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Alt 06.01.2003, 23:44   #21
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Standard Re: Schlechtes Beispiel Natur!

Hallo Frank!

>>>>>>Die Anpassungsfähigkeit von Killis ist sicherlich sehr beeindruckend. Allerdings halte ich sie aus dem Grund auch bei der Diskussion über naturnahe Aquaristik, hihe NO3-Werte und vielleicht auch Entkarbonisierung mittels HCl für keine guten Beispiele, da sie in ihren naturlichen Habitaten bis zur Austrocknung der Gewässer enorme Schwankungen der Wasserwerte aushalten müssen.<<<<<<

Ich habe noch einige andere Arten außer Killis. Ich weiß, daß viele Arten strapazierfähig sind. Andere wiederum nicht, wie z. B. Cyprinodonarten, die an hohe Salinitäten angepaßt sind.
Mein NO3 und HCl sollten eigentlich allgemein als Beispiele für Naturferne dienen.

Gruß Gerd
Gerd Kassebeer ist offline  
Alt 06.01.2003, 23:53   #22
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Standard Naturnah oder nicht?

Hallo Martin!

>>>>"Naturnah", Du altes Schlitzohr. Was willst Du hören? <<<<

Ich fühle mich erkannt!

>>>>Wie willst Du denn jetzt die "Toleranzgrenzen" ausdiskutieren?<<<<<<

Gar nicht! Es genügt mir, wenn sie gesehen werden. Die relativieren doch das Problem!

>>>>>Oder willst Du nur wissen ob ich Wasseraufbereiter ins Becken schütte?<<<<<<

Ich brauche keine, aber wenn Du meinst, dann tues. M. E. schaden sie nicht.

>>>>>Naja, vielleicht sollte man diese "Schwarzwasserfische" auch langsam mal ohne Pflanzen halten.
Das wäre auch "Naturnah" <<<<<<

Jetzt übertreibst Du!

Gruß Gerd
Gerd Kassebeer ist offline  
Alt 06.01.2003, 23:56   #23
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Standard Re: Was macht die Naturnähe eines Aquariums aus?

Hallo Gerd,

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Deiner Meinung nach sind Fische Grundzusammensetzungen gewöhnt. Das stimmt zwar m. E., aber mit Toleranzbreiten, die bei vielen Arten viel größer sind als Du ahnst. Ich habe in den letzten 20 Jahren rund 100 verschiedene Fischarten in salzsäure-entkarbonisiertem Waser nachgezogen und hätte da irgendetwas merken müssen. Oder?
Natürlich haben Fische enorme Toleranzbreiten. Ich sehe es aber nicht als artgerecht an diese auszunutzen oder vielleicht sogar auszutesten. Es geht mir darum, daß sich meine Pfleglinge möglichst wohlfühlen und das geht eben in meinen Augen nur durch eine möglichst genaue Nachahmung der Biotope. Wir brauchen jetzt nicht darüber zu reden, daß Aquaristik eigentlich fast nicht artgerecht sein kann. Das steht vollkommen ausser Frage. Gerade aus dem Grund halte ich aber eine möglichst gute Kopie der natürlichen Verhältnisse - was die Wasserwerte anbelangt - für elementar wichtig.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Einige Arten von Wasserpflanzen werden es Dir danken! Die meisten aber mögen Nitrat! Gärtner sind da nicht so zimperlich!
In erster Linie halte ich Fische und in zweiter Linie Pflanzen. Diese halte ich aber auch nur wegen den Fischen und der Verbesserung der Wasserqualität (die Optik spielt natürlich auch eine Rolle). Pflanzen sollen also bei mir nur einen Zweck zum Wohle der Fische erfüllen und ich greife dafür auf einfach zu pflegende Arten zurück.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Daß Fische ihr Habitat wählen können, ist mir neu! In meinem Keller jedenfalls nicht!
Natürlich können sie sich ihr habitat nicht so ohne weiter aussuchen. Gerade deshalb habe ich das ja so geschrieben. Damit meine ich aber nicht, daß Du Deine Fische in irgendeiner Art und Weise quälen würdest. Ich meine nur, daß es ihnen unter anderen Bedingungen evtl. "besser gefallen" würde.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Deiner Meinung bin ich zwar nicht, aber ich danke Dir für Deinen Beitrag, weil Du den Standard für Naturnähe im Sinne etwa von Dennerle definiert hast.
Und genau mit diesem Punkt hast Du nicht ganz Recht: Ich sehe das noch lange nicht so wie Dennerle. Dort wird - wenigstens offiziell - ein WW von 25% alle 14 Tage propagiert. Das ist in meinen Augen in den allermeisten Fällen viel zu wenig. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Zur naturnahen Aquaristik gehört eben auch, daß den Fischen möglichst konstante Wasserwerte geliefert werden. Dies erreiche ich nach meiner eigenen Philosophie nur durch regelmäßige und großzügige Wasserwechsel. Vielleicht kommt jetzt von Dir das Argument, daß Altwasserbecken auch - nach einigen Monaten - konstante Wasserwerte liefern. Damit magst Du zwar Recht haben, aber dann käme für mich wieder der Punkt NO3-Belastung und da habe ich ja auch eine andere Meinung als Du. Im Übrigen müsste ich bei der Pflanzenpflege mehr durch Dünger zuführen, als es bei regelmäßigen WWs der Fall ist.

