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Alt 04.12.2001, 05:31   #1
Lucas
 
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Habt ihr diesen Artikel in "Newsweek" gelesen, ziemlich am Schluss in der Zeitschrift. Anscheinend sind wir Aquarianer schuld fuer diese kommende Misere im Mittelmeer...

Hoffentlich werden wir uns alle ein bisschen mehr achten.
Gruesse aus Montreal
Lucas ist offline  
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Alt 04.12.2001, 05:50   #2
ohle
 
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moin
ja! und irgendwann sind wir schuld wenn die sonne nicht mehr scheint !
so ein qatsch !
schöne grüße aus der tiefsten provins
OHLE
ohle ist offline  
Alt 04.12.2001, 06:30   #3
Tim
 
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Na ja, die Problematik ist ja nicht neu, denn in vielen AQ-Zeitschriften wird sie immer wieder durchdiskutiert. Ich denke schon, dass man sich da nicht 100%ig vor der Verantwortung drücken sollte (auch wenn ich reiner Süsswässler bin); der Weg von Caulerpa taxifolia bis ins Mittelmeer ist leider ziemlich oft und ziemlich schlüssig bewiesen worden. Sorry!
Es gab ja auch schon (in der DATZ, glaube ich) Aufrufe, so viel Wissen wie möglich über diese Alge zu sammeln und sie dann an irgendjemand, der sich damit auskennt zu schicken, damit man dieser Plage Herr werden kann.
Tim
Tim ist offline  
Alt 04.12.2001, 07:07   #4
Sven S.
 
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Hi an Alle,
nachdem ich keine newsweek hab und jetzt auch nicht stundenlang im netz suchen möchte, könnte mir vielleicht jemand einen kurzen Abriss über das Thema geben?
Das würde mich doch interessieren, wie die Alge von uns (mir) ins mittelmeer kommt.
( Kanal- Isar- Donau- Schwarzes Meer...) Aber wie kam die Alge zu mir??

Danke für die Info im Vorraus,
Sven
Sven S. ist offline  
Alt 04.12.2001, 14:48   #5
Karina
 
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Ich glaube weniger dass wir hier Schuld an dem Schlamassel sind, sondern wohl diejenigen die dort arbeiteten. Auf alle Fälle ein schlimmer Ausrutscher mit Folgen. Schöne Grüße Karina
Karina ist offline  
Alt 04.12.2001, 18:23   #6
Tim
 
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Hallo, hier der kurze Abriss:
C. taxifolia ist erstmals in der Nähe oder vielmehr im Abfluss eines meereswissenschaftlichen Institutes aufgetaucht und hat sich von da an rasend schnell verbreitet, da selbst kleinste Gewebereste reichen, um eine neue Kolonie entstehen zu lassen. An sich wäre das nicht schlimm, da diese Alge eigentlich nur mit tropischen Temperaturen zurechtkommt. Irgendwie (ich glaube sogar über gentechnische Untersuchungen) konnte nachgewiesen werden, dass diese Alge aus jahrealten AQ-Kulturen kommt, wo sie sich durch die Bestrahlung mit UV-Licht aus den Lampen wohl genetisch so verändert hat, dass sie wesentlich anpassungsfähiger wurde als ihre wilden Verwandten.
Das grosse Problem dabei ist, dass C. taxifolia dabei Seegraswiesen überwuchert und einer Unzahl von Tieren den Lebensraum und die Nahrungsgrundlage raubt und zerstört.
Alle Massnahmen zur Bekämpfung (Absammeln, Abschatten...) schlugen wegen der enormen Reproduktionskraft fehl; es wurde überlegt, eine tropische Schnecke einzusetzen , die in natürlicher Umgebung ein Fressfeind darstellt, da diese Alge eigentlich giftig ist; ich weiss nicht, ob dieser Gedanke verworfen wurde, denn damit würde man die Verfälschung natürlich noch weiter vorantreiben.
Ich will damit jetzt nicht sagen, dass alle AQ böse sind und wir die Umwelt zerstören, aber ich bin der Meinung, dass wir diese Leiche im Keller haben und dies nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten, besonders, da dies nicht der einzige all von Faunen/Florenverfälschung ist, den wir AQ mitzuverantworten haben, wohl aber mit einer der Schlimmsten.
Diese Problematik alleine auf das Institut zu schieben, ist - denke ich - zu einfach, da auch jemand anderes beim WW durchaus lebensfähige Fragmente ins Mittelmeer hätte spülen können.
Natürlich ist es auch sehr, sehr schwierig, genau das Ausmass der Katastrophe abzuschätzen, da wir wohl erstens fachlich dazu nicht in der Lage sind und zweitens uns auch nicht auf die evt. Sensationsmache der Presse verlassen dürfen.
Dennoch, schlimm ist es allemal - und Schuld hin oder her - zumindest Gedanken machen sollte man sich meiner Meinung nach.
Tim
Tim ist offline  
Alt 04.12.2001, 18:50   #7
Ralf Rombach
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Leute,

