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Alt 07.10.2015, 10:24   #1
Duras
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Standard Was hemmt die Vermehrung von Fischen

Hi,

Ich habe jetzt einige Beobachtungen gemacht. Das ganze beruht auf eine Beobachtung von Horst Linke, Hans Wissmüller und Co. Diese haben auf dem letzten Vereinstreffen vom Fundort der Betta macrostoma berichtet, bei denen ein gewisse Silikatwert gemessen wurde.
Im heimischen Aquarium wurde ein recht hoher silikatwert gemessen. Gerade Hans hatte bei 4 von seinen 5 Pärchen B. macrostoma Probleme mit der Fortpflanzung. Der Silikatwert im Becken war sehr hoch. Viel höher, als am Fundort gemessen. Das Problem war, dass auch durch einen Wasserwechsel der Silikatwert nicht gedrückt wird. Auch nicht alle Osmoseanlagen filtern Silikat heraus. Arbeitet man dagegen mit destilliertem Wasser, sieht das anders aus.
Gut, in wie weit der Silikatwert eine Rolle spielt, war für mich erstmal nicht wichtig, denn Betta macrostoma steht nicht auf meiner Liste. Die Idee, dass im Wasser etwas sein könnte, bzw. sich etwas ansammelt, was die Vermehrung hemmt, das konnte ich mir allerdings schon vorstellen. Wie komme ich dadrauf?

Zuerst:
Ich mache kaum Wasserwechsel. Verdunstetes Wasser kippe ich mit destilliertem Wasser nach. Wenn ich Wasserwechsel mache, dann ca. 20% und das alle 3-4 Monate.

Vor einigen Jahren hatte ich Betta smaragdina und mahachaiensis. Ein Pärchen dieser Fische paarte sich genau zweimal in einem 54l Becken, stellten dann aber die Vermehrung ein. Sobald ich die Jungfische wieder entfernt hatte, ging es auch weiter mit der Vermehrung. Da gab es keine Auffälligkeiten.
Letztes Jahr bekam ich Betta persephone, tussyae und uberis. Die sind alle in frisch aufgestellte Aquarien gewandert. Das Wasser bestand zu 80% (bzw. 95% bei den B. persephone) aus destilliertem Wasser, welches zuvor durch eine Torfkanone gelaufen ist. Der Rest war Leitungswasser. Es dauerte nur wenige Tage, bis sich ALLE Fische gepaart hatten. Nach wenigen Wochen hatte ich von allen Nachwuchs.
Ich habe den Nachwuchs mit den Elterntieren aufgezogen. Jetzt im Juni bis August habe ich sämtlichen Nachwuchs abgegeben und eigentlich hätte es mit der Vermehrung weitergehen sollen. Aber da ging nichts mehr. Ich hatte bis dahin die Vermutung, dass die Vermehrung wegen der hohen Anzahl an Fischen im Aquarium eingestellt wurde, so wie bei Betta mahachaiensis und smaragdina.
Ich habe mir im Juni von Horst ein Pärchen Betta siamorientalis mitgenommen, die sich schon einen Tag später gepaart haben. Die haben sich bis September einmal alle 10 Tage gepaart (allerdings immer wieder die Larven gefressen). Aber auf einen Schlag war Schluss. Also die anzahl an Fischen war hier nicht der Grund.

Daraufhin habe ich mich mit Heiko B. (in der Wildbettaszene bekannt) unterhalten. Es ist schon komisch, dass die Nachzuchten klappen, wenn die Fische frisch einziehen, danach aber nichts mehr recht vorwärts geht. Nun habe ich mich drangesetzt und habe einige meiner Becken neu aufgesetzt. Die Betta siamorientalis sind umgezogen und haben sich noch am selben Tag gepaart. Jetzt schwimmen kleine Larven herum.
Auch die Betta tussyae sind umgezogen. Aber da erwarte ich noch nicht viel, da das Pärchen noch recht jung ist. Aber ich bin gespannt, ob ich so langsam wenigstens Schaumnester zu Gesicht bekomme, denn nichtmal die wurden gebaut.
Danach sind die Betta persephone dran. Auch da bin ich gespannt, ob sich dann wieder etwas tut.

