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Blackyy schrieb am 2001-10-20 15:53 :
Blackyy, > Ralf mit dir kann man aber auch immer gut > diskutieren, bis der Arzt kommt. :grin: > Ich habe bewusst den Biber gewählt!!! > Tatsächlich würde ich mir die Frage > stellen, ob dieser Biber, es nicht an einer > gleichwertigen Stelle schöner/gleich schön > finden würde. das ist eine echt schwierige Frage und daher ist der Biber geradezu ein wirklich gutes Beispiel. In der Eifel gibt es auch so ein Wiedereinbürgerungsprojekt für den Biber, obwohl der Begriff Wiedereinbürgerung eigentlich falsch ist, weil er dort wohl von Natur aus nicht leben würde. Das Projekt sieht in etwa so aus: Oberhalb einer Talsperre (Trinkwasser) wurden vor etwa 15 Jahren an zwei Bächen einige Biber ausgesetzt. Was machten die Jungs - Dammbauten, Bach aufstauen und und und. Dabei zerstörten sie so ganz nebenbei höchstwertvolle, extrem seltene Erlenbruchwälder nährstoffarmer Standorte durch Überflutung. Diese Bruchwälder stehen als ganzer Biotop kurz vor der Ausrottung (ist die westliche atlantiknahe Variante der Bruchwälder, von denen es nur noch winzige Reste gibt). Da ist ein Zielkonflikt ... Hätte man die Biber aber an der richtigen Stelle angesiedelt, nämlich am Unterlauf der Rur etwa in Höhe von Jülich (z.B. NSG Rurauenwald-Indemündung), wäre die Art durch Aufstau der Rur direkt mit menschlichen Interessen kollidiert (Landwirtschaft, Siedlungsbau, Flußbegradigung, Kläranlage einer 100.000 Einwohnerstadt). Du siehst, eifgentlich ist für die Art kein Platz mehr in Mitteleuropa. > Umweltschutz muss bezahlbar sein, bzw. die > Gesellschaft muss das Geld dafür über > haben. Glaube mir, Umweltschutz im Sinne von Arten- und Biotopschutz ist bezahlbar. Es gibt da durchaus Modellrechnungen. Um beispielsweise das Artensterben in Nordrhein-Westfalen zu stoppen, wäre eine jährliche Investition von etwa 250 Mill. DM, vorzugsweise in Grunderwerb, erforderlich (Zahlen, die wir mal an der Uni haben grob ermittelt). Real werden etwa 90 Mill. investiert mit natürlich Schwankungen. Was sind 250 Mill. DM bei einem 17.000 Mill. Haushalt, den das Land hat, 1,47 %. Ist es uns das nicht wert ? Ist eine ICE Trasse Köln Frankfurt mit einer Flughafenanbindung, die alleine runde 700 Mill. kostet, wirklich so viel wichtiger ? Ist ein Metrorapid wirklich die Investition wert ? > Wenn ich wüsste das der Neubau an dieser > Stelle Arbeitsplätze, damit Einnahmen und > damit Geld für Umweltschutz bringen würde, > hätte ich keine Probleme damit ihn > umzusiedeln. Im Prinzip stimme ich Dir zu, die Realität sieht aber zu oft anders aus. > Das die finanzielle Unterstützung fast > "Utopie" ist, sieht man ja an der > nichtvorhandenen sozialen Verantwortung der > Arbeitgeber gegenüber den Arbeitnehmer. > Wenn es da schon kneift, wer kümmert sich > dann um Umweltschutz. Richtig, der ganze Denkansatz ist falsch und nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegt. > Der größte Fehler Ralf war ,dass 1492 > jemand über den Teich geschippert ist, um > all diejenigen glücklich zu machen, die > ohne uns besser drangewesen wären. Das ist wohl so zwar richtig, ob es aber nun 1492, 1592 oder 1992 gewesen wäre, spielt eigentlich kaum eine Rolle, da sich die Denkansätze nicht entscheidend verändert haben. > Meine Anschuldigung war schon sehr spitz, > aber weggucken ist halt wie mitmachen und > ein schlechtes Gewissen habe ich eigentlich > immer nur dann, wenn ich nichts gesagt > habe. Geht mir schon so ähnlich. > Ich schätze dich aber auch so ein, dass du > schon ab und an einen Versuch wagen wirst. Mache ich, hängt aber sehr von meiner Laune und meiner aktuellen Konfliktbereitschaft ab. Manchmal oder aber auch öfter, habe ich einfach nicht den Nerv dazu. > Aber auch hier im Forum, darf und muss es > erlaubt sein Fischhalter kritisch > anzugehen, ihr Wissen zu hinterfragen und > bei offensichtlicher Unkenntnis passende > Worte abzulassen. Klar, erstens machen wir das, zweitens denke ich, wenn das unser aller erklärtes Ziel ist und wir vielleicht da manches erreichen im Sinne einer vernünftigen Tier-(Fisch-)Haltung udn evtl. auch Zucht, haben wir hier schon viel gewonnen. > Spontan eingefallen:" Es wäre schön einen > Hinweis anzubringen > --BETRETEN AUF EIGENE GEFAHR-- > --BISSIGE FORENMITGLIEDER-- > ..." Wenn Moderatoren kommen und beissen wollen, flach hinlegen und auf Hilfe warten. Wenn keine Hilfe kommt, dann .... :grin: _________________ Gruss Ralf <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Ralf Rombach am 2001-10-20 16:28 ]</font> |
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Hallo........
