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Alt 07.01.2003, 15:23   #41
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Hallo Frank

Zitat:
Hmm...ich hallte Gerd eigentlich nicht für so einen armen Menschen, der sich durch sowas eine Befriedigung verschafft.
Nun ja, es gibt da ja auch ein höheres Niveau und ein wenig von einem Agent Provocateur hat er schon :wink:

Grüsse
Karl-heinz
 
Alt 07.01.2003, 15:24   #42
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...unbestritten!
Ich wollte damit auch nur verdeutlichen, dass man als Fischhalter seine Pfleglinge in Wasserwerten bestimmter Spannungsbreite halten kann, aber man muss nicht unbedingt an die jeweiligen Extremwerte, Toleranzgrenzen gehen.
Ich glaube, wir Aquarianer unterscheiden uns kaum von Harley-Davidson-Zanglern: Wir wollen einfach aktiv sein in unserem Hobby, drehen halt nicht an echten Schrauben, sondern schrauben an Wasserwerten rum (weniger ölig!) - obwohl weniger meist mehr wäre (füttern, Licht, Ausreizen der Werte...)

Ich versuch weiterhin, noch saurer und weicher zu werden, sinnvoll glaub ich, ist es nicht mehr.

lg.C
Carola aus Wien ist offline  
Alt 07.01.2003, 15:32   #43
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Hallo Frank,
ich empfehle Dir einmal den oben genannten Fred durchzulesen. Es dauert ungefähr eine halbe Stunde (habs zur Auffrischung der Thematik gerade nochmals selbst getan). Dabei wirst Du feststellen, daß die dort behandelte Thematik viel weiter geht, auch bezüglich der Wasserwerte.
Jost ist offline  
Alt 07.01.2003, 17:20   #44
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Hallo Jost,

Zitat:
Zitat von Jost
ich empfehle Dir einmal den oben genannten Fred durchzulesen. Es dauert ungefähr eine halbe Stunde (habs zur Auffrischung der Thematik gerade nochmals selbst getan). Dabei wirst Du feststellen, daß die dort behandelte Thematik viel weiter geht, auch bezüglich der Wasserwerte.
ich habe mir den Thread durchgelesen und teile auch einen Teil Deiner Aussagen. Zu einem Teil habe ich aber eine andere Meinung, die ich im folgenden kurz erläutern möchte:

Fisch ist nicht gleich Fisch. Zu sagen, daß sie eine große Adaptionsfähigkeit haben mag stimmen, lässt sich aber nicht auf jede Art übertragen. Als Beispiel sollen hier z.B. endemische Arten dienen. Sicher sind auch diese teilweise recht tolerant, aber es kann nicht sein, daß man dies ausnutzt weil man aus irgendwelchen Gründen nicht dazu bereit ist, ihnen die Wasserwerte zu liefern, die sie in ihrem natürlichen Habitat haben.

Das Argument, daß es Tierarten gibt, von denen man dachte, sie würden nur unter ganz bestimmten Umweltbedingungen leben, kann ich auch nicht ohne weiteres akzeptieren. Sicher hat man sich in den von Dir genannten Beispielen geirrt, aber grundsätzlich sollte man als Halter der Tiere die Wasserwerte anstreben, die auch im natürlichen Habitat vorkommen. Erstens muss man ja anfänglich davon ausgehen, daß dies das Optimum darstellt und zweitens weiss man ja nicht, ob die gleiche Art an anderen Fundorten nicht schon über Generationen an die veränderten Umweltbedingungen angepasst ist. Ich für meinen Teil spreche Aquarianern und somit Hobbyisten das Recht ab, eigenständig mit Tieren zu experimentieren. Ich muss davon ausgehen, daß die Fische bestimmte Wasserwerte brauchen. Kann und will ich den Tieren diese Werte nicht liefern, so muss ich eben auf die Haltung verzichten. Nur weil das Tier deutlich extremere Bedingungen toleriert, sind diese noch lange nicht gut.

Es stimmt, daß Wasserwerte nicht das Einzig wichtige Kriterium bei der Haltung sind. Das steht vollkommen ausser Frage. Wasserwerte lassen sich aber mit vergleichbar einfachen Mitteln (z.B. Osmoseanlage) anpassen. Das geht bei anderen Faktoren (Besatzdichte, Fütterung, etc.) nicht ganz so einfach. Es spricht also wohl nichts dagegen, wenigstens diese anzupassen.

