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Alt 27.09.2015, 09:32   #1
Duras
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Standard Sind kleine Aquarien für eine dauerhafte Haltung geeignet?

Hi,

Ich denke, daraus kann eine gute Diskussion werden und das ist ein Thema, welches mich sehr beschäftigt. In dem anderen Thread hatte diese Diskussion nicht viel zu suchen, find ich.

Ich persönlich vertrete ja die Meinung, dass auch kleine Aquarien für eine dauerhafte Unterbringung von Fischen geeignet sind.
Natürlich muss man einige Abstriche machen. Als Gesellschaftsbecken mit 2, 3 oder mehr Arten sind sie kaum geeignet. Ich vermeide es mal zu sagen, dass es allgemein nicht möglich ist, weil ich noch nicht auf die Idee gekommen bin so ein Becken mit 25l Fassungsvermögen als Gesellschaftsbecken zu nutzen.
Auch ist die Anzahl an Fischen, die man dadrin halten kann, stark begrenzt. Bei mir befinden sich meisst nur ein Pärchen oder Trio in solchen Becken.

Wenn wir jetzt von 25l Aquarien reden (Beckengrösse 40x25x25cm), so kenne ich schon zig Arten, die sich super dadrin halten lassen.
Das wären sämtliche kleine Bettaarten:
Betta tussyae, persephone, miniopinna, coccina, uberis, channoides, albimarginata, brownorum, rutilans und sp. Riau.
Dazu einige Killifischarten und Prachtguramis. Ausserdem Elassoma okefenokee und Elassoma evergladei.

Also so wenige Fischarten sind das garnicht. Auf alle Fälle stellen viele Fische grosse Ansprüche ans Wasser oder auch ans Futter. Es sind auch nur die wenigsten etwas für Anfänger.

Es geht aber auch noch kleiner. Betta tussyae auf 10l fuktionierte bei mir nicht. Selbst bei einer sehr, sehr dichten Bepflanzung bekam das Weibchen nach der Paarung einiges ab. Bis zur Paarung ging das aber sehr gut. Dagegen waren 15l bei Betta persephone kein Problem. Da halte ich mittlerweile 3 Männchen mit 2 Weibchen auf 25l ohne dass es da auch nur zu Flossenschäden kommt.
Bei Betta persephone ist das Problem, dass sie in zuviel Wasser zu scheu werden. Sie leben in der Natur unter extremen Bedinnungen. Teilweise leben sie nämlich in nassen Laub. Das Wasser hat nicht selten einen PH zwischen 3,5 und 5.

Woran erkenne ich, das etwas klappt oder auch nicht?
Erstmal müssen die Fische ihre normale Grösse erreichen. Dann müssen sie natürlich ihrem natürlichen Drang nachkommen können. Die Vermehrung muss noch stattfinden. Auch wenn einige sagen, dass die Vermehrung keine Rolle spielt, weil sie auch unter extremen Bedinnungen vorkommt (Arterhaltung). Da bin ich anderer Meinung. Gerade was die Anzahl an Fischen angeht, habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese stagniert, sobald eine gewisse Anzahl an Fischen erreicht ist. Dazu habe ich 4 Beispiele (falls gewünscht).
Die Arten, die ich halte, die vermehren sich auch nur, wenn alles notwendige passt.

Wenn ich ein Pärchen Betta tussyae in 25l halte, hat jeder Fisch 12,5l brutto für sich. Packe ich 10 Guppys in 54l, hat jeder Fisch 5,4l brutto. Über das eine regen sich viele Leute auf, das andere passt aber.

Edit: Die Endgrösse eines Fisches hat mit der benötigten Beckengrösse NICHTS zu tun. So gibt es unheimlich kleine Fischarten, von wenigen Zentimetern Grösse, die grössere Becken brauchen. Und es gibt grössere Fische, die aber auch mit kleineren Becken gut zurechtkommen (siehe Betta channoides oder albimarginata).

Gruss
Sascha

Geändert von Duras (27.09.2015 um 10:38 Uhr)
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Alt 27.09.2015, 11:12   #2
Apteronotus
 
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Standard

Hi Sachsa!

