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Alt 27.06.2001, 23:33   #1
Klaus
 
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Hallo Leut´s,

da ich in einem anderen Forum nur spärliche Antworten auf ein doch interessantes Thema lesen konnte, möchte ich die Sache hier auch zur Diskussion stellen :

Man liest und „hört“ so oft, dass sich Zierfische im Wachstum „der Beckengröße anpassen“.

kleines Becken....kleiner Fisch ?
großes Becken ....großer Fisch ?


Was ist dran an diesen Aussagen ?

Wie verhält sich das bei Jungfischen ?

Ich kann ständig die Beobachtung machen, dass meine Jungfische aus der selben Generation ( Malawis...pseudotropheus, aulonocaras, lethrinops...usw), die ich aus dem "großen" (500 Liter) Becken herausfange ( wenn ich denn mal welche kriege :wink: , und in ein kleines ( 60 Liter) Aufzuchtbecken setzen, viel langsamer wachsen, als die Jung´s im Großen.
Fütterung ist nahezu identisch ( gut....event. verwöhne ich die "Kleinen" mehr)
Wasserwerte sind in beiden Becken ok ( behaupte ich einfach mal).
Auch die Besatzdichte des kleinen Becken´s ist im Verhältnis zum Großen nicht höher.

Ich hoffe viele von Euch melden sich zu „Wort“...quatsch....zu „Schrift“ :grin:



Gruß
Klaus
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Das interessanteste Geschöpf der Zoologie ist der Fisch. Er wächst noch, wenn er längst verspeist ist. Wenigstens in den Augen des Anglers...
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Klaus ist offline  
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Alt 28.06.2001, 01:54   #2
Stefan Hatt
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Hallo Klaus,

ich denke, das hängt mir der Brutpflege zusammen. Bei P. pulcher konnte ich das selbe feststellen. Wenn die Jungen von den Eltern weggenommen werden und deren Fürsorge fehlt, scheinen sie sich langsamer zu entwickeln. Einen wissenschaftlichen Beweis kann ich jedoch nicht liefern
Vielleicht haben sie ja sowas wie ein Seelenleben oder die Elterntiere geben irgendwelche Substanzen ab, ich konnte die Pulcherjungen auch des öfteren an der Haut der Alten beobachten, wo sie scheinar was wegpickten.

Grüße
Stefan
 
Alt 28.06.2001, 03:01   #3
Christopher
 
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Vielleicht haben sie ja sowas wie ein Seelenleben oder die Elterntiere geben irgendwelche Substanzen ab, ich konnte die Pulcherjungen auch des öfteren an der Haut der Alten beobachten, wo sie scheinar was wegpickten.

-> Du könntest rechthaben mit dem "wegpicken". Bei Diskus (heißen die im Plural nun Diski :???: ) "picken" die Jungfische auch ein Sejkret von der Rückenpartie der Eltern. Was das aber zu bedeuten hat, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich so 'ne Jungfischnahrung.
Ich denke, das kann man auch auf Pelcicachromis Pulcher übertragen, da er ja auch wie der Diskus zu den Barschen zählt.
Gruß, Christopher
Christopher ist offline  
Alt 28.06.2001, 15:47   #4
Klaus
 
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Hallo Stefan,
Hallo Christopher,

bei den von mir gepflegten Ostafrikanern handelt es sich ja WIE IHR ALLE WISST :wink: , überwiegend um Maulbrüter. Sind die Jungen erstmals entlassen, ist es nicht mehr „ so doll“ mit der Brutpflege. Ganz im Gegenteil.
Die Elterntiere werden da ganz schnell zu Kannibalen.
Die „Kleinen“ müßen dann höllisch aufpassen, das sie nicht gefressen werden. Vielleicht ist hier ja auch eine Begründung für den schnelleren Wachstum zu finden ! ? ....so nach der Art „ ..ich muß ganz schnell große werden...damit ich nicht gefressen werde ...“

Den Jungfischen im Aufzuchtbecken droht diese Gefahr nicht.

