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Alt 06.07.2001, 15:54   #1
hdo
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Hallo alle,
habe vor ca. 6 Wochen 3 Skalare gekauft. Alle schienen sich wohl zu fühlen und fraßen gut. allerdings war ihre Atemfrequenz von Beginn an recht schnell. Nach ca. 20 Tagen fiel mir auf, daß 2 Skalare gut zu wachsen schienen -einer blieb allerdings zurück. Vor ca. 10 Tagen wirkte dieser dann apathisch fraß nicht mehr und es hing ein langer weißer Kotfaden aus seinem After. Er verkroch sich dann in einer Ecke und starb 2 Tage später. Zunächst ging ich davon aus, daß die anderen beiden ihn unterdrückten und er zuwenig zu fressen abbekam. Leider muß ich nun zu meinem Bedauern feststellen, daß nun der nächste in der Ecke hängt, ein langer weißer Kotfaden aus seinem After hängend. Um den After liegt eine rötliche Verfärbung, wie ein sehr dünner Ring.
Er frißt nun auch schon seit 3 Tagen nichts mehr und atmet heftig. Die Bauchregion wirkt nun etwas eingefallen. Ansonsten keine Auffälligkeiten. Sein Artgenosse wirkt (noch) absolut gesund.
Gehe ich richtig in der Annahme, daß es sich hier um eine Wurminfektion handeln könnte -und wie soll ich weiter verfahren?

Schon jetzt vielen Dank und Grüße
Dirk O.
 
Alt 08.07.2001, 06:57   #2
hdo
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He Jungs (und Mädels) -Ihr laßt mich ja ganz schön hängen!
Hat denn niemand eine Idee?
Wenn Ihr wollt schreib ich auch gerne von meinen Wasserwerten. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß es da zusammenhänge gibt.
Temp.:26,5°C
pH :6,2
gH :2,5
KH :2
NO2 :<0,025mg/l
NO3 :ca. 2,5mg/l
CO2 :ca. 20mg/l
O2 :7mg/l
Leitwert: ca. 70 mikroSiemens
Filterung über Torf (wird 1x/Woche gewechselt)
WW :tägl. ca. 50l OSmosewasser (Becken:350l netto)
Futter: Abwechseld Futtertabs, verschiedene Flocken, Gefrierfutter (Schw./Weiße Mülas, Artemien, Daphnien, Cyclops)
Alle paar Tage ein paar Tropfen Vitamine aufs Futter.
Dem Kerlchen hängt noch immer ein "Schleimfaden" aus dem After und er frisst noch immer nichts. Sonst hätt ichs ja mal mit Knoblauchöl aufs Futter probiert. Aber er nimmt ja nichts auf

Gruß
Dirk O.
 
Alt 08.07.2001, 15:03   #3
Ralf Rombach
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Hallo Dirk,

keiner läßt Dich hängen :smile: Keine Antwort zu bekommen heisst erst mal nur, dass die Lesenden letztlich nichts genaues zu dem Problem sagen können.

Weißer, fädiger Kot ist so was wie Durchfall beim Menschen. Nicht weiter schlimm und kann meist durch Fasten oder Nahrungsumstellung schnell in den Griff bekommen werden. Bei Dir sieht die Sache insofern anders aus, als die Tiere abmagern, Nahrung verweigern und dann sterben. Das hört sich nach einem Parasitenbefall an. In Frage kommen da eigentlich nur 3:

Darmflagellaten (einzellige Tiere) - Behandelbar letztlich nur mit Antibiotika

Fisch-Bandwum: Behandlung kaum möglich.

Nematoden: Behandlung kaum möglich bis schwierig.

In allen Fällen wäre für eine saubere Diagnose eine mikroskopische Untersuchung von Kotproben und/oder frisch verstorbenen Tiere (Gewebeuntersuchungen) erforderlich.
 
Alt 08.07.2001, 17:16   #4
hdo
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Hallo Ralf,
vielen Dank für Deine Antwort!
Wenn man nun gegen Bandwurm und Nematoden eh nicht viel tun kann -warum sollte ich dann nicht versuchen auf Verdacht gegen Darmflagellaten zu behandeln. Kann man z.B. Metronidazol als Kurzzeitbad anwenden, und wenn ja -in welcher Konzentration?
Wäre es sinvoll den betroffenen Fisch zu isolieren?
Wären die Symptome auch mit einer Unterdrückung des Fisches durch seinen Artgenossen zu erklären? Der hat ein wenig Rambo-Allüren und wurde immer ein wenig agressiv, wenn gefüttert wurde (ist aber eher überernährt :smile: ) Desweiteren weisen seine Bauchflossen seit einiger Zeit eine deutliche Blaufärbung auf und er "kämpft" oft mit seinem Spiegelbild.