Ich gebe ehrlich zu, mir raucht der Kopf nach all dem gesagtem. Es ist wirklich erstaunlich wieviel Informationen hier fliessen , doch ich persoenlich finde es nicht gerade hilfreich fuer all diejenigen, die nicht so tief in der Thematik verankert sind... :??? Im Gegenteil, die meisten werden wahrscheinlich keine Antwort wagen, weil sie Angst haben unter Fussel und Fish Man abgehakt zu werden....... :evil: Etwas habe ich an der ganzen Diskussion vermisst: Das Wohlergehen der Fische... :C Sicher, es wird geschrieben, dass man die Wildfaenge vermehren soll mit dem Ziel die Importe so weit wie moeglich zu verringern, also weniger Tierleid/tod zu erwirken. Aber was ist denn mit den, Nachzuchten? Ich behaupte , ich koennte auch so einige Arten gezielt Nachzuechten und in den Handel bringen. Gehoere ich jetzt zu den "Boesen", weil ich die von mir gehaltenen Tiere nur aus purem Egoismus habe? ![]() Hat mal jemand darueber nachgedacht, dass so einige wahrscheinlich Probleme haben ihre Tiere in den Handel abzugeben, weil dann irgend so ein Unwissender kommt und sie innerhalb weniger Tage in seinem AQ sterben laesst? Mir geht es jedenfalls so. Ich moechte meine Nachzuchten gezielt dorthingeben, wo ich weiss, es wird sich um ihr Wohlergehen gekuemmert! Und ja, ich habe Wildfaenge bei mir und die Toetung unzaehliger anderer Tiere damit unterstuetzt! Klar haette ich sie nicht kaufen brauchen, sie waeren wahrscheinlich entweder im Haendlerbecken irgendwann gestorben oder bei jemanden gelandet, der glaubt sie wuerden sich seinem Wasser anpassen. Ups, nach ner Woche tod? Schweinerei, der Haendler hat mir kranke Tiere verkauft....... Da hat sich der Tod all seiner Artgenossen ja so richtig gelohnt, denn der eine darf jetzt in der Deutschen Kanalisation schwimmen......... Es ist etwas grob ausgedrueckt, aber fuer mich macht es keinen Unterschied, ob der gequaelte Fisch ein Import oder eine Nachzucht war, gelitten hat er trotzdem. Seht das Forum doch mal durch und macht Euch klar, wieviele Guppis, Mollis, Skalare und so viele andere sterben oder unter fuerchterlichen Bedingungen leben muessen! Also Leute zuechtet brav die Tiere nach, damit nur die Nachzuchten leiden. Auf die Problematik der Herkunftslaender will ich nicht eingehen, denn ehrlich gesagt, habe ich nicht genuegend Wissen ueber die genauen Umstaende. Ich kann nur fuer richtig satte Preise plaedieren, dann wird sich nicht jeder einfach mal einen Fisch kaufen. Denn wenn es dem Deutschen an den Geldbeutel geht, dann versteht er keinen Spass mehr! :evil: Aber das ist halt mein Wunschdenken.... :roll: Gruss Verena <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Verena am 2001-10-20 17:40 ]</font> |
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#23 |
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Verena schrieb am 2001-10-20 17:39 :
