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Alt 11.03.2018, 21:04   #11
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Hallo,

wenn das tatsächlich auf Interesse stößt, dann liefere ich morgen Abend mal was zur Blende nach.

@Otocinclus:

Ich mache tatsächlich viele Bilder auch von den Fischen mit der Pansonic FZ1000, einige aber auch mit einer Sony Alpha 6000. Die FZ1000 ist wirklich ein Universaltalent und kann eigentlich alles von Telefotografie im Zoo bis hin zu Makrofotografie, Freistellen ist auch ganz gut möglich, 4K Filmen. Bei wenig Licht schwächelt sie natürlich irgendwann, eine 2.8er Blende ist an einem 1" Sensor gut, aber nicht die Welt. Aber für die 550€, die sie jetzt noch kostet, wirst Du keine bessere Kamera mit einem solchen Einsatzspektrum und Bildqualität finden.

Die Beispielbilder in diesem Thread habe ich alle heute nachmittag auf die Schnelle mit der FZ1000 geschossen. Die ersten beiden Fischbilder in diesem Thread stammen von einer Alpha 6000, das letze aus der FZ1000. Die Alpha 6000 ist für ca. 530€ ebenfalls ein Kandidat, hat mit dem Kitobjektiv aber nicht ein so breites Einsatzspektrum.

@dumdi65: Die FZ300 ist sicher auch eine gute Kamera, der Sensor hat allerdings nur ein Viertel der Fläche der FZ1000. Speziell für die Aquarienfotografie ist die FZ300 nicht so geeignet. Die 150€, die die FZ1000 mehr kostet, sind es wirklich wert, die Bildqualität ist ungleich größer.
In Kapitel 2 zum Cropfaktor werden ich aber auch mal Vergleichsbilder zwischen einem üblichen kleinen 1/2,3", einem 1" und einem APS-C Sensor machen. Dsann wirst Du den Unterschied sehen und der ist schon beträchtlich.

Auf das nicht so ruhige Händchen und die schnellen flinken Fische, die nicht stillstehen wollen, komme ich im Kapitel 3 zu sprechen. Aber vorweg: Sehr kurze Verschlusszeiten sind die Lösung, aber genau das ist z.B. mit einer FZ300 aufgrund des kleinen Sensors nicht bei ausreichender Belichtung hinzubekommen. Ein weiterer Schlüssel ist eine schnelle Serienbildaufnahme, aber auch das muss die Kamera hergeben. Die meisten Einsteiger Spiegelreflexkameras versagen spätestens dort kläglich.

Danke: (2)
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Alt 11.03.2018, 21:47   #12
dumdi65
 
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Danke Hannes,

vielleicht wird das ja doch noch was mit mir und einer Kamera.

Oto,

auch dir ein Danke für die absolut aufbauenden Worte.

Aber Spaß bei Seite, der Neurologe meint ich bin gesund, nur kann er sich absolut nicht erklären warum mir manchmal einfach so Dinge aus den Händen gleiten, obwohl ich absolut der Meinung bin das ich sie fest in der Hand halte. Das hat erselbst schon mitbekommen, wie mein Handy ohne Grund das fliegen lernt.

Gruß Balu
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Alt 11.03.2018, 22:02   #13
Vanjimmy
 
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Hey Balu!

Ich gleiche meinen " Ruhetremor " oder anders gesagt das winken in der Hand mit einen handelsüblichen Stativ aus. Kosten nicht die Welt ( um die 30 Euro ) und sind Gold wert.

Danke: (1)
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Alt 11.03.2018, 22:05   #14
Otocinclus2
 
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Zitat:
Zitat von dumdi65 Beitrag anzeigen
...der Neurologe meint ich bin gesund...
Eben(d)! [Pfund Nackend!]

Und nun können wir gemeinsam Heros weiteren Ausführungen wißbegierig entgegensehen, ohne ihn dabei mit Offtopics (wie von mir ) zu stören und alle dabei viel lernen - um vielleicht (hoffentlich) Schneckingers Fotowettbewerbe zu bereichern!


