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Alt 02.09.2018, 20:12   #81
Hans T
 
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Hallo nochmal

seit geraumer Zeit züchte ich ja auch Mikrofex in Dosen. In diesen Dosen stellen sich auch immer andere Würmchen ein, die ich aber leider nicht identifizieren kann. Es sind sicher weder Enchyträus albidus noch Enchyträus buchholzii. Die Würmchen werden ca. 1,5 cm lang und sind relativ dick, jedenfalls im Vergleich zu Mikrofex oder Enchyträen.

Nun hat es sich ja ergeben, dass wir einen sehr warmen Sommer hatten und in der Regel Enchyträen langfristig hohe Temperaturen nicht so gut vertragen. Die Vermehrungsrate geht zurück und die Tendenz zur Schimmelbildung ist auch größer. Man muss also unbedingt für kühlere Temperaturen sorgen, entweder mit kühleren Räumen wie dem Keller oder, wenn man die Möglichkeit hat , gleich einen neuen Ansatz im Gemüsefach des Kühlschranks züchten.

Bei diesen Würmchen ist aber das Gegenteil der Fall, ich habe stark den Eindruck, dass die Mikrofex und diese weißen Würmchen sich bei den anhaltend hohen Temperaturen noch besser entwickeln als sonst. Selbst in kleinen Dosen, wo man es nicht erwarten würde, gab es eine wirklich explosionsartige Vermehrung je länger die Temperaturen hoch blieben. Selbst bei täglichem Abernten wuchsen unglaubliche Mengen nach. Am besten zeig ich Euch das mal in Bildern, damit Ihr eine Vorstellung kriegt:

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Das ist nur eine 1 l Dose, die ich 12 Stunden vorher noch entleert hatte. Ich habe Löcher hinein gemacht, weil es zu warm war und zweimal am Tag lüften nicht gereicht hat.

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So sieht der Deckel von innen aus

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Die hellen Stellen auf dem Seramis sind alles weiße Würmchen. In der Dose befinden sich auch Mikrofex.

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Diese Menge ist nur vom Zusammenschieben auf der Oberseite einer Plexiglasplatte

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Große Mengen von Mikrofex zentrieren sich, so dass man sie gut mit einer Pinzette entnehmen kann

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Hier kann man sehen, wie viele Mikrofex sich auch unter dem Glas befinden und wie groß und dick die weißen Würmchen sind, die Scheibe ist 80 x 90 mm.

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Ich finde es sehr erstaunlich, dass die Mikrofex und die weißen Würmchen gerade bei den hohen Temperaturen so gut gedeihen. Leider kann ich die Würmchen noch nicht identifizieren, vielleicht hat ja jemand einen Tipp oder Link für mich, so dass ich diese näher bestimmen kann.

Viele Grüße
Hans

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Alt 10.11.2018, 11:33   #82
Hans T
 
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Standard Artemiaeier schälen (dekapsulieren) leicht gemacht

Und es geht weiter

Hallo zusammen,

beim Füttern mit frisch geschlüpften Artemiaeiern kommen unweigerlich auch immer Schalen ins Aquarium, je mehr Flaschen täglich verfüttert werden umso mehr. Bisher hielt es sich noch in Grenzen, da ich die Artemiaeier lose in 100 g Portionen kaufe und diese dann auch immer eine hohe Schlupfrate haben sollen. Jetzt ist es aber doch wieder einmal passiert, dass ich eine Lieferung erwischt habe, bei der die Schlupfrate höchstens bei 50 % liegt.

Z.B. bei den Dorichthys martensii habe ich einen 70 %igen Wasserwechsel vorgenommen und natürlich auch die Schwämme durchgespült. Bereits nach kurzer Zeit musste ich die oberen Schwämme wieder entnehmen und noch einmal spülen, da sich sehr viele Resteier im Wasser befanden und in den Schwämmen gesammelt haben. Einige Tage später habe ich eine neue Dose bekommen, in der die Eier besser schlüpfen. In der Zwischenzeit habe ich mich entschlossen, doch noch einmal einen Versuch zu starten, die Eier zu dekapsulieren, was beim ersten Mal ja nicht so gut gelaufen ist. Parallel habe ich aber auch Flaschen mit nicht dekapsulierten Eiern angesetzt, ich wußte ja nicht, ob der Versuch diesmal klappen würde.