Hallo Verena, > nicht gerade hilfreich fuer all diejenigen, > die nicht so tief in der Thematik verankert > sind. Warum denn nicht ? Klar ist es schwierig. > Im Gegenteil, die meisten werden > wahrscheinlich keine Antwort wagen, weil > sie Angst haben unter *** und *** abgehakt > zu werden....... Das wäre sehr schade. > Etwas habe ich an der ganzen Diskussion > vermisst: Das Wohlergehen der Fische... Gutes Argument. > Gehoere ich jetzt zu den "Boesen", weil ich > die von mir gehaltenen Tiere nur aus purem > Egoismus habe? Nein, natürlich nicht, aber Du siehst, dass es keine einfache Lösung als solche gibt. Es geht auch nicht im geringsten darum, jemanden zu verdammen oder anzugreifen, weiß Gott nicht. Es geht darum, ein wenig mehr Sensibilität zu berwirken. Wenn ein Roter Neon (Wildfang) nicht mehr nur 3 Monate im AQ lebt, wioe ich das leider zu oft erleben musste, sondern 5 Jahre, dann ist schon viel zur Reduktion der Importe beigetragen. > Hat mal jemand darueber nachgedacht, dass > so einige wahrscheinlich Probleme haben > ihre Tiere in den Handel abzugeben, weil > dann irgend so ein Unwissender kommt und > sie innerhalb weniger Tage in seinem AQ > sterben laesst? Tja, sehr berechtigtes Argument. > Und ja, ich habe Wildfaenge bei mir und die > Toetung unzaehliger anderer Tiere damit > unterstuetzt! Klar haette ich sie nicht > kaufen brauchen, sie waeren wahrscheinlich > entweder im Haendlerbecken irgendwann > gestorben oder bei jemanden gelandet, der > glaubt sie wuerden sich seinem Wasser > anpassen. Das ist nun aber kein Argument. Das Geschäft lebt von der Nachfrage - keine Nachfrage - kein Geschäft. Oder glaubst Du, ein Händler würde fleißig weiter L 46 anbieten, wenn er die Tiere nicht absetzen könnte. > Es ist etwas grob ausgedrueckt, aber fuer > mich macht es keinen Unterschied, ob der > gequaelte Fisch ein Import oder eine > Nachzucht war, gelitten hat er trotzdem. Klar, bezogen auf das einzelnen individuelle Leben macht es keinen Unterschied, bezogen auf die Erhaltung seltenere Arten schon eher. > Seht das Forum doch mal durch und macht > Euch klar, wieviele Guppis, Mollis, Skalare > und so viele andere sterben oder unter > fuerchterlichen Bedingungen leben muessen! Ich denke, wir sind doch alle hier im Forum aktiv, damit diese Probleme langsam aber sicher weniger werden. Wenn das nicht wäre, wäre das Forum überflüssig. Und gerade die Frequenz der Nutzung läßt doch immer Hoffnung bestehen, daß sich was ändert. Zuerst in der Tierhaltung als solche, dann im nächsten Schritt auch in der Arterhaltung. Das wünsche ich mir wenigstens. > Also Leute zuechtet brav die Tiere nach, > damit nur die Nachzuchten leiden. Ein wenig provokant :wink: > Ich kann nur fuer richtig satte Preise > plaedieren, dann wird sich nicht jeder > einfach mal einen Fisch kaufen. Richtig, und wieder richtig. Womit wir wieder beim Preis beispielsweise für Hypancisrtus zebra, anonym unter L 46 bekannt, wären. |
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#24 |
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Hallo Verena und alle anderen Lesenden!
