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Alt 03.08.2019, 19:20   #1
David Teichfloh
 
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Standard hoher Phosophat-Gehalt - und was man dagegen tun kann

Hi,

ich habe ein Weichwasserbecken mit Schwarzwassereffekt - soviel zur Erklärung.
Jetzt bin ich in den Besitz eines Phosphat-Tests gekommen und hab gleich mal drauflos gemessen. Und? Nicht messbar, dunkelblau und damit viel zu hoch. Mit einer Verdünnung von 2:1 hab ich mehr als 80mg/l im Becken.
Ein Fehler?
Also das Trinkwasser messen: 0,1 mg/l - der Test scheint in Ordnung zu sein.
Könnte also etwas im weichem Schwarzwasser den Test beeinflussen? In der Literatur habe ich nichts gefunden.

Stört der hohe Wert? Eigentlich nicht - es sei denn, man hat Algen. Aus meinen Altwasser-Becken weiß ich, das ein hoher Phosphat-Gehalt schnell zu Pinselalgen führen kann. Allerdings gibt es dort auch einen hohen Nitrat-Gehalt...
In der Literatur habe ich nun gefunden, dass hohe Phosphatgehalte ebenfalls zu Grünalgen und Pinselalgen führen sollen - wenn zu wenige Pflanzen im Becken sind. In meinem Fall zur Chlorophyta, einer Grünalge, die gern Polster bildet. (Ich hate sie schon einmal, im Vorgänger dieses Aquas, ein 54l. Damals habe ich sie mit AlgExit bekämpft - erfolgreich, aber unter Verlust ALLER anderen Pflanzen!! Also nicht nachmachen.)
Da war sie wieder. Die Fingerwurzel stammt aus meinen altem 54 - ich hatte sie geschruppt und mit heißem Wasser abgewaschen....
Nun, jetzt darf sie bleiben. Mal sehen, wie sie sich entwickelt.

Gegen den hohen Phosphat-Gehalt will ich etwas tun. Woher kommt er?
- Wechselwasser: nein, 0,1mg/l
- Futter: möglich, aber soviel füttere ich nun auch nicht. ABER: im Schwarzwasser habe ich kaum Pflanzen = Verbraucher!
- Torf: möglich, hab aber nichts gemessen

Wie bekomme ich diesen großen Wert (größer 80mg/l) runter?
1) WW - da ich mein Wasser aufbereite, nicht so gut möglich. Aber derzeit fülle und wechsel ich mit getorftem destilliertem Wasser. Ein kleines Osmose-Gerät hab ich mir bestellt....
2) Phosphat-Binder, also ein chemischer Filter:
- die sind, zu meiner Überraschung, doch recht teuer und, wenn ich richtig gelesen habe, nicht ergiebig.
- Eisen als Späne: verbindet sich mit Phosphat zur unlöslichem Eisenphosphat - hab ich nicht. Die früher empfohlenen Topfkratzer sind inzwischen aus Edelstahl - geht nicht!
- Eisenoxid: gibt es als Granulat, heißt Phosphatabsorber. Im Laden recht teuer. Im Netz viel billiger. Und hohes Bindevermögen.
Das Eisenoxid hab ich ausprobiert. Da sollen 30g für 100l Wasser a 6 Monate ausreichend sein. Mein Rucksackfilter faßt 50g. (das sind ca. 25 Cent pro Anwendung!)

Erfolg: nach einer Woche hab ich erneut gemessen: 0,3mg/l waren noch da!
Das Granulat war ganz schwarz geworden, sollte aber noch weiteres Phosphat binden können.

Ob das etwas bringt? Ja, gegen den Phosphatgehalt hilft es. Und den Tieren und Pflanzen schadet es nicht - der Phosphatabsorber ist ein reines Naturprodukt, es ist Roteisenerz.
Die Alge wird es nicht stören - sie kann Phosphat speichern und wird daher bestensfalls mit großer Verzögerung reagieren. Oder auch nicht - sie darf bleiben....
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David Teichfloh ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 03.08.2019, 20:45   #2
Otocinclus2
 
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Hallo David,

erst mal Glückwunsch zum Erfolg.

Bleibt die spannende Frage: Wo kam das Phosphat her? Suchst du noch weiter nach der Ursache, oder ist es dir mittlerweile egal, wo du ja das Gegenmittel parat hast?


