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Alt 06.12.2017, 14:03   #1
Schneckinger
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Standard Schnecken im Aquarium: Sanfte Schönheiten, der Fotothread

Hi Schneckenfans und solche die es (vielleicht) werden wollen!

Immer wieder werden Schnecken im Aquarium als hässliche und schädliche Schleimer abgetan, die es so effektiv wie möglich zu bekämpfen gilt.

Das ich da anderer Meinung bin, dürfte den meisten ja schon aufgefallen sein In meinen Augen sind sehr viele Schneckenarten
-optisch hoch ansprechend
-für die Aquarienökologie äusserst wertvoll
-verhaltensmässig interessant
-einfach cool.

Und da habe ich beschlossen in unserem (relativ) jungen Fototforum mal einen Schnecken-Werbethread zu starten.

Gedacht ist das ganze so:
Jeder (wirklich JEDER) darf hier schöne Fotos seiner Schnecken einstellen. Der Schwerpunkt in diesem Thread soll eindeutig auf den Bildern liegen. Dennoch sollte jeder Schneckenpost (vor allem, wenn die betreffende Art das erste Mal in diesem Thread auftaucht) ein paar Mindestinformationen enthalten:

-Name der Schneckenart. Möglichst Deutsch und wissenschaftlich. Eines von beiden mindestens.
-Übliche Endgröße
-Hauptansprüche an die Wasserwerte (Temperatur, PH, Gh, Kh)
-Fütterungsansprüche
-Pflanzenverträglichkeit
-Vermehrungsart.
Kontrollierbarkeit der Population, Gefahr der Massenvermehrung
Wurde die Schneckenart bereits einmal ausführlich vorgestellt und Ihr wollt nur besonders schöne Bilder Eurer speziellen Exemplare vorstellen, ist natürlich keine ganz so ausführliche Beschreibung mehr nötig. Aber vielleicht habt Ihr in diesem Fall ja noch ein paar Ergänzungen, die Euch wichtig sind.

Wenn mal ein, zwei Punkte fehlen, ist das selbstverständlich sowieso kein Beinbruch.
Die Beschreibungen sollen ja in erster Linie dazu dienen auch dem letzten Schneckioten unsere tollen Tiere näher zu bringen

Also viel Spaß im schleimigsten Thread des ganzen Forums

Tschüß,
Schneckinger

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Alt 06.12.2017, 14:45   #2
Schneewitchen
 
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Hallo!

Dann möchte ich direkt mal eine Schneckenart vorstellen.

Blasenschnecken (Physa sp.)

- wird bis zu 1cm groß
- keine besonderen Ansprüche an die Wasserwerte (bekommen bei zu weichem Wasser allerdings Gehäuseschäden)
- Ernährung über alles was so an Resten im Aquarium anfällt, zufüttern in der Regel nicht notwendig
- Gesunde Pflanzen werden nicht gefressen
- Blasenschnecken sind Zwitter und vermehren sich über Laichgelege. Zur Plage werden sie nur bei zu gutem Nahrungsangebot.

Click the image to open in full size.

Blasenschnecken tauchen oft ohne das man sie gewollt ins Aquarium einsetzt auf, durch z.B. neue Pflanzen.
Sie sind keinesfalls als Plage zu sehen, vielmehr als nützliche kleine Helferlein, die Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile, Fischkadaver etc beseitigen und somit zu einem stabil laufendem Aquarium beitragen.

Edit vom Schneckinger:
Mit Andreas freundlicher Erlaubnis ergänze ich drei Makroaufnahmen von Blasenschnecken, die ich heute geschossen habe. Ich finde die Bilder zeigen sehr schön das typische "Leopardenmuster", das vor allem junge Blasenschnecken häufig tragen ;-)

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Ein typisches Verhalten von Blasenschnecken und anderen eher kleinen Schnecken: Kopfüber an der Wasseroberfläche hängen und Kahmhäute abweiden.
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Geändert von Schneckinger (07.12.2017 um 22:50 Uhr)
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Alt 07.12.2017, 07:45   #3
Schneckinger
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Guten Morgen,

Danke Schneewitchen. Genauso so habe ich mir das vorgestellt! Andreas vorbildlicher Blasenschneckenpost soll jetzt aber bitte niemanden daran hindern weitere schöne Blasenschneckenbilder zu posten. Die "Schreibarbeit" hat sie ja schon perfekt erledigt ;-)

