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Alt 25.12.2002, 20:53   #1
Ralf Rombach
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Standard Die "Lebendgebärenden Krankheit"

Hallo,

Wir wissen alle über den schlechten gesundheitlichen Zustand der Handels-Lebendgebärenden aus asiatischer Zucht Bescheid. Gilt übrigens durchaus auch für manchen europäischen Züchter.

Nach allem, was ich bisher gesehen, recherchiert und mit Leuten drüber gesprochen habe, handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um einen ganzen Komplex gleichzeitig auftretender Krankheitsbilder, die den Tieren das Überleben erschweren. Wir schreiben gerne, antibiotikaverseuchte Zuchten, aber so ganz den Kern trifft das nicht.

Es handelt sich um eine komplexe Symptomatik, die

a) auf Bakterien (innere [Fisch-TB] und äußere [hier insbesondere Flossenfäule]),

b) auf Flagellatären Erkrankungen (Symptoimatik weißlicher, schleimiger Kot),

c) auf unspezifische Hauttrüber (hier insbesondere diverse Ciliaten, wohl auch Flagellaten)

Pilzerkrankungen treten nach meinen Beobachtungen erstaunlich selten auf.

Die Symptome insgesamt sind wie folgt:

a) Freßunlust,
b) Apathie,
c) Flossenklemmen (dann ist meist schon zu spät),
d) Schaukeln mit dem Vorderkörper (dann sind die Tiere kaum noch zu retten),

diese sind die Erstsymptome

e) Trübungen der Flossen (bakterielle Flossenfäule),
f) auftretende Knötchen in der Haut (Hauttrüber)


So in etwa läuft das Erkrankungsmuster ab.

Die Tiere stecken sich in den asiatischen Teichzuchten wohl aufgrund hoher Besatzdichten sehr schnell an. Offenbar sind die dort auftretenden Stämme der Erreger mittlerweile multiresistent gegen die Mehrzahl der Medis, selbst Hammergaben von FMC helfen kaum noch. Ektozon und Antimaladin N auf Perboratbasis wirken nicht gegen die Hauttrüber, selbst MGO nur bedingt.

Einer der weiteren Faktoren ist das Aufzuchtfutter. Wie ich mittlerweile rausbekam, wird in Asien ein eigener Futterbrei zusammengemixt (muß billig sein und trotzdem schnelles Wachstum ermöglichen), dessen Hauptkomponente Fischmehl in hohen Konzentrationen ist. Das ist bei Aufwuchsfressern wie die Lebendgebärenden auch kein gutes Futter. Die flagellatären Störungen der Darmfunktion sind wohl darauf zurückzuführen.

Alle Medikamentierungsversuche, die ich dieses Jahr an einigen Stämmen im Verein machte, zeigten -> Resistance ist futile. Will damit sagen, daß die Ausfallquoten mit Standardmedikamenten genauso hoch waren wie ohne Einsatz der Medis.

Der einzige wirklich sichtbar und zählbar wirkende Faktor war bisher Seewasser, und zwar bei uns aus eingelaufenen Becken. 2 l Seewasser (etwa 60 g) auf 60 l Süßwasser (1 g/l Seesalz) und die Sterbequote sank rasch, sehr rasch. Kochsalz, ob jodiert oder nicht, spielt keine Rolle, wirkt nicht so gut.
 
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Alt 25.12.2002, 22:16   #2
kabbi
 
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Standard

Hallo Ralf,

Du schreibst:

Der einzige wirklich sichtbar und zählbar wirkende Faktor war bisher Seewasser, und zwar bei uns aus eingelaufenen Becken. 2 l Seewasser (etwa 60 g) auf 60 l Süßwasser (1 g/l Seesalz) und die Sterbequote sank rasch, sehr rasch. Kochsalz, ob jodiert oder nicht, spielt keine Rolle, wirkt nicht so gut.

Wie meinst du das mit der "Salzzugabe"? Ist sie notwendig bis es ihnen wieder besser geht oder ist das auf Dauer?

Die Sympthome treten doch danach wieder auf oder irre ich mich?

Ich weiss ich eine blöde Frage .......
kabbi ist offline  
Alt 26.12.2002, 07:55   #3
Thomas P.
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Hallo Andi!

Ich weiß nicht, in wie weit Du die Molly - Brackwasser - Problematik der letzten Wochen mit verfolgt hast, besonders eine Diskussion, welche leider sehr abglitt: http://www.aquaristikserver.de/forum...060&highlight= gab viel Anstoß zum Nachdenken.

HP Krug hat versucht, einen Erklärungsthread http://www.aquaristikserver.de/forum...ic.php?t=27898 zu eröffnen, dessen Ergebnisse in diesem Thread durchaus eine Teilnahme ud Beachtung finden sollen.
 