Mir ist klar, daß ich nicht jedes Biotop kopieren kann. Daher bezeichne ich das was ich mache ja auch als naturnah und nicht als natürlich. Natürlich kann und wird ein AQ nie sein.

Gruß,

Frank
Frank S. ist offline  
Alt 07.01.2003, 09:14   #24
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Standard Re: Was macht die Naturnähe eines Aquariums aus?

Hallo Frank!

>>>>>Natürlich haben Fische enorme Toleranzbreiten. Ich sehe es aber nicht als artgerecht an diese auszunutzen oder vielleicht sogar auszutesten. Es geht mir darum, daß sich meine Pfleglinge möglichst wohlfühlen und das geht eben in meinen Augen nur durch eine möglichst genaue Nachahmung der Biotope. Wir brauchen jetzt nicht darüber zu reden, daß Aquaristik eigentlich fast nicht artgerecht sein kann. Das steht vollkommen ausser Frage. Gerade aus dem Grund halte ich aber eine möglichst gute Kopie der natürlichen Verhältnisse - was die Wasserwerte anbelangt - für elementar wichtig.<<<<<<<

Ich gebe zu, daß ich bei Einzug einer neuen Fischart zunächst versuche, möglichst viele Informationen zu bekommen, um grobe Hälterungsfehler zu vermeiden! Wenn ich bei einem Nachzuchtversuch mit meinen Standardmethoden scheitere, greife ich auch auf verfügbare Informationen zurück, ohne allerdings die natürlichen Verhältnisse nachahmen zu wollen. Nach Aussagen von Dieter Voigt leben Fische meistens in Grenzbiotopen und nicht in optimalen. Ich bewerte also die Daten und frage mich, was ist relevant für mich und was nicht.

>>>>>>In erster Linie halte ich Fische und in zweiter Linie Pflanzen. Diese halte ich aber auch nur wegen den Fischen und der Verbesserung der Wasserqualität (die Optik spielt natürlich auch eine Rolle). Pflanzen sollen also bei mir nur einen Zweck zum Wohle der Fische erfüllen und ich greife dafür auf einfach zu pflegende Arten zurück. <<<<<<<

M. E. sind die ökologischen Bedürfnisse von Pflanzen komplexer, daher wird meine Wasserpflege stark von ihnen beeinflußt. M. E. sind die Toleranzbreiten wasserchemischer Art bei meinen Fischarten höher als die meiner Pflanzenarten.

>>>>>>>Natürlich können sie sich ihr habitat nicht so ohne weiter aussuchen. Gerade deshalb habe ich das ja so geschrieben. Damit meine ich aber nicht, daß Du Deine Fische in irgendeiner Art und Weise quälen würdest. Ich meine nur, daß es ihnen unter anderen Bedingungen evtl. "besser gefallen" würde.<<<<<<<

Das hast Du sehr nett formuliert! Jedenfalls habe ich den subjektiven Eindruck, daß es der Mehrheit meiner Fische bei mir gefällt! Gut, einige hätten wohl gern etwas mehr Platz, um ihresgleichen besser aus dem Wege gehen zu können!