Gruß
Otocinclus2
Otocinclus2 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.08.2019, 21:41   #3
David Teichfloh
 
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Hi,

ich suche weiter.
Leider hab ich das Forstfutter in Verdacht - das "gab" ich gern. Gab, denn vorerst gibt es keines mehr.
David Teichfloh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.08.2019, 22:23   #4
Otocinclus2
 
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Hallo David,

auch wenn es nur ein Verdacht von dir ist, bin ich mir sicher, dass du den "Sündenbock" schon gefunden hast.

Hast du das Frostfutter immer direkt ins Becken gegeben?
Hier wurde ja schon öfter diskutiert, wie man Frostfutter "richtig" füttert. Ich habe es immer vor dem Verfüttern aufgetaut und in einem Sieb kurz ausgespült. Denn wenn du einen Würfel Frostfutter direkt ins Wasser gibst, kannst du z.B. bei Roten Mückenlarven sehr schön sehen, welche "Schwaden" da im Wasser treiben und es belasten.

Mittlerweile verwende ich gar kein Frostfutter mehr, sondern nur noch Trockenfutter (hauptsächlich Granulate) und gelegentlich mal Lebendfutter je nach Angebot und JBL Plankton.



Gruß
Otocinclus2

Danke: (1)
Otocinclus2 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.08.2019, 23:08   #5
dumdi65
 
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Hi.

Stimmt, gerade in einem kleineren Becken bemerkt man die Belastung beim Frostfutter um so mehr. Bei sehr wenig Bepflanzung können da schon sehr hohe Werte entstehen. Finde es aber gut das du so eine günstige Lösung des Problems gefunden hast.

Ich gebe es mittlerweile erst einmal in einen Messbecher mit einem Liter Wasser und lasse es auftauen. Gut umgerührt kommt es dann in ein Sieb und wird nochmals abgespült. Erst dann kommt es in die Becken. Auch gebe ich nur noch Frostfutter an den beiden Tagen vor einem Wasserwechsel.

dumdi65 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2019, 13:22   #6
David Teichfloh
 
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Hi,

ja, das Frostfutter ... ist auch oft von schlechter Qualität. Nehmt mal ne gute Lupe...

Ich glaube auch, dass das Frostfutter der Übeltäter ist. Das probiere ich jetzt aus - Frostfutter ist gestrichen!

Allerdings - welche Phosphor-Quellen gibt es noch?
- Futter - klar, wissen wir
- Wasser - eigentlich nicht, es sei denn, der Wasserversorger führt Polyphosphate zum Leitungsschutz zu (gibt es wirklich)
- Dünger - auch klar, mach ich aber nicht (sieht man meinen Schwimmpflanzen an - die werden von den hungrigen Schnecken zerfressen
- zerfallende Blätter - ja, aber die müssen sein = könnten die soviel Phosphor ins Wasser bringen?

ich bleib dran....
David Teichfloh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2019, 14:51   #7
dumdi65
 
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Hi,

bleibt nur das Futter und die Hinterlassenschaften der Fische. Die Fische und Schnecken verbrauchen zwar auch Phosphat, aber eben auch nur geringe Mengen. Ob das Phosphat sich auch im Mulm befindet weiß ich nicht.
dumdi65 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2019, 15:08   #8
David Teichfloh
 
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[QUOTE=dumdi65;881783Ob das Phosphat sich auch im Mulm befindet weiß ich nicht.[/QUOTE]

Ja, in Form von schwer löslichem Eisenphosphaten. Das sind die schwarzen/braunen Streifen im Sandboden.
David Teichfloh ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.08.2019, 16:05   #9
dumdi65
 
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Die Bitte was ??

Die Zeiten sind bei mir schon lange vorbei wo ich das hatte.

Im Regen- und Osmosewasser ist Phosphat nicht vorhanden. Sollte dennoch etwas Messbar sein kommt es vom Futter oder vom Dünger.

Danke: (1)
dumdi65 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.08.2019, 11:40   #10
radlhans
 
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Hi,

ja, FroFu kann viel Phosphat einbringen. Ich bin nicht zuletzt durch diese Infos (> Link) dazu übergegangen, es nach dem Herausnehmen aus dem TK-Fach unter dem Wasserhahn aufzutauen und solange abzuspülen, bis alles aufgelöst ist. Erst dann gebe ich es ins AQ.

Gruß,
Gerd

radlhans ist offline   Mit Zitat antworten
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