Außerdem ist es ein guter Weg, die nicht so guten Eier doch noch verwerten zu können. Die Schlupfrate wird durch das Schälen nicht wirklich besser, aber man hat keine Eierschalen mehr im Wasser und wenn man nicht geschlüpfte Eier mit absaugt wird diese garantiert jemand fressen können, wenigstens die Schnecken

Ich habe also überlegt, woran es gelegen haben könnte, dass es letztes Mal nicht so gut geklappt hat. Es kann sein, dass die Konzentration der Bleiche nicht hoch genug war, da die meisten Hersteller solcher Reinigungsmittel die Chlorkonzentration weit unter 5 % halten. Die Bleiche, die ich beim letzten Mal verwendet habe enthält auf 100 g Flüssigkeit 2,8 g Natriumhypochlorit. Die höchste Konzentration, die ich finden konnte, ist in der Hausmarke von dm, hier beträgt der Anteil an Natriumhypochlorit immerhin 3,6 g auf 100 g Flüssigkeit (Domestos enthält z.B. gar kein Chlor mehr). Ich möchte aber auch noch einen Versuch beim Apotheker starten, ob es dort noch etwas höher konzentrierten Chlorreiniger gibt.

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Folgendermaßen bin ich diesmal also vorgegangen um die Eier zu dekapsulieren:

Die Einweichzeit habe ich von 2 auf 3 Stunden erhöht. Dazu habe ich einen gehäuften Teelöffel Spülmaschinensalz und ungefähr 200 bis 300 ml warmes Wasser benutzt. Man kann auch eine größere Menge Wasser nehmen, wenn man mehr Eier dekapsulieren möchte, das Wasser wird ja wieder entfernt. Als die Zeit abgelaufen war, habe ich in aller Ruhe über einer größeren Schüssel die Artemiaeier in ein Artemiasieb geschüttet.

Der Rest, der in der Flasche zurück bleibt, stört nicht weiter, der kann ruhig drin bleiben. Es geht darum, die größte Menge Wasser zu entfernen um die Verdünnung des Chlorreinigers zu minimieren. Danach habe ich die Flasche in die Spüle gestellt und einen großen Trichter aufgesetzt (parallel habe ich das Wasser bereits leicht laufen lassen um das Artemiasieb und meine Finger sofort abspülen zu können).

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Nun habe ich das Artemiasieb in den Trichter gehalten und mit dem Chlorreiniger das Sieb gründlich von beiden Seiten ausgespült. Der Reiniger hat eine leicht gelartige Konsistenz, daher sollte man hier vorsichtig einen dünnen Strahl schütten. Dabei sollte man nicht hektisch werden und das ganz in Ruhe machen bis die Flasche mit Reiniger aufgefüllt ist. HIerzu reicht ca. eine halbe Flasche des Reinigers. Das Artemiasieb habe ich kurz mit Wasser abgespült und unter den Wasserstrahl gelegt, damit es weiter gespült wird. Die aufgefüllte Flasche habe ich schnell an die Belüftung angeschlossen und nur noch 30 Sekunden laufen lassen, da die Eier schon ihre Schale verloren hatten und anfingen orange zu leuchten. Um das sofort erkennen zu können, habe ich die Flasche mit einer Lampe stark ausgeleuchtet.