Gruß
Dirk O.
 
Alt 08.07.2001, 18:09   #5
Ralf Rombach
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Hallo Dirk,

ich weiß nicht, ob Du schon hier im Forum meine Position zu Antibiotika, darunter auch Metronidazol kennst und gelesen hast. Hier mal einige Links:

http://medizin.freepage.de/cgi-bin/f...biti/pers1.htm

http://fit.gmd.de/~roh/LymeInfo/Metronidazole.html

http://www.offizin.de/metro.htm

http://www.ahc-net.at/fach/fachinfos...tronidazol.htm

http://www.apotheker-zeitung.de/metro.htm

http://www.akdae.de/standardFrameset.../Metronid.html

http://www.software-buero.de/borreli...sages/980.html

http://www.max-discus-dream.de/forum/messages/62.html

Es gibt noch viel mehr Links zum Thema. http://www.metager.de

Meine Meinung. Antibiotika haben im Aquarium absolut nichts verloren, vor allem dann, wenn sie auch noch in der Humanmedizin eingesetzt werden. Das Risiko der schnellen Resistenzsentstehung unf Ausbreitung ist viel zu hoch.

Die Entscheidung triffst Du. Aber prophylatkisch ohne klare Diagnose gehören solche Mittel nicht in die Hände eines Aquarianers.

Sorry für diese negative Auskunft.
 
Alt 09.07.2001, 02:47   #6
hdo
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Hallo Ralf,
vielen Dank für Deine Links -aber ich will doch keine Lyme-Desease (Borreliose) behandeln :smile:

>....gehören solche Mittel nicht in die Hände eines Aquarianers.<
Naja... -aber vielleicht in die Hände eines Arztes? :smile:
Ich möchte niemanden beunruhigen, aber die ärztliche Praxis ist eine andere. Wenn Du wegen einer z.B. graviden Sinusitis zum Arzt gehst, wird dieser nicht gleich einen Kieferhöhlenabstrich zur mikrobiolog. Auswertung schicken, sondern zunächstmal ein Antibiotikum verschreiben, das erfahrungsgemäß in einem solchen Falle anschlägt. Auch ein Zahnarzt wird im Falle einer akuten lokalen Ostitis ein Antibiotikum verschreiben, das erfahrungsgemäß wirkt, ohne gleich eine Biopsie durchzuführen.
Ich bin ja keinesfalls an wilden Experimenten interessiert (sonst hätt`ich längst mein HEXA-EX verwendet.....)
Aber ich habe hier meiner Meinung nach nicht viel zu verlieren. Wenn es Nematoden oder Bandwürmer sind sterben meine Skalare wohl mit oder ohne Antibiotika. Wenns aber Flagellaten wären, hätten sie eine reelle Chance. Eine gesicherte Diagnose werde ich in unserem Ort nicht bekommen. (Der hießige Tierarzt hat mich schon ausgelacht, als ich mit einem jungen Schwälbchen kam, das ich fast überfahren hatte und nach Mehlwürmern fragte)
Aber ich werde mich Deiner Kompetenz beugen und zunächst nichts unternehmen. Morgen werd ich mal ein paar Veterinäre anrufen und fragen, ob die vielleicht einen Blick mit dem Mikroskop auf eine Kotprobe werfen könnten.
Gruß
Dirk O.

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: hdo am 2001-07-08 21:50 ]</font>
 
Alt 09.07.2001, 03:27   #7
Ralf Rombach
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Hallo Dirk,

Du hast in vielen Punkten Recht mit dem, was Du schreibst. Es ist unbestritten, daß auch von vielen Ärzten Antibiotika zu schnell und zu unkritisch verschrieben werden.

Dennoch ändert das nichts an der Grundtatsache. Wenn diese Entwicklung allgemein so weiter geht, wird die Medizin evtl. den "Kampf" gegen bakterielle Erkrankungen verlieren und das mit einem viel größeren Schaden für alle.

Da ich selber Borreliose-Träger bin und seit 8 Jahren mit Nebenwirkungen dieser Erkrankung gelegentlich zu tun habe, weiß ich in etwa, wovon ich spreche. Einer unserer beiden Jungens hatte vor drei Jahren eine Borreliose Infektion. Der Arzt hat sich geweigert, Antibiotika zu verschreiben, weil er, jetzt halt Dich fest, die Symptome nicht kannte. Erst auf massiven Druck hin, hat er ein Medikament verschrieben und anschließend eine Blutprobe zur Antikörperbestimmung eingeschickt - mit positiven Befund (Borrelien Infektion).

Ein anderer Arzt aus einer Uniklinik wollte doch tatsächlich gegen eine viralen Infekt mit Antibiotika vorgehen.