Ich habe manchmal den Eindruck, daß der Mensch erst sehen muss, daß ein Tier evtl. leidet. Da die Mimik der Fische das nicht möglich macht, kann ich mir gut vorstellen, daß man ihnen oftmals Wohlbefinden unterstellt obwohl das nicht so ist. Wer weiss denn schon, ob der Fisch, der nach 2 Jahren gestorben ist, nicht zuletzt an dem dauerhaft zu hohen ph-Werten oder der zu hohen Leitfähigkeit gestorben ist? Das der Fisch in freier Wildbahn wahrscheinlich nie dieses vermeintlich hohe Alter erreicht hätte, würde für mich als Argument nicht zählen.

Ich möchte gerade mit meinen letzten Zeilen niemandem hier auf die Füße treten oder habe damit jemanden persönlich gemeint. Mir geht es nur darum ein wenig zum Nachdenken anzuregen.

Achja...bevor einer auf die Idee kommt:
Ich bin weder Veganer, noch radikaler Tierschützer. Ich bin nicht bei Greenpeace, Peta, beim BUND oder sonstwo engagiert :wink:

Gruß,

Frank
Frank S. ist offline  
Alt 07.01.2003, 19:37   #45
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Hi Frank,

ßßßßßßßß

Geändert von Jost (30.03.2008 um 16:21 Uhr)
Jost ist offline  
Alt 07.01.2003, 20:13   #46
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Hallo an alle,
so ein Endlos-Diskussions-Thread ist mal wieder was schönes.
Beim lesen kam mir so der Gedanke, dass die Meerwasseraquaristen anscheinend die einzigen naturnahen Becken haben.
Wir schrauben nicht an unserem ph Wert, wir setzen Fressfeine ein, unsere niederen Tiere bekämpfen sich gegenseitig und und und.

Das Thema "Naturnah" wird nie befriedigend ausdiskutiert werden, solange so Beispiele, wie ich habe Coladosen und Autoreifen gesehen, eingesetzt werden.
Naturnahe Meerwasseraquaristik bedeutet wohl kaum, dass ich mit meinen Schwimmflossen einen Taucher nachahme, der mit seinen Stelzen über das Riff läuft, oder dass ich Sedimente ins Becken schütte, weil ein Süsswasserfluss diese ins Meer abgibt, oder ich setze Seesterne en mass ein um zu sehen wie mein Riff abgenagt wird.

So spontan kam der Gedanke an Kinderkram und Provokation hoch, wenn dem so ist, schade drum, denn das Thema ist auch nach dem 100sten Male interessant.
Also kommt mal wieder auf den Teppich!
Andreas
Blackyy ist offline  
Alt 07.01.2003, 20:17   #47
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Standard Re: Was macht die Naturnähe eines Aquariums aus?

Hallo Walter!

>>>> Sorgen mache ich mir um die Phosphatwerte. Manche Leute machen ja schon bei Werten von etwas über 1mg/l ein Theater.
Ich habe (hatte) in besagtem Becken schon Werte von 10 mg/l, konnte aber bezüglich Wachstum von Jungfischen absolut nichts Negatives feststellen.
Wie ist das jetzt, Phosphat wirkt sich nur auf das Algenwachstum aus (bei mir nicht vorhanden), oder doch "mehr"? <<<<<

Ich habe in manchen Becken bis zu 15 mg PO4/l, ohne daß es zum exzessiven Wachstum von Algen kommt. Das liegt entweder daran, daß ein essentieller Nährstoff im Minimum ist, in einem Altwasser ist die Akkumulation eines Algizids aus der Richtung Fulvosäure, Huminsäure, Gerbsäure möglich.

Grüße Gerd
PO4 und NO3 sind dann, wenn alle anderen Nährelemente da sind, eine Katastrophe: Z. B. Pinselalgen, so weit das Auge reicht. In der Konstellation ist Düngen Wahnsinn, man muß versuchen, einen Minimumfaktor zu erzeugen! Neben reichlichen WW geht das mit schnellwüchsigen Pflanzen!
Gerd Kassebeer ist offline  
Alt 07.01.2003, 20:37   #48
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Hallo Jost,

Zitat:
Zitat von Jost
versteh mich nicht falsch, auch ich möchte den Fischen jene Wasserwerte angedeihen lassen, die sie normalerweise in ihren Biotopen zu erwarten haben (Was meinst Du, was das bei mir mit 2.400 l für ein Problem ist, obwohl ich einen Regenwasseranschluß habe). Dies gilt aber eben soweit als möglich auch für die anderen Faktoren, z.B. Stichwort Licht, ich behaupte 99 % unserer Becken haben ein vielfaches zuviel Licht (ich weiß, damit die Pflanzen wachsen und damit die Wasserwerte stabilisieren und damit ....), aber keiner oder kaum einer geht hin und reduziert auf ein Maß was dem Fisch gefallen würde, weil das dem Betrachter dann garnicht gefällt.
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil und damit meine ich jetzt mich :wink: . Offenbar liegen wir doch mit unseren Meinungen näher bei einander, als ich ursprünglich dachte.

