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Alt 21.01.2002, 16:00   #1
Andreas C.
 
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Hallo miteinander, Frage an die Wasserspezialisten:

Wie kann ich herausfinden, ob mein Brunnenwasser zum Mischen mit meinem Leitungswasser aquaristisch geeignet ist?

Leitungswasser: GH 22, KH 4, pH 7.4

Brunnenwasser nach 1 Woche Belüftung in 200l-Fass: GH 2, KH 2, pH ~4.5
Eine länger zurückliegende Untersuchung auf Bakterien (Wasser stinkt wie Hupe beim Zapfen, Gestank verschwindet aber sofort) ergab keine bedenklichen Keimzahlen.

Ich wohne in einer Moorgegend, das Brunnenwasser ist bräunlich gefärbt, auch noch nach Eisenausfall.

Wasserflöhe scheinen sich in 1:1-Mischung wohl zu fühlen, so gut wie keine Todesfälle.

Habe testweise bei TWW 30l 1:1-Mischung in mein 360l-AQ eingefüllt. Ergebnis: Fische putzmunter, agiler denn je (halte vorwiegend Salmler und ZwergBBs). Das AQ-Wasser jedoch hat sich nicht bräunlich verfärbt, sondern eine milchige Trübung bekommen, die auch nach drei Tagen noch zu sehen ist.

Wodurch entsteht die Trübung, was kann ich dagegen tun?

Sollte ich sicherheitshalber über irgendwas filtern?

Bitte um rege qualifizierte Beteiligung.

Gruß, Andreas
Andreas C. ist offline  
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Alt 21.01.2002, 17:29   #2
Michael Stache
 
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Hallo Andreas,

Zitat:
Brunnenwasser nach 1 Woche Belüftung in 200l-Fass: GH 2, KH 2, pH ~4.5
Eine länger zurückliegende Untersuchung auf Bakterien (Wasser stinkt wie Hupe beim Zapfen, Gestank verschwindet aber sofort) ergab keine bedenklichen Keimzahlen.
Nach einer Woche Belüftung und trotzdem noch so sauer ? Wo nach stinkt den dein Wasser, nach faulen Eiern ? Ich tippe mal auf was "Schwefeliges" in deinem Wasser...


Zitat:
Sollte ich sicherheitshalber über irgendwas filtern?
Wenn überhaupt solches Wasser verwenden, würde ich dir raten solche Wässerchen (Brunnen-, Regenwasser etc.), vorher immer einige Tage über Aktivkohle zu filtern, davon mal abgesehen, daß ich solches Wasser nur verwenden würde, wenn mir eine genaue Analyse vorliegen würde.


Viele Grüße
sendet
Michael
Michael Stache ist offline  
Alt 21.01.2002, 19:29   #3
Andreas C.
 
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Hallo Michael,
würde gerne Wasseranalyse anfertigen lassen (falls ich mir das leisten kann), weiß jedoch nicht, wer sowas macht. Man kann ja schließlich auf alles mögliche hin analysieren lassen.
Aber welche Kriterien muss ein Wasser erfüllen, damit man es als für die Aquaristik unbedenklich einstufen kann, abgesehen von den Werten, die jeder Zierfischhändler "gnädigst" per Teststreifen ermittelt?
Die Frage ist also, nach welchen Inhaltsstoffen ein Labor suchen soll, und wo die Grenzwerte liegen.

Das Brunnenwasser stinkt übrigens nach brutal faulen Eiern, aber nur in dem Moment, wo es aus dem Schlauch kommt.

Gruß aus der schönen Wedemark nach Ritterhude, Andreas
Andreas C. ist offline  
Alt 22.01.2002, 20:30   #4
Karl-Heinz
 
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Hi Andreas

Im Grundtenor stimm ich Michaels Vorsicht zu.
Einen der "härtesten" Tests hast du bereits gemacht: wenn Wasserflöhe in dem Wasser nicht nur überleben, sondern sich auch vermehren (in wärmeren Monaten mit Sonneneinstrahlung), kann "die Brühe" soooo übel nicht sein.
(Den gleichen Test mit Moderlieschen [einheimische Fischart] zu machen, ist nicht jedermanns Sache.)
Das Ergebnis ". . . so gut wie keine Todesfälle" sollte als Kriterium präzisiert werden.

Ein weiteres "Testergebnis" ist deine Erfahrung mit der Beimischung zum Aq-Wasser.
Anm.: das hätt ich nicht gemacht.

Der niedre pH-Wert ist ziemlich sicher auf Humin-, Gerb- und ggf. andere organische Säuren zurückzuführen - was in einer Moorgegend nicht verwunderlich ist.

Deine Frage zur Wasseranalyse: die Gesundheitsämter sind (meines Wissens) gesetzlich zum Schutz der menschlichen Gesundheit verpflichtet und somit auch zur Sicherstellung einer einwandfreien Beschaffenheit des Trinkwassers.
Die müssten also eine Wasseranalyse machen können. Dein Wasserwerk kann's sicher auch.
Das gravierendere Problem ist, wonach gesucht werden soll - du fragst nach Kriterien für aquaristische Unbedenklichkeit.
Jeder Wasserwerker wird dir bestätigen, dass die Anzahl der verschiedenen organischen Chlorverbindungen, Halogenkohlenwasserstoffe u.v.A. sehr viel schneller zunimmt, als praktikable Messverfahren und entsprechende Grenzwerte ermittelt werden können.