Es geht mir mit meinen Beiträgen in diesen Thread nicht um Verurteilung, sondern um Bewusstmachung. Darum, zu überzeugen, nicht zu überreden; ans Herz legen, nicht verbieten. Entropie findet überall statt, nicht nur in unbelebter Materie, auch im Menschenleben. Deshalb ist es mir ein Anliegen, Energie wieder "reinzupumpen" in unser Alltagsleben - jenachdem auch mit scharfen Worten ("Versaubeutelung dieses Planten"). Dieses Forum ist ein Marktplatz mit dessen Hilfe Zustände verbessert werden können, nicht nur der Zustand des Guppies, der am 8. Oktober um 16.35 h in der Florastr. 23 in *** geschlüpft ist, sondern auch der Zustand des "genetischen Codes" einer Fischart an sich. Wer meint nicht "durchzublicken", kann mitlesen und nachfragen, muss sich nicht abgewertet fühlen. Die Erwähnung von zwei Forum-Youngsters bezog sich nicht auf deren Grundhaltung, bei ihrem Alter erwarte ich auch keine ausgereifte ethische Grundhaltung (die sollen erstmal ihre Erfahrungen machen können), sondern auf deren Art, zu schreiben. Allerdings würde ich mir wünschen, noch einige Meinungen hier zu lesen von den Foristen mittleren Alters mit viel Aq-Erfahrung und vielen bisherigen Beiträgen... gruss, roland |
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#25 |
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Ich seh einiges anders als Ralf habe aber mal die gleichen Passagen ausgewählt
Verena schrieb am 2001-10-20 17:39 : Hallo Verena, > nicht gerade hilfreich fuer all diejenigen, > die nicht so tief in der Thematik verankert > sind. Das Thema ist klar, einzig die Tatsache, das lange Postings dazu verleiten das im erste Satz geschriebene im letzten Satz nicht mehr zu wissen. > Im Gegenteil, die meisten werden > wahrscheinlich keine Antwort wagen, weil > sie Angst haben unter *** und *** abgehakt > zu werden....... Dein Posting entscheidet(meist das erste). Hier kommt niemand von Anfang an in eine Schublade. > Etwas habe ich an der ganzen Diskussion > vermisst: Das Wohlergehen der Fische... Das steht doch hier überall!!!!!!!!! 10% kommen an, wieviel % sterben unterwegs? Überbesatz, Tierschutz, Artenschutz..... > Gehoere ich jetzt zu den "Boesen", weil ich > die von mir gehaltenen Tiere nur aus purem > Egoismus habe? Nee. > Hat mal jemand darueber nachgedacht, dass > so einige wahrscheinlich Probleme haben > ihre Tiere in den Handel abzugeben, weil > dann irgend so ein Unwissender kommt und > sie innerhalb weniger Tage in seinem AQ > sterben laesst? Warum züchtet er dann? > Und ja, ich habe Wildfaenge bei mir und die > Toetung unzaehliger anderer Tiere damit > unterstuetzt! Klar haette ich sie nicht > kaufen brauchen, sie waeren wahrscheinlich > entweder im Haendlerbecken irgendwann > gestorben oder bei jemanden gelandet, der > glaubt sie wuerden sich seinem Wasser > anpassen. Sehe ich wie Ralf > Es ist etwas grob ausgedrueckt, aber fuer > mich macht es keinen Unterschied, ob der > gequaelte Fisch ein Import oder eine > Nachzucht war, gelitten hat er trotzdem. dto. > Seht das Forum doch mal durch und macht > Euch klar, wieviele Guppis, Mollis, Skalare > und so viele andere sterben oder unter > fuerchterlichen Bedingungen leben muessen! noch einmal dto. > Also Leute zuechtet brav die Tiere nach, > damit nur die Nachzuchten leiden. Ist der Züchter besser?? Vielleicht wenn er seine Nachzuchten nimmt und in irgendeinem Tümpel in irgendeinem Hochland aussetzt!!?? Ein Überangebot drückt die Preise und dadurch wird das Tier Fisch erst zum Wegwerfartikel!!!!!!!!!!!!! > Ich kann nur fuer richtig satte Preise > plaedieren, dann wird sich nicht jeder > einfach mal einen Fisch kaufen. Halbrichtig, denn wer genug Geld hat, wird dadurch auch nicht einsichtiger!!! |
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#26 |
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Hallo zusammen,