Ich stimme mit Dir vollkommen darin überein, daß es mehr nachzuahmen gilt, als nur die Wasserwerte. Da Wasser aber das direkte Medium ist, in dem die Fische leben und das diese vollständig umgibt, "geniesst" dieser Parameter meine größte Beachtung. Deshalb reite ich auch so auf dem Thema herum.
Starklichtaquarien haben sicher genau so wenig mit nähe zum natürlichen Biotop gemeinsam, wie falsche Wasserwerte und beides zusammen kommt in meinen Augen einem Super-GAU für die Tiere sehr nahe; hier ist enormer Streß für die Tiere und damit eine massive Anfälligkeit für Erkrankungen vorprogrammiert. Ähnlich sehe ich das im AQ aber auch vorhandenen Fressfeinden, wenn die Opfer nicht als reines "Futter" gehalten werden sollen. Hier wird die "Beute" immer massivem Streß ausgesetzt sein, da auf Grund der beengten Verhältnisse im AQ so gut wie keine Möglichkeit zum Rückzug besteht. Auch diese Tiere werden über kurz oder lang massive Probleme mit bakteriellen Infektionen und anderen Krankheiten bekommen.

Ziel sollte es immer sein, daß den Tieren in ihren Glaskästen möglichst umfassend optimale Bedingungen geboten werden. Das ist bei einigen Parametern einfache, bei anderen schwieriger.

Gruß,

Frank
Frank S. ist offline  
Alt 07.01.2003, 20:40   #49
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Standard Re: Was macht die Naturnähe eines Aquariums aus?

Hallo Frank !

>>>>>Ein TWW dient für mich in erster Linie der Entsorgung von Stoffwechselprodukten. In zweiter Linie ist es aber auch die Nachfüllung von Dünger wie z.B. Fe, K und Mineralien für die Fische. <<<<<<

Den Beitrag des Eisens im Leitungswasser zur Düngung kannst Du vergessen. Es ist zu wenig und in praktisch unlöslicher Form.

>>>>>>>>Die Frage wie relevant die Zusammensetzung des Wassers für die Fische ist, halte ich persönlich für zu komplex als das ich das so ausdrücken würde wie Du. Grundsätzlich hat sich die Natur ja etwas dabei "gedacht", daß Fische ausgerechnet in bestimmten Gewässern umherschwimmen. Ich wage ganz klar zu bezweifeln - ohne dabei Dein Fachwissen in Frage stellen zu wollen -, dass es fast unmöglich ist, die Gesammtheit aller Parameter nach diesen Kriterien 100%ig korrekt zu beurteilen.<<<<<

Ich bin ziemlich sicher, daß sich die Natur nichts dabei gedacht hat, daß Fische ein Gewässer besiedeln. Dein Argument bringt mich bezüglich Naturnähe und Philosophie ein Stück weiter. Hier wird in die Natur etwas hineingesehen, was nicht drin ist!

Die 100%ig korrekte Beurteilung will ich doch gar nicht. Trotz gegenteiliger Meinungen sehe ich die mehrfache Reproduktion einer Fischart als ein Indiz für artgerechte Haltung an! Dazu brauche ich nur die wesentlichen Parameter zu finden. Ich muß also nur die Daten richtig bewerten!

Grüße Gerd
Gerd Kassebeer ist offline  
Alt 07.01.2003, 20:55   #50
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Hallo Karl-Heinz!,

>>>>>>über dieses Thema gab`s schon einmal einen ellenlangen Thread.<<<<<<

Den muß ich wohl mal suchen!

>>>>>>>Wieso habe ich das Gefühle, dass Gerd da einen "Knochen" hingeworfen hat, sich zurücklehnt und dabei köstlich amüsiert? <<<<<<<<

So komme ich mir im Moment vor. Zunächst hatte ich einen gewissen Bammel, das Thema anzuschneiden! Mich beeindruckt die Fülle der Kommentare, die Vielfalt der Argumente, und daß ich keine Prügel für meine Salzsäure und mein Nitrat kriege. Ich bin begeistert!

Grüße Gerd
Gerd Kassebeer ist offline  
 

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