Ich möchte hier nicht behaupten, dass es einen Stoff gibt, der die Vermehrung hemmt oder die Paarung stoppt. Aber irgendwo ist ja der Wurm drin. Es gibt aber auch noch eine andere Vermutung meinerseits: Ich habe viel Laub, Erlenzapfen und auch Torfboden im Aquarium. Nach einem Jahr vergammelt da recht viel, was den Fischen nicht viel ausmacht. Die zeigen sich in den schönsten Farben. Aber eventuell hemmt auch das die Vermehrung. Auch wenn die Fische in der Natur viel Huminstoffe im Wasser haben und auch dort einiges weggammelt, so gibt es aber auch dort eine Regenzeit, die etliches frisches Wasser in die Pfützen bringt. Das könnte durchaus die Zeit sein, bei der es unheimlich viel Nahrung gibt und die Fische die Vermehrung anfangen. Vielleicht wurde die Vermehrung auch durch die grosse Menge an frischem Wasser angeregt.
Bei einigen Arten regt viel Frischwasser ja nachweislich die Vermehrung an. Eine endgültige Erklärung erwarte ich nicht. Es werden auch nicht viele solche Beobachtungen machen, da ja im Normalfall die Wasserwechsel nicht so vernachlässigt werden, wie bei mir. Aber vielleicht eine Diskussion wert.

Übrigens bin ich mittlerweile soweit, dass ich nur noch zweimal im Jahr Wasserwechsel mache und dann zu 100%. Bin gespannt, ob ich das an der Vermehrung bemerkbar macht.

Gruss
Sascha
 
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Alt 07.10.2015, 19:11   #2
Ferrika
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Moin Sascha,

Du solltest Dir mal ein Leitwertmeßgerät zulegen. Das würde Dir so einiges erklären.

Wenn Du immer nur verdunstetes Wasser auffüllst und dabei dann auch noch eine übergroße Anzahl an Jungtieren im Becken hast, bauen sich die Schadstoffe (Nitrat, Phosphat etc.) exponentiell auf.
1. hemmen diese Stoffe das Wachstum der Jungfische. Die könnten sehr viel schneller und kräftiger wachsen, wenn Du denen regelmässig Frischwasser gönnen würdest.
2. hemmen diese Stoffe den Fortpflanzungstrieb und die Reifung von Eiern.

Wenn man an etwas nicht sparen sollte, dann an frischem Wasser. Allerdings sollte man sich dann aber auch vorher umhören, ob andere Aquarianer im Umkreis Probleme mit dem Leitungswasser haben. Blaualgen, nicht wachsende Stengelpflanzen, ein zu hoher pH-Wert aus der Letung sind Indizien für Polyphosphate. Da nutzt dann auch kein Wasserwechsel.

Übrigens finde ich es interessant, dass so viele Leute den Silikaten den schwarzen Peter zuschieben wollen. Die sind nicht das Problem. Das Problem sind Phosphate. Und die misst nie jemand :-)
 
Alt 08.10.2015, 05:11   #3
Duras
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Hi,

Da bin ich anderer Meinung. Ich kippe destilliertes Wasser nach. Und wenn ich die GH messe, so habe ich einen Wert von 0-1. Das heisst, der Leitwert ist extrem niedrig.

Ich habe auch keinerlei Probleme mit dem Wachstum meiner Jungfische. Ich habe auch kein Problem damit, dass aus den Eiern nichts wird. Es kommt nichtmal zur Paarung.
Einige Bettaarten müssen Monate mit stinkenden Dreckbrühen auskommen. Ich habe einen Bekannten, der in Thailand Betta imbellis gefangen hat und das in einer Pfütze, die so dermassen bestialisch gestunken hat, dass er eigentlich nicht gedacht hätte dort erfolgreich zu sein. Das war fast nur schwarzer Schlamm mit minimal Wasser.

Was Silikat angeht:
Horst Linke hatte den eigentlich nur aus Spass am Fundort gemessen. Kaum Zuhause wieder angekommen, wurde dieser, ebenfalls aus Spass, im Aquarium gemessen. Da Hans Wissmüller bei 4 von seinen 5 Pärchen Betta macrostoma Probleme mit der Vermehrung hatte, hat er einfach mal den Silikatwert runtergeschraubt. Und siehe da, alle 5 Pärchen haben wieder angefangen sich zu paaren. In diesem Fall mag Silikat eventuell etwas damit zu tun gehabt zu haben. Nur sag ich ja, andere haben auch mit einem höheren Wert, als er im Biotop vorkommt, erfolg gehabt. Dieser Wert mag hier und da eine Rolle spielen, aber nicht immer.

