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Alt 26.12.2002, 02:12   #1
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Standard Lehm unter Sand ?

Frohes Fest an Euch alle,

Bei der gestrigen Nachfamilie-Cliquenweihnachtsfeier erzählte mir ein Freund ( Aquarianer seit ca 20 Jahren), daß er beabsichtigt ein neues Becken ( ca 200l) einzurichten.
Vom HMF hab ich ihn inzwischen überzeugt und auch Sand als BG konnte ich ihm inzwischen schmackhaft machen.
Auf BG Dünger möchte er aber nicht ganz verzichten.
Nach meinen eigenen Erfahrungen mit Sand glaube ich inzwischen auch, daß einige Pflanzen doch verstärkt Nährstoffe aus dem BG aufnehmen, (Cryptocorynen z.B.) und nicht rein über die Blattflächen ernährt werden können.
Der Gedanke war also ins Becken eine Lehmschicht einzubringen( 2-3 cm) und darauf Quarzsand Körnung 0.3-0.9, 5-8 cm dick.

Für den Teichbau verwende ich gelegentlich Lehm aus einer nahegelegen Ziegelei.
Meint ihr den kann man problemlos im Aq verwenden ?
Und wie denkt ihr generell über diesen BG Aufbau?
Ich habe noch meine Bedenken, wegen der Luftdichten Lehmmasse und der evtl versteckten Stoffe in selbem.

Falls also konkrete Bedenken bestehen, bitte teilt mir das mit, dann habe ich Fakten um meinem Freund das Projekt auszureden. Wenn nicht, werde ich hier von den Ergebnissen berichten.
Schöne Grüsse
"and a happy new Year"
Sven
Sven S. ist offline  
Alt 26.12.2002, 08:28   #2
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Standard Re: Lehm unter Sand ?

Hallo Sven,
Zitat:
Zitat von Sven S.
Frohes Fest an Euch alle,
wünsche ich Dir auch.
Zitat:
Bei der gestrigen Nachfamilie-Cliquenweihnachtsfeier erzählte mir ein Freund ( Aquarianer seit ca 20 Jahren), daß er beabsichtigt ein neues Becken ( ca 200l) einzurichten.
Vom HMF hab ich ihn inzwischen überzeugt und auch Sand als BG konnte ich ihm inzwischen schmackhaft machen.
Auf BG Dünger möchte er aber nicht ganz verzichten.
Nach meinen eigenen Erfahrungen mit Sand glaube ich inzwischen auch, daß einige Pflanzen doch verstärkt Nährstoffe aus dem BG aufnehmen, (Cryptocorynen z.B.) und nicht rein über die Blattflächen ernährt werden können.
Doch, können sie. Das Spielchen treibe ich in einem relativ stark beleuchteten, beinahe filterlosen 230 l Pflanzenbecken mit gewaschenem, feineren Fugensand (8 bis 20 cm) seit 3,5 Jahren. Sieht man davon ab, dass die Wasserdüngung vergleichsweise flüchtig ist, habe ich diesen Bodengrund zu keiner Zeit in Frage gestellt. Nur ein kleines bisschen - im neueren 300 l Standardbecken ist der gleiche BG nur schlappe 6 cm hoch. Und versuchsweise ist Dr. Andreas Kremsers BG-Dünger drunter. Theoretisch macht mineralische(!) BG-Düngung Sinn, praktisch ist es ob der besser gewährleisteten Nährstoffversorgung vor allem pflegeleichter. In Zukunft werde ich alle Pflanzenbecken so einrichten.

Mit organischem Dünger im BG habe ich so schlechte Erfahrungen gemacht, dass ich ausgesprochen misstrauisch gegenüber nicht 100% anorganischen Bodenzusätzen bin.

Gruß, Nik
Nikolai Frederik Slomma ist offline  
Alt 02.01.2003, 14:45   #3
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Servus,
lies Dir mal das in Ruhe durch:
http://www.ibdoerre.com/aqua/norbert...rundfilter.htm

Meine Zusammenfassung:
Ja, verwende eine Schicht Ton oder Lehm als unterste Schicht des Bodengrundes.

lg,C
Carola aus Wien ist offline  
Alt 02.01.2003, 17:34   #4
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Servus Carola!

