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dumdi65 06.07.2019 21:39

Hier zu Allans Prachtgurami noch ein Link mit einer deutschen Beschreibung

https://www.parosphromenus-project.org/de/p-allani

dumdi65 16.08.2019 22:10

Hallo.

Aus aktuellem Anlass hier ein neuer Eintrag.

Wie ihr wisst braue ich mein Wasser selbst für die Aquarien. Grundlage ist Regenwasser das gefiltert wird und dann durch ein Torfbett läuft. Dieses salze ich dann für jedes Becken auf eine ungefähr bestimmte GH/LFK auf.

Ungefähr deshalb weil es in der Natur ja auch so ist. Jede Wasserprobe die ich einem Biotop entnehme und analysiere ist Augenblicke später grob genommen schon wieder Vergangenheit. Das Wasser verändert sich ständig in seiner Zusammensetzung, allerdings im Normalfall nur im kleinen Rahmen. Es werden auf keinen Fall Sprünge von GH 5 auf GH 10 vorkommen.

Das kommt daher das ständig frisches Wasser nachkommt was durch Regen und andere in der Natur passierenden Dinge einer ständigen Änderung unterliegt. Deshalb sollten irgendwo gelesene Wasserwerte eines Biotobs nur als Richt- bzw. Mittelwerte angesehen werden.

Was bedeutet das für uns Aquarianer? Das wir uns keinen Utopien hingeben sollten was bestimmte exakte Wasserwerte angeht, denn so genau werden wir die nie erreichen. Zum einen haben wir keinen ständigen Frischwasserzulauf, zum anderen werden wir es nicht schaffen exakt die Stoffe dem Wasser zuzugeben die vor Ort gegeben sind. Stattdessen sollten wir ein angestrebtes Ziel vor Augen haben, das wir versuchen mit den uns gegebenen Mitteln +/- zu erreichen.

Meine Erfahrung mit dieser Vorgehensweise ist, das meine Becken es mir mit stabilen Wasserwerten danken. Weichen diese Werte, von mir wird in der Regel nur die LFK gemessen, einmal zu sehr ab, dann habe ich entweder zuviel gefüttert, einen Wasserwechsel sausen lassen oder etwas anderes stimmt nicht. Auf jeden Fall kann ich den Fehler gleich eingrenzen.

Sollten noch Fragen eurerseits sein, ich beantworte sie gerne

dumdi65 24.10.2019 09:24

Moin.

Heute etwas über Sinn und Unsinn die Leitfähigkeit zu messen.

Zum aufsalzen von Osmosewasser ist das Messen der LFK sehr sinnvoll. Man weiß anschließend wie hoch man sein Wasser aufgesalzen hat.

Warum kann es aber Sinnvoll sein sein Wasser öfter zu messen? Ganz einfach deshalb weil man dabei einen Trend in seinem Wasser erkennen kann, und zwar den Trend das es sich verändert. Wohin, im Sinn von was sich verändert, kann man dadurch zwar nicht bestimmen, aber es zeigt einem einen Trend an dem man auf den Grund gehen sollte.

Das kann z.B sein das den Pflanzen bestimmte Nährstoffe fehlen, das sich in einer Ecke des Beckens zu viel Mulm ablagert bis zu der Filter ist fällig für eine Reinigung. Letzteres ist aber auch nur dann gültig, wenn man einen Außenfilter betreibt. Bei Innenfiltern ist es ja meist so, das man diese öfter reinigen muss weil der Durchsatz sichtbar weniger wurde. Bei einem Aussenfilter kann es sein das der Durchsatz noch ok ist, aber die Masse an Verschmutzung doch schon so hoch ist das eine Reinigung nötig ist.

Auf jeden Fall ist es keine sinnlose Sache die Leitfähigkeit in seinem Wasser zu kennen. Sollte sie trotz regelmäßiger Wasserwechsel ständig nach oben verändern, dann hat das immer eine Ursache, geht es in die andere Richtung natürlich auch. Dann ist Ursachenforschung angesagt

Otocinclus2 24.10.2019 20:01

Uwe J. Splett hat auf seiner Seite afizucht auch recht ausführlich (und dabei sehr verständlich) beschrieben, welchen Sinn die Verwendung eines Leitfähigkeitmessgerätes macht, was man damit alles anfangen kann - und was nicht, welche Rückschlüsse man aus den Messwerten ziehen kann - und welche nicht...

Ist hier nachzulesen:
http://www.afizucht.de/html/leitfaehigkeit.html


Gruß
Otocinclus2

Otocinclus2 03.11.2019 20:05

Hallo Balu,


vermutlich hast du ohnehin schon alles, was es als "Lesefutter" zu Prachtguramis gibt. Auch schon die AMAZONAS Nr. 40 (März/April 2012)?

Das Titelthema dieser Ausgabe war Prachtguramis.

Die Artikel zu dem Titelthema:

Warum sind Prachtguramis so, wie sie sind?
Martin Hallmann

In Prachtgurami-Biotopen unterwegs
Horst Linke

Erfahrungen mit der Nachzucht von Prachtguramis
Günter Kopic

Das Parosphromenus-Projekt – ein global agierendes Erhaltungsnetzwerk
Peter Finke

Das Heft gibt es immer noch zu kaufen - zum Preis von 4,80 €. Schau mal hier:
https://www.ms-verlag.de/magazine/am...d_product-2226



Gruß
Otocinclus2

dumdi65 03.11.2019 20:32

Danke Oto.

