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Alt 22.08.2015, 22:27   #1
Hans T
 
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Standard Tranportabler Schwammfilter aus Acrylglas

Hallo zusammen,

da an anderer Stelle das Thema Kunststoffverformung mit einer Heißluftpistole aufkam, möchte ich ein Projekt vorstellen, das ich schon vor einiger Zeit verwirklicht habe (dem einen oder anderen mag das bekannt vorkommen, ich habe diesen Filter auch schon in einem anderen Forum vorgestellt). Vor allem möchte ich zeigen, was man aus vorhandenem Material noch bauen kann, dazu braucht man auch keinen Handwerksberuf gelernt haben, ich habe mir das auch nur aus Interesse beigebracht. Hier also ein Plexiglasrausch, in dem ich mich kurz befand.

Ein Freund wünschte sich einen Schwammfilter, der nicht fest installiert werden sollte. Wegen des Transports zum Bodensee habe ich mich entschieden, den aus Kunststoff zu fertigen, das hatte eine größere Chance, heil anzukommen, sonst hätte ich Glas verwendet. Eine große Platte 6 mm starkes Acrylglas stand noch im Keller, das hatte ich irgendwann mal vom Sperrmüll mitgenommen, so konnte ich die speziellen Eigenschaften des Kunststoffs ausnutzen und den Filter in einem Stück arbeiten, ohne lange Klebenähte. Das erhöht durch die wesentlich größere Stabilität die Langlebigkeit, die wenigen vorhandenen Nähte müssen nur abgedichtet sein, aber nichts halten. Ich zeichnete also zuerst ein Skizze mit den genauen Maßen, die für den Filter notwendig waren und stellte alles benötigte Material bereit. Die Skizze wurde dann auf die Platte übertragen, um sie auszusägen.

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Zum Sägen muss die Platte sicher befestigt werden, hilfreich wäre hier eine dritte Hand zum Abstützen, aber es geht auch ohne (vorausgesetzt, man hat einen Stuhl und einen Papierkorb zur Hand). Dann hab' ich alle Seiten mit einer Stichsäge ausgeschnitten.

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Nach dem Sägen habe ich alle Kanten mit einem selbstumgebauten Bandschleifer nass geschliffen, enge Stellen und kleinere Flächen musste ich mit dem Handbandschleifer bearbeiten, die Ecken mit einer Handfeile. Die zwei kleinen Einschnitte an den Längsseiten des Filters sind nötig, damit die einzelnen Teile nicht Kante an Kante, sondern überlappt aneinanderstossen. Das führt zu höherer Stabilität, Standfestigkeit und Dichtigkeit.

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Ich habe mir dann eine Art Kantbank aus Holz und einer halbwegs winkligen Metallleiste gebastelt. Leider habe ich keine entsprechende Heizspirale und in den Ofen passt es auch nicht rein, daher musste ich es mit einer Heißluftpistole schaffen. Bei langen Biegekanten ist das etwas mühsam und zeitaufwendig, man muss den Föhn fortlaufend langsam und im richtigen Abstand an der Kante entlangführen und es lässt sich durch die starke Hitze sehr schwer vermeiden, dass die Kante an manchen Stellen feinste Blasen bildet, also weiß wird. Zumindest bei der ersten langen Biegung konnte ich es mir etwas leichter machen, in dem ich ein alt bewährtes System von mir benutzt habe und Gewichte an das zu biegende Teil gehängt habe. Leider klappte das nur an der ersten Seite, danach musste ich die Teile immer hochbiegen. Um den Winkel hinzubekommen, habe ich nicht nur über die Kantbank gebogen, sondern auch von außen mit einem Gewicht nachgedrückt und versucht, es maßhaltig zu halten, in dem ich dann schnell mit einem Wassersprüher abgekühlt habe. Das habe ich nach und nach bei allen Biegungen wiederholt. Da ich vorne zuerst die kleinen Seitenkanten hochbiegen musste (sonst wären später zu viele andere Teile miterhitzt worden), war es wichtig, beim Hochbiegen des Bodens die Schraubzwingen im richtigen Abstand anzubringen, damit sie beim Hochbiegen nicht stören. Die Schraubzwingen sind aber unbedingt notwendig, sie halten die Gewichte in Position, die verhindern, dass beim Erhitzen einer Kante sich die schon gebogenen Kanten wieder verändern. Natürlich erreicht man so keine 90° Winkel an den Innenkanten, innen bildet die Biegung eine leichte Rundung. Diese Biegungen sind aber im hinteren Teil des Filters, vorne die Schwämme sind gleichmäßig eingeklemmt.

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Mit hochwertigem Aquariensilikon habe ich noch die entstandenen Nähte abgedichtet. Nach zwei, drei Stunden Abbinden des Silikons und Einbau der Pumpe habe ich dann den Filter das erste Mal in der Wanne ausprobiert. Ich fand den Filter optisch so gelungen, dass ich mich entschlossen habe, neue schwarze Schwämme einzusetzen. Diese Schwämme habe ich mit meiner altbewährten Technik (Elektromesser, mit Schraubzwingen und Kabelbinder fixiert, wie auf dem mittleren Bild zu sehen, der Startknopf ist mit Kabelbinder festgesetzt und der Stecker dient als Schalter) exakt auf die tatsächlichen Maße des Filters zugeschnitten.

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Der Filter arbeitet jetzt schon vier Monate bei wechselnden Höhen des Wasserspiegels (Corydoras-Artenbecken) wartungs- und reinigungsfrei, ich kann ihn nur leider nicht in Betrieb zeigen, weil er ja nicht bei mir steht.

Liebe Grüße
Hans

Der aufmerksame Betrachter wird bemerkt haben, dass hier mehr Links als Bilder sind, die zusätzlichen Links führen zu weiteren Detailfotos.
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