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Alt 07.01.2003, 14:08   #31
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Servus Frank!
Ich glaube, ich verstehe da etwas nicht falsch.
Gerd fragt, über Kritik an seiner Methoden und seinen Wasserwerten einleitend, nach Vorstellungen oder Definitionen von Naturnah.
Zitat: "Was macht die Naturnähe eines Aquariums aus?"

Zitat etwas später:"Mir geht es darum, etwas Klarheit in diesen Begriff zu bekommen!"

Und ich gebe Dir recht, was das wäschewaschende Dorf betrifft. Es ist IMHO nicht korrekt, den Menschen aus der Natur auszuklammern, auch wenn es Umwelt-Gedankenmodelle gibt, die das als Prämisse setzen.
Stabile Systeme setzen periodische Katastrophen voraus, die gerade nicht ausreichen, das System zu kippen.
Daher plane ich in einem von mir zu gestaltenden 1000er Aquarium auch Fressfeinde ein: Ob ich Salmler Daphnien verfütter oder Großcichliden Salmler, wo ist da der Unterschied. Spannend wird es, das Verhältnis zwischen Räuber und Beutedichte auszuloten und einen weiteren stabilen Punkt zu erreichen.
Als mittlere Katastrophe werden meine beckengestalterischen Eingriffe zu werten sein, denn auch die Deckung für Räuber und Beute muss optimiert werden.
Das Wasser, beinah hätt ichs vergessen :wink: , soll stabile Werte haben, welche, ist vermutlich ein Produkt der Eitelkeit des Aquarienbesitzers: Wie sauer und wie weich......das bleibt dem Ehrgeiz des Besitzers überlassen.

Ich setze Stabilität vor die Absolutwerted, und möchte ein bisserl naturnah sein.......

lg,c

ps: wie naturnah werden Hauskatzen gehalten?
Carola aus Wien ist offline  
Alt 07.01.2003, 14:12   #32
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Standard Re: Was macht die Naturnähe eines Aquariums aus?

Hallo,
Zitat:
Zitat von Frank S.
Grundsätzlich hat sich die Natur ja etwas dabei "gedacht", daß Fische ausgerechnet in bestimmten Gewässern umherschwimmen.
Du übersiehst bei dieser Aussage IMHO, dass viele Fische in der freien Natur nur deshalb in bestimmten Extrembiotopen umherschwimmen, weil sie sich in ihnen wasser-, futtertechnischen oder auch strukturierungsmäßigen eigentlich besser zusagenden Bereichen aus vielerlei Gründen (Prädatoren, körperlich überlegene futter- und/oder mikrohabitatsmäßig gleiche/ähnliche Präferenzen zeigende Arten, ...) nicht behaupten können.
D.h. IMHO: die Werte im Heimatbiotop müssen nicht unbedingt die für die Haltung im Aquarium optimalen Werte darstellen, wie im Verlauf dieses Threads ja auch schon mehrfach angedeutet worden ist.
 
Alt 07.01.2003, 14:27   #33
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Hallo Carola,

Zitat:
Zitat von Carola aus Wien
Ich glaube, ich verstehe da etwas nicht falsch.
Gerd fragt, über Kritik an seiner Methoden und seinen Wasserwerten einleitend, nach Vorstellungen oder Definitionen von Naturnah.
Zitat: "Was macht die Naturnähe eines Aquariums aus?"

Zitat etwas später:"Mir geht es darum, etwas Klarheit in diesen Begriff zu bekommen!"
Der Grund für die Entwicklung des Threads lag aber in der Frage, ob Entkarboniesung durch HCl in einem AQ etwas zu suchen hat oder nicht. Das wirst Du vielleicht hier jetzt nicht so ad hoc sehen können, aber so ist es.

Zitat:
Zitat von Carola aus Wien
Und ich gebe Dir recht, was das wäschewaschende Dorf betrifft. Es ist IMHO nicht korrekt, den Menschen aus der Natur auszuklammern, auch wenn es Umwelt-Gedankenmodelle gibt, die das als Prämisse setzen.
Nur weil etwas vom Menschen negativ beeinflusst wird, kann es in meinen Augen nicht Ziel sein diese Nachteile nachzuahmen.

Zitat:
Zitat von Carola aus Wien
Stabile Systeme setzen periodische Katastrophen voraus, die gerade nicht ausreichen, das System zu kippen.
Daher plane ich in einem von mir zu gestaltenden 1000er Aquarium auch Fressfeinde ein: Ob ich Salmler Daphnien verfütter oder Großcichliden Salmler, wo ist da der Unterschied. Spannend wird es, das Verhältnis zwischen Räuber und Beutedichte auszuloten und einen weiteren stabilen Punkt zu erreichen.
Ich wage ganz klar zu bezweifeln, daß sich da ein stabiler Punkt bei einem 1.000 l AQ "einstellen" lässt oder sich einstellen wird. Die Dimensionen des AQs halte ich dafür noch zu klein, Besatzdichte, Revierbildungen und Rückzugsmöglichkeiten sind dort sicher nicht gegeben. Ich bezweifel nicht, daß Du ein stabiles Millieu schaffen wirst. Ich glaube aber, daß sich über kurz oder lang die Cichliden am oberen Ende der Nahrungskette durchsetzen werden. Vielleicht mag z.B. der eine oder andere Neon überleben, aber ein vereinzeltes Tier dieser Art hat dann auch nichts mehr mit einem natrülichen Schwarm zu tun.

