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Alt 18.06.2001, 12:37   #1
Anita
 
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Hallo,

heute brauche ich auch mal Eure Hilfe.

Ich habe mich vor 4 Wochen endlich durchgerungen und eine UOA gekauft. Seit dem habe ich 3 wöchentliche TWW mit jeweils 30 Liter Osmosewasser in meinem 180 Liter AQ gemacht. Die KH ist runter von 14 auf 8, der pH-Wert von 7,4 auf 7,0-7,2. Soweit ganz gut, nur leider habe ich seit dem auch einige Probleme:

1. Das Wasser wird immer stärker gelb-braun, so wie bei Torffilterung, habe aber nie Torf oder irgendwelche Zusätze verwendet. Vielleicht kommt das von den Wurzeln? Aber warum jetzt nach einem Jahr?

2. Ausserdem haben sich Blaualgen (?) breit gemacht. Die Scheiben und die Pflanzen sind innerhalb kürzester Zeit von einer braunen Schicht überzogen. Hatte früher nie Probleme mit Algen.

3. Die Pflanzen wachsen alle gut, bis auf eine sehr grosse Crytocoryne, die immer mehr Blätter verliert. Diese werden gelb und vergammeln. Am Boden sind viele abgestorbene Pflanzenreste.

Ach ja, der Nitritwert =0, Nitrat 5, Phosphat etwas hoch mit 0,5.

Mein AQ gefällt mir so einfach überhaupt nicht mehr, und ich bereue bald die Anschaffung der UOA. Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen.

Ciao, Anita

Anita ist offline  
Alt 18.06.2001, 14:20   #2
Joachim Mundt
 
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Hallo Anita,

die Veränderung des Wasserchemismus kann auch ein paar negative Auswirkungen haben. Wechsle unter diesen Umständen das Wasser nur noch 1:1 oder 1:2 (Osmosewasser : Leitungswasser), wodurch die Veränderung weit geringer ausfällt.

Die Veränderung der Farbe im Wasser kann durch pltrzlich ablaufende biologische Abbauprozesse initiiert werden, was aber darauf schließen lässt, dass vorher relativ wenig Wasser gewechselt wurde. Gleiches gilt für die aufkommenden Blaualgen.

Cryptocorynen sind bekannt dafür, dass sie bei Wasserveränderungen die Blätter abwerfen können (s.g. Cryptocorynenfäule). Ursache dafür ist vermutlich eine Anreicherung von Nitrat im Blattgewebe, was auf recht hohe Nitratbelastung deines Beckens schließen lässt. Der Blattverlust ist allerdings nicht so dramatisch, solange das Wurzelrhizom dabei erhalten bleibt. Nach kurzer Zeit fangen sie wieder an zu treiben.

Genehmige dem Becken einige Wochen zur Umgewöhnung, damit sich die Prozesse wieder normalisieren können. Sauge allerdings die Blaualgen regelmäßig ab, damit sie sich nicht manifestieren können.
Joachim Mundt ist offline  
Alt 18.06.2001, 14:39   #3
Anita
 
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Hallo Joachim,

danke für Deine schnelle Antwort.
Ich muss dazu aber noch folgendes anmerken:

Wenn die Verfärbung und die Algen mit geringen WW zu tun haben sollen, hmm. Ich hatte vor der UOA immer ca. 1/3 wöchentlich gewechselt, mehr kann doch gar nicht mehr gut sein?
Auch hatte ich nie eine hohe Nitratbelastung (10-20 mg), seit dem WW mit Osmosewasser ist der Nitratwert auf 5mg gesunken. Eine Nitratanreicherung im Blattgewebe der Crytocoryne kanns dann auch nicht sein.

Aber ich werde auf jeden Fall weiter reichlich TWW's machen und nur noch mit Leitungswasser gemischt.

Bei den Algen bin ich mir allerdings nicht sicher, ob es Blaualgen sind oder Kieselalgen. Die sind - auf den Scheiben zumindest - nicht blau, sondern hellbraun. Die könnten dann vielleicht mit dem geringeren Licht durch die Verfärbung zusammenhängen??

Gruß, Anita

Anita ist offline  
Alt 18.06.2001, 14:55   #4
Joachim Mundt
 
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Hallo Anita,

>Wenn die Verfärbung und die Algen mit
>geringen WW zu tun haben sollen, hmm. Ich
>hatte vor der UOA immer ca. 1/3 wöchentlich
>gewechselt, mehr kann doch gar nicht mehr
>gut sein?