Ich hatte mal Gelegenheit das Heft zu lesen, wer das Buch von Hallmann und Finke nicht kennt, und auch die Ausführungen von Linke, für den ist es sehr interessanter Lesestoff. Da ich aber von den dreien fast alles schon gelesen habe, sah ich vom Kauf dieses Heftes ab. Auch Günter Kopic ist mir ein Begriff. Für Interessierte hier einmal seine Webseite

http://www.guenter-kopic.de/

Trotzdem nochmals Danke für deine Bemühungen Oto

Otocinclus2 21.01.2020 20:05

Goldener Schokoladengurami (Sphaerichthys acrostoma)
 
Hier ist noch ein weiterer Vertreter der Schokoguramis:

Der Goldene Schokoladengurami (Sphaerichthys acrostoma).
https://www.aqualog.de/blog/kurz-vor...hys-acrostoma/

Interessante Besonderheit:
"Im Gegensatz zu den anderen Schokoguramis scheint Sphaerichthys acrostoma ein eher geselliges Tier zu sein, sie ziehen jedenfalls häufig im Trupp umher."



Gruß
Otocinclus2

Otocinclus2 24.02.2020 19:55

Parosphromenus paludicola
 
Nicht ausnahmslos alle Paros (Prachtguramis) benötigen zum Leben und zur Vermehrung saures (teilweise sogar extrem saures) Schwarzwasser.
Eine Ausnahme gibt es: Es ist Parosphromenus paludicola. Ein Vertreter seiner Gattung, der (soweit ich das im Augenblick übersehen kann) noch gar keinen deutschen Namen hat. Und das, obwohl er schon 1952 als zweite Art seiner Gattung beschrieben wurde.

Eines hat er (leider!) mit allen seinen Gattungsgenossen gemeinsam: Die Bedrohung seiner Existenz in freier Wildbahn durch die Zerstörung der Lebensräume.

Aber nun zur erfreulichen Ausnahme im Vergleich zu den anderen Paros:

"Die meisten der aktuell 20 wissenschaftlich beschriebenen Arten wurden erst in den letzten 40 Jahren dank der Aquarienkunde entdeckt, da sich die Prachtzwergguramis vorwiegend farblich unterscheiden. Eine Bestimmung der meisten Arten ist ohne das Prachtkleid der Männchen kaum möglich.
Eine Ausnahme stellt in dieser Hinsicht der bereits 1952 als zweite Art der Gattung beschriebene P. paludicola von der malaiischen Halbinsel dar. Diese Art ist anatomisch und ökologisch so deutlich gegen andere Prachtzwergguramis abgegrenzt, dass man sie schon fast in eine eigene Untergattung stellen könnte. Im Gegensatz zu allen anderen Parosphromenus-Arten, die an extrem saures Schwarzwasser mit pH-Werten zwischen 3,5 und 4,5 angepasst sind, kommt diese Art auch in fast neutralem Wasser vor. Wegen ihrer vergleichsweise geringen Ansprüche ist die Art P. paludicola auch Anfängern in der Paro-Pflege und -Zucht zu empfehlen."

Auch wenn die "Anfänger" in der Paro-Pflege und -Zucht bitte nicht mit Anfängern in der Aquaristik gleichgesetzt werden sollten - immerhin ein Hinweis, dass man kein absoluter Experte sein muss, um vielleicht mitzuhelfen, eine bedrohte Fischart durch eine Bestandszucht zu erhalten, selbst wenn es sie möglicherweise in freier Wildbahn demnächst nicht mehr geben sollte.

Fundstelle:

https://www.aquariumglaser.de/fischarchiv/parosphromenus-paludicola/


Gruß
Otocinclus2

dumdi65 24.02.2020 20:19

Danke Oto.

Leider ist Parosphromenus paludicola von seiner Farbe her der eher unattraktivste Vertretter der Paros. Sein Körperbau und das gesammte Verhalten von ihm ist aber typisch für Paros und unterscheidet ihn nicht von den restlichen wissentschaftlich beschriebenen 25 Arten, denn so viele sollen es laut Peter Finke und Frank Hallmann mittlerweile sein.

Ich für meinen Teil bin schon gespannt auf meinen nächsten Brandenburg Aufenthalt. Mal sehen ob ich etwas schönes mitbringen kann .....

bayesian 19.05.2020 17:15

Ich habe letztens den Artikel "https://vda-online.de/blog/entry/15-schwarzwasser-aus-der-sicht-der-fische/" gelesen und mir gedacht: Endlich mal jemand der meine Sprache spricht.

Das was ich daraus mitgenommen hatte ist zumindest, dass Schwarzwasser mit seiner sauren und ionenarmen Umgebung für die Fische eigentlich energetisch und stoffwechseltechnisch eher ungünstig ist. Daran können sie sich aber anpassen, meistens nicht nur evolutionär, sondern auch und gerade durch Expression entsprechender Gene wenn sie sie brauchen. Aber deshalb ist es auch mehr Stress, aus hartem Wasser in weiches zu kommen, als umgekehrt, weil die Kiemen plötzlich mehr leisten müssen.

Der Author meinte außerdem, dass die geringe Keimbelastung vielleicht das ausschlaggebendere Charakteristikum ist. Ich teile aber nicht die Auffassung, dass man Wege finden sollte, Schwarzwasserfische in härterem aber keimfreiem Leitungswasser zu halten.

Beim Youtube Kanal "Mark's Aquatics" gibt es ein Video wo er P. axelrodi erfolgreich in einem kleinen Becken vermehrt, welches er mit Leitungswasser und Kompost angesetzt hat. Ähem?


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