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Alt 22.09.2019, 20:28   #1
Mattenpaule
 
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Standard Leben mit einem (neuen) Gesellschaftsaquarium

Ein Hallo in die Runde,

dies ist, abgesehen von einer gut einjährigen Schreibpause, die chronologische Fortsetzung meines Threads Wasseraufbereiter und Medikamente / Unliebsame Schnecken, den man derzeit (noch) auf Seite 3 des Unterforums Allgemeines finden kann.

Inzwischen hat mein sich seit dreieinhalb Jahren in Betrieb befindliches, neues 325 l-Gesellschaftsbecken sich soweit weiterentwickelt, daß die alte Threadüberschrift nun nicht mehr stimmig ist, und ich mich für einen Neustart unter neuem Namen entschieden habe.

Kurz einige Details zum Aquarium selbst.

Direkt vor der Rückwand in fast voller Breite und Höhe habe ich eine strukturierte "Wand" aus aufeinandergeschichteten, größeren Wurzelholzstücken errichtet. In den diversen Zwischenräumen wachsen Javafarnableger.
In den vorderen Ecken wuchern teils sehr dichte Vallisnerienwäldchen.
Zur Mitte hin findet man beidseitig einige Cryptocorynen sowie eine einzelne Echinodorus.
Eine relativ große Fläche zentral bleibt mittlerweile komplett pflanzenfrei, ist aber größtenteils von Laub bedeckt.
Als Bodengrund dient eine etwa 5 cm hohe Schicht aus Sand.
Auf der Oberfläche schwimmt Froschbiß.
Ich dünge kontinuierlich mit CO2 (auf andere Dünger komme ich zu einem späteren Zeitpunkt zu sprechen).

Der aktuelle Besatz:
* Schwarze Neonsalmler (etwas über 40)
* Pandapanzerwelse (so um die 20)
* Japanische Süßwassergarnelen/Amano-Garnelen (ursprünglich eingesetzt habe ich mal 19)
* Otocinclus (Artzugehörigkeit mir unbekannt; eingesetzt habe ich mal 8)
* Raubturmdeckelschnecken/Clea helena (Anzahl unbekannt)

Besonders in den ersten etwa 2 Jahren direkt nach dem Kauf (diese Fische stammen - leider! - aus zwei unterschiedlichen Bezugsquellen) wurde ich (nur!) bei den Schwarzen Neon mit einer breitgefächerten, sehr diffusen Erkrankungssymptomatik konfrontiert. Sie kostete immer wieder einzelne Exemplare das Leben.
Über die Monate und Jahre hinweg wurde in der Summe jedoch ein nicht unerheblicher, in dieser Höhe nie erwarteter Teil meines einst eingekauften Gesamtbestandes dahingerafft!

Da die gezeigte Symptomatik derart diffus war, mich darum völlig verwirrte, und mir gleichzeitig die verbliebenen Exemplare stets auf's Neue einen (ausreichend) vitalen Eindruck vermittelten, entschied ich mich nach zähem Hin und her Überlegen schließlich doch dagegen, den ortsansässigen Fachtierarzt zu Rate zu ziehen.

Maßgeblich auch mit der fachkundigen Unterstützung des einen und anderen Forumusers hier ging ich daran, gewisse Pflegebedingungen weiter zu verbessern.
(Am harten, leicht alkalischen Ausgangswasser, für die Mehrheit der handelsüblichen Salmler nicht gerade das Optimum, wollte ich wasserchemisch nichts grundlegend verändern.)

Die angestrebte, nachhaltige Verbesserung gewisser Pflegebedingungen betraf schwerpunktmäßig die Erhöhung der Häufigkeit und der Umfänge der Wasserwechsel.
Zur Absorption von Schadstoffen begann ich, (statt eines flüssigen Wasseraufbereiters) ein Säckchen mit kristallinem Zeolith versteckt in eine der hinteren Aquarienecken zu legen. Dieses Säckchen wird regelmäßig gegen frisches Zeolith ausgetauscht.

Abwechslungsreich fütterte ich meine Bewohner unter Wasser immer schon.
Im Nachhinein habe ich allerdings den Verdacht, daß ich früher zu wenig darauf achtete, daß die angebotenen Futtersorten und die Futtermengen sich auch tatsächlich als "ausreichend" zur Versorgung meiner Problemfische, die Neonsalmler eben, erwiesen.

Eine Zeitlang gab ich auf Empfehlung in gewissen Abständen ein flüssiges Vitaminpräparat spätabends, d. h. bei länger ausgeschalteter Beleuchtung, direkt ins Aquarienwasser.
Ich achte mittlerweile intensiver darauf, dem Wasser zum Schleimhautschutz der Fische über Erlenzäpfchensude und/oder Laubeintrag regelmäßig frische Gerbsäuren und/oder Huminstoffe zuzusetzen.