So, jetzt fange ich auch mal an, und zwar gleich mit meinem absoluten Liebling der

Apfelschnecke (Pomacea brigdesii/diffusa)

Diese Tiere sind eigentlich die ideale Aquarienschnecke

-farbenfroh
-(fast) immer aktiv
-sehr anpassungsfähig was die Wasserwerte angeht. Das Wasser sollte nur nicht extrem weich oder stark sauer sein
-aktiv in einem Temperaturbereich von 18-28°C. Ideal dürften Temperaturen knapp über 20°C sein
-absolut pflanzenfreundlich. P.brigdesii KANN die meisten lebenden Pflanzen schlicht nicht fressen, da Ihre Raspelzunge (Radula) einfach zu weich ist.
-diese Schnecke ist getrenntgeschlechtlich. Zur Fortpflanzung braucht man also beide Geschlechter.
-es werden große, hart verkalkte Eierpakete oberhalb der Wasseroberfläche gelegt. Die Zucht ist sehr einfach, aber durch die Art der Gelege auch jederzeit "einzubremsen".

Einziger "Nachteil":
Die Verbreitung dieser tollen Tiere ist leider aufgrund einer EU-Verordnung verboten. Ob dies auch die Haltung ohne Weitergabe betrifft, ist umstritten (versuche ich gerade durch eine Reihe von Mails an diverse Ämter abzuklären).

Und jetzt das Wichtigste in diesem Thread, Die Bilder:


Adulte weiße AS in voller Pracht:
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Und das Gleiche in rosa. So lange und enspannte Fühler (jeder länger als der ganze Körper) haben die AS nur, wenn es keine zupfenden Fische im Becken gibt.
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Ein Zwerg in Dunkellila. So klein, und schon Kinderarbeiter im Transportgewerbe ;-)
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Grün und Blau in geschwisterlicher Eintracht. Und schon wieder mit Mitfahrer!
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Und sowas ergibt sich, wenn alle sich auf eine einzige Futtertablette stürzen wollen: AS in blau, hellbraun, rosa, gelb und weiß + ein paar vorwitzige Posthornschneckenbabys + die allgegenwärtigen roten Krabbler ;-)
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2 AS nahe der Wasseroberfläche. Oder sind es doch 4 ;-)
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Und das war es erst einmal.

Tschüß,
Schneckinger

P.S.
Apfelschneckenbecken sollten immer abgedeckt sein. Sie machen bei Eiablage und Futtersuche gerne mal Ausfflüge oberhalb der Wasseroberfläche. Und da kommt es schnell einmal zu abstürzen. Zwischen Scheibe und Wasseroberfläche muß aber ein gewisser Luftraum bleiben, da diese Schnecken auf die Atmung atmosphärischer Luft angewiesen sind.


Geändert von Schneckinger (05.02.2018 um 20:42 Uhr)
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Alt 07.12.2017, 14:40   #4
Öhrchen
 
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Hallo,

ich ergänze gleich mal mit einer etwas exotischeren Schneckenart

Und zwar mit den Tylomelania sp. Yellow Mini, umgangssprachlich meist "Mini-Tylo" genannt, oder "gelbe Zwergperlhuhnschnecke".

Click the image to open in full size.
Der Fuß ist unterschiedlich gefärbt, von ganz gelb bis, wie hier, schwarz getigert.

Diese Schnecke stammt von der Insel Sulawesi, und dort aus dem Poso-See. Das Wasser in diesem See ist warm, leicht alkalisch, und eher weich.
Ganz ähnliche Bedingungen herrschen im Matano-See, ebenfalls auf Sulawesi, aus dem die Kardinalsgarnelen/Caridina dennerli stammen. Daher lassen sich die beiden Arten gut in einem "Sulawesibecken" zusammen halten.
Die Minitylos sind nicht zu verwechseln mit den großen Tylomelania wie z.B der orangenen Felsenschnecke (Tylomelania sp. orange). Minitylos bleiben wesentlich kleiner! Auch fressen sie keine Pflanzen an, was man ihren großen Verwandten zum Teil nachsagt. Aufgrund der geringen Endgröße ist auch die Haltung in Nanobecken möglich.