Zitat:
Zitat von Carola aus Wien
http://www.ibdoerre.com/aqua/norbert...rundfilter.htm

Meine Zusammenfassung:
Ja, verwende eine Schicht Ton oder Lehm als unterste Schicht des Bodengrundes.
Dann haste dies aber vielleicht überlesen!?:

"Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen mit Sand als Untergrund, läßt sich feststellen:
Der Pflanzenwuchs ist auch ohne den Einsatz zusätzlicher "Bodenverbesser" wie Laterit, Erde oder Düngerkugeln ausgezeichnet."

Und zu den angesprochenen "Bodenverbesserern" zähle ich auch Lehm oder Ton (als ganze Schicht, wohlgemerkt).

Gruß, HP
 
Alt 03.01.2003, 12:41   #5
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Servus.
Lehm oder Ton im Bodengrund als basale Schicht dienen auch nicht der Düngung, sondern sind in ihrer Funktion als Verdichter zu betrachten und in weiterer Folge als Puffersystem. Die Schicht wird durch die Substratdichte so kompakt, dass, wenn gewünscht, dieser Bereich noch am ehesten O2-arm ist, mit all den daraus resultierenden Effekten.
Dass mit ein bisserl Düngewasser ein besserer Düngeeffekt zu erzielen ist, lieber HP, ist doch klar.
Die Textstelle, wo Ton/Lehm von Dörre als Bodenverbesserer genannt werden, find ich nicht.
Ich hab nur Sand, den aber nicht gewaschen. Auch so lässt sich durch physikalische Entmischung eine extrem dichter, basaler Horizont erschließen.

C
Carola aus Wien ist offline  
Alt 03.01.2003, 13:51   #6
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Hallo,

Christel Kasselmann empfiehlt in ihrem Buch "Pflanzenaquarien gestalten" als unterste Schicht ein Gemisch von Lehm und Sand in einem bestimmten Verhältnis (?).
Ich weiss es jetzt nicht aus dem Kopf, aber das soll nicht nur als Dünger wirken, sondern auch eine speichernde Wirkung haben...

Wenn es jemanden im Detail interessiert, kann ich`s mal raussuchen.

Grüsse
Karl-heinz
 
Alt 03.01.2003, 17:38   #7
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Hallo!

Zitat:
Zitat von Carola aus Wien
Lehm oder Ton im Bodengrund als basale Schicht dienen auch nicht der Düngung, sondern sind in ihrer Funktion als Verdichter zu betrachten und in weiterer Folge als Puffersystem. Die Schicht wird durch die Substratdichte so kompakt, dass, wenn gewünscht, dieser Bereich noch am ehesten O2-arm ist, mit all den daraus resultierenden Effekten.
Dies passiert bei jedem Bodengrund auch ganz ohne zusätzlich eingebrachte Verdichtungsschicht wie Doerre hier schreibt:

"Dadurch bilden sich drei übereinandergeschichtete Zonen (siehe Abbildung) von oben nach unten :

1. Die sauerstoffreiche Zone, wo nitrifizierende Bakteren wohnen

2. Eine sauerstoffarme Zone, in der hauptsächlich denitrifizierende Bakterien leben können, weil sie den Sauerstoff zum Atmen aus dem Nitrat auslösen.

3. Eine sehr sauerstoffarme Zone, in der Sulfate in Sulfide umgewandelt werden, weil die Bakterien dem Sulfat den Sauerstoff entziehen."

Zitat:
Dass mit ein bisserl Düngewasser ein besserer Düngeeffekt zu erzielen ist, lieber HP, ist doch klar.
Kann mich nicht erinnern, Flüssigdünger erwähnt zu haben, liebe Carola.