Roland Du alter Schlingel, werf jetzt nicht Birnen mit Äpfeln zusammen! Die "erhaltenswerten" Arten sind im Handel für jeden zugänglich. Ich selbst hätte letzte Woche diesen "ominösen" L46 Zebra kaufen können, Stückpreis 96,-DM. Für das Geld hätte ich mir 6-8 Stück zulegen können. Mein "Gefühl" sagte mir aber: "Laß das sein", du weiß nichts über diese Fische. Bei uns in den großen "Fischhandlungen" (Fischquälstationen) sind noch ganz andere Fische zu bekommen. Ich denke ein Umdenken kommt noch. Wenn die Fangländer erstmal eingesehen haben, was für einen Wert die exportierten Fische haben. Dann wird ein Guppy bei uns so um die 8,-Euro kosten! Ansonsten gibts nur die geklonten "Teile" für 0,50 Euro. Verdammt noch mal, wo ist die Grenze? Gruß Martin K. |
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#27 |
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Hallo zusammen,
Jetzt möchte ich hier auch mal meine Meinung dazu kundtun. Ich denke das größte Problem ist immer noch, daß die meisten Aquarianer, vor allem die „Anfänger“, total uninformiert sind. Solange der Rote Neon noch als Anfängerfisch verkauft wird und die wenigsten wissen, daß es sich dabei um Wildfänge handelt wird sich an der ganzen Situation nichts ändern. Und welcher „Neuaquarianer“ weiß das schon? In welchem Zoofachgeschäft ist schon ausgezeichnet welcher Wels ein Wildfang ist und welcher eine NZ? Oder ein anderes Beispiel die Schmerlenarten, sind das jetzt alles Wildfänge oder werden sie doch irgendwo in Freilandteichen gezüchtet? Mal ehrlich wieviel Aquarianer haben sich schon über solche Fragen Gedanken gemacht? Ich glaube Roland schrieb, daß es einen unterschied macht welche Wildfänge man kauft, da es gefährdete und ungefährdete Arten gibt. Nur wer sagt welche Art gefährdet ist und welche nicht. Hat denn jemand zahlen wieviel L46 noch in Freiheit leben und ab wieviel Exemplaren der Bestand kritisch ist. Noch interessanter finde ich die Frage wie lange Neons noch importiert und „verheizt“ werden können ohne den Bestand dauerhaft zu schädigen? Ich denke schon, daß ein verantwortungsbewußter Aquarianer, gerade wenn er sich bewußt WF zulegt, die Tiere so pflegt, daß sie sich vermehren können. Denn ein Ziel der Aquaristik sollte es doch sein die Vermehrung (nicht unbedingt Zucht ) seiner Pfleglinge. Grüße Jens PS Eine Frage habe ich noch. Es gibt ja auch einige Arten unter den L-Welsen, die noch nicht nachgezüchtet worden sind oder unter Aquarienbedingungen nicht züchtbar sind. Sollen diese Tiere nicht mehr importiert werden oder ist ein Import für Liebhaber doch noch vertretbar? |
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#28 |
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Hallo nochmal,
und danke fuer all die Antworten. Leider bin ich mit meinem Computer noch nicht so vertraut, also werde ich nicht so schoene Zitate angeben koennen, sondern mich allgemein beziehen. :roll: Ich sprach nicht die Aquarianer an, bei denen sich die Tiere "normal" vermehren, sondern wo gezielt Zuchten angesetzt werden.Meine Aeusserung, ihr sollt alle mal schoen weiter zuechten war ironisch gemeint! Fuer mich macht es keinen Sinn ein Tier auf Teufel komm raus zu vermehren, wenn ich schon von Anfang an weiss, dass sie im Handel "verheizt" werden. :smile: Ich bin mir der Tragweite der Problematik des Fischfanges durchaus bewusst und wollte nur darauf aufmerksam machen, dass die Problematik nicht durch Nachzuchten bereinigt wird, sie verlagert sich nur. Es ist eine illusion zu glauben, dass wenn Importe aufhoeren auch nicht mehr so viele Tiere leiden. Sicher waeren dann die Wildvorkommen keine begehrte Beute mehr, dafuer wuerden dann aber andere Probleme in den Vordergrund ruecken. Was die Preise angeht: ich bin mir mehr als sicher, dass die Nachfrage bei Fischen