Jetzt nochmal offiziell:
Name: Tylomelania sp. Mini Yellow
Endgröße: 3,5 cm
Wasserwerte: warm! 26° - 30°; pH 7 - 8, GH 7 KH 5 bzw. Leitwert von ca. 250 - 300 µS
Fütterungsansprüche: Algenaufwuchs, überbrühtes oder getrocknetes Gemüse, Garnelenfutter
Pflanzenverträglichkeit: Die Minis gehen allgemein nicht an Pflanzen, bzw können diesen nichts anhaben
Vermehrungsart:
Getrenntgeschlechtlich, lebendgebärend, einzelne Jungtiere. Sie vermehren sich unter geeigneten Bedingungen gut, aber aufgrund der Vermehrungsart so langsam, daß es nicht akut zu einer Überbevölkerung kommen wird. Davon abgesehen sind sie auch gefragt, es ist also kein Problem, überzählige Jungtiere abzugeben.

Noch ein paar Worte aus eigener Haltungserfahrung:
Es sind, obwohl sie sich vermehren, die meisten Minitylos in den Shops Wildfänge. Das bedingt unterschiedliche "Qualitäten", birgt die Gefahr von Parasitenbefall, und schränkt die Verfügbarkeit ein. Meine erste Gruppe Minitylos war insgesamt sehr unfit und starb nach und nach aus. Der zweite Schwung dagegen schneckte von Anfang an lebhaft herum, und sie vermehren sich auch sehr gut. Vom Verhalten her ähneln sie Turmdeckelschnecken, allerdings sind sie nicht so viel im Bodengrund anzutreffen (wühlen aber auch). Auffällig ist eine gewisse Ungeschicklichkeit - sie stürzen relativ oft ab, wenn sie an der Scheibe hochklettern Das Wasser verlassen sie nur ganz selten, wenn es an der Wasserlinie etwas Leckeres zum Abweiden gibt. Sie können also auch in offenen Becken gehalten werden.
Ich halte sie in einem Sulawesibecken, ob sie wie ihre großen Vettern auch in einem weniger spezialisierten Aquarium zurechtkommen würden (passende Temperatur vorausgesehtzt), kann ich leider nicht sagen.

Click the image to open in full size.
Hier mal eine ganze Familie bei Scheibe putzen


Geändert von Öhrchen (07.12.2017 um 16:02 Uhr)
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Alt 07.12.2017, 15:50   #5
Schneckinger
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Mahlzeit:

Und gleich noch einer.
Jetzt geht es um die "großen, bösen Schwestern" von p.brigdesii. Nämlich

Pomacea canaliculata und P. haustrum

-Lebens weise und -Form dieser Schnecken sind sehr ähnlich wie die von P.brigdesi.
-Allerdings werden sie wesentlich größer (P.brigdesi max. tischtennisballgroß, P.Canaliculata u. P.haustrum bis knapp tennisballgroß).
-und sie sind alles andere als pflanzenfreundlich. Sie fressen buchstäblich ALLE Pflanzen mit Ausnahme der amerikanischen Wasserpest. Die schreddern sie nur und spucken sie dann wieder aus ;-)
-Selbst andere (deckellose) Schneckenarten und (besonders dumme) Garnelen werden nicht verschont.
-Diese beiden Arten sind noch anpassungsfähiger als P.brigdesi. Nur extrem weiches und saures Wasser macht wieder Probleme.
-Aktiv sind sie bei Temperaturen von 16-30°C. Vorübergehend überstehen sie auch noch deutlich kühlere Verhältnisse.
-von diesen Arten gibt es nicht so viele Farbzuchten. Die natürliche Farbe ist ein braunes-olivfarbenes Gehäuse mit einem schwarzen Fuß dazu. Nur sehr selten wurden weiße oder gelbe Exemplare angeboten.
-Diese beiden Arten sind der Grund für die EU-Verbote aller Pomacea-Arten.
-Faszinierende Tiere. Aber nur etwas für Spezialisten, die bereit sind für diese Schnecken auf sämtliche Pflanzen zu verzichten.
-P.canaliculata und p.haustrum sind selbst für Spezialisten nur sehr schwer zu unterscheiden. Am Besten lassen sich dazu die Gelege heranziehen: P.canaliculata setzt leuchtend himbeerote Gelege ab. P.haustrum blaßgrüne. Die von P.brigdesii dagegen sind eher weiß bis blassrosa/beige.

