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Majo 09.09.2002 21:28

Hallo Ralf,

wenn ich das mal für mich zusammenfassen darf, geht Ihr zwar davon aus, daß die Nitrifikation durch Bakterien weiterhin stattfindet. Wo diese Bakterien sich allerdings ansiedeln ist noch weitesgehend unbekannt. Eure Vermutung ist jedoch, daß sie sich auf Steinen, Pflanzen, Wurzeln etc. ansiedeln, richtig?
Könnte sein, aber dann nur in Zonen, wo die Strömung nicht allzu groß ist und die Populationen nicht ständig wieder aufgewirbelt werden.
Ob bei einem Bodengrundaustausch tatsächlich kein Nitripeak auftaucht, weiß ich nicht, da ich dieses noch nie ausprobiert habe (solange bin ich ja nun auch noch nicht bei der Aquaristik dabei) und muß mich damit auf Deine Erfahrungswerte verlassen. Wenn das aber tatsächlich so ist, dann hat der Bodengrund vermutlich die gleiche Filterwirkung, wie ein Filter, nämlich nur eine sehr geringe; ansonsten könnten filterlose Becken nicht funktionieren. :wink:
Auch ich habe mir in letzter Zeit sehr viel den Kopf über diese Fragestellungen zerbrochen. Allerdings hat es andere Gründe (Prüfungsvorbereitungen), weshalb auch ich nicht ins Freibad gekommen bin.
Gruß,

Marion


Hallo Gerd,

Zitat:

Kein Mensch nahm Anstoß an der nicht naturnahen NO3-Konzentration von 45 mg/l?
Wie hoch war denn der Wert vor der Umstellung? Denn so ungewöhnlich für ein Aquarium (für die Natur sicherlich) ist er ja nun auch wieder nicht und deswegen bin ich auch nicht unbedingt ins Grübeln gekommen. Da faszinieren mich die relativ geringen Ammoniumwerte mehr.

Zitat:

Aber die Frage des Bodengrundes hat m. E. mit dem Experiment nichts zu tun.
Wenn Ihr aber nun mit Eurer Vermutung falsch liegt und die vertriebenen Mikroorganismen aus dem Filter sich nun verstärkt auf dem Bodengrund bzw. in den oberen Schichten ansiedeln, dann darf dieser nicht außer Acht gelassen werden. Im Gegenteil ich finde sogar das dies der entscheidene Knackpunkt in der ganzen Rechnung ist.
Gruß,

Marion

Gruß,

Marion

Gerd Kassebeer 09.09.2002 21:42

Hallo Ralf!

Zitat:

Das für NH4 glaube ich auch, wird sich noch zeigen müssen, für NO2 eher nicht.
Es läuft auf moderate Konzentrationen zu. Die Metabolitenkonzentrationen müssen höher sein, weil ein Reaktor hoher Leistung durch einen niedriger Leistung ersetzt wird. Die Diffusionsstrecken werden länger als vorher. Dadurch werden auch die intermediären Konzentrationen höher. Ich hatte bislang den Eindruck, daß das von Euch zumindest für NH4 gewollt ist.

> Kein Mensch nahm Anstoß an der nicht naturnahen NO3-
> Konzentration von 45 mg/l?

>Doch, Werner heute morgen in d.r.t.a. :D

Habe ich inzwischen gefunden und beantwortet. Da müssen meine armen Fische in einer Kloake schwimmen!

Zitat:

Im Ernst, wir wissen doch alle, wie das mit der bedeutung der Nitratwerte tatsächlich ist, nichts genaues weiß man nicht. Ich als eher "naturnaher" Aquarianer, um mal wieder dieses Unwort zu bringen ;) habe keinerlei Tolernaz gegen Nitrat und versuche, dies in allen Becken, die ich habe zu drücken. Wissenschaftliche Begründungen kann ich Dir auch nicht geben, aber ein nicht nitratzehrendes Becken ist für mich keines.
Ein naturnaher Aquarianer im Sinne einer Nachahmung des Originalwassers sollte so konsequent sein, sein Hobby aufzugeben, wenn er wirklich zuende denkt. Denk doch mal zuende! (-:)

Gruß Gerd

Gerd Kassebeer 09.09.2002 21:53

Hallo Marion!