Es ist im Grunde so, dass viele Dinge eine Rolle spielen. Fakt ist, dass es auf alle Fälle etwas gibt, was auf die Dauer die Vermehrung stoppt.

Noch etwas zum Sparen von Wasserwechsel:
Ich spare nicht an Wasserwechsel, weil ich mir Arbeit oder Geld ersparen will, sondern weil ich damit bessere Erfolge habe. Betta channoides z.B. haben bei mir jedesmal die Eier gefressen, sobald ich grössere Wasserwechsel gemacht habe. Nachdem ich kaum noch Wasser gewechselt habe, wurde auch ausgetragen.
Ich sehe Nitrat und Phosphat auch nicht als Schadstoff. Wenn man sich mal Altwasserbecken anschaut, dann steigt Nitrat dort auch nur bis zu einem bestimmten Punkt und bleibt dann konstant. Der Wert dürfte dann irgendwo bei 60-90 mg/l liegen, was für Fische nicht schädlich ist. Und wie gesagt, den Wachstum stört so ein Wert auch nicht. Das kann ich anhand von Betta channoides, albimarginata, smaragdina, mahachaiensis, tussyae, persephone, uberis und dennisyongi sagen. Alle Fische haben ihre Endgrösse erreicht, auch völlig ohne Wasserwechsel und in passender Zeit.

Gruss
Sascha
 
Alt 08.10.2015, 09:24   #4
radlhans
 
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Hallo,

ich kann zwar zum Thema mangels Wissen und Erfahrung direkt nichs beitragen, möchte jedoch eines hinterfragen:
Zitat:
Und wenn ich die GH messe, so habe ich einen Wert von 0-1. Das heisst, der Leitwert ist extrem niedrig.
Diesem Rückschluss würde ich widersprechen. (bitte um Korrektur,falls ich falsch liege):
Der Leitwert ist die Summer aller gelösten Salze im Wasser. Er wird also nicht nur durch die GH (Erdalkalimetall-Ionen) bestimmt, sondern auch durch z.B. Nitrat.
Wenn du, wie du sagst, schätzungsweise 60-90 mg/l Nitrat im Becken hast, dürfte dein Leitwert relativ hoch sein.

Zum Thema Altwasser:
da wird versucht, die Reduktion zum Laufen zu bringen (sprich: die Rückwandlung von Nitraten zu Stickstoff). Das reduziert/verbraucht dann das Nitrat. Ob dessen Gehalt bei funktionierender Reduktion dann auf einem so hohen Niveau (60-90 mg/l) bleibt? Keine Ahnung!
Ist aber wohl ganz und gar nicht einfach, dahin zu kommen. Und außerdem ein sehr langer Weg. Könnte bei deinen so lange laufenden Becken schon der Fall sein.

Grüße,
Gerd
radlhans ist offline  
Alt 08.10.2015, 10:19   #5
Duras
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Hi,

Ich beziehe mich, was den Nitratwert angeht, auf Gerd Kassebeer, der in seinen Altwasserbecken eben nur eine gewisse Menge gemessen hat, die sich dann irgendwo eingependelt hat.
Da ich aber zu 95% mit destilliertem Wasser arbeite, dass eine nicht messbare GH hat (liegt unter 1), mag der Nitratwert in meinen Becken sehr gering sein. Die GH steigt auch nicht mit der Zeit an oder zumindest nicht in einem messbaren Bereich (mit Tröpfchentest). Ob und wieviel Nitrat im Becken ist, habe ich nicht gemessen, weil es mich nicht interessiert und auch nicht daran schuld ist, dass es zu keiner Verpaarung mehr kommt. Verpaarungen sollten auch bei einem hohen Nitrat noch vorkommen.
Gut, natürlich lässt sich der Leitwert nicht allein durch die GH errechnen (oder zumindest nicht zu 100%), ist aber hier auch nicht wichtig, denn die GH ist für mich wichtig, nicht der Leitwert. Salze dürften sich in meinen Becken (Schwarzwasser) sowieso nicht viel befinden.