Dann kann´s daran also tatsächlich nicht liegen :wink: 1/3 WW wöchentlich halte ich für ein normal besetztes Becken bereits für übertrieben. Aber im Moment sind die Vielwechsler "an der Macht", was sich sicher in einigen Jahren wieder ändern wird :wink:

>Auch hatte ich nie eine hohe
>Nitratbelastung (10-20 mg), seit dem WW mit
>Osmosewasser ist der Nitratwert auf 5mg
>gesunken. Eine Nitratanreicherung im
>Blattgewebe der Crytocoryne kanns dann auch
>nicht sein.

10-20mg/l NO3 reicht locker aus, damit die Cryptos sich damit vollsaugen :wink: An den natürlichen Standorten ist Stickstoff eher ein Mangelstoff, also nicht bzw. fast nicht nachweisbar :wink:

>Aber ich werde auf jeden Fall weiter
>reichlich TWW's machen und nur noch mit
>Leitungswasser gemischt.

Tu, was du nicht lassen kannst :lol:

>Bei den Algen bin ich mir allerdings nicht
>sicher, ob es Blaualgen sind oder
>Kieselalgen. Die sind - auf den Scheiben
>zumindest - nicht blau, sondern hellbraun.
>Die könnten dann vielleicht mit dem
>geringeren Licht durch die Verfärbung
>zusammenhängen??

Erkundige dich bitte bei deinem Wasserversorger, wie hoch die Silikat-Belastung deines Wassers ist. UOA´s können Silikate nur zu etwa 80-85% entfernen, entsprechend bleibt es relativ zu den anderen Salzen in erhöhter Konzentration zurück.
Joachim Mundt ist offline  
Alt 18.06.2001, 15:19   #5
Anita
 
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Hallo Joachim,

10-20mg/l NO3 reicht locker aus, damit die Cryptos sich damit vollsaugen :wink: An den natürlichen Standorten ist Stickstoff eher ein Mangelstoff, also nicht bzw. fast nicht nachweisbar :wink:

Uups, das wusste ich ehrlich nicht. Dachte, Nitrat so ab 50 mg sei problematisch.

>Aber ich werde auf jeden Fall weiter
>reichlich TWW's machen und nur noch mit
>Leitungswasser gemischt.

Tu, was du nicht lassen kannst :lol:

Ja, ich gehöre zu den Vielwechslern, habe damit immer gute Erfahrungen gemacht. Im Moment ist aber die gelb-braun-Verfärbung nach ein paar Tagen so stark, dass ich Angst habe, die Pflanzen bekommen nicht mehr genug Licht -> Wasserwechseln

>Bei den Algen bin ich mir allerdings nicht
>sicher, ob es Blaualgen sind oder
>Kieselalgen. Die sind - auf den Scheiben
>zumindest - nicht blau, sondern hellbraun.
>Die könnten dann vielleicht mit dem
>geringeren Licht durch die Verfärbung
>zusammenhängen??

Erkundige dich bitte bei deinem Wasserversorger, wie hoch die Silikat-Belastung deines Wassers ist. UOA´s können Silikate nur zu etwa 80-85% entfernen, entsprechend bleibt es relativ zu den anderen Salzen in erhöhter Konzentration zurück.

Was hat es denn mit den Silikaten auf sich?? Inwieweit können die sich ungünstig auswirken?

Danke für Deine Hilfe,
ciao Anita
Anita ist offline  
Alt 18.06.2001, 15:32   #6
Joachim Mundt
 
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Hallo Anita,

>Uups, das wusste ich ehrlich nicht. Dachte,
>Nitrat so ab 50 mg sei problematisch.

Nitrat ist relativ ungiftig für Fische. Einige Pflanzen reichern es im Gewebe an. Man sollte dennoch versuchen, es so niedrig wie möglich im Becken zu haben. Einen Grenzwert anzugeben, fällt mir ehrlich gesagt, sehr schwer :wink:

>Ja, ich gehöre zu den Vielwechslern, habe
>damit immer gute Erfahrungen gemacht. Im
>Moment ist aber die gelb-braun-Verfärbung
>nach ein paar Tagen so stark, dass ich
>Angst habe, die Pflanzen bekommen nicht
>mehr genug Licht -> Wasserwechseln