Gruß
Otocinclus2

Danke: (1)
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Alt 13.03.2018, 00:01   #15
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Standard Blende Teil 1

1.2 Blende (Teil 1)

Die Blende ist, vereinfacht gesagt, das Loch, durch welches Licht ins Objektiv fallen kann. Durch Verstellen der Blendenlamellen kann dieses Loch größer oder kleiner gemacht werden.

Ziemlich offene Blende
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc02898.jpg
Ziemlich geschlossene Blende
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc02899.jpg

Ist die Blende des Objektivs maximal möglich geöffnet, so spricht man von der "Offenblende". Wie "offen" diese Offenblende ist, hängt vom Objektiv ab. Wir ahnen schon, dass von der Größe des Lochs abhängt, wieviel Licht auf den Sensor fällt. Ist das Loch z.B. doppelt so groß, dann fällt (im gleichen Zeitraum) auch eine doppelt so große Lichtmenge auf den Sensor.

Die Öffnung der Blende gibt man mittels des Blendenwertes an. Der Blendenwert ist das umgekehrt proportionale Verhältnis der Blendenöffnung zur Brennweite. Hört sich kompliziert an, ist es aber gar nicht.

Bei einer Brennweite von z.B. 24mm und einem Blendenwert von F2 ist der Durchmesser der Blendenöffnung 24mm/2 = 12mm, bei F4 sind es 24mm/4 = 6mm.
Die Blendenwerte werden in "ganze Blendenstufen" unterteilt, die eine Reihe bilden:
F1.0, F1.4, F2.0, F2.8, F4.0, F5.6, F8.0, F11, F16, F22

Wie kommt man nun auf so merkwürdige Zahlen ? Wenn man die Zahlen genauer betrachtet, fällt auf, dass man eine Blendenzahl ungefähr mit dem Faktor 1.4 multiplizieren muss, um zum nächsten Wert zu komme. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Wurzel aus 2 ist ungefähr 1.4. Wenn der Durchmesser der Blendenöffnung um den Faktor "Wurzel aus 2" kleiner ist, dann ist die Fläche der Blendenöffnung um den Faktor (Wurzel aus 2) mal (Wurzel aus 2) = 2 kleiner.
Von einer Blendenstufe zur nächsten fällt also jeweils genau halb soviel Licht durch die Blendenöffnung.
Der Begriff "Blendenstufen" wird uns indirekt noch bei den Themen, Verschlusszeit, ISO-Wert und der optischen Bildstabilisierung begegnen. Dort wird er als Synonym für eine Verdoppelung bzw. Halbierung der Lichstärke verwendet.

In der Praxis findet man an einer Kamera aber auch halbe oder drittel Blendenstufen, also z.B. F3.5 oder F6.3.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg DSC02898.jpg (48,5 KB, 52x aufgerufen)
Dateityp: jpg DSC02899.jpg (44,8 KB, 52x aufgerufen)

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Alt 13.03.2018, 00:12   #16
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Standard Blende Teil 2

1.2 Blende (Teil 2)

Jetzt aber wieder zu ein paar anschaulichen Bildern. Ich habe 4 Bilder mit exakt den gleichen Einstellungen für Verschlusszeit (1/80 sek), ISO-Wert (ISO 800) und Brennweite (50mm) aufgenommen, nur jeweils die Blende verändert.

Blende F2
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc06010.jpg
Blende F4
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc06011.jpg
Blende F8
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc06012.jpg
Blende F16
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc06013.jpg

Ich habe die Blendenwerte jeweils verdoppelt, was bedeutet, dass von Bild zu Bild jeweils nur ein Viertel des Lichts auf den Sensor trifft. Das erste Bild mit Blende F2 ist also nicht 8-mal sondern 64-mal (4x4x4) so hell wie das letzte mit Blende F16.