Zitat:
Die Textstelle, wo Ton/Lehm von Dörre als Bodenverbesserer genannt werden, find ich nicht.
Ich habe geschrieben (Zitat von der Doerre-Website):
Zitat:
Zitat von HPKrug
"Ausgehend von den bisherigen Erfahrungen mit Sand als Untergrund, läßt sich feststellen:
Der Pflanzenwuchs ist auch ohne den Einsatz zusätzlicher "Bodenverbesser" wie Laterit, Erde oder Düngerkugeln ausgezeichnet."
Darauf mein Statement:
Und zu den angesprochenen "Bodenverbesserern" zähle ich auch Lehm oder Ton (als ganze Schicht, wohlgemerkt).

Das obige Zitat ist übrigens hier nachzulesen ;-) :
http://www.ibdoerre.com/aqua/michael/bodengrund.htm

Zitat:
Ich hab nur Sand, den aber nicht gewaschen. Auch so lässt sich durch physikalische Entmischung eine extrem dichter, basaler Horizont erschließen.
Das kann man auch hier nachlesen.
Somit erübrigt sich für mich in der Tat eine flächige Einbringung einer speziellen Ton/Lehm-Schicht.

Gruß, HP
 
Alt 04.01.2003, 01:47   #8
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Hi Nik, HP, Carola und Karl-Heinz,
Sorry, ich war einige Tage offline, aber ich sehe ihr habt auch ohne mich den Thread am Leben erhalten
Die von euch zitierte Seite ist interessant, deckt sich aber nicht unbedingt mit den Bodengrundberichten hier aus dem Forum.
Ich werde meinem Freund den Thread zeigen, bin mir aber sicher das Vorhaben wird wie geplant durchgezogen.
Das erwähnte Becken wird dann wahrscheinlich in den nächsten Wochen aufgebaut werden.
Ich lasse euch wissen, wie die erfahrungen damit sind.
Schöne Grüsse
Sven
P.S. Achja: Frohes neues Jahr euch allen
Sven S. ist offline  
Alt 04.01.2003, 07:14   #9
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Hi Sven!

Zitat:
Zitat von Sven S.
Ich werde meinem Freund den Thread zeigen, bin mir aber sicher das Vorhaben wird wie geplant durchgezogen.
Das erwähnte Becken wird dann wahrscheinlich in den nächsten Wochen aufgebaut werden.
Ich lasse euch wissen, wie die erfahrungen damit sind.
Ja, das würde mich schon interessieren, welche Erfahrungen Du mit diesem speziellen BG-Aufbau machst.
Was mir nur noch unklar ist, Lehm ist ja (wie Du selbst wohl auch denkst) nicht gleich Lehm, welchen und woher nimmt man den denn? Im Baumarkt wird's Lehm wohl kaum geben ;-). Mit Ton dürfte es ähnlich aussehen.

Die (möglicherweise) positiven Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum mal eingeräumt, aber irgendwie würde es mir widerstreben, so eine "schmutzige" (schmierige) Masse _flächig_ als unterste Schicht in's Aquarium zu packen . Ist aber nur meine subjektive Einstellung, und lasse mich durch gute, objektive Argumentation gerne vom Gegenteil überzeugen :-).

Wie auch immer, ich wünsche Dir für Dein geplantes Projekt auf jeden Fall gutes Gelingen!

Dir natürlich auch ein gutes neues Jahr!

Gruß, HP
 
Alt 04.01.2003, 07:20   #10
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Hallo Karl-Heinz!

Sorry, hatte Deinen Beitrag ganz überlesen.

Zitat:
Zitat von Kahebro
Christel Kasselmann empfiehlt in ihrem Buch "Pflanzenaquarien gestalten" als unterste Schicht ein Gemisch von Lehm und Sand in einem bestimmten Verhältnis (?).
...
Wenn es jemanden im Detail interessiert, kann ich`s mal raussuchen.
Ich habe von der Kasselmann nur das Buch "Aquarien-Pflanzen", und deshalb würde ich mich freuen wenn Du den Passus über das Lehm-Sand-Gemisch hier posten würdest.
Ist vielleicht auch von allgemeinem Interesse.

Gruß, HP
 
 

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