Die Theorie von Wachstumsaufbauenden Substanzen an der Haut von den Elterntieren mag für einige Arten zutreffen, aber bei meinen „Raudi´s“ bestimmt nicht.

Ob die Tiere sowas wie ein Seelenleben haben........ganz bestimmt !!

Interessant wäre auch zu erfahren, wie die unterschiedlichen „Endgrößen“ bezogen auf die Beckengrößen zu begründen sind.

Gruß
Klaus
_____________
Die Weisheit der Schöpfung erkennt man daran, daß die Fische stumm sind. Was gäbe es sonst für einen Lärm, wenn sie über jedes Ei gackern würden.
(Fritz Kortner)

Klaus ist offline  
Alt 28.06.2001, 16:23   #5
Andrea
 
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Ich habe es nicht nur bei Buba Arten erlebt, das sich diese an die Beckengröße anpassen sondern auch bei Antenenwelsen. Ein frühreres AQ in dem sich die Fische vermehrt haben war 6 - eckig und hatte ca 60 l. Die Fische vermehrten sich, wurden aber nicht sehr groß (ca. 5 cm). Seit 1 1/2 Jahren habe ich jetzt ein 120 l AQ und siehe da, auch die älterne Welsen wurden größer und sind jetzt etwa´12 cm lang.

Das gleiche habe ich bei Prachtschmerlen erlebt. die in dem kleinen AQ in 7 Jahren auf max. 5 cm gewachsen sind.

Andrea
Andrea ist offline  
Alt 28.06.2001, 16:26   #6
Ralf Rombach
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Hallo Klaus und die anderen Teilnehmer,

prinzipiell ist es so, dass sich die Tiere nicht den Beckengrößen anpassen. Ich hatte es schon mal geschrieben, mit einem Lineal schwimmen sie nicht durchs Becken und messen nach und beschliessen dann ihre Endgröße.

Die Ursachen sind sehr verschieden und je nach Organisationshöhe der Art sehr komplex.

Die einfachen Beispiele bei den Zuchtversuchen der Karpfen (Joachim hat gerade die Artikel) in den 60er und 70er Jahren bei der Bundesforschungsanstalt für Fischereiwesen lassen folgenden Schluß zu. Karpfen in kleinen Aufzuchtbecken bei massiver Fütterung wachsen nur dann zu voller Größe heran, wenn die Becken als "Durchflußbecken" mit schnellen Wasseraustausch gebaut. Die Wasserwerte sind für die Art von untegeordneter Bedeutung, alleine der schnelle Austausch des Wassers ist ein Faktor. Die Tiere wachsen dann regelrecht aus den Becken raus. Ob dies vielleicht an wachstumshemmenden, von den Tieren ausgeschiedenen Pheromonen liegt, wurde damals nicht untersucht.

Bei was die Wasserwerte angeht, empfindlicheren Tieren spielen mit Sicherheit verschiedene Parameter, eventuell auch Nitratwerte eine Rolle, die wachstumsbremsend wirken können.

Anton hatte im Süßwasserforum das Beispiel der Oreochromis und Melanochromis auratus (oder war es Cichlasoma nigrofasciatum - ist bei beiden Arten aber ähnlich) gebracht, wo die Wasserwerte in beiden Becken gleich sind, aber die Tiere dennoch unterschiedlich groß werden.

Hier muß man ein wenig in die Stoffwechselphysiologie und die Steuerung der Wachstumsprozesse reinschauen. Diese unterliegen einer strikten Kontrolle über Hormone. Entscheidendes Wachstumshormon ist das Somatotropin, welches im Gehirn im Hypophysenvorderlappe (Adenohypophyse = Gehirnanhangsdrüse) produziert und ins Blut abgegeben wird. Das Somatotropin greift in viele Stoffwechselwege ein, u.a. fördert es das Knochen- zund Knorpelwachstum, es stimuliert die Synthese von Eiweißen im allgemeinen, es stimuliert den Fettabbau.

