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Alt 05.12.2015, 20:00   #21
Schneckinger
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Hi Frank,

bei diesem Zitat bezieht sich aber der Tierschutzbund zur Begründung seiner Rechtsauffassung auf das deutsche Tierschutzgesetz. Und dieses bezieht sich nun mal ausschließlich auf Wirbeltiere.

Wenn Du einen lebenden Regenwurm im Herbarium presst oder einer lebenden Fliege die Flügel aussreisst, macht Dich das in meinen Augen zwar hochgradig unsympathisch Strafrechtlich relevant ist es nicht. Es sei denn Du beschäftigst Dich mit Tieren die unter Artenschutz stehen.

Wenn Du eine lebende Auster isst, ist das zwar nicht jedermans Sache (ich mag es nicht), rein rechtlich/juristisch spricht nichts dagegen. Wenn Du dagegen einen Fisch lebend verspeist (in unseren Breiten ja eher unüblich) machst Du Dich strafbar.

Einen riesigen Hummer darfst Du lebend in den Kochtopf schmeissen. Einen Fisch dagegen nicht.

Regenwurm, Schnecke oder Muschel dürfen lebend als Köder an den Angelhaken. Fische nicht. Nachbars Lumpi (der die ganze Nacht kläfft) auch nicht

....

Tschüß,
Schneckinger
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Alt 05.12.2015, 20:32   #22
Schneewitchen
 
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Vielen Dank für die Aufklärung.

Versuche das Thema LeFu immer etwas zu verdrängen, da ich leider Gottes zu den Menschen gehöre die selbst gegenüber nem Wasserfloh Empathie empfinden... Aber ich möchte meinen Fischen das Leben so naturgetreu wie möglich gestalten - von daher, Augen zu und durch.

Zumindest mach ich mich nicht strafbar
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Alt 05.12.2015, 20:46   #23
Champsochromis
 
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Hi Schneckinger

ich lese in Paragraf 1 meiner "hessischen" Ausgabe des Tierschutzgesetzes nur

"Niemand darf einem Tier ohne vernünftigem Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen"

da steht kein einziges Wort das das Tierschutzgesetz nur für die Wirbeltiere gültig ist. (weiter unten sind bei den Hinweisen zu Tierversuchen auch Kopffüßler (Kraken, Tintenfische) aufgeführt die nun wirklich keine Wirbeltiere sind)
Die ersten Erwähnungen hauptsächlich zu Wirbeltieren steht ab Paragraf 4 "Töten von Tieren"
Champsochromis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.12.2015, 23:57   #24
Dennis Furmanek
 
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Hallo,

Zitat:
Das gesamte deutsche Tierschutzgesetz [...] betrifft nur WIRBELtiere
Nein, Wirbeltiere sind nur besonders geschützt. Es fallen grundsätzlich alle Tiere unter den Schutzbereich des TschG.
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Alt 06.12.2015, 02:54   #25
NebelGeîst
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Zitat:
Dritter Abschnitt
Töten von Tieren


§ 4


(1) Ein Wirbeltier darf nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung) in einem Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Ist die Tötung eines Wirbeltieres ohne Betäubung im Rahmen weidgerechter Ausübung der Jagd oder auf Grund anderer Rechtsvorschriften zulässig oder erfolgt sie im Rahmen zulässiger Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen, so darf die Tötung nur vorgenommen werden, wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen. Ein Wirbeltier töten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat.
http://www.gesetze-im-internet.de/ti...012770972.html

Das Lebendverfüttert stellt eine Tötung dar, auch wenn das Haustier im Grunde die Arbeit übernimmt. Hier ist dieses Haustier aber als Werkzeug zu sehen. Ich gehe ja auch nicht her und schneide einem Lamm die Kehle auf um anschließend anzugeben, nicht ich wäre es gewesen, sondern die Klinge.
Lebendverfütterung stellt ein vermeidbares Leid dar. Und hier geht es explizit um Wirbeltiere.
Auch wenn unter Abs 1 das Tier allgemein aufgeführt ist.
Es gibt abseits vom eigentlichen Gesetzestext noch einges mehr dazu. Man muss es nur auch suchen wollen.
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Alt 06.12.2015, 03:08   #26
Dennis Furmanek
 
