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Alt 16.09.2002, 12:23   #1
Dirk O.
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Standard Flagelatenfreier Bestand=>Sinn/Unsinn?

Hallo,

ja, ja, dieser Herr Untergasser gab mir am Wochenende einiges zu denken.
Da war davon die Rede, daß er Diskus-Fische ohne Eltern aufzieht und diese mit Metronidazol-versetzen Nauplien füttert um gänzlich Flagellaten-freie Bestände aufzubauen.
Ich denke mal, daß ein Großteil der Nachzuchten veräußert werden soll.
Mir keimt der Verdacht auf, daß es hier weniger um gesunde Diskus, als vielmehr um optimierte "Ausbeute" gehen soll.

Was bringt es dem Kunden, einen Diskus zu kaufen, der garantiert Flagellatenfrei gezogen wurde - und das vielleicht sogar zu einem höheren Preis?

Es wird ja schließlich kaum ein Becken geben, in dem sich nicht Millionen von Flagellaten tummeln.

Man setzt also dann so einen Prachtburschen, dessen Immunsystem noch nie Flagellaten-Kontakt hatte in ein "normales" Becken - da muß es den doch umhauen?!

Oder sollte es gar im Rio negro Diskus geben, deren Darm frei von Flagellaten ist? Dann wäre diese Maßnahme ja direkt ein Schritt in Richtung "naturnah" :lol:


Gruß,
Dirk
 
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Alt 16.09.2002, 12:44   #2
Ralf Rombach
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Standard

Hallo Dirk,

ja, was soll man dazu bloß sagen ? Eigentlich gehört diese Frage nicht hierher, sondern in die Diskus-Mailingliste, weil hier im Forum die entsprechenden Leute / Vertreter der ein oder anderen Theorie nicht vertreten sind.

Natürlich geht es bei Herrn Untergasser oder auch bei Gerhard Rahn, siehe aktuellen Bericht über parasitenfreie Diskus in der neuen DATZ, auch oder vielleicht vor allem ums Geld.

Die Meinungen können weit auseinander gehen, Gerhard konnte zumindest glaubhaft machen, daß parasitenfreie Tiere tatsächlich "etwas besser stehen" als parasitenbehaftete Tiere - nur, was heisst das und unter welchen Rahmenbedingungen ?

Nimm Dir den DATZ Artikel von Gerhard Rahn und schau Dir auf Seite 16 das Bild einer Zuchtanlage und Du weißt, wo die Probleme liegen und wo sie herrühren - Sterilhaltung und Sterilaufzucht. Vermutlich dann auch noch, um schnellen Durchsatz zu erhalten falsche Ernährung.

Wenn ich schon lese - Einsatz von Formalin, dann rollen sich mir die Fußnägel auf.

Meine ersten drei Diskus aus dem letzten Herbst stammten auch von einem früher so operierenden Züchter. Als ich den AQ Schrank aufmachte und mir die Mittelchen ansah, da gingen mir die Augen über - Metronidazol, Aquafuran und andere Anitibiotika und der frühere Halter der Tiere berichtete mir vor dem Erwerb auch vom Einsatz. Und natürlich Rinderherzfütterung und Cichlidensticks - Kraftfutter pur.

Und heute ? Die 3 sitzen in einem voll bepflanzten, vermutlich parasitenverseuchtem Becken, verweigern heute jegliche Aufnahme von Rinderherz, so sind entwöhnt - bekommen nur ausgesuchtes Frostfutter (Artemia, weiße, schwarze Mülas, Krill, Mysis, Wasserflöhe) und das eher knapp - sind kerngesund, laichen alle 2 Wochen ab, kloppen sich wie die Irren, habe nie ein anderes Medikament ausser Wasser gesehen und es geht.

Tobias Diplomvater sagte mal: Ein Fisch ohne Parasit ist totkrank.

Und er hat Recht.