schnell zurueckgehen wuerde, wenn die Augen beim Bezahlen traenen wuerden! Natuerlich waeren dann immer noch Menschen drunter, die sich um das Wohlergehen der Tiere keinen Deut scheren, aber die "Spontankaeufe" wuerden mit Sicherheit immens nachlassen. Denn nur um mal zu sehen "ob es denn klappt" eine Menge Geld auf den Tisch zu legen waeren diese Leute dann nicht mehr bereit. Und nur das zaehlt..... Im Moment hilft also nur die Aufklaerung und genau aus diesem Grund sind wir ja alle hier..... :wink: Ich habe mich auch nicht irgendwie degradiert gefuehlt ( bin ich viel zu faul zu :razz: Ist halt meine Meinung.... So, jetzt muss ich aber zu Bett und wuensche Euch allen eine Gute Nacht und viel Spass noch miteinander, Verena |
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#29 |
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JensK schrieb am 2001-10-20 23:25 :
Hallo Jens, ich werde bei weitem nicht zu allen Aussagen Deines Postings etwas schreiben. Verena hat schon irgendwie Recht, daß es bei solchen Themen nicht immer Sinn macht, alles zu quoten und zu kommentieren. > Ich glaube Roland schrieb, daß es einen > unterschied macht welche Wildfänge man > kauft, da es gefährdete und ungefährdete > Arten gibt. Nur wer sagt welche Art > gefährdet ist und welche nicht. In aller Regel werden über viele Jahre Arbeit von Wissenschaftlern, aber auch interessierten Laienforschern einer Gruppe sogenannte "Rote Listen" erarbeitet und veröffentlicht. Dieses Instrumentarium der Roten Listen gibt es seit etwa mehr als 20 Jahren. Die Kriterien, wann eine Art als in ihrem Fortbestand als gefährdet einzustufen ist, werden neuerdings zunehmend international vereinheitlicht. Weitere Infos auf internationaler Ebene findet man beispielsweise unter http://www.iucn.org/themes/ssc/redlists/rlindex.htm oder unter http://www.redlist.org/ für Deutschland unter http://www.bfn.de/03/0301.htm dort sind auch Links nach Österreich und der Schweiz enthalten. Du wirst bei Durchsicht dieser Seiten oder Listen schnell feststellen, dass dort wenige bis kaum Zierfische enthalten sind. Auch nicht Arten, die sicher als derzeit hochgradig gefährdet einzustufen. Dies hat verschiedene Gründe. 1. Ist es schwierig, in größeren Staaten überhaupt vernünftiges Datenmaterial zu sammeln. Selbst die USA sind in der Erfassung ihrer Gefährdungsgrade der Tier- und Pflanzenwelt nicht soweit, wie es kleinere Staaten aus der Europäischen Union sind. 2. Staaten, die zudem dann noch in den sogenannten Biodiversitätszentren liegen, das sind die Regionen der Welt mit absolut überragender Artenvielfalt (wie Teile Brasilien und der Nachbrarländer, wie Kamerum oder Rep. Zaire oder Kongo, wie Teile Malaysias, Indonesiens oder Vietnam), sind je nach Größe der Länder auch heute noch regionsweise vollkommen unerforscht. Es werden dort täglich (wenn man alle Organismengruppen betrachtet) noch viele wissenschaftlich unbekannte Arten entdeckt. Um mal Zahlen zu bringen, derzeit wissenschaftlich bekannt sind etwa 1,5-2 Millionen Tiere und etwa 750.000 Pflanzen. Seriöse, wirklich seriöse Schätzungen gehen von bis zu 18 Mill. Tier- und Pflanzenarten auf der Welt aus, andere Zahlen sind noch höher, d.h. schätzungsweise um die die 5-10 % aller Organismenarten sind überhaupt erst bekannt. Ein guter Erforschungsgrad der jeweiligen Tier- und Pflanzenwelt eines Staates ist aber Voraussetzung für die Abschätzung der Gefährdung von Arten und die Erstellung Roter Listen, zumindest müssen gute und nachvollziehbare Angaben über die jeweilige Verbreitung einer Art vorliegen. Dies ist natürlich in Staaten wie Brasilien schwieriger als in Deutschland oder den Nachbarländern. 