Mit Hoffen und Bangen, und mit "Immer Weitermachen!" - trotz der Ungewißheit und der Rückschläge - vergingen die Monate, ja, die Jahre.
"Schaffen es die Neon, oder schaffen sie es vielleicht doch nicht?"
"War es wirklich vernünftig und vertretbar, auf die Hilfe eines kundigen Arztes von vornherein zu verzichten?" - Dies fragte ich mich, grüblerisch und besorgt, immer, und immer wieder.

Aus heutiger Sicht, auch wenn einige, wenige Kandidaten unter den Neon "noch immer irgendwie befallen" auf mich wirken, würde ich sagen, sie haben es als Gruppe geschafft!
Das Schwierigste scheint mir nun überstanden.

Auch die wenigen Individuen, die so auf den ersten Blick nicht durch und durch "propper" zu sein scheinen, zeigen (seit geraumer Zeit) keinerlei Anzeichen einer negativ fortschreitenden Symptomatik.

Ich bin froh, mit der richtigen Unterstützung im Rücken durchgehalten zu haben!
(Ein stiller Dank an meine einflußreichen Helfer hier aus dem Forum!)

Zu Beginn des Erststarts meines Gesellschaftsbeckens im Frühjahr und Sommer 2016 zeigten sich mal eine Zeitlang Pinselalgen, und auch Blaualgen/Cyanobakterien.
Nach einiger Zeit verschwanden diese aber wieder.

Irgendwann tauchten beide Arten unverhofft erneut auf.
Doch dieses Mal entschieden sie sich, aus welchen Gründen auch immer, hartnäckig zu bleiben.

Dies wird das Thema eines meiner nächsten Beiträge in diesem Thread sein.
Bloß nicht zuviel auf einmal!

Grüße
Frank

Mattenpaule ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 23.09.2019, 10:04   #2
Mattenpaule
 
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Auch wenn ich in der ferneren Vergangenheit in gleich mehreren Schritten den anfänglichen, massiven Überbesatz erheblich reduzierte, finde ich inzwischen, daß mein Aquarium mengenmäßig immer noch (etwas) zu stark besetzt ist.

Die Gesamtzahl der Schwarzen Neon erscheint mir (noch) etwas zu hoch.

Die Anzahl der Pandapanzerwelse ist okay.

Da sie dieselbe "Nische" besetzen, würde ich auf die im direkten Vergleich heiklere Art, nämlich die Otocinclus, völlig verzichten, alternativ von den Amano-Garnelen aber nicht mehr als 15 Exemplare nehmen. Die tatsächliche Endgröße dieser Garnelenweibchen hat mich im Nachhinein doch ziemlich überrascht.

Zu den Clea helena werde ich zu einem späteren Zeitpunkt, im Zusammenhang mit meinem mittlerweile etwas besser händelbaren Algenproblem, noch etwas sagen.

Trotz gewisser Bedenken werde ich am Gesamtbesatz bis auf weiteres nichts verändern.
Mein Eindruck ist, daß sich die interne Biologie sowohl für die Bewohner als auch für mich als Pfleger nach und nach in einem ausreichend verträglichen Rahmen eingespielt hat.
An einer weiteren Verbesserung der Bedingungen arbeite ich aber ungehindert.

Frank

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Alt 23.09.2019, 20:54   #3
Otocinclus2
 
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Zitat:
Zitat von Mattenpaule Beitrag anzeigen
Zu Beginn des Erststarts meines Gesellschaftsbeckens im Frühjahr und Sommer 2016 zeigten sich mal eine Zeitlang Pinselalgen, und auch Blaualgen/Cyanobakterien.
Nach einiger Zeit verschwanden diese aber wieder.

Irgendwann tauchten beide Arten unverhofft erneut auf.
Doch dieses Mal entschieden sie sich, aus welchen Gründen auch immer, hartnäckig zu bleiben.
Hallo Frank,

zu den Rotalgen im Allgemeinen und den Pinselalgen im Speziellen gibt es hier ein ganz interessantes Video:
https://www.youtube.com/watch?v=FdvI3vEgjd8

CO2 setzt du ja schon ein. Mögen Pinselalgen nicht so unbedingt.
Ein zu hoher Eisengehalt kann auch Pinselalgenwachstum begünstigen.

Bei mir hat der Einsatz von Siporax geholfen - wie bei vielen Anderen auch.
https://www.nimmervoll.org/aquarium/algen/algen.html

Einem beginnenden Blaualgenwachstum konnte ich regelmäßig durch den Einsatz eines Qxydators wirksam begegnen.


Gruß
Otocinclus2
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Alt 24.09.2019, 00:26   #4
Mattenpaule
 
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Hallo, Oto,

schön, von Dir zu lesen.

Das verlinkte Video über die Algen schaue ich mir zum nächstmöglichen Zeitpunkt mal in Ruhe an.