Das Somatotropin seinerseits wird nun nicht beliebig produziert und abgegeben, sondern es steht selber wieder unter Kontrolle eines weiteren "Gehornhirmones", des Somatostatins (SIH). Dieses wird im Hypothalamus (dem Zwischenhirn-Unterboden) in speziellen Zellen gebildet und in die Adenohypophyse transportiert, wo es die Ausschüttung des Somatotropins steuert.

Die Nervenzellen, die das SIH produzieren (werden auch neurosekretorische Zellen) selber stehen nun unter direkter nervöser Kontrolle durch übergeordnete Gehirnzentren und hier ist dann die Verknüpfung zu den Außenweltfaktoren.

Einer von diesen Außenwelt faktoren ist Stress innerhalb einer Gruppe territorial organisierter Arten. Bei zuvielen Tieren innerhalb der Gruppe, zu kleinen Territorien und bei Anwesenheit von sogenannten alpha-Tieren (Platzhirsch, Leithammel, Silbernacken etc.) wird von den übergeordneten Gehirnzentren über die Nervenzwischenzellen direkt die Ausschüttung des Somatotropins beeinflußt, also mehr oder wenig aktiv gesteuert und damit das Wachstum kontrolliert.

Nur so ist das was Anton für die Zebrabuntbarsche mit monatelnagem stagnierendem Wachstum beschrieb, zu erklären. Sozialer Druck innerhalb in der Gruppe führt auch zur Anpassung der Wachstumsprozesse, weil kleinere, nicht als Feindfische oder Rivalen zu erkennende Tiere innerhalb der Gruppe weniger Aggressionen erleiden müssen.


Diese Prozesse sind natürlich nicht uneingeschränkt auf jeden Fisch oder jedes andere Wirbeltier übertragbar. So ist die Steuerung bei Schwarmfischen mit Sicherheit eine andere und dürfte bei diesen eher über Nahrungsangebot kontrolliert werden, als bei räuberischen oder territorialen Arten. Deswegen sollte man nicht alles vereinheitlichen. Eine Haibarbe ist nun mal nicht mit einem brutpflegenden Buntbarsch vergleichbar, und diese beiden wieder nicht mit einem Neon.

Dann gibt es noch Arten wie die Prachtschmerle, die im Freiland durchaus 40 cm und mehr werden, im AQ zwar theoretisch auch diese Größe erreichen können, aber sie es doch wohl eher selten über 20 cm schaffen. Warum ? Die Gründe hierfür sind unbekannt und man kommt dann leicht und schnell wieder mit der Beckengrößetheorie (Raumfaktor). Auch hier glaube ich liegt die Ursache anders. Wenn man sich mal den Lebenszyklus der PS im Freiland anschaut, so ist das eine Art, die zu den Regenzeiten ausgedehnte Laichwanderung von den Unterlaufen der Flüsse in die Oberläufe und Quellbäche macht. Diese Prozesse werden natürlich auch wieder über Hormonsysteme ähnlich und nah verwandt dem Somatotropin-System kontrolliert. Es handelt sich auch hier wieder um Hypothalamus-Hypophysenhormone, die strikter zentralnervöser Steuerung unterliegen. Die beteiligten Hormone sind sich alle sehr, sehr ähnlich.

Als Theorie würde ich folgenden Zusammenhang postulieren: Können Prachtschmerlen keine periodische Laichwanderung durchführen, gibt es aus dem Körper einerseits und aus der Umwelt andererseits Signale ans Gehirn, dass der "normale Lebenszyklus" der Art nicht ablaufen kann (weil ja im AQ). Das Gehirn bremst dann direkt die Ausschüttung von geschlechtsstimulierenden Hormonen und über Querverbindungen auch die der wachstumsstimulierenden Hormone.

Diese Querverbindung, die jetzt hier als These im Raum steht, ist keine blanke Spekulation, sondern kommt auch bei anderen Wirbeltieren, auch und gerade beim Menschen vor. Es ist kein Zufall, dass pubertierenden Buben genau in der Pubertät oft sehr schnell ablaufende Wachstumsschübe machen (bekannt als Schlacksigkeit). Hier werden die Wachstumshormone zeitweise mit den Geschlechtshormonen in ihrer Wirkung koordiniert.