Zitat:
Zitat von Carola aus Wien
Als mittlere Katastrophe werden meine beckengestalterischen Eingriffe zu werten sein, denn auch die Deckung für Räuber und Beute muss optimiert werden.
Wenn Du das menschliche Auge als Maßstab für die Katastrophe ansiehst, dann ist das sicher richtig.

Zitat:
Zitat von Carola aus Wien
Das Wasser, beinah hätt ichs vergessen :wink: , soll stabile Werte haben, welche, ist vermutlich ein Produkt der Eitelkeit des Aquarienbesitzers: Wie sauer und wie weich......das bleibt dem Ehrgeiz des Besitzers überlassen.
Das hat nichts mit Eitelkeit zu tun. Wasserwerte sollten den Tieren angepasst werden und sind kein Indikator für die Eitelkeit des Aquarienbesitzers. Wenn Du das so siehst, dann hast Du eine sehr seltsame Einstellung zur Tierhaltung.

Zitat:
Zitat von Carola aus Wien
Ich setze Stabilität vor die Absolutwerted, und möchte ein bisserl naturnah sein.......
Das Eine schliesst das Andere überhaupt nicht aus...

Zitat:
Zitat von Carola aus Wien
ps: wie naturnah werden Hauskatzen gehalten?
Ich kann gerne Pebbles holen und Du kannst sie selber fragen ;o).
Hier geht es aber letztendlich nicht um die Diskussion der Frage. Jeder vernünftige Mensch muss früher oder später einsehen, daß dies bei der Tierhaltung bis ins letzte Detail nicht möglich ist. Ich habe das auch nie behauptet. Ich spreche immer nur von naturnah und nicht von natürlich. Das habe ich aber in einem anderen Posting bereits angesprochen. Naturnah heisst, daß man die Tiere im möglichen Rahmen so natürlich wie möglich hält. Wasserwerte sind da das geringste Problem wenn man sie denn annähernd erreichen möchte...

Gruß,

Frank
Frank S. ist offline  
Alt 07.01.2003, 14:35   #34
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Standard Re: Was macht die Naturnähe eines Aquariums aus?

Hallo Walter,
Zitat:
Zitat von Walter
Du übersiehst bei dieser Aussage IMHO, dass viele Fische in der freien Natur nur deshalb in bestimmten Extrembiotopen umherschwimmen, weil sie sich in ihnen wasser-, futtertechnischen oder auch strukturierungsmäßigen eigentlich besser zusagenden Bereichen aus vielerlei Gründen (Prädatoren, körperlich überlegene futter- und/oder mikrohabitatsmäßig gleiche/ähnliche Präferenzen zeigende Arten, ...) nicht behaupten können.
D.h. IMHO: die Werte im Heimatbiotop müssen nicht unbedingt die für die Haltung im Aquarium optimalen Werte darstellen, wie im Verlauf dieses Threads ja auch schon mehrfach angedeutet worden ist.
Ich glaube nicht, daß in meiner Sicht der Dinge übersehe. Fische können und werden aber z.B. auch nur in Bereiche ausweichen, in denen sie noch relativ gut leben können. Wäre dem nicht so, würden sie sterben. Das zeigt aber auch die enormen Breite der Anpassungsfähigkeit und die in gewissen Grenzen zu nutzen, halte ich nicht für schlimm. Sind die Verhältnisse subopzimal, werden die meisten Fische sterben und mit ein wenig Glück wird über viele Generationen bei den überlebenden Tieren eine Anpassung stattfinden. Das ist aber in einem kleinen beschaulichen Aquarium wohl eher nicht der Fall. Stirbt hier ein Fisch, wird er durch den billigen Nachschub substituiert.

Ich halte eine Nachahmung der Natur - abgesehen davon, daß es kaum möglich sein wird - auch nicht in jedem Falle für erstrebenswert. Hier werden immer Negativbeispiele angeführt, die zu lasten der Fische gehen (z.B. Fressfeinde) und mit meinem Wunsch nach optimaleren Pflegebedingungen für die Fische nichts zu tun haben.

Gruß,

Frank
Frank S. ist offline  
Alt 07.01.2003, 14:58   #35
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Hallo,

über dieses Thema gab`s schon einmal einen ellenlangen Thread.

