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Alt 03.03.2002, 20:27   #1
Chris. H.
 
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Hallo,

ich habe ja schon oft gehört, dass man Platys im Frühling in den Gartenteich setzen kann.
Ab welcher Wassertemperatur kann man sie den umsetzen und bis zu welcher Temperatur darf es im Herbst abkühlen?
Und wie sieht das ganze bei Goldmollys aus?

Vielen Dank!!! Christoph

<font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Chris. H. am 2002-03-03 14:28 ]</font>
Chris. H. ist offline  
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Alt 03.03.2002, 21:18   #2
Ralf Rombach
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Chris. H. schrieb am 2002-03-03 14:27 :
Hallo Chris,

> ich habe ja schon oft gehört, dass man
> Platys im Frühling in den Gartenteich
> setzen kann.

Kann man.


> Ab welcher Wassertemperatur kann man sie
> den umsetzen und bis zu welcher Temperatur
> darf es im Herbst abkühlen?

Mmh, schwierigere Frage, kommt ein wenig auf den Zuchtstamm an. Als halbwegs sichere Untergrenze fürs einsetzen und rausholen kannst Du 22° C ansetzen.


> Und wie sieht das ganze bei Goldmollys aus?

Eher nicht, die mögen es schon etwas wärmer. Ausserdem sind auch andere Wasserwerte, insbesonder die Härte zu berücksichtigen.
 
Alt 04.03.2002, 01:44   #3
Chris. H.
 
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Hallo Ralf,

ehrlich, so warm muss das Wasser sein?
Weil ich schon oft gehört habe (aber bei Guppys), dass man die schon bei ca. 16 Grad raussetzen kann!??

Vielen Dank schonmal! Christoph
Chris. H. ist offline  
Alt 04.03.2002, 01:44   #4
Chris. H.
 
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Hallo Ralf,

ehrlich, so warm muss das Wasser sein?
Weil ich schon oft gehört habe (aber bei Guppys), dass man die schon bei ca. 16 Grad raussetzen kann!??

Vielen Dank schonmal! Christoph
Chris. H. ist offline  
Alt 04.03.2002, 04:41   #5
Gregor D.
 
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Raussetzen solltest Du die Tiere erst bei mindestens 20 °C. Was sie temperaturmäßig nach unten aushalten ist unterschiedlich und kommt auf die Dauer an. Ich habe bei einem Kälteeinbruch im August bei 12 °C Wassertemperatur zwar Otopharynx lithobates verloren, aber Melanochromis chipokae und Tetraodon nigroviridis hielten das problemlos aus (letztere laichten bei Überführung ins Aquarium).
Bei den Platys ist das ein Problem genauere Angaben zu machen, da weder X. maculatus noch X. variatus gepflegt werden, sondern fast ausschließlich Hybriden, die unterschiedliche Härte aufweisen.
Von den Arten, die an unseren Hybridplatys beteiligt sind, hält X. helleri, verantwortlich für die Rotfärbung der Hybriden, als partieller Bewohner recht rasch fließender Gewässer Temperaturschwankungen am besten aus, sollte aber nicht für längere Zeit unter 18 °C abkriegen, kurzzeitig sind 12 °C kein Problem. X. maculatus ist da problematischer. Zwar sind einzelne Populationen auch bei 16 °C längere Zeit haltbar, doch andere erkranken bei unter 28 °C rasch und gehen dann bald ein.
X. variatus ist die härteste Art. Sie kommt in der Natur häufig in kühlen Hochlandgewässern vor, auch in solchen, die ganzjährig um die 17 °C haben. Vertreter der Art sind meist ab 15 °C dauerhaft zu halten und vertragen kurzzeitige Temperaturabsenkungen auf 10 °C mühelos.
Bei den Aquarienhybriden gilt ebenfalls: Variatus-Hybriden sind die härtesten, gefolgt von Schwertträgern, Maculatus-Hybriden sind die empfindlichsten, wobei die grauen und Korallenplatys am meisten aushalten. Bei allen Hybridgruppen gilt: Je mehr Schwarz im Färbungsmuster (es ist
eine Vorstufe von Hautkrebs, die das Tier schwächt und anfällig macht), desto empfindlicher gegen niedrige Temperaturen.
Prinzipiell nicht ins Freiland sollten Albinos und andere helle Farbformen. Sie sind Verlustmutanten, die wenig vital sind und weder Krankheiten gut abwehren, noch Feinde gut erkennen (v.a. in sonnigen Gewässern versagt bei Albinos der Gesichtssinn häufig) noch sich gut verstecken können.
Prinzipell sind vermischte Formen härter als Inzuchtlinien.
Mollys sollten ebenfalls nicht ins Freiland. Zwar sind einige Populationen von P. sphenops sehr hart (bis 12 °C länger haltbar), auch P. mexicana hält kurzzeitig recht tiefe Temperaturen aus, aber Black Mollys sind äußerst Kälteempfindlich und sollten bei mindestens 24 °C gehalten werden - auch hier ist es eine Form mit züchterisch verfestigter Hautkrebsvorstufe, die v.a. in den ersten Lebenswochen ihre Hautkrebsopfer fordert - je kühler und je weicher/saurer das Wasser, desto mehr. Die meisten Mollies sind aber keine P. sphenops, sondern mit P. velifera oder P. latipinna verkreuzt oder reine Abkömmlinge dieser. P. velifera benötigt hohe Temperaturen, 27-30 °C Optimum. P. latipinna hält zwar Temperaturen unter 20 °C kurzzeitig aus, sollte aber überhaupt nicht im Süßwasser gehalten werden. Die einzige halbwegs reine Latipinna-Form im Aquarium ist aber ein Black Molly, und zwar jener schwarze Segelmolly mit dem orangenen Rückenflossenrand, der also wieder keine niedrigen Temperaturen mag. Auch hab ich ihn seit den 80ern nimmer bewußt gesehen - Möglicherweise eine der Zuchtformen, die bereits ausgestorben sind, weil ihre Haltung und Zucht zu kompliziert geworden ist, und das Angebot neuer Sorten sie entbehrlich gemacht hat