3. Natürlich spielen da auch wirtschaftliche, finanzielle und politische Aspekte eine Rolle. Wenn man sich nur mal vor Augen führt, wie schwierig Verhandlungen zwischen Staaten zum Walschutz sind oder auch im Hintergrund weiß, daß selbst Rote Listen aus Deutschland Versuchen der Einflußnahme von Lobbyistengruppierungen unterliegen, kann man sich leicht vorstellen, daß natürlich Staaten der dritten Welt erst mal recht wenig Interesse dran haben, auf gutem Datenmaterial basierende Rote Listen erstellen zu lassen. Dies könnte ja im Zweifel eine Einschränkung der Exporte nach sich ziehen (Washingtoner Artenschutzabkommen), die Forderung nach Großschutzgebieten für diese Organismen könnte erhoben werden und und und Zierfische, die definitiv, in der Red List of threatened species enthalten sind, stammen aus Mittelamerika aus der Familie der lebendgebärenden Hochlandkärpflinge (Goodeidae). Tatsächlich ist eine Art vermutlich in 2000 ausgestorben, für eine weitere Art steht es täglich zu erwarten. Nachsuchen in 1999/2000 (glaube ich aus dem Kopf heraus) brachten nur ein oder zwei Nachweise überhaupt noch. In Europa lebt von dieser Art ein Zuchtstamm von etwa 200 Tieren. Weitere Infos http://www.guenter-ellenberg.de dort beispielsweise unter Characodon audax oder Zoogeneticus tequila Die Gründe für das Aussterben dieser Tiere ist nicht der Zierfischfang in diesem Fall zu suchen, sondern wie so oft in der Zerstörung der Lebensräume dieser Arten mit vielfachen Ursachen, die letztlich aber fast immer menschlich bedingt sind. > Hat denn jemand zahlen wieviel L46 noch in > Freiheit leben und ab wieviel Exemplaren > der Bestand kritisch ist. Im Red Data Book unter der genannten Adresse werden derzeit keine Harnischwelse geführt. Das Problem hier ist tatsächlich wohl nicht, daß keine Gefährdungen vorliegen, sondern daß wir bis heute nicht genügend Informationen über den Umfang der Bestände einzelner Arten haben. Hypancistrus zebra lebt im Rio Xingu, einem etwa 1.500 km langen Nebenfluß des Amazonas. Konkrete Daten über die lokale Verbreitung habe ich bisher nur vereinzelt gefunden, und die lassen keinen Rückschluß auf die Gesamtverbreitung zu. Hinzu kommt, daß man einiges auch über die Biologie, als die Ansprüche, die eine Art an ihren Lebensraum stellt, und die Strategie in der Fortpflanzung der Art wissen muß, um überhaupt nur halbwegs realistische Schätzungen machen zu können. Schau auch mal hier in diesen Thread rein: http://www.zierfisch-forum.de/phpbb/...12&start=15&26 dort habe ich es mal kurz versucht, etwas hochzurechnen für den Hypancistrus zebra, aber Du wirst schnell feststellen, daß da viel zu viele Unwägbarkeiten enthalten sind. > Noch interessanter finde ich die Frage wie > lange Neons noch importiert und „verheizt“ > werden können ohne den Bestand dauerhaft zu > schädigen? Das mit dem Roten Neon ist ebenfalls ein Problem, welches aber etwas anders gelagert ist. Der Rote Neon ist in seiner Fortpflanzungsstrategie sowas wie ein Wasserfloh, wenn der schnöde Vergleich mal erlaubt sei. D.h. die Art hat von Natur aus schon sehr starke Schwankungen innerhalb seiner Populationsdichte, was mit Regen- und Trockenzeiten zusammenhängt. Schwankungen von 90 % jährlich dürften da schon fast normal sein. Die Art hat sich an diese wechselnden Bedingungen (wie viele andere auch) durch eine Unmenge an Eiern, also Nachwuchs, angepaßt, um die jährlichen Verluste zu kompensieren. In der Konsequenz heißt das vereinfacht, daß man durchaus bis zu 90 % aller Roten Neon theoretisch der Natur entnehmen könnte, das sind also alle die Tiere, die so oder so sterben werden in der Trockenzeit, ohne den Bestand des Neons dauerhaft zu gefährden. Das Problem beim Roten Neon ist nun folgendes, daß er dauerhaft, fast ganzjährig, gefangen und exportiert wird, also auch in den Fortpflanzungszeiten dieser Art. Genau dieses hat aber schon lokal zur Überfischung der Bestände geführt, so daß schon vor etwas mehr als 20 Jahre (aus dem Kopf