Subadulte P.canaliculata mit Maßstab
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Junge P.canaliculata
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Bunte Apfelschneckenmischung. Die ganz große in der Mitte P.canaliculata. der Rest P.brigdesii
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Gelege von P.brigdesii an Abdeckscheibe. Die der großen Schwestern sehen genauso aus. Sind nur größer und anders gefärbt. Siehe oben.
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Gelege von p.brigdesi an Seitenscheibe
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Weitere Apfeleien werden folgen ;-)
Tschüß,
Schneckinger

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Alt 07.12.2017, 16:05   #6
Birka
 
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Zitat:
Zitat von Schneckinger
Ein Zwerg in Dunkellila. So klein, und schon Kinderarbeiter im Transportgewerbe ;-)
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Tschüß,
Schneckinger



ansonsten natürlich alles interessant, sehr schöne Fotos .
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Alt 07.12.2017, 16:11   #7
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@Stefanie, hallo

sind einfach nur wunderschöne und interessante Schneckchen, diese Mini Tylos !

Aber sie haben auch eine ganze Menge Ansprüche , um so gut wie bei dir zu gedeihen.

Keine Schneckenart für "jedermann "
Birka ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2017, 16:19   #8
Birka
 
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Zitat:
Zitat von Schneckinger Beitrag anzeigen


Jetzt geht es um die "großen, bösen Schwestern" von p.brigdesii. Nämlich

Pomacea canaliculata und P. haustrum


Schneckinger
also, die sind mir eher unsympatisch !

Zu groß, fressen alle Pflanzen weg - nee, nee - nicht meine Schneckenart .
Im Gegensatz zu den kleineren," braven "Schwestern -
ich hatte sie viele Jahre, haben immer Spaß gemacht.
( hab sie verschenkt, weil eben diese Unklarheiten bezüglich der Haltung und Weitergabe existieren.
Und ihnen ständig ihr - teilweise sehr kreativ "verstecktes " Gelege klauen mochte ich auch nicht. )
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Alt 07.12.2017, 20:30   #9
Ruthchen
 
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Hallo

Da unser Schneckinger schon über die Königin der Aquarien (Apfelschnecken) geschrieben hat, muss ich mir wohl etwas anderes suchen.
Da dachte ich mir, ich nehme eine Schnecke die 99% der Menschen NICHT kennen.

Semisulcospira gottschei ( koreanische Turmdeckelschnecken )

Sie ist eine unbekannte und sehr seltene Schönheit, in Korea wird sie jedoch als Delikatesse verspeist, was ich sehr schade finde.
Man kann sie in keinem Laden kaufen, kein Internetshop verkauft sie und nur durch Zufall bin ich an diese Schnecke gekommen.
Größe : bis zu 3 cm
Geschlecht : getrennt geschlechtlich
Aussehen : ein braunes Haus , der Fuß ist schwarz mit weißem Muster oder Punkte. Die Unterseite des Fußes ist schneeweiß.
Alter : unbekannt, aber man vermutet das sie auf jeden Fall 5 Jahre alt werden kann ( oder älter ).
Wasserwerke : von 20 bis 28 grad ist die Rede, genaueres gibt es leider nicht.
PH : sollte nicht unter 6,5 gehen, besser ist 7
Gh : ab 10 sonst wird sie weißlich, besser ist mittelbare bis hartes Wasser.



Ich habe 10 dieser wunderschönen Schnecken besessen, Weibchen wie auch Männchen. Man sagt Ihnen nach dass sie nur im Frühjahr ihre Jungen ( lebendgebährend ) zur Welt bringen. Diese Jungen sind so winzig klein, man sieht sie kaum und braucht eine Lupe um zu erkennen dass es Schnecken sind.
Die Jungen wachsen sehr langsam, meine haben in 4 Monaten gerade die 2 mm geschafft.

Sie gehen nicht an Pflanzen, fressen was da ist. Aber über Gemüse haben sie sich immer sehr gefreut .Diese friedliche Schnecke sieht der genoppten Turmdeckelschnecken sehr ähnlich aber bei genauem hinsehen ist sie ganz anderes, vor allem ihr Schwarz- weißer Fuß.
Sie gräbt sich auch nicht so stark in den Boden ein, sondern fühlt nur in der obersten Schickt nach Futter. Aber selten sieht man sie kopfüber im Sand schlafen.

Sie ist Tagaktiv was sie zu einer sehr spannenden Schnecken macht, toll ihr Tempo zu sehen mit dem sie durch das Becken wühlt. Natürlich ist ein Sandboden für sie der bessere Boden, dort kann sie schön rumrüsseln ❤️.