>>>>>>Und genau mit diesem Punkt hast Du nicht ganz Recht: Ich sehe das noch lange nicht so wie Dennerle. Dort wird - wenigstens offiziell - ein WW von 25% alle 14 Tage propagiert. Das ist in meinen Augen in den allermeisten Fällen viel zu wenig. Das ist ein gewaltiger Unterschied.<<<<<<

Ich fahre ein Becken mit 50% WW in drei Tagen, zurzeit ohne Entkarbonisierung, einfach um eine gründliche Entsorgung sicherzustellen.
Ich gebe zu, daß 25% WW alle 2 Wochen von Altwasser nicht mehr weit entfernt ist.

>>>>>>Zur naturnahen Aquaristik gehört eben auch, daß den Fischen möglichst konstante Wasserwerte geliefert werden. Dies erreiche ich nach meiner eigenen Philosophie nur durch regelmäßige und großzügige Wasserwechsel. Vielleicht kommt jetzt von Dir das Argument, daß Altwasserbecken auch - nach einigen Monaten - konstante Wasserwerte liefern. Damit magst Du zwar Recht haben, aber dann käme für mich wieder der Punkt NO3-Belastung und da habe ich ja auch eine andere Meinung als Du.<<<<

An sich wollte ich die Altwasserproblematik nicht mit der Frage der Naturnähe vermischen. Aber das geht wohl nicht.
Dabei spielt für viele das Nitrat eine Rolle! M. E. ist es kein Schadstoff für Fische. Daher hat es die besondere Aufmerksamkeit nicht verdient, die man ihm entgegenbringt! Ich sehe das Phosphat schon etwas kritischer.
Die Konstanz der Matrix habe ich bislang nicht als Problem gesehen. Bei gelegentlichen WW macht meinen Fischen die Kälte des WW zu schaffen. Dafür werden sie vom Kupfer verschont.
Die Konstanz von Altwasser beeindruckt mich sehr!

>>>>>Im Übrigen müsste ich bei der Pflanzenpflege mehr durch Dünger zuführen, als es bei regelmäßigen WWs der Fall ist.<<<<<<

Das habe ich nicht verstanden! Mit welchen Stoffen im Wechselwasser versorgst Du Deine Pflanzen, die auch als Dünger zugeführt werden können? Bislang habe ich den TWW für eine reine Entsorgung der Mineralstoffe gehalten!

>>>>>Mir ist klar, daß ich nicht jedes Biotop kopieren kann. Daher bezeichne ich das was ich mache ja auch als naturnah und nicht als natürlich. Natürlich kann und wird ein AQ nie sein. <<<<<<

Kopieren ist ein Wort, das Klarheit schafft! Ich will ein natürliche Habitate nicht kopieren! Sondern eigene schaffen, deren Bedingungen den Bedürfnissen meiner Pfleglinge gerecht werden.
Daher bewerte ich die verschiedenen Parameter nach ihrer Relevanz! Ich versuche nicht zu kopieren, sondern mich an Biotopdaten zu orientieren! Dabei entscheide ich, was wichtig ist und was nicht!
Damit ist mir mein Standpunkt wesentlich klarer geworden!

Grüße Gerd
Gerd Kassebeer ist offline  
Alt 07.01.2003, 10:50   #25
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Standard Re: Was macht die Naturnähe eines Aquariums aus?

Moin,
"naturnah" sind meine Aquarien sicher nicht, da sie mitten in der Großstadt Wien stehen ...
Naturnah würde für geschätzt zwei Drittel (legt mich darauf bitte jetzt nicht fest ) unserer Aquarienfische auch fast pflanzenlos bedeuten :roll: , demzufolge würd ich dann doch zumindest 1 naturnahes Becken besitzen
Mir gefällt der Begriff "Naturnah" an und für sich nicht, da dem unbedarften Leser damit etwas "nicht Erreichbares und auch gar nicht Erstrebenswertes" vorgegaukelt wird.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Dabei spielt für viele das Nitrat eine Rolle! M. E. ist es kein Schadstoff für Fische. Daher hat es die besondere Aufmerksamkeit nicht verdient, die man ihm entgegenbringt! Ich sehe das Phosphat schon etwas kritischer.
Das könnte man doch etwas näher erklären, bitte (ich würde es echt gerne besser verstehen!)