Bin genau deiner Meinung. Was die meisten Bettas betrifft sowieso. Halte selbst die klassischen Splendens in Einzelhaltung in 25-30l Becken.
Man sollte natürlich unterscheiden zwischen und Standardmaßen und den Cubes.
Auch wenn ich eine Betta in einem 30er Cube halte, so finde ich es tatsächlich nicht optimal. Aber hauptsächlich wegen der Höhe. 5cm niedriger wären besser.
Was in so einem Cube aber auf jeden Fall geht sind z.B. Ringelhechtline (Epiplatys annulatus). Habe vor 3Jahren mit einem Männchen und 2Weibchen in so einem Cube angefangen. Nur jetzt, wo ich aufgrund des Nachwuchses 11 Tiere habe, ziehen sie demnächst in meinen 50l scaper's tank. Wo wir schon dabei sind, der 35l scapers tank bietet eine enorm große Grundfläche im Verhältnis (50er) sowieso, das in diesem auch sehr schön Rasboras-Arten zu halten sind!
Ich sehe auch kein Problem mit einem Endler-Guppy und 2Weibchen in 25l, Wenn man weiß, was mit dem Nachwuchs zu tun ist. Oder eben 3-4 Männer. Aber da wird man ja auch gesteinigt, wenn man eine solche Haltung vorschlägt.

Grüssle Flo
Apteronotus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.09.2015, 11:22   #3
Katrin17
 
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Hallo Sascha,
Ich habe auch die Meinung vertreten, dass Fische in so kleinen Becken nix zu suchen haben. Du hast dich hier schon so oft rechtfertigen müssen, dass ich es mittlerweile auch fast auswendig weiß du hast viel Erfahrung mit deinen Fischen und gute Gründe genannt, ich danke dir. Man lernt nie aus.
Grüße Katrin
Katrin17 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.09.2015, 12:57   #4
Schneckinger
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Mahlzeit,

grundsätzlich möchte ich unbedingt anmerken:

Die ganzen Regeln Liter/cm Fisch oder Beckelänge/cm Fisch sind allgemein kaum sinnvoll nutzbar. Dazu sind die Tausenden von Arten einfach zu verschieden.

-Es gibt recht kleine Fische, die zum artgerechten Ausleben ihres Verhaltens sehr viel Platz brauchen (typisches Beispiel z.B. Sumatrabarben oder selbst kleinere Schmerlen). Andere größere Fische kommen mit viel weniger Platz aus, da sie buchstäblich "faul" sind.

-Ein Fisch aus schnell strömenden Gewässern wird (meist) mehr Platz brauchen, als ein vergleichbar großer aus winzigen, fast austrocknenden Resttümpeln/Pfützen.

-Schwarm/Gruppenfische brauchen im Allgemeinen mehr Platz als ein "Solitär".

-Es gibt aggressive Revierverteidiger und friedlichste Vertreter der "Peace man"-Fraktion ;-)

Deshalb hilft in meinen Augen nur eins:
Sich VOR Anschaffung der Tiere intensiv zu informieren. Und zwar nicht nur beim Händler oder einer einzigen Netzdatenbank, sondern aus möglichst vielen verschiedenen Quellen. Im Zeitalter von Internet und gut ausgestatteten Fachbuchregalen des Zoohandels und tollen Bibliotheken, sollte das eigentlich kein Problem sein. Nicht zuletzt ist der örtliche Aquarienverein mit seinen (meist) erfahrenen Aquarianern fast immer ein guter Ort für Erfahrungsaustausch.

Bevor ich mich an eine -für mich!- neue Fischart heran"wage" recherchiere ich meist Wochen bis Monate. Vor der Anschaffung.

Wenn ein erfahrener und langjährig erfolgreicher Halter und Züchter von recht speziellen Fischen (Gute Beispiele z.B. Sascha und seine Wildbettas, Ferrika und Grundeln, Heikow und Corys) sein Wissen "preisgibt" ist das allerdings in meinen Augen so ziemlich der Goldstandard. Erst recht, wenn die Angaben sich durch weitere Recherchen in guten Quellen bestätigen lassen.

Deshalb:
Grundsätzlich tendiere ich bei den meisten Fischen fast immer zu den größtmöglichen Beckenabmessungen (siehe mein Geschreibsel über Skalare und Mollys). es gibt aber einige spezielle Arten die man auch langfristig und absolut artgerecht in kleinen(kleinsten) Becken halten und sogar züchten kann. Allerdings sind das dann wirklich häufig (wenn auch nicht immer) Fische für den Spezialisten und Gesellschaftsbecken sind auf so engem Raum seltenst möglich.

Sorry, wieder zu lang geworden. Aber das Thema ist mir einfach sehr wichtig und Standardberechnungsformeln haben beim Besatz in der Aquaristik in meinen Augen einfach nichts zu suchen. Und wer einen Schneckingerbeitrag sieht, weiß ja im Normalfall, dass er etwas länger lesen muß ;-)

Tschüß,
Schneckinger
Schneckinger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.09.2015, 17:32   #5
Thommy_Fisch
 
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Zitat:
Und wer einen Schneckingerbeitrag sieht, weiß ja im Normalfall, dass er etwas länger lesen muß
Joa, naja, definiere "länger"...