Zitat:

Wo diese Bakterien sich allerdings ansiedeln ist noch weitesgehend unbekannt. Eure Vermutung ist jedoch, daß sie sich auf Steinen, Pflanzen, Wurzeln etc. ansiedeln, richtig?
Könnte sein, aber dann nur in Zonen, wo die Strömung nicht allzu groß ist und die Populationen nicht ständig wieder aufgewirbelt werden.
Im Gegenteil! Am Ort der stärksten Strömung, wo sich der Biofilm gerade noch halten kann, da tobt das Geschehen. Guck mal in einen Abwassergraben!

Zitat:

Wie hoch war denn der Wert vor der Umstellung? Denn so ungewöhnlich für ein Aquarium (für die Natur sicherlich) ist er ja nun auch wieder nicht und deswegen bin ich auch nicht unbedingt ins Grübeln gekommen. Da faszinieren mich die relativ geringen Ammoniumwerte mehr.
Der Wert wird alle 20 min. gemessen und auf einen Datalogger gegeben etwa seit vier Jahren. Bei Stillegung der Matte war gerade eine Woche vorher WW gemacht worden (50%), seitdem nicht mehr.

Zitat:

Wenn Ihr aber nun mit Eurer Vermutung falsch liegt und die vertriebenen Mikroorganismen aus dem Filter sich nun verstärkt auf dem Bodengrund bzw. in den oberen Schichten ansiedeln, dann darf dieser nicht außer Acht gelassen werden. Im Gegenteil ich finde sogar das dies der entscheidene Knackpunkt in der ganzen Rechnung ist.
Darauf bin ich schon an anderer Stelle eingegangen!

Gruß Gerd

Ralf Rombach 09.09.2002 22:16

Hallo Gerd,

> Es läuft auf moderate Konzentrationen zu. Die
> Metabolitenkonzentrationen müssen höher sein, weil ein Reaktor
> hoher Leistung durch einen niedriger Leistung ersetzt wird.

Im Prinzip ja, aber im Detail ist diese These erst mal eine These. Ob das AQ als gesamter Reaktor wirklich eine geringe Leistung hat, sei noch mal dahingestellt.


> Die Diffusionsstrecken werden länger als vorher. Dadurch
> werden auch die intermediären Konzentrationen höher.

Vergiss das Rühren nicht. ;)


> Ich hatte bislang den Eindruck, daß das von Euch zumindest für
> NH4 gewollt ist.

Ja. Zumindest nach dem theoretischen Denkansatz.


> Ein naturnaher Aquarianer im Sinne einer Nachahmung des
> Originalwassers sollte so konsequent sein, sein Hobby
> aufzugeben, wenn er wirklich zuende denkt. Denk doch mal
> zuende! (-:)

Ne, lieber nicht. Da bleibe ich doch bei einem gewissen Grad inkonsequent und pflege lieber noch ein paar Fische nebenbei. ;) Ansonsten könnte ich ja gar nicht mit Dir hier diskutieren.

Gerd Kassebeer 09.09.2002 23:31

Hallo Ralf!

> Es läuft auf moderate Konzentrationen zu. Die
> Metabolitenkonzentrationen müssen höher sein, weil ein Reaktor
> hoher Leistung durch einen niedriger Leistung ersetzt wird.

>Im Prinzip ja, aber im Detail ist diese These erst mal eine These. >Ob das AQ als gesamter Reaktor wirklich eine geringe Leistung >hat, sei noch mal dahingestellt.

Ich vergleiche hier HMF mit Filterlos, und meine Strömungspumpe setzt sich mehrmals täglich zu! Was mache ich da bloß? Hinter der Matte passierte das nicht! Eine gute technische Lösung des Problems ist mir noch nicht eingefallen! Vielleicht eine Schaumstoffplatte vorm Filter? (-:) Oder eine kräftigere Pumpe? Was ist denn so üblich zum Umrühren?

> Die Diffusionsstrecken werden länger als vorher. Dadurch
> werden auch die intermediären Konzentrationen höher.

Vergiss das Rühren nicht. ;)

Siehe oben!

> Ein naturnaher Aquarianer im Sinne einer Nachahmung des
> Originalwassers sollte so konsequent sein, sein Hobby
> aufzugeben, wenn er wirklich zuende denkt. Denk doch mal
> zuende! (-:)

Ne, lieber nicht. Da bleibe ich doch bei einem gewissen Grad inkonsequent und pflege lieber noch ein paar Fische nebenbei. ;) Ansonsten könnte ich ja gar nicht mit Dir hier diskutieren.[/quote]

Die Antwort gefällt mir!

Gruß Gerd

Ralf Rombach 10.09.2002 08:57

Hallo Gerd,

> und meine Strömungspumpe setzt sich mehrmals täglich zu! Was
> mache ich da bloß? Hinter der Matte passierte das nicht! Eine
> gute technische Lösung des Problems ist mir noch nicht
> eingefallen!