Gregor D. ist offline  
Alt 04.03.2002, 05:18   #6
bongo
 
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Hallo Gregor,

im Prinzip hast Du recht, trotzdem hast Du einiges durcheinander gebracht.
Zu den Hybriden: die Platys sind noch relativ rein, also entweder X. maculatus oder X. variatus, wobei die letztere Form sogar ausgesprochen gut auf "Übersommerung" reagiert und kühles Wasser, wie Du ja richtig geschrieben hast problemlos verträgt.
Auch einiige Schwerträgerarten eignen sich durchaus dafür. Übrigens: der Platy ist die Quelle für die Rottöne der Schwertträger, nicht umgekehrt! Das mit den Melanomen möchte ich auch nicht so stehen lassen, es gibt bestimmte Kreuzungen, die in hohen Prozentsätzen bei den Jungen bösartige Tumore entstehen lassen, aber ich möchte nicht soweit mitgehen die Farbe Schwarz schon als Vorstufe zum Melanom zu bezeichnen. Und mit Hybriden hat das nichts zu tun, sondern rein mit den Farben! Es tritt zb auch beim Skalar regelmäßig auf wenn man schwarz mit schwarz kreuzt.
bongo ist offline  
Alt 04.03.2002, 05:40   #7
Ralf Rombach
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Hallo,

zur Info zu den Melanomen bei Lebendgebärenden:

http://www.xiphophorus.org
 
Alt 04.03.2002, 05:51   #8
Gregor D.
 
