ersetzt. Sofern man das denn wünscht, und nicht ohnehin schon mit den Starterpflanzen dauerhaft glücklich und zufrieden ist.


Nochmals zu den Fischen.
Der Wels-Experte Ingo Seidel bietet uns einen Blick auf die „inneren Werte“. Und da er - wie schon erwähnt - ein Wels-Experte ist, überrascht es nicht, dass es hier um Glaswelse geht. Er verrät uns auf 4 Seiten einiges über die Herkunft, Haltung und Nachzucht dieser „durchsichtigen Gesellen“.


Mit dem Verreisen ist es ja aktuell Dank Corona nicht so weit her. Nur der Sch***-Virus selbst ist ausgesprochen umtriebig.
Fassen wir es also als einen Tipp für hoffentlich bald bessere Zeiten auf, wenn Heiko Blessin in seiner Rubrik Traumziele für Aquarianer uns auf den Seiten 46 - 49 diesmal Kolumbien empfiehlt:
Weißer Sand - kein weißes Pulver.
Hmm... wie soll man das verstehen? No Dope, no Hope? Harte Zeiten!


Nun startet die neue Reihe Algen im Aquarium.
Kein Geringerer als Bernd Kaufmann springt uns hier bei, wenn es um den Umgang mit meist weniger beliebten Bewohnern unserer Aquarien geht.
Mit dem Hinweis, dass nicht alles so ist, wonach es aussieht, startet er den Teil 1 Von Algen und Bakterien. Die Meisten werden ahnen, was nun kommt: Blaualgen! Also keine Algen, sondern Bakterien.
Nun ist ja bekannt, dass Bernd Kaufmann ein recht entspanntes Verhältnis zu Algen hat. Selbst zu Blaualgen. So weist er u.a. darauf hin, dass mit den Cyanobakterien (= Blaualgen) vor rund 2,5 Milliarden Jahren (die Älteren unter uns mögen sich vielleicht noch erinnern) die Fotosynthese begann - und damit die Produktion von atmosphärischem Sauerstoff.
Und ohne diese Pionierleistung der Blaualgen mit der Generierung atmosphärischen Sauerstoffs hätten sich wohl kaum höhere Lebensformen entwickeln können (Das ist jetzt keine im Artikel formulierte Schlussfolgerung von Kaufmann, sondern meine). Also auch wir nicht. Womit ich uns jetzt mal ganz frech den „höheren“ Lebensformen zugeordnet habe. Woran man ja durchaus das ein oder andere Mal zweifeln könnte...
Sei’s drum! Diese Pionierleistung danken wir den Blaualgen nicht. Im Gegenteil - wir trachten danach, ihnen - jedenfalls in unseren Aquarien - den Garaus zu machen. Wie man das richtig machen kann, und was man dabei alles falsch machen kann - das beschreibt Bernd Kaufmann auf den Seiten 50 - 53. Lesenswert!


Es schließt sich die Rubrik an, deren Sinnhaftigkeit ich - zumindest in diesem Umfang - immer noch nicht einsehen mag: Influencer. Facebook, Youtube, Instagram & Co.
Diesmal: Tobias Gawrisch - Aqua Owner (Seiten 54 - 57).
Über diese Rubrik habe ich mich ja schon im Post # 23 ziemlich aufgeregt. Und nach wie vor zu Recht, wie ich meine.
Ich weiß: Tobias Gawrisch genießt bei Vielen (u.a. auch bei Balu) einen guten Ruf - wohl auch zu Recht. Das ist aber nicht der springende Punkt. Hier wird Werbung gemacht. Das muss nicht per se verwerflich sein. Auch Werbung kann willkommene Informationen enthalten. Ich rege mich auch nicht über die Werbeprospekte in meinem Briefkasten auf. Hier gibt es allerdings auch einen Unterschied:


Die Werbung sollte grundsätzlich der bezahlen, der wirbt - und nicht der Umworbene.
Bei der (als Werbeannonce erkennbaren und auch hoffentlich von den Werbenden bezahlten!) Werbung im Heft kann ich selbst entscheiden, ob ich sie zur Kenntnis nehme, vielleicht die Homepage des Werbenden besuche, oder ob ich sie ignoriere.
Gleiches bei den Werbeprospekten in meinem Briefkasten. Auch hier kann ich selbst entscheiden, ob ich sie ignoriere, oder in meinen nächsten Einkaufszettel einfließen lasse.
Natürlich weiß ich, dass ich beim Einkauf auch die Werbung des Händlers mittelbar über die Preisgestaltung mitbezahle. Aber auch erst dann, wenn ich wirklich dort einkaufe. Und nicht unabhängig davon!


Bei der als redaktionellem Beitrag getarnten (und nichts anderes ist das hier) Werbung für Aqua Owner bezahle ich seine Werbung, ob ich will, oder nicht. Das ärgert mich!


Gut, jetzt mag so manch einer hier denken: Was regt sich der alte Zausel so auf! Berechnet auf den Gesamtpreis von 6,30 € für das Heft machen die 4 Seiten für Aqua Owner mal gerade 0,30 € aus.
Immerhin: Für 30 Cent kann ich mir ein Brötchen kaufen. Das kann ich ich essen. Aber diese Werbung, die ich nicht will...?


Einmal anders herum betrachtet:
Macht Gawrisch in seinen Beiträgen eigentlich auch Werbung für Printmedien, wie Fachbücher oder Fachzeitschriften und insbesondere aquaristik? Ich kenne zugegebenermaßen nur einige seiner Beiträge auf youtube, habe es aber bislang noch nicht bemerkt. Falls es doch so sein sollte - bitte her damit!


Nochmals:
Wenn ein Printmedium vom Umfang her (4 Seiten!) exzessiv Werbung für Internetauftritte macht, ohne dass von dort entsprechende „Gegenwerbung“ kommt, schafft es sich über kurz oder lang selber ab. Und ich finde es einfach ärgerlich, wenn die Käufer des Printmediums dies unfreiwillig mitfinanzieren müssen!


So. Nun wieder runterkommen.
Es gibt ja auch noch Erfreuliches.
Wie z.B. der Artikel von Frank Schäfer: Grüne Kugelfische (Seiten 64 - 71).
Hier erfahren wir viel Interessantes über diese drolligen Gesellen, die aber nie als „Funktionsfische“ z.B. als Schneckenvertilger (was leider immer noch viel zu häufig passiert) gekauft werden sollten. Vielmehr sollten sie im Artenbecken und idealerweise in Brackwasser gehalten werden.


So. Jetzt reicht’s.
Ich glaube, ich habe hier noch nie so viel „an einem Stück“ geschrieben. Meine Tastatur sieht ziemlich ramponiert aus. Ich auch.


Ach ja - eins fehlt noch:
Die Vorschau auf das nächste Heft:
  • Panzerwelse
  • Koi-Guppys
  • Gesellschaftsfähige Barben
Gruß
Otocinclus2

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