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Alt 25.08.2019, 14:57   #1
seahawk21
 
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Hallo,
Ich habe heute beim Baden ziemlich viele Schnecken im See gesehen. Denke es sind Spitzschlammschnecken.
Kann man die einsammeln und als Futterschnecken fürs AQ verwenden? Oder ist das Risiko von Krankheiten zu hoch?
Ich würde sie lebend mitnehmen und dann noch einige Zeit in ein kleines Becken setzen bevor ich sie verfütter.
Ist es überhaupt erlaubt die Tiere aus dem See zu entfernen?
Freue mich sehr über eure Hilfe?

Mit freundlichen Grüßen
William
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Alt 25.08.2019, 15:03   #2
dumdi65
 
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Standard

Hi William.

Ob es erlaubt ist weiß ich nicht, denke aber eher nicht.

Macht es Sinn? Da man nicht weiß was man sich da alles einschleppen kann wohl eher auch nicht. Wobei ich da weniger an Krankheiten als an Schädlinge wie Planarien denke.

Danke: (1)
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Alt 25.08.2019, 16:33   #3
Volker1986
 
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Mahlzeit,

würde ich unter dem Gesichtspunkt von Schädlingen die in Schneckenhäusern sitzen auf jeden Fall lassen.

Das steht in keinerlei Verhältnis zum Nutzen.

Gruß

Volker

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Alt 25.08.2019, 16:46   #4
Otocinclus2
 
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Hallo William,


ich möchte eher davon abraten, Schnecken aus der freien Natur ins Aquarium zu setzen. Du riskierst damit tatsächlich, dass du dir damit auch den ein oder anderen ungebetenen Gast mit reinholst.

Schnecken sind leider dafür prädestiniert, Parasiten zu übertragen. Schau mal hier:
http://www.weichtiere.at/Schnecken/i...asitismus.html

Aber neben den von Balu schon angesprochenen Planarien und den im vorstehenden Link erwähnten Egeln können Schnecken als Zwischenwirte auch noch andere fiese Gäste mitbringen, nämlich Würmer der Gattung Diplostomum, die dann die Augen der Fische befallen und zerstören, so dass die Fische auf dem jeweils befallenen Augen völlig erblinden können.

Schau mal hier:
https://www.jbl.de/de/online-hospital/pict_diag_groups
(runterscrollen bis Cercarien, Schwarzfeckenkrankheit)

Zitat:
"Eine Wurmart (Diplostomum) lebt in der Augenlinse und Augenflüssigkeit, wo er zu Trübungen und Erblindung führen kann. Wegen des komplizierten Wirtswechsels (der Fisch ist nur Zwischenwirt und Fische fressende Vögel oder Säugetiere sind die Endwirte) können diese Würmer ihre Lebenszyklen meist nicht zu Ende führen und sich daher nicht ausbreiten. Sie werden daher auch oft nur bei frisch importierten oder freilebenden Fischen beobachtet. Das Einschleppen dieser Saugwürmer ist nur über Schnecken möglich. Insbesondere Schnecken aus fischbesetzten Freilandgewässern bergen die Gefahr des Eintrages dieser Saugwürmer in das Aquarium."

oder (auf Englisch) hier:
https://fishpathogens.net/pathogen/d...mum-spathaceum

Nun mag man ja glauben, dass es sehr unwahrscheinlich ist, aber ich selbst hatte vor etlichen Jahren mal einen solchen Fall. Ich hatte mnir aus dem Gartenteich eines Freundes Spitzschlammschnecken "ausgeliehen" und in ein relativ stark veralgtes Becken gesetzt. Die Schnecken haben dann auch tatsächlich unter den Algen richtig aufgeräumt. Nach einiger Zeit (wie lang genau, weiß ich nicht mehr -ist zu lange her) bemerkte ich bei einem Barsch, dass die Linse seines linkes Auges offenbar zerstört war - sie war nicht mehr kreisrund, sondern völlig unregelmäßig und insgesamt auch deutlich kleiner. Am Verhalten des Barsches konnte man auch sehen, dass er auf diesem Auge auch nichts mehr sehen konnte.
Nach einiger Recherche kam ich dann auf die Ursache.