Merke: Eine Erhöhung des Blendenwertes um eine Blendenstufe (Faktor 1.4) lässt nur noch halb so viel Licht auf den Sensor fallen, eine Verdoppelung des Blendenwertes (Faktor 2) nur noch ein Viertel.
Angehängte Grafiken
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Dateityp: jpg DSC06011.jpg (34,3 KB, 52x aufgerufen)
Dateityp: jpg DSC06012.jpg (36,3 KB, 52x aufgerufen)
Dateityp: jpg DSC06013.jpg (30,4 KB, 52x aufgerufen)

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Alt 13.03.2018, 00:49   #17
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Standard Blende Teil 3

1.2 Blende (Teil 3)

Aber auch die Blende hat noch mehr drauf, un zwar so etwas Ahnliches wie die Brennweite. Je kleiner nämlich der Blendenwert ist, also je größer das Loch ist, desto geringer ist die Tiefenschärfe und desto besser kann man ein Objekt freistellen.

Zur Veranschaulichung wieder eine Reihe mit 4 Bildern. Die Brennweite ist jeweils 50mm und die Verschlusszeit 1/80 Sek., ich habe lediglich den Blendenwert angepasst und zudem auch den ISO-Wert (um den geht es im übernächsten Beitrag), damit die Bilder alle gleich hell sind.

Blende F2
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc06006.jpg
Blende F4
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc06007.jpg
Blende F8
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc06008.jpg
Blende F16
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc06009.jpg

Toll, mittels eines offenen Blende (kleiner Blendenwert) kann man also auch "freistellen" und außerdem fällt auch noch viel mehr Licht auf den Sensor. Allerdings hat auch das natürlich einen Haken

Wir erinnern uns, dass der Blendenwert ein bestimmtes Verhältnis vom Durchmesser der Blendenöffnung zur Brennweite bestimmt. Das heißt, dass ein gleich großer Blendenwert bei größerer Brennweite in einer größeren Öffnung resultiert.
Das ist deshalb so, weil bei größerer Brennweite ja nur ein kleinerer Ausschnitt der des Umgebungslichts eingefangen wird. Um das resultierende Bild bei gleichem Belndenwert also gleich hell zu halten muss die tatsächliche Öffnung der Blende, bei gleichem Blendenwert mit steigender Brennweite immer größer werden.
Bei einer Brennweite von z.B. 50mm bedeutet das, dass bei einem Blendenwert von F2 die Blendenöffnung 2,5cm im Durchmesser sein muss, bei einer Brennweite von 400mm und einem Blendenwert von F2 die Öffnung einen Durchmesser von satten 20cm haben muss.
Die Linsen eines Objektivs müssen aber immer größer als die Blendenöffnung sein und da ist ja auch noch die Verkleidung des Objektivs drum herum. Ein 400mm Objektiv mit einer Blende von F2 hat also ungefähr das Format eines Männerbeins . So etwas ist riesengroß und unhandlich, einige Kilo schwer und mehrere tausend Euro teuer.
Bei vielen Superzoom-Objektiven, die einen großen Brennweitenbereich von z.B. 18-200mm abdecken, nimmt der kleinstmögliche Blendenwert (also die Offenblende) mit zunehmender Brennweite ab, damit das Ganze noch handlich und bezahlbar bleibt. Auf dem Objektiv steht dann z.B. F3.5-6.3/18-200mm. Aus der Traum von einem Objektiv mit großem Brennweitenbereich und gleichzeitig großer Blendenöffnung

Wie aber schafft es dann eine FZ1000 einen Brennweitenbereich von 25-400mm mit einem nur um eine Blendenstufe abfallenden Blendenwert von F2.8-F4.0 zu realisieren und dabei noch einigermaßen handlich und vor allem bezahlbar zu sein ? Oder wieso ist das Loch an einem iPhone so winzig, obwohl der Blendenwert von F1.8 doch eigentlich eines großen Loches bedarf ? Dazu mehr in Kapitel 2 "Cropfaktor".