Ich hab in meinem "naturnahen" AQ teilweise exorbitante (?) Nitratwerte (>50mg/l), was mir aber keine wirklichen Sorgen macht.
Sorgen mache ich mir um die Phosphatwerte. Manche Leute machen ja schon bei Werten von etwas über 1mg/l ein Theater.
Ich habe (hatte) in besagtem Becken schon Werte von 10 mg/l, konnte aber bezüglich Wachstum von Jungfischen absolut nichts Negatives feststellen.
Wie ist das jetzt, Phosphat wirkt sich nur auf das Algenwachstum aus (bei mir nicht vorhanden), oder doch "mehr"?
 
Alt 07.01.2003, 12:00   #26
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Standard

Grüss´Euch!
Verzeiht, wenn ich einen Schritt weg vom Reduktionismus hin zu mehr holistischen Gedanken wage.
Stellt Euch vor, irgendjemand Extra-Erdischer will die Spezies Homo sapiens sapiens halten, und das möglichst naturnah.......
Welche Bedingungen soll er schaffen (Smog à la Brasilia, -20Grad C), womit soll er füttern (Fischtran, Engerlinge), wie groß soll der Käfig sein (Hochhaus in Tokio, Wüste Gobi)......? Und diese Problematik stellt sich auf Ebene einer Spezies!
Bei unseren Fischen diskutieren wir meist auf Ebene der Familien und Unterfamilien.
Mir scheint, dass die Ökologischen Nischen vieler häufig geplegter Zierfische sehr groß sind und dass es sich eher selten um echte Habitatspezialisten handelt.
Ich habe das Gefühl, dass zB. der ph-Wert oft überschätzt wird, Temperatur und GH detto.
Es gilt für jede einzelne Spezies herauszufinden, welcher Faktor am wichtigsten ist (limitierendes Minimum), und selbst dieser Faktor wird zwischen unterschiedlichen Lokalpopulation eine Schwankungsbreite haben (Wir begrüßen den Reduktionismus). Hat man diese entscheidenden Minima empirisch herausgefunden, so kann man sich daran machen, um den Fisch eine ökol. Nische herumzubauen und es dann "naturnah" nennen.
Noch ein paar Gedanken zu naturnah:
Naturnah ist sicher auch:
  • hoher Raubdruck durch Fressfeinde
  • geringerer Fortpflanzungsstress durch geringere Kontrahentendichte
  • vermutl. periodischer Hungerstress
  • spezialisierte Parasiten
Sollte der naturnah pflegen wollende Aquarianer diese Stressparameter einbauen wollen, so muss er für Raubdruck, wenige Männchen und ausbleibende Fütterung sorgen. Dann bleiben seine Salmler nur halb so gross, werden nur halb so alt (Stress und Immunsystem) und bewegen sich vermutlich stets am Rand ihrer Toleranzgrenzen...... aber die Wasserwerte stimmen, super!!! Hoffentlich werd ich bei der nächsten Bitte um Hilfe danach gefragt, andere Stressoren interessieren die (Werte-)Messer ja kaum........wetzt schon mal die Messer :wink: !!!


lg, C
Carola aus Wien ist offline  
Alt 07.01.2003, 12:02   #27
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Hi @ll,
nette Diskussion, kaum ist man mal 20 Stunden nicht da, schon .....

Was mich am meisten erstaunt/belustigt/verärgert ist, wie schnell jede Diskussion zum Thema naturnahe Aquaristik sich innerhalb von wenigen Minuten auf die Wasserwerte reduziert, nur weil wir an den anderen Ansprüchen der Fische nichts drehen können oder viel häufiger wollen.

Schaut mal hier
http://www.zierfisch-forum.de/forum/...152&highlight=
da habe ich schon mal ein paar Denkansätze geschrieben.