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Danach habe ich die Flasche schnell zur Spüle zurück getragen, das Artemiasieb in eine große Schüssel gehalten (vorsichtshalber) und die Flasche in das Sieb entleert, die Flaschen noch mit dem fließendem Wasser aufgefüllt und wieder in das Artemiasieb gegeben. Da in der Schüssel keine Eier daneben gegangen sind, habe ich diese schnell entleert um das Artemiasieb unter einem dünnen Wasserstrahl in der großen Schüssel vom Chlorreiniger zu befreien. Es hat ungefähr 2 Minuten gedauert bis der Chlorgeruch weg war. Dann habe ich die Schüssel wieder entleert, kurz mit Wasser durchgespült, das Artemiasieb reingesetzt und von dem Essig eine halbe Flasche über die Eier gegeben um das Chlor endgültig zu neutralisieren.

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Das Sieb habe ich noch für ca. 2 Minuten immer wieder im Essig rauf und runter gedrückt, damit es richtig durchgespült wird. Zum Schluß habe ich die Schüssel noch mal vorsichtig über das Artemiasieb in der Spüle entleert und es wieder mit fließendem Wasser über der Schüssel vom Essig befreit.

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Nun sind die Eier fertig dekapsuliert. Um sie zu lagern habe ich ein relativ kleines Behältnis genommen, das nicht soviel Platz im Kühlschrank einnimmt. Dort habe ich einen Löffel von dem Salz rein gegeben und soweit mit Wasser aufgefüllt, dass die Eier bedeckt sind, bevor ich die Dose verschlossen habe. Sicherheitshalber habe ich die Dose bereits nach vier Tagen mit neuem Wasser und Salz versetzt, da dies ja relativ wenig Wasser ist und sich schnell zu viele Keime bilden können.

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Nach dem Dekapsulieren habe ich alle benutzten Gegenstände sorgfältig abgespült. Wichtig ist, die Belüftung nicht zu vergessen und auch diese ordentlich zu spülen.

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Mittlerweile habe ich diese Prozedur schon drei Mal durchgeführt und es hat jedesmal gut funktioniert. Das Artemiasieb hat durch das Chlor keinerlei Schaden genommen. Vor allem kann ich feststellen, dass meine Aquarien wesentlich weniger verdreckt werden. Bei vier Aquarien, von denen eins täglich sechs Mal gefüttert wird (und das wird sich noch auf acht bis zehn Mal steigern), ist dies ein erheblicher Effekt. Ohne dekapsulierte Eier würde ich vermutlich aus dem Reinigen des Beckens gar nicht mehr heraus kommen

Wenn man ruhig und überlegt vorgeht, ist Dekapsulieren wirklich nicht schwierig, im Nachhinein frage ich mich, warum ich es nicht schon viel früher noch einmal probiert habe, es hätte mir viel Mühe beim Reinigen erspart.

Bis zur nächsten Meldung
Hans
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Alt 10.06.2019, 17:27   #83
Hans T
 
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Standard Rädertierchen, Algen

Hallo zusammen,

seit längerer Zeit züchte ich ja bereits Rädertierchen in Einmachgläsern um Minifutter für meinen Nadelnachwuchs zu haben. Die Rädertierchen "bade" ich vor dem Verfüttern 4-6 Stunden in einer hohen Dosis Selco s. presso um den Nährwert zu steigern. In der Zucht habe ich sie auch alle auf Selco s. parkle als Futter eingestellt, sehr stark verdünnt und pro Glas nur wenige Tropfen. Ob man die richtige Menge nimmt, erkennt man daran, dass sich am Boden nicht viel algenähnliche Klumpen bilden.