Ich habe dieses Problem mit der Vermehrung in altem Wasser ja auch nicht bei allen Fischarten. Betta channoides haben sich in Wasser vermehrt, dass ich seid 5 Jahren nicht gross gewechselt habe (ausser die erwähnten 20% alle 3-4 Monate). Auch Betta mahachaiensis und smaragdina zeigten keinerlei Probleme in altem Wasser.
Die Probleme habe ich bei den kleinen Laubkampffischen und auch bei Betta siamorientalis

Gruss
Sascha
 
Alt 08.10.2015, 11:16   #6
Schneckinger
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Hallo Sascha,

nur mal eine theoretische Überlegung. Praktische Erfahrung habe ich ja mit Wildbettas nicht ;-)

Nach Deiner Beschreibung tritt das Problem mit der (ohne Wasserwechsel) nach einigen Monaten eingestellten Vermehrung speziell bei den kleinen Laubkampffischen auf. Also bei den Tieren, die in der Natur unter den extremsten Bedingungen leben. In winzigsten Tümpeln (teilweise fast nur noch nassem Laub).

Dort sollte der Lebenszyklus in der Natur dann doch ungefähr so ablaufen:

-Regenzeit:
Relativ viel Wasser, Platz und Nahrung. Die Tiere hauen sich den Bauch voll, kommen in Zuchtkondition und beginnen sich fleißig zu vermehren.
-Nach der Regenzeit beginnen die Gewässer langsam zu schrumpfen. Die Tiere vermehren sich so lange, wie es Platz, Nahrungsangebot, Populationsdichte und Wasserwerte zulassen.
-Irgendwann schrumpft das Biotop so weit, dass eine Vermehrung nicht mehr "sinnvoll" ist. Die Tiere schalten den Stoffwechsel auf Sparflamme, bis die Verhältnisse wieder besser werden. Mit der nächsten Regenzeit beginnt dieser Zyklus von Neuem.

Jetzt gehe ich mal von zwei Regenzeiten im natürlichen Habitat (SO-Asien) aus: Frühjahrs- und Herbstmonsun. Der jeweils nur wenige Wochen, im Extremfall sogar nur Tage dauert, aber sehr heftig ist.
Dann bekommen die Fische in der Natur 2x im Jahr einen heftigen "Wasserwechsel". Danach schrumpft und versumpft der Lebensraum 4-6 Monate lang.

An Diesen Lebensraum und vor allem Lebensrhythmus haben diese Tiere sich über sehr lange Zeiträume angepasst.

Und wie verhalten sie sich jetzt bei Dir im Aquarium?

Eingesetzt in ein (relativ) frisches, artgerecht eingerichtetes Aquarium beginnen sie sich munter zu paaren und vermehren sich auch fleissig und erfolgreich. Nach einigen Monaten bis einem halben Jahr (ohne Wasserwechsel) kommt Balz und Vermehrung nach und nach zum Erliegen. Es geht den Fischen zwar offensichtlich weiter gut, aber sie verlieren jede Lust am Sex ;-)
Aber durch einen EIMALIGEN größeren Wasserwechsel (evt. zusätzlich mit einer Senkung der Populationsdichte durch Entfernen der Jungfische) lässt sich diese Blockade aber wieder lösen. Für ein weiteres halbes Jahr (ungefähr) ist wieder alles in Ordnung.

Die Parallelen erscheinen mir offensichtlich:
Dei Tiere haben sich langfristig an einen (ungefähren) Halbjahresrhythmus angepasst. Nach ca. 6 Monaten stellen sie die Vermehrung ein, weil diese in der Natur schlicht nicht mehr möglich sein würde. Vielleicht brauchen sie diese Ruhephase sogar mittlerweile zwingend, um ihren Stoffwechsel zu regenerieren. Mit dem einmaligen großen Wasserwechsel "simulierst" Du dann die Regenzeit und der Zyklus beginnt wieder von neuem.