Gruss Ralf
 
Alt 28.06.2001, 20:28   #7
Klaus
 
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Hallo Ralf,

Danke !!! .....ein Hoch auf die Wissenschaft und alle Biologen . :smile:
Werde mal sehen, ob ich irgendeine Uni finde, die so einem „alten Sack ( Gruß an Michael :wink: )“ wie mich noch aufnimmt, um alle „Schlacks_Hypothal_Somatotropin_Atrenalin_steig_in s_unermeßliche“ Begriffe zu verstehen.

Ist aber schon toll einen „echten“, „engagierten“ Biologen hier in unserer Runde zu haben.

Ich habe jetzt Deinen Bericht gelesen und stell mir erneut die Frage :

„Passen sich Fische in Bezug auf Wachstum (Entwicklung + Endgröße) dem AQ_Becken an ?“

Hm ! Wenn ich jetzt Verkäufer in einem AQ-Laden wäre, würde ich antworten „Ja, in gewisser Weise schon...das hängt von vielen Faktoren ab“

Oder wäre denn diese Aussage falsch ?
Unvollständig..Ja !

Wenn auch nicht in direktem Bezug auf das Beckenvolumen, so doch durch die Begleitumstände die eine bestimmte Beckengröße mit vielen anderen Faktoren hervorruft.

>„..eventuell auch Nitratwerte eine Rolle, die wachstumsbremsend wirken können..“

Ist in kleinen Becken sehr oft höher als in großen.

>„..Einer von diesen Außenwelt faktoren ist Stress innerhalb einer Gruppe territorial organisierter Arten. >Bei zuvielen Tieren innerhalb der Gruppe, zu kleinen Territorien und bei Anwesenheit von sogenannten >alpha-Tieren ...“

Überbesatz in kleinen Becken.

>„... monatelnagem stagnierendem Wachstum beschrieb, zu erklären. Sozialer Druck innerhalb in der >Gruppe führt auch zur Anpassung der Wachstumsprozesse,....“

s.o.

>„... Können Prachtschmerlen keine periodische Laichwanderung durchführen, gibt es aus dem Körper >einerseits und aus der Umwelt andererseits Signale ans Gehirn, dass der "normale Lebenszyklus" der >Art nicht ablaufen kann .. bremst dann direkt die Ausschüttung von geschlechtsstimulierenden >Hormonen und über Querverbindungen auch die der wachstumsstimulierenden Hormone.“

Tja, große Laichwanderungen sind in einem Becken besonders schwer.
Du hast sicher Recht, mit dem direkten Zusammenhang von geschlechtsstimulierenden <-> wachstumsstimulierenden Hormonen ( schließlich habe wir Dich, um das zu lernen und uns zu erklären, auf die Uni geschickt :wink: ).

Ich finde die „Mär“...von..

Kleine Becken -> kleine Fische
Große Becken -> große Fische

...ist sooo falsch nicht. Da gibt es viel viel schlimmere „Mären“ ( ist Mären richtig ?)

Ich denke, es ist eine Sache wie „tief“ man die mit einer Beckengröße verbunden Faktoren beleuchtet.


Nochmals meinen Dank für die ausführlichen Erklärungen.
Zumindest „wir“ hier können diese Angelegenheit nun etwas differenzierter und kritischer betrachten.

Gruß
Klaus
_____________
Das noch zu "Mären" allgemein :

"Die Wahrheit hat nichts zu tun mit der Zahl der Leute, die von ihr überzeugt sind."
(Paul Claudel)
Klaus ist offline  
Alt 28.06.2001, 20:49   #8
Ralf Rombach
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Klaus schrieb am 2001-06-28 14:28 :
Hallo Klaus,

> Werde mal sehen, ob ich irgendeine Uni
> finde, die so einem „alten Sack ( Gruß an
> Michael :wink: )“ wie mich noch aufnimmt,
> um alle Schlacks_Hypothal_Somatotropin_Atrenalin_steig_ins _unermeßliche“ Begriffe zu verstehen.
>

Sorry, ich hoffe, es ist wenigstens in den Grundzügen rüber gekommen.