wir sollten uns hier nicht freiwillig an den Pranger stellen.

Fakt ist Fakt und es gibt gewollte und ungewollte Ansiedlungen gebietsfremder Arten in Menge, teils von Aquarianern/Terrarianern ausgelöst, zu einem anderen Teil aber auch durch Landwirtschaft und ungewollt zunehmenden Verkehr und Transports auf der Welt. Beispiele gibt es in Menge.

Kaninchen, Hunde, Rinder, Schafe in Australien und Neuseeland, z.T. mit katastrophalen Auswirkungen auf die einheimische Flora und Fauna, vor allem Neuseelands. In der einhemischen Fauna fehlten die Kotabbauer des Rinderdungs, die mussten nachimportiert werden.

Johanniskraut (Hypericum perforatum) von Europa nach Nordamerika, die Art hat dort in den mittleren Savannenstaaten in Teilen die Tierzucht massiv behindert, das H. perforatum einen photosensilibierenden Stoff enthält, der bei Aufnahme Sonnenbrände verursacht. Auch hier wurden speziell angepaßte Käfer nachimportiert.

Kartoffel und Kartoffelkäfer aus Südamerika nach Europa.

Riesenbärenklau - aus dem Kaukasus, vorzugsweise über Gärten und Gartencenter, die Saatgut verkauften, eingeschleppt, mit gebietsweise massiven Zerstörungen von Feuchtwiesen, aber auch Trockenrasen.

Amerikanischer Nerz, der führte zur fast vollkommenden Ausrottung des unterlegenen europäischen Nerzes. Es gibt ein Schutzprojekt auf einer abgelegenen Ostseeinsel.

Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera) aus Vorderindien mit massiven Einbrüchen in einheimischen gewässerbegleitenden Biotopen.

Topinambur dto. (Landwirtschaft, Jagd, und Gartenbau)

Rudbeckia laciniata dto. - durch Gartenbau.

Solidago canadensis, graminifolia und gigantea aus Nordamerika nach Europa mit massiver Ausbreitungstendenz in kontinentalen Trockenrasengesellschaften.

Schlitzblättriges Greiskraut (Senecio inaeguidens) - aus Südafriek, vor etwa 15-20 Jahren improtiert, derzeit massivste Ausbreitungsntendenzen in Trockenrasen und Felsfluren im Rheinland. Gefährung seltenster Pflanzen und Tiere dieser Biotope ist in wenigen Jahren absehbar.

Ochsenfrosch - Australien, Norditalien, dieses Jahr erstmals bei Karlsruhe in D - ausgesetzt durch Terrarianer.

Bombina bombina - Chinesische Rotbauchunke, habe ich mehrfach im Freiland gesehen, die Art hält sich aber bisher nicht.

Rotwangen-Schmuckschildkröte ....