Permanente, häufige Wechsel mit Frischwasser dagegen, tun den Fischen dagegen anscheinend eher nicht gut. Vermutlich bringen diese ihre innere Uhr, die auf Regenzeit/Trockenzeit ausgerichtet ist, durcheinander. Eine Regenzeit alle 7 Tage kennen sie halt aus ihrem natürlichen Lenbensraum nicht ;-)

Eine Bestätigung für meine "Theorie" wäre es,

-wenn der Vermehrungsstop vorwiegend bei Arten auftritt, die in der Natur in Restwasserbiotopen ohne permanenten Zufluß vorkommen. Mit dem typischen Halbjahresrhythmus von Regenzeit und nachfolgender langsamer (Fast-, Teil) Austrocknung.

-wenn Bettaarten aus Biotopen mit (weitgehend) permanenten Wasserzufluß sich munter dauerhaft vermehren. Ohne Halbjahresperiodik. In einem ununterbrochen, wenn auch langsam fließendem Fluß, Bach oder einem See mit Zu- und Abfluss schwankt der Wasserstand zwar auch rhythmisch, aber nie so extrem, wie in einem isoliertem Kleingewässer, dass nur durch Monsunregenfälle "aufgefüllt" wird.

So das war jetzt meine Idee zu Deinem Vermehrungs"Problem". Lacht mich bitte aus (unnd nehmt meine "Theorie" auseinander), wenn ich mir völligen Quatsch zusammengesponnen habe, aber zumindest auf den ersten Blick empfinde ich die dargestellte These als logisch.

Danke fürs Lesen meines mal wieder schneckingertypisch "etwas" längeren Textes ;-)

Tschüß,
Schneckinger
Schneckinger ist offline  
Alt 08.10.2015, 12:01   #7
Duras
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Hi,

@Schneckinger

Genau das ist mir auch im Kopf rumgeschwirrt. So ganz ausschliessen mag ich das nicht. Das könnte auch etwas mit der Regenzeit zu tun haben.

Ausnahme scheint hier wirklich Betta siamorientalis zu sein. Die paaren sich auch wieder, wenn ich die Fische nur umsetze. Heisst, anderes Aquarium, trotzdem altes Wasser. Aber das scheint sowieso bei denen anders abzulaufen, wie bei den Laubkampffischen. Betta siamorientalis gehört ja zum Splendens-Formenkreis, die Laubkampffische zum Coccina-Formenkreis. Die Betta smaragdina und mahachaiensis gehören zum Splendens-Formenkreis. Und bei denen läuft es ja auch anders, als bei den Laubkampffischen.
Die Sache mit der Regenzeit dürfte da wohl schon eine Rolle spielen.

Gruss
Sascha
 
Alt 08.10.2015, 12:28   #8
radlhans
 
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Zitat:
Ich beziehe mich, was den Nitratwert angeht, auf Gerd Kassebeer
Sorry - nicht richtig gelesen
radlhans ist offline  
Alt 08.10.2015, 14:19   #9
merlins
 
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Hallo Sascha,

ich dachte ich wäre eine große Null in Chemie, aber was du da über GH, LF, Nitrat und & erzählst, tröstet mich ein bisschen.
Schau mal bitte nochmal nach, was die GH und was die LF misst. Wenn ich die Qualität meiner Regentonne halbwegs überprüfen will, dann kann ich das mit dem LW-Messgerät eher und besser machen, als mit dem GH-test, der mir nichts anzeigen würde. Auch Wasser mit GH 0 oder 1 kann stark verunreinigt sein und gerade die Verunreinigungen interessieren mich mehr als die GH.