> „Passen sich Fische in Bezug auf Wachstum
> (Entwicklung + Endgröße) dem AQ_Becken an
> ?“

> Hm ! Wenn ich jetzt Verkäufer in einem
> AQ-Laden wäre, würde ich antworten „Ja, in
> gewisser Weise schon...das hängt von vielen
> Faktoren ab“
> Oder wäre denn diese Aussage falsch ?
> Unvollständig..Ja !

Sie wäre falsch und richtig zu gleich. Die alleinige Reduzierung auf kleine Becken -> kleine Fische und große Becken -> große Fische ist absolut unrichtig, schlichtweg falsch.

Wenn Du aber mal die Einzelparameter (Wasserwerte, Schwimmraum, Stress) als Auslöser hinzu nimmst, können die natürlich dann über die Beckengröße auf das Fischwachstum wirken.

Ein ursächlicher Zusammenhang besteht mit Sicherheit nicht, ein mittelbarer, vermittelter eventuell schon.

> Wenn auch nicht in direktem Bezug auf das
> Beckenvolumen, so doch durch die
> Begleitumstände die eine bestimmte
> Beckengröße mit vielen anderen Faktoren
> hervorruft.

Richtig.

>>„..eventuell auch Nitratwerte eine Rolle,
>> die wachstumsbremsend wirken können..“

>Ist in kleinen Becken sehr oft höher als in
>großen.

Nun ja, das ist noch blanke Theorie mit den Nitratwerten, ich vermute aber schon. Den Nachweis kann ich aber nicht führen.

> Überbesatz in kleinen Becken.

Richtig.

>>„... monatelnagem stagnierendem Wachstum
>>beschrieb, zu erklären. Sozialer Druck
>>innerhalb in der >Gruppe führt auch zur
>>Anpassung der Wachstumsprozesse,....“

>s.o.

Richtig.

>Tja, große Laichwanderungen sind in einem
>Becken besonders schwer.

:smile:

> Du hast sicher Recht, mit dem direkten
> Zusammenhang von geschlechtsstimulierenden
> <-> wachstumsstimulierenden Hormonen (
> schließlich habe wir Dich, um das zu lernen
> und uns zu erklären, auf die Uni geschickt
> :wink: ).

Hihi, danke für die Blumen.

> Ich finde die „Mär“...von..

> Kleine Becken -> kleine Fische
> Große Becken -> große Fische

> ...ist sooo falsch nicht.

Wie gesagt, kein direkter, sondern höchstens ein vermittelter und sehr differenzierter Zusammenhang, der je nach Fischart unterschiedlich ist.

> Da gibt es viel
> viel schlimmere „Mären“ ( ist Mären
> richtig ?)

?

> Ich denke, es ist eine Sache wie „tief“ man
> die mit einer Beckengröße verbunden
> Faktoren beleuchtet.

Wenn schon, dann richtig. Mir sträuben sich halt bei so plumpen Händleraussagen, daß die Prachtschmerlen in einen 54 l Becken sich der Beckengröße anpassen und nicht viel größer als 5-6 cm werden, absolut die Haare. Das ist nicht nur schlichtweg falsch, sondern von der Haltung wird da Tierquälerei gepredigt.

Wenn der Zusammenhang so klar und einfach wäre und wir ihn alle leicht feststellen könnten, wäre es ein linearer Zusammenhang:

0 l Becken - Trockenfisch :smile:

10 l Becken - Prachtschmerle 1 cm
20 l Becken - Prachtschmerle 2 cm
30 l Becken - Prachtschmerle 3 cm
40 l Becken - Prachtschmerle 4 cm
50 l Becken - Prachtschmerle 5 cm
60 l Becken - Prachtschmerle 6 cm
70 l Becken - Prachtschmerle 7 cm
80 l Becken - Prachtschmerle 8 cm
90 l Becken - Prachtschmerle 9 cm
100 l Becken - Prachtschmerle 10 cm
110 l Becken - Prachtschmerle 11 cm
120 l Becken - Prachtschmerle 12 cm
130 l Becken - Prachtschmerle 13 cm
140 l Becken - Prachtschmerle 14 cm
150 l Becken - Prachtschmerle 15 cm
160 l Becken - Prachtschmerle 16 cm
170 l Becken - Prachtschmerle 17 cm
180 l Becken - Prachtschmerle 18 cm
190 l Becken - Prachtschmerle 19 cm
200 l Becken - Prachtschmerle 20 cm

Halt, hier sind wir bei der 20 cm Grenze. Also erst ab 200 l werden die Prachtschmerlen so richtig groß ?