Gruß
Otocinclus2

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Alt 25.08.2019, 18:12   #5
seahawk21
 
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Danke erstmal für eure Meinungen.
Ich verstehe durchaus eure Bedenken und habe ja selbst auch welche.
Sinn würde es meiner Meinung nach schon machen, da Lebendfutter eine gute Abwechslung für die Fische ist und ich leider schlecht an Lebendfutter komme und das dann meistens auch nicht verbrauche, bevor es schlecht ist. Zudem kostet das ja doch einiges an Geld. Genauso könnte man ja auch nach dem Sinn des Tümpelns fragen und nicht wenige sehen darin mehr Vor- als Nachteile, obwohl man sich ja dabei auch Parasiten, etc. holen kann.
Vor Planarien, Egeln, Hydra habe ich nicht allzu große Angst, da sie meinen Fischen ja nicht schaden würden. Das mit den Würmern ist da schon eher bedenklich. Allerdings hatte ich nicht unbedingt vor die Schnecken einfach aus dem See ins AQ zu schmeißen. Es besteht ja die Möglichkeit das Fleisch vom Gehäuse zu trennen und gründlich zu reinigen, eventuell auch zu kochen oder einzufrieren, um somit weitere Parasiten und Krankheitserreger abzutöten. Klingt nach viel Aufwand, aber daran sollte es nicht scheitern.


Mit freundlichen Grüßen
William
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Alt 25.08.2019, 18:38   #6
Otocinclus2
 
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Zitat:
Zitat von seahawk21 Beitrag anzeigen

Es besteht ja die Möglichkeit das Fleisch vom Gehäuse zu trennen und gründlich zu reinigen, eventuell auch zu kochen oder einzufrieren, um somit weitere Parasiten und Krankheitserreger abzutöten.
Hallo William,


"gründlich reinigen" wird nicht viel bringen - wie willst du das auch machen? Mit der Wurzelbürste abschrubben?

Einfrieren muss auch nicht unbedingt ausreichen. Manche Parasiten sind da erstaunlich (über-)lebenstüchtig und können locker einige Minusgrade aushalten, bevor sie abhimmeln.

Kochen wird sicherlich alle Parasiten abtöten. Aber damit zerstörst du auch den typischen Vorteil von Lebendfutter, nämlich vor allem den Erhalt der Vitamine und sonstigen Vitalstoffe, die im Trockenfutter meist nicht enthalten sind.

Geh lieber auf Nummer Sicher!
Ich würde jedenfalls nicht gern ein Auge verlieren, nur weil ich was Verkehrtes gegessen habe. Und deinen Fischen wird es vielleicht auch nicht unbedingt gefallen, um eine Brustflosse eine gelbe Binde mit drei schwarzen Punkten tragen zu müssen...


Gruß
Otocinclus2
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Alt 25.08.2019, 18:59   #7
carpenoctemtom
 
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Zitat:
Ich würde jedenfalls nicht gern ein Auge verlieren, nur weil ich was Verkehrtes gegessen habe.
Was gibts bei Dir denn zu essen, Oto???


Aber ich würde auch keine Schnecken von Draußen als Futter holen. Da liegt kein Nutzen drin. Dann lieber ein Blasenschneckenbecken (siehe den Flüchtlingsthread)...
Tom
carpenoctemtom ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2019, 20:25   #8
Volker1986
 
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Hier gab's mal einen der Eigelb an seine Fische verfüttern wollte.

Im Grunde ist das Verfüttern von Fleisch wild gefanger Schnecken so ähnlich; man möchte das unbedingt und übersteht dabei nahe liegende, viel risikoärmere Alternativen. Wie die von Tom vorgeschlagene...

Leider erfuhren wir nie, wie das mit dem Eigelb geklappt hat. Aber ich glaub ich weiß es auch so...