Nitrat

Habe vor mir ein ausführliches Buch, welches auch von Veterinären und Biologen denutzt wird.
Da wird klar und genau erklärt, wie erhöhte Nitratwerte die Biologie der Fische beeinflussen und schädigen.
Egal was in der Aquaristik behauptet wird, Nitrat ist bei weitem nicht so harmlos und unbedenklich, wie man´s gerne glauben will.
Es gibt leider nicht ausreichend Studien über akute Toxizität (also Dauer von 24-96 Stunden) und kaum welche über chronische Toxizität (in Aquarien treten meistens gerade die chronischen Fälle ein), damit man bei jeder einzelnen Fischart behaupten kann, soundsoviel mg/l Nitrat sind gar kein Thema.
Nitrat wurde bis jetzt nur bei Arten, die wirtschaftlich relevant sind, näher recherchiert.
Man weiß aber bereits, dass die Auswirkungen von Nitratvergiftungen je nach Konzentration des (Nitrat-)Giftes, aber auch je nach Fischart, Dauer, WW, Alter der Fische, allgemeiner gesundheitlicher Zustand, usw. sehr unterschiedlich sind.
Theoretisch und ganz allgemein galten(gelten leider immer noch) 50 mg/l als unbedenklich, jedoch je mehr man forscht, desto weniger mg/l bleiben von den 50 übrig.
In den USA ist der max. erlaubte Wert im Trinkwasser 10 mg/l. Sie spinnen, die Amis, oder?
Es hat Versuche gegeben, laut denen einige Fische wie Sonnenbarsche, Guppies und Gabelwelse kurzzeitig extrem hohe Werte von 200 to 2,000 mg NO3-N/l, ohne augenblicklich umzukippen vertragen haben. Ob und wie sich das langzeitig auswirkt, hat man jedoch nicht mehr weiter untersucht.
Eier und Larven von Regenbogenforellen und Cutthroat Forellen dagegen, werden nachweislich bereits bei 1.1 – 7.6 mg NO3-N/l nach 30 Tagen geschädigt und getötet. Das wusste man schon vor Jahrzehnen, in gewissen Kreisen.
Du nimmst also nur an, Nitrat wäre kein Thema für Bettas, wissen tust du es aber nicht und ausschliessen kannst du es schon mal gar nicht.
Ich würde mich sogar aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass in den betreffenden Lebensräumen solche erhöhte Nitratwerte NICHT vorkommen.

Mineralien

Mineralien sind ein weiteres Thema, wenn man 12/12 Monate im Jahr nur Osmosewasser in einem Glas! nachfüllt, kein Vergleich also zur Natur, wo es einen Bodengrund unter dem Laub gibt und wo während der Regenzeit Wasser die auch andere Bodengründe durchspült hat, die Pfützen durchfluten.
Die ganz genauen Auswirkungen von sämtlichen Mineralienmängel sind nicht mal beim Menschen in ihrer gesamten Komplexität ausreichend bekannt.
Zitat E.J. Noga schon wieder "It is important to note that minerals in the water can make significant contributions to a fish’s dietary requirements.
The availability and biological activity of aqueous minerals are highly dependent on the composition and properties of the chemical soup in which the fish swim. The presence of certain minerals influences the activity of others, all of which are influenced by temperature, pH, etc."

Ca, Mg, K, I, Se, Zn, Fe und sogar Cu sind lebenswichtig und der Mangel an solchen kann langfristig zu allen möglichen Problemen führen, unterschiedlich von Art zu Art.

Silikate

Interessanter Weise konnte ich im ganzen Buch nichts über Silikate und deren negativen Auswirkungen auf Fische finden. Warum wohl, wenn ansonsten die Auswirkung von Dutzenden anderer Stoffe schön ausführlich beschrieben wird?

Es wäre übrigens nicht das erste Mal, dass die Bettaszene Geheimtipps bietet. Vor dem Silikat gab´s lange Zeit das Gerücht, B. channoides würden stark erhöhten Eisengehalt zwingend brauchen und die Fruchtbarkeit würde damit zusammenhängen. Jetzt soll allerdings ein neuer Stamm entdeckt sein, der das nicht mehr sooo braucht. Du müsstest mehr darüber wissen.

Zu deinen Beobachtungen:

Ich mache wöchentlich WW und nicht zu knapp in allen Becken.
Auch bei mir paaren sich fast alle Fische (nicht nur Bettas, aber auch Bettas) sofort, wenn sie in einem neuen Aquarium umgesetzt werden. Selbst frisch gekaufte Jungfische überraschen mich bis heute noch, wie eilig sie es haben, sich im neuen Heim zu vermehren.
Unterschied: bei mir hören sie mit dem Laichen auch nicht mehr so leicht auf.
Gerade weil ich versucht habe, einige meiner liebestollen Fische vom vielen Laichen abzuhalten, durfte ich feststellen, dass z.Bsp. B. siamorientalis und B. splendens sich auch bei über 40 cm Wasserstand, leichter Strömung und bereits ab 21-22 Grad verdammt munter weiter paaren und Jufi hochkommen.
Tatsächlich machen die Fische eine Pause, wenn erst als ausreichend viele Jufi im Becken mit dabei sind, aber auch nur bis die Jufi weg sind und endlich wieder etwas mehr Ruhe einkehrt. Mich hat´s nie gewundert, denn in dem Chaos würde mir auch jede Lust vergehen.