2000 l Becken - Prachtschmerle 200 cm

Wow, was für ein Monster :smile: :grin:

So, und das gilt ja dann nach dieser einfachen Regel dann für jede Prachtschmerle der 6er Gruppe, in der sie in meinem AQ leben - oder doch dann nur in der Summe der Einzeltiere:

100 l Becken - 6 Prachtschmerlen á 1,667 cm

oder

100 l Becken - 6 Prachtschmerlen á 10 cm

-> Überbesatz, wenn man dann auch noch Beifische hat.

Gruss Ralf

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Ralf Rombach am 2001-06-28 15:02 ]</font>
 
Alt 28.06.2001, 23:53   #9
Klaus
 
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Hallo Ralf,

>Sorry, ich hoffe, es ist wenigstens in den Grundzügen rüber gekommen.

Du mußt Dich für „meine“ Unwissenheit nicht entschuldigen.
Aber nochmal : Du hast es trotz einiger für mich unbekannte Fachbegriffe, verständlich geschrieben.

>Sie wäre falsch und richtig zu gleich. Die alleinige Reduzierung auf kleine Becken -> kleine Fische und >große Becken -> große Fische ist absolut unrichtig, schlichtweg falsch.

Ja ok einverstanden ! (Siehe Signatur)

>wenn Du aber mal die Einzelparameter (Wasserwerte, Schwimmraum, Stress) als Auslöser hinzu >nimmst, können die natürlich dann über die Beckengröße auf das Fischwachstum wirken.
>Ein ursächlicher Zusammenhang besteht mit Sicherheit, ein mittelbarer, vermittelter eventuell schon.

Auch ja :wink:, und diese Auslöser ziehe ich auch in Betracht...bei so einer Aussage...zumindest die, über die ich Kenntnis habe.

>Nun ja, das ist noch blanke Theorie mit den Nitratwerten, ich vermute aber schon. Den Nachweis kann >ich aber nicht führen.

Hier hast Du auch Recht.
Natürlich ist es Theorie.
Aber ist es nicht oft die Praxis....?..hohe Nitratwerte in kleinen Becken ?

>>Tja, große Laichwanderungen sind in einem
>>Becken besonders schwer.

>Wenn schon, dann richtig. Mir sträuben sich halt bei so plumpen Händleraussagen, daß die >Prachtschmerlen in einen 54 l Becken sich der Beckengröße anpassen und nicht viel größer als 5-6 cm >werden, absolut die Haare. Das ist nicht nur schlichtweg falsch, sondern von der Haltung Tierquälerei.

Naja Ralf , Schwerpunkt der Frage war nicht unbedingt die Qualifikation dieser Händleraussagen.
Wir wissen sicher alle, das hier zu unterscheiden ist. Nicht in jedem Fall ist der Händler der „Böse“.
Zu oft habe ich schon „Wut schnaubende, Füße stampfende Kid´s“ in einem Aq-Laden gesehen, die trotz Belehrungen des Verkäufers unbedingt diese zwei Diskus in dem 60er Becken haben wollten.
Natürlich mußten da auch noch einen „Sack voll“ von Deinen Prachtschmerlen hinzu.
Das Thema kennen wir ja...leider.
Von den anderen „Händlern“ möchte ich hier gar nicht sprechen. Auf deren Aussagen geb ich eh nix!

Du solltest inzwischen zumindest etwas meine Einstellung zum Tier und auch zu „Händlern“ kennen.