Aquaristisch wesentliche Inhaltsstoffe kannst du selbst testen: Nitrit, Nitrat und Phosphat mit den JBL-Tropfindikatoren.

"Das AQ-Wasser jedoch hat sich nicht bräunlich verfärbt, sondern eine milchige Trübung bekommen, die auch nach drei Tagen noch zu sehen ist." - Ich vermute, dass du eine mineralische Ausfällung beschreibst, die geruchsneutral ist: einem "harten" Wasser mit 22° GH weiches, saures beizumischen provoziert manchmal solche Ausfällungen.
Bleibt diese Trübung in strömungsfreiem Wasser erhalten? Tipp: deine 1:1 - Mischung in einer Glasschüssel wiederholen.

Vielleicht kannst du bei der Fa. Kleinhenz unter dem Link
http://www.wassernet.de/wasserdoktor.htm
brauchbarere Infos bekommen. In der "Beratung" ist allerdings Trinkwasser das Thema.

Wie gesagt: einer der "härtesten" Tests sind Wasserflöhe - wenn sie nicht verhungern.

Gruß
Karl-Heinz
Karl-Heinz ist offline  
Alt 22.01.2002, 20:51   #5
Andreas C.
 
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@Karl-Heinz:
Zitat:
Wie gesagt: einer der "härtesten" Tests sind Wasserflöhe - wenn sie nicht verhungern.
Keine Sorge, die hauen sich aufgelöste Trockenhefe rein. Seitdem geht's mit dem Bestand anscheinend wieder aufwärts.

Tipp mit Gesundheitsamt ist nicht schlecht, habe aber vor zwei Stunden von meinem Lieblingsfischhändler einen Tipp bekommen, von dem ich mir noch mehr verspreche: Wasseranalyse in der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
Ich werde bei denen mal anfragen, ob machbar, welche Kosten, Probemenge etc.
Wie auch immer, werde später diesen Thread mit meinen Erfahrungen wieder aufwärmen.
Jedenfalls schon mal besten Dank.

Tschüß, Andreas
Andreas C. ist offline  
Alt 23.01.2002, 18:40   #6
Andreas C.
 
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Mahlzeit allerseits!

Habe mit der Tierärztlichen Hochschule gesprochen, die Begeisterung hält sich in Grenzen: Die können da auch nur die üblichen Werte bestimmen, allerdings etwas genauer und natürlich nicht umsonst.

Mein Wasserversorger verwies mich auf ein Labor hier in der Nähe. Dieses wiederum ist natürlich bereit und in der Lage, Wasser nach allen möglichen Stoffen zu untersuchen, man muss aber genau wissen, wonach man sucht.

Ein Check bzgl. Schwermetallen z. B. kostet 50-57€.

Damit bin ich dann (vorerst)am Ende meiner Möglichkeiten angelangt.

Grüße an alle, ein frustrierter
Andreas
Andreas C. ist offline  
Alt 23.01.2002, 22:10   #7
Karl-Heinz
 
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Hi Andreas

Die Ausgaben für einen Schwermetall-Test kannst du dir m.E. ersparen: bei pH +/- deutlich unter 7 werden Metalle (Gold und Platin wird wohl kaum drin sein) von mineralischen Säuren in die entsprechenden Salze umgewandelt ("Metall + Säure => Salz + Wasser") oder von organischen Säuren abgebunden und ausgefällt (weil weitgehendst wasserunlöslich).

In die gleiche Richtung wirkt auch starker Pflanzenwuchs: die sog. "Sekundärstoffe" der Pflanzen binden (meines Wissens größere) Metall-Ionen ab; die sind dann also nicht mehr frei im Wasser als "Störenfriede".

Wenn ich dich richtig verstanden hab, ist dein Haupt-Prob doch die Wassertrübung?
Hast du die 1:1 - Mischung schon in 'ner Glasschüssel einfach mal stehen lassen? Sinkt die Trübung mit der Zeit nach unten?
Tüte über die Schüssel (= Staubschutz), Schüssel auf Heizung stellen, Wasser verdunstet, Trübung nicht.
Ist die Trübung eher pulvrig (kristallin) oder eher "schmierig"?
Diese Prozedur kostet zunächst mal nix.

Wenn du den "Wasserdoc" (s.o.) nicht interviewen willst, kannst du direkt das "Technologiezentrum Wasser"
in Karlsruhe kontaktieren: http://www.tzw.de/pages/abteilng.htm
(Dort werden die von den einzelnen Wasserwerken eingeschickten Proben analysiert.)
Meine Erfahrung: sehr hilfsbereit (via Email).

Gruß
Karl-Heinz

Ps: "frustriert"? Das kann ja wohl gar nicht sein!
Karl-Heinz ist offline  
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