Bis vor geraumer Zeit dachte ich, ich hätte Betta imbellis (Nord Vietnam) gehalten. Seitdem die B. siamorientalis-Art validiert wurde, scheint es ich hätte letztere gehalten.
Ob du es glaubst oder nicht, ich habe die B. siamorientalis vor 2-3 J hauptsächlich deswegen aufgegeben, weil sie sich wie die Irren gepaart haben - selbst im Gesellschaftsbecken und nicht nur im Artbecken!- und es sehr schwer und nervig war, den NW in meiner Gegend los zu werden.

Frage: wozu brauchen die B. siamorientalis Osmosewasser und Torf? Nur weil es Bettas sind und man in gewissen Kreisen "keine Fische für die Masse (0815 Aquarianer) züchten will"? Meine haben es bei PH 7,2-7,4 und KH 8-10 super getan und der wöchentliche WW hat ihnen ganz offensichtlich nie geschadet - wenn man jetzt von kleinen Laichexcessen und Jufi-schwemmen absieht.

Bei den extremen "Weicheiern" unter den Wildbettas stelle ich mir die Frage, allerdings ohne dabei ausreichend eigene Erfahrung und Gewissheit zu haben, inwiefern sie tatsächlich die extremen Werte brauchen und vor allem ob ihnen eine ganzjährige Haltung bei den Extremwerten gut tut.

Hatte vor ein paar Jahren, von einem Hobbyzüchter, der weder mit IGL noch mit Internet und Foren je was zu tun hatte, 1 Pärchen Betta strohi gekauft.
Laut Bettaszene heißt es: Betta strohi KH 0-3° und pH 4,5-5,5.
Der Hobbyzüchter hatte mir damals versichert, dass er die B. strohi in stinknormalem LW, mit nur einem kl. Säckchen Torf nachgezogen hat. Weil ich von Natur aus recht ungläubig bin, habe ich bei der Abholung sogar mein LW-messgerät mitgehabt und habe selbst den Wert in den beiden Becken, in denen Dutzende B. strohi schwammen, gemessen: nur etwas unter 400 µS!
1 Jahr lang ging es den B. strohi auch bei mir super im LW mit regelmäßigen und großzügigen WW, bei etwas über 400 µS. Sie waren nie krank, zeigten schön Farbe, haben sich öfter gepaart, es ist aber kein NW hochgekommen. Sie waren aber auch nicht alleine im Becken.
Wenn meine B. strohi frühzeitig gestorben sind, dann nur weil ich sagenhaft dämlich war und es geschafft habe, sie zum Suizid zu treiben, als ich sie umgesetzt habe, um es "endlich richtig" zu machen und dabei auch noch weitere dumme blöde Fehler gemacht habe.

Soll das ein Plädoyer sein, alle Bettas in LW zu schmeissen? Ganz bestimmt und definitiv NICHT!
Es beweist nicht mehr und nicht weniger, dass sie auch weit außerhalb der festgepinnten Bedingungen gar nicht mal so schlecht zurechtkommen. Es wäre natürlich noch viel interessanter gewesen, ob und wie sich die abweichenden Haltungsbedingungen auf ihre Lebensdauer ausgewirkt hätte, nur leider war ich viel zu dumm, kann mich gar nicht genug ohrfeigen.
Es wäre sicherlich nicht verkehrt, wenn man sich ein paar Gedanken darüber machen würde, was die Fische wirklich brauchen und nicht was man meint sie würden brauchen. Weich und sauer OK, aber wirklich dauerhaft, oder wären mal auch andere, höhere Werte vorteilhafter, damit sie z.Bsp. Mangelstoffe "nachtanken"?


@Schneckinger

Die Theorie gefällt mir, klingt sehr plausibel. Den Haken den ich finden konnte, erzähle ich aber in einem anderen Beitrag.