Nur mal so zum Nachdenken.
Jost ist offline  
Alt 07.01.2003, 12:03   #28
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Hi,
Danke Carola,

das hat sich jetzt überschnitten.
Jost ist offline  
Alt 07.01.2003, 12:20   #29
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Standard Re: Was macht die Naturnähe eines Aquariums aus?

Hallo Gerd,

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Ich gebe zu, daß ich bei Einzug einer neuen Fischart zunächst versuche, möglichst viele Informationen zu bekommen, um grobe Hälterungsfehler zu vermeiden! Wenn ich bei einem Nachzuchtversuch mit meinen Standardmethoden scheitere, greife ich auch auf verfügbare Informationen zurück, ohne allerdings die natürlichen Verhältnisse nachahmen zu wollen. Nach Aussagen von Dieter Voigt leben Fische meistens in Grenzbiotopen und nicht in optimalen. Ich bewerte also die Daten und frage mich, was ist relevant für mich und was nicht.
Wenn Du trotz ausreichender Recherche nach möglichst genauen Informationen der Wasserwerte keine Erfolge bei der Nachzucht hat, liegt es mir nahe zu sagen, dass die Informationen dann wohl nicht ganz so richtig sind. Alternativ besteht ja auch die Möglichkeit, dass die Gestalltung des neuen Lebensraums evtl. den Ansprüchen der Fische nicht genügt. Als überspitztes Beispiel würde z.B. ein A. dolichopterus dienen, der in einem AQ nur mit Bodengrund aber ohne Höhlen oder ähnliche verstecke lebt und sich so nicht vermehren lässt.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
M. E. sind die ökologischen Bedürfnisse von Pflanzen komplexer, daher wird meine Wasserpflege stark von ihnen beeinflußt. M. E. sind die Toleranzbreiten wasserchemischer Art bei meinen Fischarten höher als die meiner Pflanzenarten.
Mit dieser Meinung wirst Du bestimmt Recht habe. Ich orientiere mich aber den den Bedürfnissen der Tiere und nicht an denen der Pflanze. Beides funktioniert in meinen Augen bei anspruchsvollen Pflanzen in meinen Augen nicht so optimal und geht evtl. zu lasten der Fische.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Das hast Du sehr nett formuliert! Jedenfalls habe ich den subjektiven Eindruck, daß es der Mehrheit meiner Fische bei mir gefällt! Gut, einige hätten wohl gern etwas mehr Platz, um ihresgleichen besser aus dem Wege gehen zu können!
Du sagst selber, daß Dein Eindruck subjektiv ist. Ich will dem auch nicht unbedingt widersprechen. Naturnah ist für mich eher eine philosophische Einstellung, die nicht unbedingt rational zu erklären ist und genau hier werden wir nie einer Meinung sein können; Du siehst das aus dem wissenschaftlichen, bzw. genauer gesagt, aus dem chemischen "Blickwinkel" und ich eher als Philosophie.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Ich fahre ein Becken mit 50% WW in drei Tagen, zurzeit ohne Entkarbonisierung, einfach um eine gründliche Entsorgung sicherzustellen.
Ich gebe zu, daß 25% WW alle 2 Wochen von Altwasser nicht mehr weit entfernt ist.
Eben aus diesen Gründen stehen so seltene WWs für mich nicht zur Diskussion. 25% alle 14 Tage sind für mich Altwasserbecken, bei denen verdunstetes Wasser nachgefüllt wird ;o).