Wieso habe ich das Gefühle, dass Gerd da einen "Knochen" hingeworfen hat, sich zurücklehnt und dabei köstlich amüsiert? :lol:

Grüsse
Karl-heinz
 
Alt 07.01.2003, 14:58   #36
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Hi Frank,
Du hast mit Deinen Aussagen sicher Recht, zumindest zum allergrößten Teil (Hoch-, Niederwasser, Vertrocknen, ... im AQ werden viele Fische weitaus älter als in der Natur, aber das wollen wir gar nicht weiter intensivieren ... :roll: ).
Worum´s mir eingentlich geht, ist dieser irreführende Begriff von der "Naturnahen Aquaristik" an und für sich.
Dieser Begriff wurde vor einiger Zeit von einer gewissen Gruppierung hier im Forum eingeführt und von sehr vielen unreflektiert übernommen.
IMHO schließen sich "naturnah" und "Aquaristik" einfach aus.
Das Ganze ist ja jetzt schon öfters durchgekaut worden, ansonsten würden eben auch die ganzen negativen Faktoren in der Natur miteinbezogen werden müssen.
Die Frage sollte eher so lauten: "Wie können wir unseren Lieblingen ihr Leben möglichst angenehm gestalten und sie gesund und vital am Leben halten" oder in der Art, jetzt etwas überspitzt ausgedrückt.
 
Alt 07.01.2003, 15:00   #37
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...noch einmal schnell zu den Wasserwerten:
Ich habe ein 120er und ein 112er. Im 112er ist Wiener Leitungswasser: pH=7,5-8, GH=9, KH=~8, regelmäßiger Wasserwechsel.
Im 120er setze ich Osmosewasser, Laub und Torf ein, pH=6, KH=0,5 und GH=4. Dieses Becken wird von mir verhätschelt und intensivst beäugt, kein Wasserwechsel.
Nun scheint es mir keine Unterschiede zu machen, ob ich Salmler wie P.simulans, Rote Neon oder Zitronensalmler im härten oder weicheren Wasser halte: In beiden sehen sie super aus, in beiden balzen sie, in beiden zeigen sie munteres Verhalten........
Das Geschiss mit Osmosewasser, Torf etc etc mach ich eigentlich nur zur Befriedigung meines Ehrgeizes, den sogenannten Weichwasserfischen scheint es egal zu sein, dass der pH-Unterschied satte 1,5 ausmacht und das Wasser unterschiedlich hart ist.
Schade, dass es keine für Fische semipermeable Membran gibt, wüsste zu gerne, für welches Wasser sie sich entscheiden würden.

lg.C
Carola aus Wien ist offline  
Alt 07.01.2003, 15:05   #38
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Hallo,

Zitat:
Zitat von Kahebro
über dieses Thema gab`s schon einmal einen ellenlangen Thread.

Wieso habe ich das Gefühle, dass Gerd da einen "Knochen" hingeworfen hat, sich zurücklehnt und dabei köstlich amüsiert? :lol:
Hmm...ich hallte Gerd eigentlich nicht für so einen armen Menschen, der sich durch sowas eine Befriedigung verschafft.

Gruß,

Frank
Frank S. ist offline  
Alt 07.01.2003, 15:08   #39
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Hallo Walter,

Zitat:
Zitat von Walter
Du hast mit Deinen Aussagen sicher Recht, zumindest zum allergrößten Teil (Hoch-, Niederwasser, Vertrocknen, ... im AQ werden viele Fische weitaus älter als in der Natur, aber das wollen wir gar nicht weiter intensivieren ... :roll: ).
Worum´s mir eingentlich geht, ist dieser irreführende Begriff von der "Naturnahen Aquaristik" an und für sich.
Dieser Begriff wurde vor einiger Zeit von einer gewissen Gruppierung hier im Forum eingeführt und von sehr vielen unreflektiert übernommen.
IMHO schließen sich "naturnah" und "Aquaristik" einfach aus.
Das Ganze ist ja jetzt schon öfters durchgekaut worden, ansonsten würden eben auch die ganzen negativen Faktoren in der Natur miteinbezogen werden müssen.
Die Frage sollte eher so lauten: "Wie können wir unseren Lieblingen ihr Leben möglichst angenehm gestalten und sie gesund und vital am Leben halten" oder in der Art, jetzt etwas überspitzt ausgedrückt.
Ich habe mir am Anfang genau das gedacht, was Du gerade schreibst. Dahr habe ich ja auch schon in einigen Threads versucht, den IMO Unterschied zwischen natürlich und naturnah zu erklären.
Ich würde also sagen, daß sich "natürlich" und "Aquaristik" ausschliessen :wink:

Gruß,

Frank
Frank S. ist offline  
Alt 07.01.2003, 15:08   #40
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Hallo Carola,
Zitat:
Nun scheint es mir keine Unterschiede zu machen, ob ich Salmler wie P.simulans, Rote Neon oder Zitronensalmler im härten oder weicheren Wasser halte: In beiden sehen sie super aus, in beiden balzen sie, in beiden zeigen sie munteres Verhalten........
mal nur so als Tipp; pfleg mal Boraras maculatus bei pH=7,5-8, GH=9, KH=~8 und zum Vergleich bei GH <1, KH <1, pH 4,5. Da sieht man einen Unterschied.

Nur mal so als Beispiel.

Gruß Werner
 
 

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