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Hallo,

Zitat:
Man muss es nur auch suchen wollen.
Dann kannst du sicherlich auch aktuelle Fachliteratur dafür als Beleg statt nichteinschlägiger Rechtsnormen heranziehen. Ich habe nämlich gesucht bzw. mich mit dem Thema ausgiebig befasst. Und da sieht die Sachlage doch etwas anders aus.
Dennis Furmanek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2015, 12:19   #27
Danilight
 
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Zitat:
Zitat von Dennis Furmanek Beitrag anzeigen
Hallo,



Dann kannst du sicherlich auch aktuelle Fachliteratur dafür als Beleg statt nichteinschlägiger Rechtsnormen heranziehen. Ich habe nämlich gesucht bzw. mich mit dem Thema ausgiebig befasst. Und da sieht die Sachlage doch etwas anders aus.
Hallo,

wie sieht denn die Sachlage aus?
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Alt 07.12.2015, 13:22   #28
Susanne2015
 
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Oh man, oh man...es reicht.
Die Sachlage sieht so aus, das hier wohl jemand den Beruf verfehlt hat...
Juristik studieren wäre besser gewesen.

Danke: (1)
Susanne2015 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2015, 17:57   #29
Dennis Furmanek
 
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Hallo,

die Sachlage sieht so aus, dass grundsätzlich ein widerstreitendes Verhältnis von §1 Satz 1 Tierschutzgesetz (TschG)

Zitat:
Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.
und §2 Abs. 2 TschG

Zitat:
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, [...] muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen [...] ernähren
vorliegt.

Hier steht also das Rechtsgut des Futtertiers, auf Unversehrtheit im Widerstreit mit dem Rechtsgut des gefütterten Tiers, auf artgemäße Ernährung.

Dabei gibt es zwei Positionen: eine Konservative, welche Lebendverfütterung (insb. von Wirbeltieren) nur dann als nicht tierschutzwidrig einstuft, wenn das gefütterte Tier keine toten Futtertiere annimmt. Hier wird die artgemäße Ernährung auf die Versorgung mit Nährstoffen reduziert.

Die progressive Position legt den Begriff der artgemäßen Ernährung so aus, dass hierzu über die bloße Versorgung mit Nahrung hinaus auch der Beutefang und die sensorischen Stimuli lebender Beute zählen (enviromental enrichment).
Dennis Furmanek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2015, 19:11   #30
jope06
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Hallo,

Zitat:
Hier steht also das Rechtsgut des Futtertiers, auf Unversehrtheit im Widerstreit mit dem Rechtsgut des gefütterten Tiers, auf artgemäße Ernährung.

Dabei gibt es zwei Positionen: eine Konservative, welche Lebendverfütterung (insb. von Wirbeltieren) nur dann als nicht tierschutzwidrig einstuft, wenn das gefütterte Tier keine toten Futtertiere annimmt. Hier wird die artgemäße Ernährung auf die Versorgung mit Nährstoffen reduziert.

Die progressive Position legt den Begriff der artgemäßen Ernährung so aus, dass hierzu über die bloße Versorgung mit Nahrung hinaus auch der Beutefang und die sensorischen Stimuli lebender Beute zählen (enviromental enrichment).
Stellen wir uns das vor. Zur Raubtierfütterung im Zoo wird ein lebendes Kalb den Löwen vorgesetzt.
Lieber Dennis,
ich denke, dass dies auch den meisten progressiven? Stimulierern zu weit gehen würde.
Und die allermeisten unserer Zierfische brauchen keine Stimuli durch lebende Wirbeltiere.

gruß jo
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