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
An sich wollte ich die Altwasserproblematik nicht mit der Frage der Naturnähe vermischen. Aber das geht wohl nicht.
Jein. Altwasseraquarien gehören sicher zu der Einen oder Anderen Fischart dazu. Als grobes Beispiel möchte ich hier wieder manche Killiarten nennen.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Dabei spielt für viele das Nitrat eine Rolle! M. E. ist es kein Schadstoff für Fische. Daher hat es die besondere Aufmerksamkeit nicht verdient, die man ihm entgegenbringt! Ich sehe das Phosphat schon etwas kritischer.
Ich bezeichne Nitrat auch nicht unbedingt als Schadstoff. Er ist aber als Indikator für die Wasserbelastung durch Ausscheidungen bekannt und genau so betrachte ich Nitrat.
Von der möglichen Krebsgefahr durch Nitrosamine möchte ich jetzt nicht anfangen, weil ich mich damit auf sehr dünnes Eis begeben würde und da evtl. einbrechen können. Trotzdem sollte man das evtl. berücksichtigen.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Die Konstanz der Matrix habe ich bislang nicht als Problem gesehen. Bei gelegentlichen WW macht meinen Fischen die Kälte des WW zu schaffen. Dafür werden sie vom Kupfer verschont.
Die Konstanz von Altwasser beeindruckt mich sehr!
Bei sämtlichen bisher von mir gepflegten Fischarten konnte ich nach einem geringen Temperaturabfall noch keine Anzeichen von Unwohlsein feststellen. Bei manchen WWs fällt die Temperatur in meinen Aquarien um 5°C auf etwa 20°C. Da machen noch nicht einmal die Skalare, die ja so gerne bei Temperaturen jenseits der 28°C gehalten werden, Probleme.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Das habe ich nicht verstanden! Mit welchen Stoffen im Wechselwasser versorgst Du Deine Pflanzen, die auch als Dünger zugeführt werden können? Bislang habe ich den TWW für eine reine Entsorgung der Mineralstoffe gehalten!
Ein TWW dient für mich in erster Linie der Entsorgung von Stoffwechselprodukten. In zweiter Linie ist es aber auch die Nachfüllung von Dünger wie z.B. Fe, K und Mineralien für die Fische.

Zitat:
Zitat von Gerd Kassebeer
Kopieren ist ein Wort, das Klarheit schafft! Ich will ein natürliche Habitate nicht kopieren! Sondern eigene schaffen, deren Bedingungen den Bedürfnissen meiner Pfleglinge gerecht werden.
Daher bewerte ich die verschiedenen Parameter nach ihrer Relevanz! Ich versuche nicht zu kopieren, sondern mich an Biotopdaten zu orientieren! Dabei entscheide ich, was wichtig ist und was nicht!
Damit ist mir mein Standpunkt wesentlich klarer geworden!
Die Frage wie relevant die Zusammensetzung des Wassers für die Fische ist, halte ich persönlich für zu komplex als das ich das so ausdrücken würde wie Du. Grundsätzlich hat sich die Natur ja etwas dabei "gedacht", daß Fische ausgerechnet in bestimmten Gewässern umherschwimmen. Ich wage ganz klar zu bezweifeln - ohne dabei Dein Fachwissen in Frage stellen zu wollen -, dass es fast unmöglich ist, die Gesammtheit aller Parameter nach diesen Kriterien 100%ig korrekt zu beurteilen.

Gruß,

Frank
Frank S. ist offline  
Alt 07.01.2003, 12:31   #30
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Hallo,

Zitat:
Zitat von Jost
Was mich am meisten erstaunt/belustigt/verärgert ist, wie schnell jede Diskussion zum Thema naturnahe Aquaristik sich innerhalb von wenigen Minuten auf die Wasserwerte reduziert, nur weil wir an den anderen Ansprüchen der Fische nichts drehen können oder viel häufiger wollen.
Ich glaube, Du verstehst da - genau wie Deine Vorrednerin - etwas falsch. Das ursprüngliche Posting bezog sich auf chemische Veränderung der einzelner Parameter und auf hohe Nitratwerte. Hier wird das Thema anderer, zum Wohl der Tiere beitragende, Einflüsse aus diesem Grunde wenigstens von mir nicht diskutiert. Es sollte einleuchten, daß wenigstens die Einrichtung der Aquarien und die Vergesellschaftung der Fische untereinander stimmen sollte.
Das Thema Fressfeinde kann ich so nicht nachvollziehen, weil wir von einem Aquarium sprechen. Ich kann doch nicht auch noch die negativen natürlichen Umgebungsvariablen für meine Fische anpassen oder soll ich z.B. ein Dorf simulieren, daß die Wäsche am Fluß wäscht?

Gruß,

Frank
Frank S. ist offline  
 

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