Die Blendenöffnung hat noch ein paar andere Effekte, wie z.B. die Abbildungsschärfe und Lichtbeugung. Das lassen wir aber an dieser Stelle, da muss man schon sehr genau hinschauen, damit die Unterschiede auffallen.

Wenn es immer noch gefällt, dann geht es morgen mit der Verschlusszeit weiter. Das ist dann auch etwas einfacher.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg DSC06006.jpg (32,1 KB, 53x aufgerufen)
Dateityp: jpg DSC06007.jpg (36,5 KB, 53x aufgerufen)
Dateityp: jpg DSC06008.jpg (43,0 KB, 53x aufgerufen)
Dateityp: jpg DSC06009.jpg (44,9 KB, 53x aufgerufen)

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Alt 13.03.2018, 09:34   #18
Resa111
 
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Hallo Hannes,

super anschaulich erklärt!
Viele Dinge waren mir schon klar, hobbymäßig fotografiere ich mit einer EOS 60D. Das ein oder andere, z.B. die Tiefenschärfe bei veränderlicher Blende, war aber durchaus neu für mich.
Ich freue mich schon auf Deine weiteren Ausführungen und werde bei Gelegenheit das alles auch mit meiner Kamera ausprobieren.

Danke für die Mühe, die Du dir damit machst!

Liebe Grüße,
Resa
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Alt 13.03.2018, 13:29   #19
Schneckinger
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Hi Hero,

vielen Dank für Deine Mühe. Ich lese ebenfalls interessiert mit. Und 345 Klicks nach 2 Tagen belegen ja auch das Interesse der Foris. Dieser Thread wird auf jeden Fall auch LANGFRISTIG interessant bleiben.

Tschüß,
Schneckinger
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Alt 14.03.2018, 00:49   #20
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Standard Verschlusszeit

1.3 Verschlusszeit

Die Verschlusszeit oder Belichtungszeit ist recht einfach erklärt. Es ist die Zeit, die die Blende für einen Aufnahme geöffnet ist. Je kürzer die Verschlusszeit, desto weniger Licht fällt auf den Sensor und umgekehrt.

Eine Verdoppelung der Verschlusszeit entspricht einem doppelt so hellem Bild, eine Halbierung einem halb so hellen Bild.
Wir erinnern uns, dass eine Blendenstufe mehr oder weniger ebenfalls eine Halbierung bzw. Verdoppelung der Helligkeit zur Folge hatte.
Kombiniert man das Ganze, dann stellt man fest, dass z.B. die Kombination von Blende F2 mit 1/100s Verschlusszeit ein genauso helles Bild erzeugt wie Blende F2.8 mit 1/200s oder F4 mit 1/400s.

Beispielbilder dazu spare ich mir mal, denn eine Bildreihe mit jeweils der halben Verschlusszeit von Bild zu Bild, würde ziemlich genau die Ergebnisse aus "Blende (Teil 2)" liefern und die obige Kombination auf Blendenwerten und Verschlusszeit immer gleich helle Bilder.

Kurze Zusammenfassung: Eine Erhöhung des Blendenwertes um eine Blendenstufe halbiert die Bildhelligkeit. Ebenso führt eine Halbierung der Verschlusszeit zu einer Halbierung der Bildhelligkeit. Eine Halbierung (bzw. Verdoppelung, je nach dem von von aus man es betrachtet), entspricht also einer Blendenstufe.

Man kann also eine kleine Blendenöffnung (große Blendenzahl) durch eine längere Belichtungszeit kompensieren. Das Ganze zumindest in einem gewissen Rahmen. Wenn man Belichtungszeiten von einigen Sekunden oder sogar Minten wählt, kommt es zu weiteren Effekten. Wenn man sich nicht gerade mit Astrofotografie oder Nachtaufnahmen bei fast vollständiger Dunkelheit beschäftigt, hat das allerdings keine allzu große Praxisrelevanz.