Mikrofex züchte ich auch in Einmachgläsern mit kleinen Stücken von Salatrippen. Auch da kommen ein, zwei Tröpfchen rein. Nun habe ich mal in ein Glas wirklich nur ein Tröpfchen mit Rettichtierchen gegeben und nach zwei Tagen war das Glas extrem voll. So schnell habe ich sie sich noch nie vermehren sehen. Normalerweise entstehen bei der Vergesellschaftung verschiedener Futtertiere keine großen, verfütterbaren Mengen, auch wenn die Tiere vielleicht gegenseitig vom Zusammenleben profitieren. Da ich eine große Menge benötige, kommt mir diese starke Vermehrung entgegen. Ich sauge ca. ein halbes Einmachglas ab, siebe die Tierchen mit einem 15 µ -Sieb durch und gebe sie in ein Extraglas. Das Einmachglas fülle ich wieder auf und kann eigentlich am selben Tag noch einmal eine Portion rausholen falls nötig. Sie vermehren sich so stark, dass man das nur machen sollte, wenn man wirklich große Mengen braucht, sonst muss man alle zwei Tage den kompletten Inhalt wegschütten, weil das Glas sonst umkippt. Am Boden bildet sich sehr schnell eine Schicht aus Salatmatsch, den ich einfach absauge und wegkippe. Die paar Tiere, die da mit abgesaugt werden, fehlen nicht, weil sie sich so schnell vermehren. Der Vorteil der kleinen Einmachgläser ist die hohe Dichte an Tieren auf wenig Wasser, die man schnell ernten kann.

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Mein erster Versuch mit Chlorella vulgaris-Algen hat nicht besonders gut funktioniert. Ich wußte erst nicht genau, woran es lag, am Licht konnte es nicht liegen, da sie am Fenster stehen. Also habe ich erst mal recherchiert und festgestellt, dass es sinnvoll zu sein scheint, die Algen zu düngen, am besten nach der Methode von Guillard. Dann habe ich einen neuen Ansatz mit 800 ml Algenwasser besorgt und ihn auf zwei Gläser verteilt. Es gab eine Anleitung des Züchters nach der 3 Teile Algen mit 1 Teil Wasser versetzt werden sollen. Durch die geringe zugesetzte Wassermenge wird das Erscheinen und Ausbreiten anderer Algenarten reduziert. Ich habe vollentsalztes Wasser genommen, dann ist man ganz auf der sicheren Seite.

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Das habe ich zwei Tage stehen lassen und dann angefangen zu düngen. Da ich bei Dünger die Herstellerangaben oft für zu hoch halte, habe ich den HI F2P Phytodünger im Verhältnis von ca. 20:1 mit Reinst-Wasser verdünnt und nicht wie vom Hersteller vorgegeben 1:1, hiervon habe ich nur 20 ml angesetzt. Von dieser Mischung habe ich zu Anfang 1 ml pro Liter in das Algenglas gegeben. Von da an habe ich täglich eine Woche lang ca. 1 cm Wasser aufgefüllt. Die Algen haben sich gut entwickelt, wegen der steigenden Wassermenge habe ich dann auf wöchentlich 2 ml Düngerlösung-Zugabe erhöht.

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Als beide Gläser voll waren, habe ich ihren Inhalt auf drei Gläser aufgeteilt und nach der gleichen Methode wieder herangezüchtet. Im vierten Glas hatte ich noch Algen, die sich durch Zugabe von s. parkle in den Mikrofex-Gläsern entwickelt hatten, diese habe ich teilweise verfüttert und den Rest in eine Flasche gegeben.

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Das vierte Glas enthält jetzt also auch Chlorella vulgaris, bei der Düngung mische ich jetzt im Verhältnis 10:1, habe die Menge also verdoppelt. Probeweise habe ich schon kleine Mengen der Algen verfüttert, ich möchte aber noch einen gezielten Test machen und eine Wanne Wasserflöhe nur mit Algen füttern. Die Gläser siebe ich nach ungefähr zwei Wochen mit einem 120 µ-Sieb und einem darunter gesetzten 55 µ-Sieb in eine Wanne durch um große Fremdalgen und Dreck zu entfernen. Beim Zurückschütten passt das 55 µ-Sieb genau auf das Einmachglas und der Inhalt kann so noch einmal durchgesiebt werden. Zum Absaugen verwende ich eine 10 ml Pipette, die ich auch für nichts anderes nehme.

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Den Dünger habe ich nur bei einem Hersteller bekommen können

Da die Algen erst vier Tage nach dem Düngen wieder nutzbar sind, dünge ich nun die Gläser im Wechsel und habe so immer verfütterbare Algen zur Verfügung.

Bis zum nächsten Mal
Hans

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