Wenn Du aber an dieser Stelle schon von Tierquälerei sprichst ( Du weißt, sowas provoziert mich), dürftest Du Dich eigentlich gar nicht über die unqualifizierten Massangaben eines „Gier_händlers“ aufregen. „Konsequenter Weise“ müßte man ihn, mit dem Wissen das Prachtschmerlen Laichwanderungen durchführen, und somit der „normale Lebenszyklus“ gestört ist ( Du hast das ja oben sehr gut erklärt), gleich zum Tierquäler abstempeln . Die Laichwanderungen enden in einem AQ halt mal an der Scheibe....und wenn das AQ 100 Meter lang ist und nur 2 Schmerlen darin schwimmen.
Weißt Du, hier komm ich immer etwas ins Grübeln. Da wird oft haarklein abgewägt, ob ein PH Wert X,1 oder X,2 für eine bestimmte Art „Artgerechter“ ist. Über elementare Dinge....wie z.Bsp. die von Dir beschrieben Laichwanderung .....

Aber gut, das zum Thema „wenn schon dann richtig“. Bevor ich wieder ganz weit ausschweife :

Mir ging es hauptsächlich um eine plausible Erklärung wieso meine Jungfische unterschiedlich schnell wachsen. Die hast Du mir gegeben.

>Wenn der Zusammenhang so klar und einfach wäre und wir ihn alle leicht feststellen könnten, wäre es >ein linearer Zusammenhang:

Die Zusammenhänge sind gewiß nicht einfach.
Das war mir vorher klar, und ist jetzt noch etwas klarer .

>0 l Becken - Trockenfisch
bis
>200 l Becken - Prachtschmerle 20 cm
>Halt, hier sind wir bei der 20 cm Grenze. Also erst ab 200 l werden die Prachtschmerlen so richtig groß ?
>2000 l Becken - Prachtschmerle 200 cm
>Wow, was für ein Monster
>So, und das gilt ja dann nach dieser einfachen Regel dann für jede Prachtschmerle der 6er Gruppe, in >der sie in meinem AQ leben - oder doch dann nur in der Summe der Einzeltiere:
>100 l Becken - 6 Prachtschmerlen á 1,667 cm
>oder
>100 l Becken - 6 Prachtschmerlen á 10 cm
-> Überbesatz, wenn man dann auch noch Beifische hat.

Stoooooooooppppp ! :grin: :grin:

„Mann“ ...bin ich froh ...keine Prachtschmerlen zu pflegen. Ich müßte nicht nur Biologie...nein ...auch noch Mathematik studieren :grin: :grin:


Gruß
Klaus
______________
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Paul Claudel
Klaus ist offline  
Alt 28.06.2001, 23:54   #10
Walter
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Hallo,
mein Senf dazu (Ralf, wie wär´s mit einem ersten Buch? :wink: ):
Was vorher erwähnt wurde, dass sich Fische in kleineren Becken auch schon bei kleinerer Körpergröße fortpflanzen, hat nichts mit der Beckengröße zu tun. Fische erreichen die Geschlechtsreife bzw "Fortpflanzungsfähigkeit" nicht mit einem gewissen Alter, sondern mit dem Erreichen eben einer bestimmten Körpergröße, welche bei weitem, je nach Art, noch nicht die Endgröße der jeweiligen Art darstellen muß.
Und dass bei brutpflegenden Arten durch den Maulkontakt beim Gelegeputzen bzw Maulbrüten ein Stoffaustausch zwischen Elterntier und Gelege stattfindet, ist IMO schon mehr als eine Theorie, diese Pflege wirkt sich sicher positiv auf die Gesundheit/Krankheitsresistenz der Brut aus, auf das Wachstum doch aber wohl kaum.
Und drittens muß man bei der Frage Fisch/Beckengröße sicher auch von artspezifischen Unterschieden ausgehen, wie wäre es sonst zu erklären, dass bestimmte Fischarten in kleinen Becken "Zwerge" bleiben, andere (z.B. einige Welse) aber mit den Jahren fast ein Becken sprengen :roll:
Gruß,
Walter
 
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