Geändert von Volker1986 (25.08.2019 um 20:28 Uhr)
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Alt 25.08.2019, 20:44   #9
Otocinclus2
 
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Zitat:
Zitat von carpenoctemtom Beitrag anzeigen
Was gibts bei Dir denn zu essen, Oto???
Hallo Tom,


was meine Ernährungsgewohnheiten betrifft, habe ich kaum Bedenken, mir irgendeinen "Alien" einfangen zu können. Was nicht zuletzt daran liegt, dass ich außer Mettbrötchen kaum Ungegartes esse.

Liebhaber von Austern müssen da wohl schon etwas vorsichtiger sein. Denn wer gern wirklich frische Austern genießen will, muss sich darüber im Klaren sein, dass er da ein lebendes Tier zwischen seinen Zähnen zermalmt!

Und wie es nun mal bei roher Meereskost ( sei es Sushi oder Austern) so ist: Man kann über den unvergleichlichen Genuss hinaus noch mehr gewinnen, wie man z.B. hier nachlesen kann:

http://www.austern.com/gesundheit.html

Zitat:
"Trotzdem kann nicht völlig ausgeschlossen werden, daß Austern (wie jegliche andere rohe Meereskost auch) schädliche Parasiten und/oder Bakterien enthalten könnten. Beispielsweise gelten die Vorkommen der Bakterie Vibrio vulnificus während der wärmeren Monate April bis Oktober in den Meeresgewässern des Golfs von Mexiko als besonders hoch.

Durch den rohen Austernverzehr verursacht die Bakterie im Süden der USA jährlich den Tod von ca. zehn Menschen (überwiegend in den Monaten Mai bis Oktober)."

Da mag es dem ein oder anderen etwas angenehmer erscheinen, auf einem Auge zu erblinden, als gleich ganz abzuhimmeln.

Klingt das einigermaßen plausibel?

Ja?

Vorsicht!

Was ich hier schreibe, stammt nicht von mir! Nein!Der Errreger in meinem Kopf diktiert mir, was ich hier in die Tasten zu hämmerrrn habe! Click the image to open in full size.

Der Diktator heißt Taxoplasmose, und versteckt sich mit Vorliebe u.a. auch in Mettbrötchen.

Und ich bin nicht der Einzige. Nein! Wir sind schon Viele! Jeder Zweite!

http://www.weltderwunder.de/artikel/...eren-charakter

Zitat:

"Toxoplasmose – hinter diesem Namen verbirgt sich eine der häufigsten parasitären Infektionskrankheiten der Welt. Auch fast jeder zweite Deutsche ist damit infiziert."

Ha! Ihr habt es bis jetzt nicht gemerkt? Kein Wunder!
Zitat:
"Unbemerkt – die Ansteckung verläuft in der Regel ohne schwerwiegende äußere Symptome – dringt der Parasit in den menschlichen Körper ein, setzt im Gehirn fest und verbleibt dort ein Leben lang. Was er dort tut, ist unklar.
Gut. Unklar.

Das Problem haben wir ja alle hier. Wir melden uns in irgendwelchen Foren an (weil der Parasit ja mitteilungsbdürftig ist) und posten mehr oder weniger regemässig Beiträge mit nicht selten fragwürdigem Inhalt...


Gruß
Otocinclus2
Otocinclus2 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2019, 20:59   #10
Otocinclus2
 
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Zitat:
Zitat von Volker1986 Beitrag anzeigen
Hier gab's mal einen der Eigelb an seine Fische verfüttern wollte.
Hallo Volker,

Die Sache mit dem Eigelb ist eine uralte Geschichte.

Heutzutage haben wir ja Dank (uneigennütziger ) Unterstützung der Aquaristikfirmen keine Probleme, für Jungfische das passende Aufzuchtfutter parat zu haben. Das war nicht immer so.
Und damals war es eben ein probates (wenn auch heikles) Mittel, den Jungfischen zerriebenes hart gekochtes Eigelb anzubieten. Heikel war es deshalb, weil schon geringe Überdosierungen nicht selten das Aufzuchtbecken zum "Kippen" brachten und damit...den Rest kann man sich denken.


Gruß
Otocinclus2

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