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Bongo, leider enthält Dein Beitrag einige Mißverständnisse und ein bisserl überholtes Wissen.
1) Reine Arten von Xiphophorus findest Du nur bei Spezialisten. Du könntest das auch durch genetische Fingerprints überprüfen, wenn Du mir nicht glaubst :wink:
2) Daß das Rot der Schwertträger vom Maculatus stammt, ist eine alte Urban Legend. Ich kenne keinen roten X. maculatus. Lediglich die Aquariensorten (Hybriden!) gibz in rot.
3) Ich habe nicht behauptet, Helleris eigneten sich nicht zur Übersommerung. Nur sollten sie nicht längere Zeit bei kaltem Wetter draußen bleiben. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, daß fast alle Fische sich dafür eignen, wenn man bei Kälteeinbrüchen vorsichtig ist. Ich hatte auch die Astronotus-Hybride 'Roter Oskar' draußen. Otopharynx waren aufgrund einer Abwesenheit bei einem unerwarteten Kälteeinbruch Mitte August meine einzigen Ausfälle. Wichtig ist, daß es warm ist, wenn die Fische rauskommen. Mit dem Freilandleben werden sie auch abgehärtet für kurze kühlere Perioden.
4) Das mit den Melanomvorstufen ist bei Poeciliden leider richtig, mit Skalaren hat das aber garnichts zu tun.
5) Ich habe nirgends behauptet, das Melanome durch Kreuzungen entstehen - im Gegenteil ist Inzucht da gefährlicher. Schwarze Stämme sollten regelmäßig durch Auskreuzung und Neuauslese verjüngt werden.
6) Auch stimmt es nicht, daß alle schwarzen Skalare nicht rein zu züchten sind - das gilt nur für die nicht krebsähnliche Zuchtform 'Schwarzer Skalar', die nicht einfarbig ist, sondern eine Schattenstreifung zeigt. Ich glaube nicht, daß junge schwarze an Melanomen sterben, es dürfte meiner Erfahrung nach eher an einer durch den Melanismus mitverursachten Stoffwechselstörung liegen (die Jungen verhungern oft im Futter).
Die in den 80ern von Herrn Rath in Wien erzielte samtig nachtschwarze Form, eine melanistische Form der in dieser Form auch nicht mehr existierenden schuppenlosen 'Rotkäppchen', war problemlos zu selbsten, brachte aber einen gewissen Prozentsatz 'Rotkäppchen'. Ich hielt diese Form für ausgestorben, konnte aber letzte Woche zwei Tiere erstehen, die zumindest Nachfahren dieser Tiere sind, wenn auch vermutlich schon mit fremden Genen, weil bei den Tieren, die aus einer Aquarienauflösung stammten, keine 'Rotkäppchen', aber 'Goldskalar', 'Marmorskaler' und Normalfärbung dabeiwaren. Originaltiere aus der Ende der 80er aufgelassenen Rath-Zucht werden es wohl kaum mehr sein, auch wenn das Alter durchaus erreicht werden könnte. Ob dieser Melanismus eine Krebsvorstufe ist oder nicht, werd ich bei erfolgreicher Zucht noch untersuchen lassen.
Gregor D. ist offline  
Alt 04.03.2002, 06:07   #9
Gregor D.
 
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So jetzt hab ich selber nicht aufgepaßt und einen Schas gzsammgschrieben:
Natürlich entstehen Melanome bei Poeciliden bei häufig bei ARTkreuzungen, wenn einer der Elternteile eine Schwarzzeichnung zeigt. Das hat mit teilweiser genetischer Inkompatibilität zu tun - es gibt ja auch zwei verschiedene Geschlechtssysteme in der Gattung - w-z und x-y, wobei z.B. der Helleri wie wir x-y hat, Maculatus je nach Population eines der beiden (je nachdem ob Norden oder Süden der Verbreitungsgebietes) oder beide gemischt.
Innerhalb einer Art oder eines Hybridstammes jedoch kommen Melanome gehäuft in Inzuchtlinien vor, bei Verpaarung zweier schwarzer, wie beim Skalar. Daher ist ein regelmäßiges Auskreuzen wichtig.
Gregor D. ist offline  
Alt 05.03.2002, 01:42   #10
bongo
 
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Hallo Gregor,

ich glaube wir reden teilweise aeinander vorbei. Hybridisierung und Melanomhäufigkeit sind zunächst 2 Paar Schuhe. Erst Kreuzung genetisch sehr Nahestehender verstärkt die Melanombildung, teilweise bei bis zu 100 % der Nachkommen.
Es gibt noch sehr viele reine Xiphos, Gott sei Dank, aber im Laden ist fast alles wilder Mischmasch. Wieso ist es eine "Urban legend" daß das Rot von den Platies kommt? Es gibt sehr wohl Wildtiere der Platies mit Rottönen, natürlich keine Korallenplaties. Aber ich kenne keine Schwertträgerwildform mit Rottönen. Also woher kommt das Rot?
Ansonsten sind wir uns doch einig :smile:
bongo ist offline  
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