Tja, wer weiß. Ich setze als Rührer meinen alten Eheim Topfspielzeuge ein und einfache Luftheber ohne Schaumstoff davor. Kann bisher nicht klagen.

Anja 10.09.2002 10:38

Hallo Marion,

Zitat:

wenn ich das mal für mich zusammenfassen darf, geht Ihr zwar davon aus, daß die Nitrifikation durch Bakterien weiterhin stattfindet. Wo diese Bakterien sich allerdings ansiedeln ist noch weitesgehend unbekannt. Eure Vermutung ist jedoch, daß sie sich auf Steinen, Pflanzen, Wurzeln etc. ansiedeln, richtig?
Zitat:

Ob bei einem Bodengrundaustausch tatsächlich kein Nitripeak auftaucht, weiß ich nicht, da ich dieses noch nie ausprobiert habe
Ich habe im Januar meinen Bodengrund komplett ausgewechselt ( von weissen auf dunklen Kies da die Reflektionen zu stark und IMO störend für die Bewohner waren )

Am Filter / Deko habe ich nix gemacht, im Gegenteil ich habe den Filter in einem Behälter mit AQ-Wasser weiterlaufen lassen und sämtliche Pflanzen / Deko in diesen Behälter aufbewahrt.

Das Wasser habe ich dabei zu 60-70 % gewechselt.

Beobachtungen : Trübung des Wasser ( verschwand nach ca. 20 Stdt. )
Wasserwerte : No2 = n.N. No3 = 25 Ph4 = 0.8 Ph = 7
nach 24 Stdt. No2 = n.N. No3 = 25 Ph4 = 0.8 Ph = 7

weitere Messungen jeweils nach 24 Stdt. No3 sank wieder auf 10 - 15 mg/l ( innerhalb einer Woche ).

Es ist also kein Nitritpeak durch den Austausch aufgetreten. Was mir allerdings nachdem ich hier fleissig mitlese Gedanken macht das ich ca. 4 Wochen danach nach einem Neuzugang eine unbekannte Infektion im Becken hatte. Ich hatte das bisher durch eingeschleppte Erreger mit dem neuen Fisch geschoben bin mir aber inzwischen wg. dem Bodengrundwechsel bzw. über die Auswirkung darüber unklar...

Zitat:

Wenn Ihr aber nun mit Eurer Vermutung falsch liegt und die vertriebenen Mikroorganismen aus dem Filter sich nun verstärkt auf dem Bodengrund bzw. in den oberen Schichten ansiedeln, dann darf dieser nicht außer Acht gelassen werden. Im Gegenteil ich finde sogar das dies der entscheidene Knackpunkt in der ganzen Rechnung ist.
Verstehe ich dich hier richtig das du annimmst die Organismen halten sich schon verstärkt im Filter auf und siedeln sich erst nach dem "Ausfall" des Filters wo anders an ??

Majo 10.09.2002 14:55

Hallo Anja,

Zitat:

Verstehe ich dich hier richtig das du annimmst die Organismen halten sich schon verstärkt im Filter auf und siedeln sich erst nach dem "Ausfall" des Filters wo anders an ??
Nein, nicht ganz. Lass es mich so ausdrücken: Die Mikroorganismen (MO) siedeln sich zum Einen auf allen Oberflächen an (auch auf dem Bodengrund und evtl. auch in den darunterliegenden Schichten) und zum Anderen bevorzugt im Filter, wenn denn einer da ist. Ist der Filter nicht mehr vorhanden, so stehen den MO´s auf den Oberflächen mehr Nährstoffe zur Verfügung, so daß sie sich vermehren können, was sie dann sicherlich auch tun werden.
Gruß,

Marion

Anja 10.09.2002 20:52

Hallo Majo,

Zitat:

Ist der Filter nicht mehr vorhanden, so stehen den MO´s auf den Oberflächen mehr Nährstoffe zur Verfügung, so daß sie sich vermehren können, was sie dann sicherlich auch tun werden.
Du meinst in der sogenannten Kammhaut, die sich ja durch die Filterströmung selten bildet :-?

Majo 10.09.2002 22:46

Hallo Anja,

die Strömung bleibt ja weiterhin bestehen. Nein, ich meine die sogenannten Biofilme, die sich überall im Aquarium finden: auf Steinen, Pflanzen, Bodengrund...
Gruß,

Marion


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