Gut, das sind Einzelfälle, sie werfen aber ein Licht auf einen zu kritischen und auch zu unkritischen Zustand der Medizin.

Sei mir nicht böse wegen meiner massiv ablehnenden Haltung. Persönlich würde ich meine Fische sterben lassen, ehe ich Antibiotika einsetze. Das mag hart sein und Du kannst mich zurecht als Tierquäler dann bezeichnen, den Vorwurf muß ich dann annehmen.
 
Alt 09.07.2001, 04:07   #8
hdo
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Hallo Ralf,
daß Du in diese Thematik persönlich involviert bist habe ich nicht gewußt -sorry.

>Sei mir nicht böse wegen meiner massiv ablehnenden Haltung.<

Nein, wäre ich niemals! Ich schätze Deine fachlich überaus fundierten Beiträge und würde mich -wie schon erwähnt- solcher Kompetenz stets beugen. Da ich selbst noch Anfänger bin -verfüge ich über wenig eigene "Substanz" zur Beurteilung einer Situation und bin äußerst froh hier Hilfestellung zu bekommen!

>..Du kannst mich zurecht als Tierquäler dann bezeichnen,...<
Na, dann haben ja schonmal ein Tierquäler und ein Egoist zueinander gefunden :smile: :smile:

>Antibiotika haben im Aquarium absolut nichts verloren, vor allem dann, wenn sie auch noch in der Humanmedizin eingesetzt werden.<
Vielleicht bietet sich ja hier ein Hintertürchen: 2-Amino-5-nitrothiazol, früher Trypaflavin genannt, wird in der Humanmedizi nicht angewendet (habs in der "roten Liste" recherchiert. Dann könnt ichs doch mal mit Hexa-ex probieren, oder?
Gruß
Dirk O.
 
Alt 09.07.2001, 04:25   #9
Ralf Rombach
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hdo schrieb am 2001-07-08 23:07 :
Hallo Dirk,

> daß Du in diese Thematik persönlich
> involviert bist habe ich nicht gewußt
> -sorry.

Laß das sorry, so schlimm ist es auch nicht (wenn ich mal von tage- bis wochenlangen massiven Gelenkschmerzen absehe, aber damit läßt sich auch noch gut leben).

> Nein, wäre ich niemals! Ich schätze Deine
> fachlich überaus fundierten Beiträge und
> würde mich -wie schon erwähnt- solcher
> Kompetenz stets beugen.

Das solltest Du nun nicht immer und unbedingt. Kritisches Nachdenken über Beiträge hilft mehr zur eigenen Meinungsbildung. Keiner ist unfehlbar und meine persönliche Abneigung Antibiotika gegenüber ausser in der Humanmedizin ist im Vergleich zur landläufigen meinung schon etwas extrem.

> Da ich selbst noch Anfänger bin -verfüge
> ich über wenig eigene "Substanz" zur
> Beurteilung einer Situation und bin äußerst
> froh hier Hilfestellung zu bekommen!

Doch, Du hast schon viel Erfahrung. Immer suchst Du doch ganz gezielte Informationen.

> Vielleicht bietet sich ja hier ein
> Hintertürchen: 2-Amino-5-nitrothiazol,
> früher Trypaflavin genannt, wird in der
> Humanmedizi nicht angewendet (habs in der
> "roten Liste" recherchiert. Dann könnt ichs
> doch mal mit Hexa-ex probieren, oder?

Ja, das könnte ein Ausweg sein. Mal einige Links dazu mit http://www.metager.de recherchiert. Genaueres über die biologische Wirkungsweise habe ich leider auf die Schnelle nicht gefunden, um den Wirkungsmechanismus zu verstehen.

http://www.rhusmann.de/aqua/medikame.htm#am2

http://www.drta.de/heidbuechel/Krank...lagellaten.htm

http://www.drak.de/Glossar/A.html

http://www.jbl.de/m_4_d.html

Das wäre ein Versuch wert, obwohl ein Hinweis auf den drta Seiten von einer geringen Wirkungsweise ausgeht. Lies Dir mal bitte diesen Thread aus der Newsgroup durch. Da hat auch Tobias Möser, der sich sehr gut mit parasitären Fischkrankheiten auskennt, sich geäußert.

Aber insgesamt wäre es vielleicht einen Versuch wert.
 
Alt 09.07.2001, 05:38   #10
hdo
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Habs gelesen -der hält ja nicht viel von dem Zeug. Eine Alternative wäre noch Preis-Coly; überwiegend pflanzliche Inhaltsstoffe. Das werd ich wohl ausprobieren (sofern ichs hier bekommen kann) und die Temp. vorrübergehend erhöhen.
Gruß
Dirk O.

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: hdo am 2001-07-09 12:31 ]</font>
 
 

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