Ich habe sie mit schwarzen Turmdeckel zusammen gehalten, so konnte ich meine Jungschnecken immer sofort erkennen.
Mit der genoppten Turmdeckelschnecken ( Melanoides granifera ) würde ich sie nicht zusammenhalten, da bei den Jungen verwechslungsgefahr besteht.

Leider ist mir ein schrecklicher Unfall passiert, dabei habe ich diese seltene Schnecke und 500 Garnelen umgebracht. Es hat mir so weh getan und leider habe ich nie mehr das Glück gehabt diese Schnecken zu erwerben.

Ich hoffe jeder von euch googelt SIE jetzt, ihr werdet leider nicht viel über sie finden.

Lg
Ruth
Angehängte Grafiken
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Geändert von Ruthchen (07.12.2017 um 20:34 Uhr)
Ruthchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2017, 22:25   #10
Schneckinger
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Hi,

@Ruth:
coole Schnecks und schöne Bilder. Besonders Nr.2. Ein richtiges Charaktergesicht ;-)

Und jetzt geht es los mit der dritten Apfelei:

Asolene spixi
auf deutsch gerne Tigerapfelschnecke oder Zebraapfelschnecke genannt.

Eine wunderschön gefärbte Apfelschnecke, die wesentlich kleiner bleibt als die bisher vorgestellten Arten. Bei 2,5cm Gehäusedurchmesser ist so ziemlich das Ende der Fahnenstange erreicht. Meist bleiben sie sogar kleiner.

Hier mal eine handvoll Jungtiere, die ich mal genipst habe, kurz bevor ich sie auf eine Reise mit der deutschen Post geschickt habe:
Click the image to open in full size.

Was Ihre Wasserwerte- und Temperaturansprüche angeht, ist sie mit den beiden vorigen Arten gut vergleichbar. Sie mag es nur insgesamt möglichst etwas wärmer.
Charaktermäßig liegt sie ungefähr in der Mitte. Ein so übler Rasenmäher wie die großen Pomaceas ist sie nicht. Aber wenn sie Kohldampf schiebt, KANN sie fast jede Pflanze fressen. Meist lässt sich dieser Grünzeughunger aber durch Gemüsezufütterung befriedigen. Damit lässt sich diese Art durchaus in bepfanzten Becken halten. Es sollten halt nicht gerade die zartesten und teuersten Pflanzen sein. Und gelegentliche kleinere Fraßspuren sollten den Aquarianer auch nicht zu sehr aufregen ;-)
Ihre zweite "zwiespältige Eigenschaft ist ihr Hunger auf Fleisch. A.spixi erbeutet gerne einmal (vor allem deckellose) Schnecken. Sie kann mit der Zeit durchaus eine Posthornschnecken- oder Blasenschneckenpopulation ausrotten. Auch dieser Hunger lässt sich aber durch gute Zufütterung mit Frostfutter meist halbwegs eindämmen.

Wie alle Apfelschnecken gibt es auch bei den Spixis Männchen und Weibchen. Die Eier werden aber UNTER Wasser in einem ungefähr brombeerförmigen, durchsichtig/klaren Geleeballen abgelegt. Dadurch ist die Populationskontrolle nicht ganz so einfach wie bei den Pomaceas. Ein aufmerksamer Aquarianer kann die Gelege aber durchaus finden und bei Bedarf entsorgen um eine Massenvermehrung zu verhindern...

Hier noch ein Bild einiger subadulter Tiere. Besonders gut gefällt mir auch der wild gemusterte Fuß bei dieser Art im Kontrast zu dem streng geometrischen Gehäsemuster:
Click the image to open in full size.

Bei A.spixi gibt es übrigens erfreulicherweise KEINE Haltungs- oder Handelsbeschränkungen!

Tschüß,
Schneckinger

Edit:
Von diesen schönen Tieren habe ich leider nicht mehr gescheite Bilder. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir noch 2-3 schöne Bilder dieser Art für diesen Post zur Verfügung stellen könntet (einfach per Mail an die Wettbewerbsadresse). Selbstverständlich mit Nennung der Quelle. Oder Ihr hängt einfach einen eigenen Spixipost in diesem Thread an.

Danke: (1)

Geändert von Schneckinger (07.12.2017 um 23:36 Uhr)
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