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Alt 21.08.2001, 16:59   #1
yvonne
 
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Hi there!

Ich habe bis jetzt die Fische immer so umgesetzt, dass ich sie in einen Eimer gegeben habe und nach und nach AQ Wasser dazu. Erst dann habe ich sie ins AQ entlassen.

Jetzt habe ich aber irgedwo gelesen, dass sich die Fische eh nicht so schnell (auch nicht in einer Stunde oder so) an eine andere Wasserqualität (Härte, PH...) anpassen können und man sie deshalb auch gleich ins AQ geben kann. Tönt für mich irgendwie noch einleuchtend. Oder was meint ihr?

Bin gespannt auf bio-"logische" Erklärungen. Danke und Grüsschen Yvonne
yvonne ist offline  
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Alt 21.08.2001, 17:13   #2
Ralf Rombach
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yvonne schrieb am 2001-08-21 10:59 :
Hi Yvonne,

> Ich habe bis jetzt die Fische immer so
> umgesetzt, dass ich sie in einen Eimer
> gegeben habe und nach und nach AQ Wasser
> dazu. Erst dann habe ich sie ins AQ
> entlassen.

Mache ich auch immer so und zudem kommt mir keinerlei Händlerwasser in die Becken.

> Jetzt habe ich aber irgedwo gelesen, dass
> sich die Fische eh nicht so schnell (auch
> nicht in einer Stunde oder so) an eine
> andere Wasserqualität (Härte, PH...)
> anpassen können und man sie deshalb auch
> gleich ins AQ geben kann. Tönt für mich
> irgendwie noch einleuchtend. Oder was meint
> ihr?

Da gibt es keinerlei pauschale Antwort drauf wie Ja oder Nein - das ist extrem vom Einzelfall abhängig.

1. Unterschiede zwischen Händlerwasser und AQ-Wasser daheim.
Entscheidend für die Anpassung des Stoffwechsels der Tiere an neues Wasser sind die Unterschiede im pH und den Salzen, um es vereinfacht zu halten, zwischen dem Herkunftswasser und dem neuen Wasser. Sind die Unterschiede sehr gering, kann man die Tiere auch schnell umsetzen, wie ich es auch manchmal praktiziert habe. Fische mit Beutel und Händlerwasser aufmachen, Kescher im Waschbecken halten, Fische reinschütten, ein wenig abtropfen lassen und dann Fische ins AQ geben.

Sind die Unterschiede jedoch sehr groß zwischen Herkunftswasser (z.B. sehr hart und pH über 7,5) und Heim-AQ (z.B. weich bis sehr weich, pH unter 7), dann wird das schnelle Umsetzen zu einem harten Zwang und Stress für die Fische. In solchen Fällen sollte man eher langsam bis sehr langsam, in extremen Fällen durchaus auch über Stunden das Umsetzen vornehmen.

2. Die Physiologie des Fisches
Die Physiologie spielt eine weitere wichtige Rolle. Es gibt Fische, wie Lebendgebärende (Guppies, Schwertträger), die von Natur schon aus in Wasser wechselnder Zusammensetzung leben und daher in der Anpassungsfähigkeit ihres Stoffwechsels recht schnell und flexibel sind.

Auf der anderen Seite gibt es extreme Weichwasserfische, die in ihrer Physiologie sehr stark auf die extrem salzarmen Verhältnisse getrimmt sind. Diese Tiere brauchen erheblich mehr Zeit beim Umsetzen auf härteres Wasser und gewisse Grenzen der Wasserwerte sollte man nicht überschreiten. Arten dieser Gruppe sind u.a. Rotkopfsalmler, Roter Neon, Diskus, Altum-Skalar, die Ziersalmler (mit Unterschieden bei den Arten), viele Bärblinge etc. etc.

Dann gibt es eine dritte Gruppe von Fischen, die von Natur aus in mittelhartem bis hartem Wasser leben, wie die ostafrikanischen Barsche. Für sie gilt genau der umgekehrte Fall, sie haben in Weichwasser, was bei manchen ja so aus der Leitungs fließt, erhebliche Probleme mit der Salzversorgung ihres Körpers und kümmern dann gerne.

Einfache Antworten auf die Frage von Dir gibt es leider nicht.
 
Alt 21.08.2001, 18:18   #3
Carola aus Wien
 
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Hi,
wenn es keine wissenschaftlichen Studien zu diesem Thema gibt, so sollte man schauen, was sich in der Praxis durchsetzt. Frag Deine Händler, wie sie die Fische bei sich im Geschäft umsetzen und Du wirst in Erfahrung bringen, dass sie sich dabei sehr viel Zeit lassen und das zukünftige Aquarienwasser per Tropfengeber über Stunden zuführen. Da das Ziel der Händler wohl Gewinnmaximierung ist, die über Fisch-Verluste durch falsches Umsetzen wohl nicht erreichbar ist, so kann man daraus sehr wohl den Rückschluss ziehen, dass langsamstes Umsetzen die geringsten Fischverluste zur Folge hat.
lg, Carola
Carola aus Wien ist offline  
Alt 21.08.2001, 20:43   #4
yvonne
 
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Hallo Ralf

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Wie lange brauchst du etwa, um die Weichwasserfische umzusetzten?

Grüsschen yvonne
yvonne ist offline  
Alt 21.08.2001, 20:48   #5
Ralf Rombach
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Hallo Yvonne,

kommt natürlich wiederum auf die Wasserwerte des Händlers an :smile:

Im Schnitt nehme ich mir immer 2 Stunden Zeit, bei heikleren Arten durchaus auch 4-6 Stunden.
 
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