Jedenfalls haben mir hier die Beiträge von erfahrenen Aquarianern schon viel gebracht. Danke an dieser Stelle einfach mal.
Thommy_Fisch ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 27.09.2015, 18:52   #6
thefreak
 
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Hallo Sascha

Prinzipiell gebe ich Dir und anderen Recht, das auch kleine Becken für Fische geeignet sind.
Wir haben hier im Haushalt mit einem 60 Liter angefangen, was aber mehr Pflege und Zuwendung nötig hatte.
Bei größeren Becken bin ich mehr dabei, da mir das persönlich gefällt.
Hoffe mal, das das hier eine vernünftige Diskussion gibt?

Wenn ich mir einen Kampffisch zulegen würde, dann wahrscheinlich auch nur in einem relativ kleinen Becken. Auch wenn es etwas mehr Aufwand bedeuten würde.
Und wenn man sich VORHER über einen Fisch und seine Bedingungen kundig macht, dann sollte das kein Problem sein.

Viele Grüße
Jürgen
thefreak ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.09.2015, 20:30   #7
Duras
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Beiträge: n/a
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Hi,

Soviel mehr Aufwand ist das garnicht. Bei den Betta splendens würde ich schon auf recht gute Wasserhygiene achten, allein schon wegen den empfindlichen Flossen. Bei den Wildformen handhabe ich das ganz anders. Da gibt es keine Wasserhygiene. Ich kippe nur destilliertes Wasser nach und fertig. Dafür mache ich die Aquarien inzwischen aber einmal im Jahr neu. Das ist so aber kein Problem. Der Bodengrund besteht aus einer 1cm dicken Quarzsandschicht und die Bepflanzung ist nur ins Aquarium "gelegt". Bei Anubias und Javafarn kein Problem.
Allgemein habe ich aber das Gefühl, dass weniger Wasserwechsel den Fischen am besten gefällt. Bei zuviel Wasserwechsel lassen sie bei der Vermehrung nach.

Gruss
Sascha
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Alt 27.09.2015, 22:42   #8
friedel 60
 
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Hallo ich habe in meiner aktiven Zeit schon Badis Badis in 30 Liter Becken gezüchtet.
Und muß gestehen Kampfisch keine Hochzuchten in 20 Liter Sauerkraut Eimer .
Mfg friedel
friedel 60 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.09.2015, 11:45   #9
Duras
Gast
 
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Hi,

Also aus eigener Erfahrung kann ich z.B. bei Betta channoides sagen, dass sich die Fische in 25l, 45l, 54l und 112l nicht anders verhalten haben. In allen Becken haben sie sich gleich verhalten. Selbst in 25l haben sie eine Grösse von 5cm erreicht. Der Unterschied zwischen 25 und 112l war, dass in 25l nur der erste Wurf durchgekommen ist, wogegen in 112l auch der zweite Wurf durchkam. Das liegt daran, dass kleinere Geschwister von den grösseren gefressen werden.
Bei 112l pendelte sich die Menge an Fischen bei 25-30 Stück ein. Danach kam kein Nachwuchs mehr durch. Verpaarungen gab es aber weiterhin.

Ein weiterer Beispiel:
Betta tussyae haben sich bei mir in 7,5l (25x20x15cm) vermehrt. Allerdings hatte das Weibchen Flossenschäden nach der Paarung, weil der Platz zum Ausweichen einfach nicht reicht. Zum Ansetzen geht das aber. Aber 30x20x20 sollte es hier minimum sein, wobei ich für eine dauerhafte Haltung 40x25x25cm bevorzuge. Zumindest gabs in solchen Becken keine Flossenschäden mehr.
In grösseren Becken haben die Fische bei mir immer wieder mal die Flossen geklemmt und waren nicht sehr gut gefärbt. Meiner Meinung nach ist hier ein zu grosses Becken eher nachteilig.

Gruss
Sascha
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Alt 28.09.2015, 13:17   #10
GuppyFadenfisch
 
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Moin
Ich sehe eine ,,Mindestgrösse'' des Becken immer etwas kritisch.
Wenn ich Nun 30 Perlhuhn Bärblinge in 60l halte würde (ein Fisch hätte 2l)
Oder 10 in 30 (ein Fisch hat 3l)
Welcher Fisch fühlt sich wohler?
Die Frage kann kein Gesetz (Mensch) beantworten.
Da wir die Tiere nicht Fragen können was ihnen besser gefällt,ob sie in ein Großes Becken mit Gesellschaft oder in einem kleinen unter sich.
Wenn ein Fisch sich optimal (Ja optimal nicht Natürlich,da Sich nach meiner Meinnung in der Natur nur die wenigsten Fische sich optimal entwickelt)entwickel.
Lg
GuppyFadenfisch ist offline   Mit Zitat antworten
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