Alt 26.12.2002, 08:31   #4
Ralf Rombach
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Hallo Andy,

das Problem ist

a) die Tiere zu stabilisieren, das gelingt bei nicht zu stark vorgeschädigten Tieren ganz gut mit dem Salz.

b) Bei Rücknahme der Salzkonzentration besteht die Gefahr der Reinfektion durchaus und sie ist nicht gering. Allerdings habe ich auch schon mehrere Stämme dadurch soweit stabil bekommen, daß sie auch ohne Salzzusatz gut weiter leben. Allerdings dauerte die Salzbehandlung doch alles in allem ca. 4-6 Wochen, darunter hat es wenig Sinn.

Ich habe diesen Thread für weitere Beobachtungen und Erfahrungsaustausch aufgemacht.
 
Alt 26.12.2002, 09:03   #5
Thomas P.
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Hallo Leute!

Ich weiß, daß Try and Error bei Lebewesen nicht angebracht ist, doch hätte nicht wenig Lust, einen Versuch zu starten. In meinem 80er AQ habe ich durch Weggabe von Fischen (habe einen Bekannten beim Hobbystart unterstützt) etwas "Luft" geworden und würde gern von einem optisch gesunden Mollyschwarm, welcher bei GH 16 ! mit Diskus ! in einem AQ schwimmt 2 W und ein M P. sphenops zu meinen Trauermänteln in GH 15 setzen. Ohne Salz etc.

Eine Rückgabe der Tiere, wenn sie die kritische Marke von 8 cm durchbrechen, ist gewährleistet.

Das AQ hat folgende Werte:

GH 15
KH 12
PH 7,2
Temp. 23 - 24°C
TWW alle 6 Tage 50 - 70 % mit kaltem Wasser (Temp. - Sturz bis 18°C, bislang ohne Probleme)

Was meint Ihr?
 
Alt 26.12.2002, 09:28   #6
HPKrug
Gast
 
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Moin Thomas!

Was willste mit diesem "Versuch" denn aufzeigen?
IMHO sollteste keine Probleme mit den Mollys bekommen, gesunde Tiere vorausgesetzt.

Gruß, HP
 
Alt 26.12.2002, 11:14   #7
Thomas P.
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Moin HP!

Zitat:
Zitat von HPKrug
Moin Thomas!

Was willste mit diesem "Versuch" denn aufzeigen?
Gruß, HP
Ja, was wohl? Ob es auch ohne Salz geht, denn der Restbesatz wäre damit überfordert. Mollys sind für mich faszinierende Tiere und ich habe mich bis jetzt ob der Bracki - Diskussion nicht zu einer Haltung durchringen können. Wir waren uns ja einig, daß Salz nicht zwingend notwendig ist, nur wird meine 15 GH ausreichen?

Wäre die Konstelation 1 M/2 W zu wenig?
 
Alt 26.12.2002, 12:02   #8
Majo
 
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Hallo Thomas,

wenn Du mich fragst, bin ich sehr wohl der Meinung, dass es auch ohne Salz geht. In meiner Anfängerzeit hatte ich auch einen relativ großen "Schwarm" Black Mollies über drei Jahre lang in ganz normalen Leitungswasser (Berliner Leitungswasser! mit GH 20 wohl bemerkt) gehalten. Die Tiere haben sich vermehrt wie nichts und sahen imer blendend aus, keine Ausfälle, nichts. Im Nachhinein muß ich sagen, dass das eigentlich die einzigsten Tiere waren, die in dem Becken richtig stabil waren. Aber war es auch wirklich artgerecht? Ich denke nicht und das ist dann gerade der Knackpunkt, weswegen ich es Heute nicht mehr so handhaben würde. Denn immerhin habe ich ja nun so einiges dazu gelernt.
Gruß,

Marion
Majo ist offline  
Alt 26.12.2002, 12:27   #9
Alien
 
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Hi,

Ich habe eine Frage und zwar die Babys von den Antibiotika Fischen sind die gesund wenn sie in einem normalen AQ leben (ohne Medikamente usw...) ?

Oder sind die schon von Hausaus krank - Vererbung ?

ciaoo
Alien ist offline  
Alt 26.12.2002, 12:36   #10
Majo
 
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Hallo Alien,

nein, vererbt wird das nicht, da hierbei ja lediglich eine Schwächung des Immunsystems vorliegt oder anders ausgedrückt, die Stärkung des Immunsystems wurde unterdrückt. Dieses manifestiert sich aber nicht in den Genen und kann damit nicht vererbt werden. Nachwuchs, der nicht mit Antibiotika groß wird, dürfte damit eigentlich wesentlich gesünder und stabiler sein, als seine Eltern.
Gruß,

Marion
Majo ist offline  
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