heraus) Schonzeiten für den Roten Neon, fast ähnlich wie für den Hering in der Nordsee, eingeführt wurden. Diese sind aber in dem riesigen Land nur schwierig zu kontrollieren und durchzusetzen, wobei dann auch wieder die Armut ins Spiel. Für den Roten Neon würde ich derzeit noch keine Gefährdung annehmen, er gehörte aber in die sogenannten Vorwarnlisten zur Roten Liste, die wir in Deutschland seit einigen Jahren zunehmend für alle Tier- und Pflanzengruppen einführen. Eine Art der Vorwarnliste heisst: Die Entwicklung des Bestandes dieser Art gehört in Zukunft genauer überwacht. > PS Eine Frage habe ich noch. Es gibt ja > auch einige Arten unter den L-Welsen, die > noch nicht nachgezüchtet worden sind oder > unter Aquarienbedingungen nicht züchtbar > sind. Sollen diese Tiere nicht mehr > importiert werden oder ist ein Import für > Liebhaber doch noch vertretbar? Ich halte prinzipiell jeden Import für vertretbar, das hatte ich, glaube ich auch in meinem ersten Posting geschrieben, vorausgesetzt, die freilebenden Populationen der Art werden a) durch die Entnahme nicht in ihrem Fortbestand gefährdet (d.h. Entnahme, was an Nachkommensüberschuß aufwächst) und b) die Art ist auch durch andere Faktoren, wie Brandrodung, Gewässerverschmutzung etc. in ihrem Fortbestand nicht gefährdet. Wird die Bestandssitutaion aufgrund von b) für eine Art kritisch und örtliche Naturschutzmaßnahmen greifen nicht aus diversen Gründen, dann denke ich sogar, daß eine Entnahme vertretbar ist. Diese Tiere gehören aber auf jeden Fall in Spezialistenhand, evtl. sogar weltweit verteilt, um die gezielte Zucht zu versuchen. Dabei spielen dann auch genetische Faktoren eine ganz wichtige Rolle. Aus vergleichenden Untersuchungen von Säugetieren wissen wir, daß eine dauerhafte Mindestpopulation von etwa 500 Tieren als absolute Untergrenze anzusetzen ist, um die genetische Vielfalt innerhalb einer Art auch nur halbwegs sichern zu können. Sind die Restpopulationen, von denen Zuchtstämme aufgebaut werden kleiner (z.B. Prezswalski-Pferd), kann es immer noch klappen, es wird aber zunehmend schwieriger und es wird dann wichtig, die Tiere schnell aus der Obhut des Menschen wieder in die Natur zu bringen, sei es auch nur in Semireservaten, weil sich die Tiere ansonsten genetisch zu schnell verändern. Eine Art unter den Harnischwelsen könnte der Blauaugen-Harnischwels (Panaque suttoni oder suttonorum) sein. Um die Freilandpopulationen dieser Art ranken sich wahre Gerüchte und Märchen von einem Massensterben über fast vollkommener Ausrottung bis hin zum Überleben von Restbeständen in von der kolumbianischen Untergrundbewegung kontrollierten Gebieten. Tasächlich brach der Export dieser Tiere vor einigen Jahren fast vollkommen zsammen und erst in der letzten Zeit tauchten wieder Exporte auf, die aber vorzugsweise nach Nordamerika und Japan gehen, weil da mehr für die Tiere gezahlt wird. Was da wirklich genau abgelaufen ist, wer weiß es .... _________________ Gruss Ralf <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Ralf Rombach am 2001-10-21 09:09 ]</font> |
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Hallo Verena,
wird sind doch auch nur Männer mit schlichtem Gemüt :smile: und kochen im Rahmen unserer Ausbildung alle nur mit Wasser. Ralf ist in der Materie etwas beschlagener, auf Grund seiner Ausbildung. Der Rest sind persönliche Sichtweisen, eigene Eindrücke, vieles was aus fremden Quellen zugetragen wurde. Also eine ganz normale Meinungsbildung an der der 14 jährige Anfänger ebenso teilnehmen kann, wie der Zoologe. Wünschenswert ist es sicherlich, dass gerade Anfänger und da komme ich zum Jens, diese Themen nicht als Besserwisserei von Alteingessenen sehen, sondern sich von Anfang an mit diesen Thema aktiv und offen beschäftigen. |
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