Grauhörnchen aus Kanada in Norditalien. Dort sind lokal schon die Eichhörnchenpopulationen zusammengebrochen, eine Ausbreitung des Grauhörnchens findet derzeit in Norditalien, der Sprung über die Alpen ist nur eine Frage der Zeit und dann gnade unserem Eichhörnchen. Das wird noch zu unseren Lebzeiten geschehen.

Halsbandsittiche (Papagei, südhemisphärisch verbreitete Familie), derzeit gesicherte Freilandpopulationen in Köln und Bonn (ich denke in Mainz oder Umgebung gab es noch eine weitere). Von der Art geht bisher aber kein Bedrohungspotential aus.


und und und. Wenn man danach sucht, läßt sich diese Liste massiv verlängern.

Guppy an einem Fluß am Niederrhein, Piranha in Südfrankreich Cichlasoma meeki (glaube ich war es) an einem Fluß am Niederrhein

Wir sollten schon uns an die Nase und uns verdammt noch mal dreimal überlegen was wir machen und als Aquarianer jegliches Freisetzen von tropischen/subtropischen Arten verhindern und gar nicht in Erwägung ziehen, aber die paar Beispiele sollen nur zeigen, daß das Ganze gewollt/ungewollt in ganz großem Stile läuft.
 
Alt 04.12.2001, 19:14   #8
Daniel26
 
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Hallo,

da fällt mir noch die nordamerikanische Flusskrabbe ein. Der Halunke hat sich einfach an Schiffen unten verkrallt und hat erst in Europa wieder locker gelassen. Und jetzt ist er hier, viel größer und stärker als unser Krabben

Da auch der Mensch Teil des ökosystems Erde ist, könnte auch die These vertreten werden, dass dies alles auch eine Art von Evolution ist. Ich weiß, sehr provokant, sollte deshalb auch nicht all zu ernst genommen werden, da dass ja sonst ein Freibrief wäre. :wink:

Gruß
Daniel

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Daniel26 am 2001-12-04 13:35 ]</font>
Daniel26 ist offline  
Alt 04.12.2001, 19:29   #9
Achim W.
 
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Hallo an alle,

Das ist zwar offtopic, aber Ralfs Auflistung hat mir wieder ein Erlebnis ins Gedächtnis zurückgerufen:
Als ich vor einigen Jahren (müsste 1994 gewesen sein) im Süden Englands (in Hastings) war, habe ich nicht schlecht gestaunt, als eines Nachmittags ein großes graues Eichhörnchen auf unserem Kaffetisch saß und sich frech bediente. Auf Nachfrage erzählte mir mein Gastvater dann, daß "die braunen" hier schon seit einigen Jahren nicht mehr vorkämen...
Die Grauhörnchen sind angeblich irgentwann aus einem Zoo entkommen und haben sich dann rasend schnell in England verbreitet.

Grüße... Achim


<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Grond am 2001-12-04 13:32 ]</font>
Achim W. ist offline  
Alt 04.12.2001, 19:39   #10
Ralf Rombach
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Achim,

danke, das mit den Grauhörnchen in England wusste ich nicht.

Apropos England :wink: : Rhododendron ist in Südengland ein massives Problem in Schutzgebieten. Nichts mit einheimisch. Alle Rhododendren stammen aus alpinen Hochgebirgen der Nordhemisphere :wink:

Apropos Rhododendron :wink: : Vor etwa 20 Jahren wurde eine auf Rhodendron spezialisierte Zikade, Graphocephala fennahi, nach Europa eingeschleppt, die sich hier am Rhein fest eingebürgert hat in Gärten und Parks und nun langsam Richtung Osten voranschreitet.

Apropos Zikaden :wink: : Letztes Jahr gelang Prof. Remane der Erstnachweis einer nordamerikanischen Spornzikade (Delphacidae) an Apfelbäumen in den Ardennen.

Die Beispiele fielen mir gerade noch ein. Wenn ich ein bisschen im Gedächtnis und Internet rumwühlen wurde, kämen noch weitere.
 
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