Herr Untergasser, das haben wir auch schon mehrfach im Forum diskutiert, hat mit manchen seiner Thesen, v.a. Krankheiten bei Großcichliden betreffend, Unrecht.

Flagellaten und zwar quer durch die Bank gehören zur natürlichen Darm- und auch Beckenflora. Man muß jetzt noch mal genauer recherchieren, warum es denn so oft zu den Diagnosen Flagellatenbefall kommt und ob das a) so ist und b) welche Arten daran beteilgt sind und c) wieso diese Störung der Darmflora in Gänze auftritt.

In aller Regel wird man schnell auf ungenügendes Futter unfd ungenügendes Wasser kommen. Achtet man darauf sehr, sind Diskus keine schwerer zu haltenden Tiere als andere auch - nur sie sind und bleiben Buntbarsche, sie sind nicht friedlich und sie werden groß. Das sind die Parameter, die man zu berücksichtigen hat.
 
Alt 16.09.2002, 13:01   #3
Ralf Rombach
Gast
 
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Standard

Hallo Dirk,

der folgende Beitrag wurde im februar letzten Jahres in der Diskus Mailingliste gebracht. Ich habe ihn anonymisiert:

Zitat on

am Samstag habe ich meine Nachzuchten von Mitte 11/2000 mit Formalin gegen Kiemenwürmer behandeln müssen. Nach 11 Stunden habe ich 100 % des Wassers wechseln müssen, da kein anderes Becken frei war. Das Wasser war reines Leitungswasser, das schon einige Tage in meinem 1500 Liter Tank umgepumpt wurde (ist mein Wasserwechsel-Vorratsbehälter). Das Wasser hatte eine Temperastur von nur 24 Grad C.

Nach dem Wechsel lagen viele der Kleinen auf dem Boden, 100% waren Ihnen doch zu viel, mußte aber ja sein. Da sie mir so leid taten, habe ich gleich eine volle Dosierung EASY-LIFE gegeben. Kurz danach ging das Licht aus. Ich hatte mich schon damit abgefunden, am Sonntag einige Tote entsorgen zu müssen. Aber
dann kam die Überraschung. Sonntags morgens ich nichts wie ab in den Keller. Siehe da alle top fit und alle an der Scheibe, warten auf Futter. Futter rein (Rinderherz SV 2000) und die Schlägerei geht los. Toll zu sehen.

Zitat off


Noch Fragen ? Ist das nicht ein Beispiel für eine vergewaltigte Tierart ? Wundert Dich noch was ?
 
Alt 16.09.2002, 13:06   #4
Dirk O.
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Zitat:
Noch Fragen ?
Nein

Zitat:
Wundert Dich noch was ?
Ja - daß die so hart im nehmen sind :roll:
 
Alt 16.09.2002, 13:08   #5
Erich Willems
 
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Uff, Ralf,

"artgerechte Tierhaltung"...
ist das in der Diskussgemeinde denn ein Fremdwort
oder sind das dort Ausnahmen?

Tschüss
Erich
Erich Willems ist offline  
Alt 16.09.2002, 13:20   #6
Michael Stache
 
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Moin moin!


@Dirk,
gegenüber mir hast du dich ja schon als bislang noch stiller Mitleser der Diskusliste "geoutet" , seit wann genau bist du denn dabei?
In der Liste gibt es im Prinzip eben auch zwei Fronten, die "parasitenfreien Diskus" und die "Wilden".
Wenn du möchtest suche ich dir die entsprechenden Mails des letzten Jahres raus und leite sie an dich weiter?


@Erich,
viele der Diskuszüchter sind wohl noch so eingestellt (sterile Zuchtwürfel und Aufzuchtbecken), hauptsächlich wohl aus kommerziellen Gründen.
Der Großteil der Diskusgemeinde, zumindest die aktiven Mitleser/-schreiber der Diskusliste, halten ihre Tiere aber in eingerichteten Becken, sofern man ihrem Geschriebenen glauben schenkt.