Natürlich hat auch diese Sache wieder einen Haken. Wenn man z.B. bei F2 mit 1/64s belichtet, muss man für die gleiche Helligekit bei Blende F16 eine ganze Sekunde lange belichten, um die kleinere Blendenöffnung zu kompensieren. Eine ganze Sekunde lang kann man die Kamera aber nicht einfrieren, selbst das leichteste Zittern für zu einem "verwackelten" Bild.

Wie lange man ohne Verwackelungen belichten kann, hängt ein wenig von der Übung und auch von der Brennweite ab. Da bei großer Brennweite der Sichtwinkel sehr klein ist, für selbst die kleinste Bewegung der Kamera zu einer deutlichen Verschiebung des Bildausschnitts.
Während man im Weitwinkelbereich von ca. 24mm-50mm mit etwas Übung 1/20s Sekunde ohne Verwackelungen belichten kann, gelingt dies bei Brennweiten von 50-100mm vielleicht noch bei 1/40s, im Telebereich müssen die Belichtungszeiten dann nochmals deutlicher kürzer werden.

Abhilfe kann da ein Stativ oder ein in der Kamera (oder dem Objektiv) eingebauter Bildstabilisator bringen, der die Bewegungen der Kamera durch gegenläufige Bewegungen des Sensors oder der optischen Elemente ausgleicht. Durch so eine optische Stabilisation kann man die Verschlusszeit ohne Verwackelungsgefahr verlängern. Die Hersteller sprechen dabei von einer Kompensation von "Blendenstufen". Eine Kompensation von z.B. 2 Blendenstufen heißt dabei wieder, dass man 4 mal so lange belichten kann ohne zu verwackeln. 5 Blendenstufen, mit denen einige Hersteller sogar werben, würde eine 2*2*2*2*2=32 mal so lange Belichtungszeit erlauben. In der Realität kann man meistens aber nur von 2 oder maximal 3 Blendenstufen ausgehen.

Hier kommt aber auch wieder ein großes ABER: Mit Stativ oder optischem Stabilisator kann man die Kamera stabilisieren, aber natürlich nicht die Objekte, die man fotografiert. Der schiefe Turm von Pisa wird sich während der Aufnahme nicht bewegen, einen Fisch im Aquarium wird man am Weiterschwimmen aber nicht durch eine Stabilisation der Kamera aufhalten. Der Hintergrund wird dann zwar scharf sein, der Fisch aber trotzdem nur verschwommen auf dem Bild zu sehen sein.

Hier habe ich vorhin mal zwei Beispielbilder geschossen, mit 70mm leichte Tele-Brennweite damit der schnell schwimmende Fisch (er hat gedacht es gibt was zu fressen, wenn ich vor dem Becken auftauche ) sich schnell durch den dann kleineren Bildwinkel bewegt:

Blende F2.8, Verschlusszeit 1/160s
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc06359.jpg

Blende F8 (also 3 Blendenstufen = 2*2*2 = 8 mal kleinere Fläche des "Lochs" als bei F2.8) , Verschlusszeit 1/20s (8 mal länger als 1/160s)
Grundlagen der (Aquarien-)Fotografie-dsc06361.jpg

Man sieht deutlich, dass es für sich bewegende Objekte, vor allem Tiere, die nicht einfach still stehen wollen, deutlich kürzerer Belichtungszeiten bedarf, als wenn man Landschaften oder Personen fotografiert.

Je nach Fisch und Brennweite arbeite ich mit Verschlusszeiten von ca. 1/80-1/320s (flinke Salmler) und 1/30s-1/60s (rumliegender L-Wels).
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg DSC06359.jpg (39,9 KB, 42x aufgerufen)
Dateityp: jpg DSC06361.jpg (35,0 KB, 42x aufgerufen)

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