Viel Wasserwechseln hat Vor- aber auch Nachteile. Wenn man einigen Leuten zuhört, die nur rein rechnerisch den hohen Wasserwechsel propagieren, dann ist man leicht geneigt, dieses ebenfalls zu tun, weil sich das recht plausibel anhört. Wenn man jedoch den Mikrokosmos heranzieht, dann sieht die Sache schon ein wenig anders aus. Viel Wasserwechsel bedeutet gleichzeitig, dass man viele wichtige Stoffe aus dem Becken entfernt, vor allem organische Stoffe, die Chelatwirkung besitzen oder als Nahrung für diverse Bakterien dienen (z.B. Denitrifikanten, also solche Baktrien, die Nitrat abbauen können). So werden auch schleimhautschützende Stoffe entfernt, die vielfach dann wieder durch künstliche Schutzstoffe (aus Wasseraufbereitern) ersetzt werden müssen. Das Leitungswasser ist zudem recht reaktionsfreudig, was den Schleimhäuten der Fische nicht unbedingt zuträglich ist. Du siehst, alles hat sein Für und Wider :wink:

>Was hat es denn mit den Silikaten auf
>sich?? Inwieweit können die sich ungünstig
>auswirken?

Silikate sind die Nahrungsgrundlage für Kieselalgen (Braunalgen). Treten sie in Massen auf, ist von einem hohen Silikatgehalt des Wassers auszugehen.
Joachim Mundt ist offline  
Alt 18.06.2001, 15:44   #7
Anita
 
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Hallo Joachim,

ja, das mit Wasserwechsel; wenn sich das mit der Umstellung "eingerenkt" hat, werde ich wohl weniger wechseln und einfach mal sehn, wie's läuft.
Noch einmal bezüglich Silikate: welche Mengen sind denn aquaristisch gesehen in Ordnung? (Habe gerade beim Wasserwerk angerufen, aber die können mir das nicht sagen, muss mir dort erst eine Liste mit sämtlichen Werten abholen)

Ciao, Anita
Anita ist offline  
Alt 18.06.2001, 15:52   #8
Joachim Mundt
 
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Hallo Anita,

>Noch einmal bezüglich Silikate: welche
>Mengen sind denn aquaristisch gesehen in
>Ordnung?

Auch dabei ist es schwierig, einen Grenzwert zu nennen. Silicium gehört zu den essentiellen Spurenelementen. Vermutlich ist es in ausreichender Menge im Futter enthalten. Einige Wirbellose benötigen ebenfalls Silicate als Lebensgrundlage (teilweise sogar in recht großen Mengen). In natürlichen Süßgewässern können Silikate in Dimensionen bis nahe 200mg/l heranreichen. Wo liegt dann also ein vernünftiger Grenzwert? Ich wage hier keine konkreten Angaben. Bei mir kommt z.B. SiO2 mit etwa 7,5mg/l aus der Leitung. Ich verwende ebenfalls eine UOA (pur :wink. Zusätzlich habe ich vor einiger Zeit ein selektiv auf Silikate wirkendes Filtermaterial ins Becken gehängt und sie somit restlos entfernt. Dabei konnte ich keine negativen Auswirkungen feststellen.
Joachim Mundt ist offline  
Alt 18.06.2001, 21:01   #9
hdo
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Hallo Joachim,
welche negativen Auswirkungen können Silicate haben? Gibt es Silicosen? Welche Symptome hätten die (etwa schnelle Atmung??)?
Ich habe nähmlich meinen Quarzsand nicht ausgewaschen und mache mir jetzt etwas Sorgen ( Gibt es Tests zur Bestimmung des SiO-Gehalts? Mit welchen Filtermassen könnte man Silicate binden?
Gruß
Dirk Otto
 
Alt 19.06.2001, 02:53   #10
Joachim Mundt
 
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Hallo Dirk,

>welche negativen Auswirkungen können
>Silicate haben? Gibt es Silicosen? Welche
>Symptome hätten die (etwa schnelle
>Atmung??)?

Als negative Auswirkungen sind mir nur erhöhte Aufkommen von Kieselalgen bekannt.

>Ich habe nähmlich meinen Quarzsand nicht
>ausgewaschen und mache mir jetzt etwas
>Sorgen (

Ich denke, darüber musst du dir sicher keine Gedanken machen :smile:

>Gibt es Tests zur Bestimmung des SiO-
>Gehalts?

Die Firma Salifert bietet einen Silikat-Test an.

>Mit welchen Filtermassen könnte man
>Silicate binden?

Seit einiger Zeit gibt es ein neues Filtermedium, dass selektiv auf Silikate reagiert. Es nennt sich "Silicarbon". Teilweise ist es über den Versandhandel zu bekommen. Einige Meerwasserfachgeschäfte bieten es ebenfalls mittlerweile an.
Joachim Mundt ist offline  
 

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