Viele Grüße
sendet
Michael
Michael Stache ist offline  
Alt 16.09.2002, 13:30   #7
Ralf Rombach
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Hi Dirk,

Zitat:
Wundert Dich noch was ?
> Ja - daß die so hart im nehmen sind :roll:

Eben und da ist der Knackpunkt. Diskus sind keine Mimosen, da kenne ich andere.

Warum soll ich gegen Kiemenwürmer mit Formalin vorgehen, wenn sie bei vernünftiger Hälterung in aller Regel nach 6 Wochen von alleine abfallen und den Wirt verlassen ?

Warum soll ich gegen Flagellaten direkt mit Metronidazol behandeln, wenn ich erstmal mit Futterumstellung die meisten Probleme einfacher und schneller in den Griff bekomme.

Warum soll ich Tiere in Leitungswasser halten, was ist das überhaupt ?, wenn ich mit Wasserwerten wie genannt, einfacher und besser zum Ziel komme.

Die Hygiene des AQ spielt eine Rolle, aber die wird deutlich überzogen und hochgespült bei den Diskuszüchtern (ist ein wenig pauschaliert, gebe ich zu). Ich habe z.B. überhaupt nichts dagegen und habe selber einen bereit liegen, an einem stärker besetzten Diskusbecken einen UV Brenner im Dauerbetrieb laufen zu lassen. Gar nichts spricht dagegen, vieles eher dafür. Bei den genannten Wasserwerten, moderatem besatz, intakter Sozialstruktur in der Gruppe (die ist oft das Hauptproblem), und qualitativ gutem Futter sind Diskus nicht schwieriger zu halten als andere Weichwasserfische auch.

Nochmal, die soziale Struktur ist wichtig. Friedlich sind Diskus nun mal nicht. Meine kloppen sich regelrecht und teilweise heftig, vor allem dann, wenn es zum Ablaichen kam. Da gibt es auch Wunden und Schrammen, die verheilen alle von alleine ohne Narben, ohne Verpilzungen, ohne bakterielle Infektionen.

Warum dieser Mythos um den König der Fische ?
 
Alt 16.09.2002, 13:47   #8
Michael Stache
 
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Dirk,

um deine Frage noch zu beantworten, für mich ebenfalls Unsinn!
Zwei meiner zur Zeit gehaltenen Diskus sind Wildfänge, weshalb sich die Frage für mich also eigentlich auch garnicht stellt.
Diskusmutanten, gefärbt wie Lutscher und ohne Parasiten kommen mir mehr als unnaturlich vor!

Viele Grüße
sendet
Micha
Michael Stache ist offline  
Alt 16.09.2002, 21:33   #9
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Hallo,

also ich kann das mit der ach so schwierigen Haltung und der Angst vor Parasiten durchaus verstehen.

Wenn man Tiere ohne Bodengrund, der veränderte Bakterien- und Bakterienfresserpopulationen abfängt, ohne Pflanzen, die bestimmte Bakterizide Stoffe ins Wasser abgeben und andere Stoffe aufnehmen, ohne Versteckmöglichkeiten vor einander und vor dem Pfleger hält, ist es kein Wunder, daß die Tiere zicken.

Da würde allerdings auch einer meiner Wildguppies zicken, wahrscheinlich früher als so eine lollifarbene Kreissäge.

schöne Grüße

Gast ist offline  
Alt 16.09.2002, 21:53   #10
Dirk O.
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Hallo Tobias,

>also ich kann das mit der ach so schwierigen Haltung und der
>Angst vor Parasiten durchaus verstehen.

:lol:
ich hätte am ehesten davor Angst, ein Tier in eines meiner Becken zu setzen, das bis dato noch keinerlei Flagellaten-Kontakt hatte bzw. dessen Immunsystem derartige Kontakte wohl kaum handhaben könnte... :wink:

Gruß,
Dirk
 
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