MfG
Dana
merlins ist offline  
Alt 08.10.2015, 16:37   #10
Duras
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Hi,

Wen interessiert die GH und wen interessiert der Leitwert? Wie hoch soll der bei destilliertem Wasser sein? Und welche Verunreinigung misst ein Leitwertmessgerät?
Ob der Leitwert bei 2000 oder bei 30 liegt, das sagt doch rein garnichts über die Wasserqualität aus. Ein Leitwertmessgerät misst doch nur die Leitfähigkeit des Wasser, die gelösten Salze und keine Verunreinigungen.

Der Leitwert mag ja hier und da auch auf die Fische wirken. Aber dennoch paaren sich Fische, auch bei einem zu hohen Leitwert. Dann wird nur nichts aus den Eiern. Hier geht es darum, dass es nichtmal mehr zu einer Paarung kommt.
Der Nitratwert interessiert mich garnicht. Warum? Weil meine Fische ihr Alter erreichen. Mag ja sein, dass bei Fischen, die 10 Jahre in einem zu hohen Nitrat leben müssen, da auch irgendwelche Schäden auftreten. In dem Bereich, in dem ich Aquaristik betreibe, da stört Nitrat in einer Höhe von 50mg/l garnicht. Das hat es nicht bei Zwergbuntbarschen, nicht bei Killifischen, nicht bei Neons, Guppys und Co und auch nicht bei Bettawildformen aus dem Splendens-Formenkreis. Denn in dieser Höhe kommt es bei mir aus der Leitung. Ob es bei den Laubkampffischen schädlich ist, weiss ich nicht. Ich benutze destilliertes Wasser, weil ich einen PH von 4 bis höchstens 5 brauche und das klappt besser damit. Ausserdem messe ich den Wert nicht mehr, weil es unsinnig ist (für mich zumindest).

Ich schrieb auch bereits, dass ich keinerlei Probleme mit den Fischen selber habe. Die zeigen Farbe und sind auch sonst Fit. sie besetzen auch Reviere und verteidigen diese. Die Männchen bauen nur keine Schaumnester mehr.
Bei Betta siamorientalis sind es nicht die Wasserwerte. Zumindets nicht die typischen, wie GH, KH oder PH, die das Männchen kein Schaumest bauen lassen. Eeventuell Huminstoffe, die in einem Becken extrem hoch gewesen sein dürften, im anderen eher niedrig waren. Aber auch nur Theorie.

Was die extremen Wasserwerte angeht:
Ja, die brauchen die zum Leben. Durchgehend. Wenn man Betta persephone bei einem PH von 7 hält, werden sie nicht alt. Sie klemmen Flossen und erkranken schnell. Die MÜSSEN bei einem Ph von höchstens 6 gehalten werden. Wobei man da aber Probleme mit der Vermehrung haben kann. Eines meiner Männchen lebt jetzt seid 2 Jahren in einem Wasser mit einem PH von 5 oder niedriger. Das scheint soweit kein Problem zu sein.
Die Betta siamorientalis leben bei mir in einem Wasser mit einem PH von 6,5. Warum? Weil das Wasser nunmal so ist und ich keinen bock habe daran rumzufuschen. Das geht genauso, wie bei einem PH von 7. Allerdings wüsste ich auch nicht was daran schlimm sein soll, wenn man sie bei einem PH von 5,5 hält. Dieser Wert kommt ja auch im Biotop der B. siamorientalis vor.

Was die Wasserwerte allgemein angeht, so gibt es schon grosse Unterschiede. Ich habe Betta channoides in Leitungswasser gezüchtet. PH und GH lagen bei 7, KH bei 6. Andere schaffen das nicht. Ich hatte dagegen mit Betta albimarginata in Leitungswasser Probleme. Die haben sich zwar gepaart, aber die eier wurden nach dem 2., spätestens am 3. Tag geschluckt. Sobald der PH unter 7 war (6,5 hat hier gereicht), haben die Männchen wieder ausgetragen. Das konnte ich damit sogar steuern. Andere hatten bei Betta albimarginata aber auch mit einem PH von 7,5 Erfolg.

Bei den kleinen Laubkampffischen halte ich mich an die Angaben der Fundorte, weil ich damit keine Probleme habe. Zumindest ist das besser für die Vermehrung. Betta uberis und tussyae lassen sich zwar auch mit einem PH von 7 halten, aber nicht vermehren. Betta persephone und miniopinna lassen sich bei PH 7 nichtmal halten.

Gruss
Sascha
 
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