Auf das von Dir angesprochene Siporax und auch den Söchting-Oxydator komme ich, das war sowieso fest eingeplant, in einem meiner nächsten Beiträge in diesem Thread zu sprechen.
Das Formulieren längerer, halbwegs strukturierter und verständlicher Texte braucht bei mir halt so seine Zeit...

Augenzwinkernde Grüße
Frank
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Alt 24.09.2019, 13:58   #5
Mattenpaule
 
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Hallo, Oto,

um Dir wenigstens schon mal kurz auf Deine besonderen, in der Praxis erprobten Anregungen vor dem Hintergrund meines zähen Kampfes gegen die Algen zu antworten.

Vor gefühlt einer kleinen Ewigkeit schon habe ich im Außenfilter 4 Liter (phasenweise sogar 6 Liter) Eheim Substrat Pro mengenmäßig 1 zu 1 gegen Siporax ausgetauscht.
Auf die Entwicklung der Algen bei mir zeigte dies keinerlei Wirkung.
Das Siporax blieb weiterhin im Filter.

Irgendwann danach kaufte ich mir einen Söchting-Oxydator, den ich über Wochen und Monate mit (regelmäßig erneuerter) 6-prozentiger Lösung betrieb.
Auf längere Sicht führte auch das nicht zum unmittelbar gewünschten Erfolg. Also mottete ich den Oxydator bis auf weiteres ein.

Sei gegrüßt
Frank

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Alt 24.09.2019, 19:22   #6
Otocinclus2
 
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Hallo Frank,


dein Post #5 belegt einmal mehr, dass kaum ein Becken so funktioniert, wie ein anderes, und dass es keine Patentrezepte gibt - schon gar nicht mit "Geling-Garantie".
Dazu ist ein Aquarium eben ein viel zu komplexes System, das wir noch längst nicht durchschaut haben.

Auf der verlinkten Seite von Nimmervoll werden ja auch Feedbacks wiedergegeben. Bei Vielen hat die Verwendung von Siporax tatsächlich Pinselalgen deutlich reduziert. Aber eben nicht bei Allen. (Übrigens hat Gerd (radlhans) hier im Forum auch berichtet, dass es bei ihm funktioniert hat.)

Ähnlich ist es mit den Blaualgen und Oxydatoren. Uwe J. Splett hat auf seiner Seite (Afizucht) und auch im Afibook berichtet, dass er mit Wasserstoffperoxid nicht viel oder gar nichts gegen Blaualgen ausrichten konnte. Bei mir hat's funktioniert, und zwar mehr als einmal! Allerdings war es jeweils auch kein massiver Befall. Einen wirklich massiven Blaualgenbefall, bei dem dann tatsächlich nur eine Dunkelkur geholfen hat, habe ich in all den Jahren nur einmal gehabt.


Gruß
Otocinclus2

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Alt 24.09.2019, 19:43   #7
dumdi65
 
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Hi Frank.

Hier einmal ein Video vom AquaOwner wie er Blaualgen bekämpft hat

https://www.youtube.com/watch?v=i1XI9LrhyXs

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Alt 25.09.2019, 08:30   #8
radlhans
 
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Vielen Dank, Frank, dass du uns an der Entwicklung deines Beckens teilhaben lässt!
Wie du schon selbst erkannt hast: nicht entmutigen lassen. Dabei fällt mir dieser blöde, aber treffende Spruch ein: Man wächst mit seinen Aufgaben
Jedes Erlebnis - sowohl positiv als auch negativ - trägt zu deiner Erfahrung bei und lässt dich lernen.

Danke: (2)
radlhans ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 25.09.2019, 11:13   #9
Mattenpaule
 
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Liebe aktiv an diesem Thread Teilnehmenden
(uh, ich klinge schon ein wenig wie ein Pfarrer!),

ich bin Euch echt dankbar, daß Ihr mich bei meinen aquaristischen Problemen mit Ratschlägen aus der (eigenen) Praxis stets zeitnah begleitet!
Daß es darauf keine Wird-Funktionieren-Garantie gibt, ist völlig klar, und mindert in keiner Weise den Wert Eurer substanziellen Unterstützung.

Das wollte ich hier einfach mal extra zum Ausdruck bringen.

Ich melde mich später nochmal.
Dann mit weiteren inhaltlichen Ausführungen zur (ganz schön komplexen!) Sache.

Seid gegrüßt
Frank

Danke: (1)
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Alt 25.09.2019, 12:47   #10
dumdi65
 
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Hi Frank,

oder soll ich sagen Herr Pastor

Nur durch Erfahrungsaustausch kann man Wissen neu hinzufügen oder ausbauen.

Da ein Aquarium ja bekanntlich ein sehr komplexes, und manchmal auch fragiles, Gebilde ist, kann man nie genug Wissen anhäufen um gegen Eventualitäten Gerüstet zu sein. Von daher ergibt sich ein immerwährender Lernprozess.

Darum bin ich schon gespannt wie es weitergeht

dumdi65 ist gerade online   Mit Zitat antworten
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