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#1 |
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Hallo Ihr Lieben,
ich bin etwas ratlos, folgendes Problem : ein Bekannter von mir, hat einen "Erstbesatz" direkt auf Anraten eines Händlers gekauft. Es handelt sich wahrscheinlich um Gyrinocheilus aymonieri, der "Algenfresser" schlechthin. Ich habe die Tiere noch nicht gesehen, allerdings sind sie ihm als Algenfresser verkauft worden, unter dem Namen "Saugschmerle". Deswegen meine Annahme. Ich werde heute abend oder morgen versuchen, die Tiere zu identifizieren, Infos folgen dann. Er hat nach der erfolgten Einfahrzeit wie gesagt auf Anraten des Händlers einen Fünfertrupp (6-7 cm) ins Becken gesetzt. Das Problem an der Sache ist nun, daß der restliche Besatz von früher her schon feststeht, d.h. es warten diverse Ostafrikaner darauf, in das Becken überzusiedeln. Hierbei handelt es sich um (Augen zu und durch) : 2 Pseudotropheus auratus (w/w) 2 Pseudotropheus estherae (w/m??) 3 Neolamprologus brichardi + Jungfische (w/m/?) 1 Ancistrus dolichopterus 1 Synodontis nigriventis Wasserwerte sind in etwa (letzte Messung liegt schon länger zurück) GH 12 KH 9 pH 8 LW 480 µS / cm NO3 ca. 35 - 40 mg / L T = 27 °C Becken 100 x 40 x 50, HMF, Quarzsand ... es ist mir völlig klar, daß der Malawi - Tanganjika - Mischmasch zum Heulen ist, eigentlich hätte der Besatz komplett in Richtung Ostafrika gehen sollen, idealerweise Malawi (Feenbarsche + Welse raus, auratus + estherae aufgestockt auf adäquates Geschlechterverhältnis). Das wäre auch problemlos machbar gewesen, nun sind aber diese "Saugschmerlen" eingesetzt worden. Was sagt Ihr zu dieser "Vergesellschaftung" ? Ich bin sehr unglücklich über die Sache, allerdings bin ich vor vollendete Tatsachen gestellt worden : Der Händler meinte, es sei kein Problem. Sie haben ja auch schon sehr schön alles geputzt.... :roll: Wie stichhaltig ist außerdem das "Argument" : "jetzt warten wirs mal ab, wie sie sich vertragen ??" Bitte sagt ganz klar Eure Meinung zu diesem Zustand, es geht mir um die bloße Bestätigung oder Nichtbestätigung meiner Bedenken. Vielleicht wird der Aussage von vielen Leuten mehr geglaubt, als der Aussage von einem Neuling und einem Händler. Gruß Mark |
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#2 |
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Hi Mark,
Besagte Saugschmerlen werden ohnehin zu groß für das Becken (bis ca. 27 cm). Synodontis nigriventris passt gar nicht in ein Malawi-/Tanganjikabecken und kommt auch nicht in diesen Seen vor. Der pH-Wert ist zu hoch! Diese Welse sind ausgesprochene Gruppentiere, die sich erst ab nem kleinen Schwarm wohlfühlen. Bezüglich des pHs gilts auch für den Anchistrus, der aus Südamerika stammt. Bei AusgangspH-Werten um 8, die deutlich alkalisch sind, sollte man keine Fische einsetzen, die neutrale pH-Werte oder darunter bevorzugen. Es ist offensichtlich sehr mühseelig, Händlern beibringen zu wollen, dass man derartige Kombinationen schlichtweg als "nicht artgerecht" bezeichnen muss. Je weniger Probleme ein Aquarium macht, umso weniger kann ein Händler verdienen. Des weiteren sollte man sich einmal fragen, was man nun eigentlich möchte, ein schönes Tanganjika- bzw. Malawi-AQ oder eine im Grunde unsägliche (Augen zu und durch - da haste Recht!) zusammengewürfelte Kombination vieler verschiedener Tiere. Das ist dann nicht mehr als ein Gesellschaftsbecken mit Tieren von verschiedenen Kontinenten. Liebe Grüße Amazon |
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#3 |
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Hi erstmal,
Viele Leute pflegen Ostafrikaner mit Saugschmerlen ungeachtet der von Amazon vertretenen Meinung. Wenn sie jung sind sollen sie fleißige Algenfresser sein, mit zunehmenden Alter werden sie aber fauler und streitlustiger. Gerade beim Einfahren eines Beckens startet so mancher Aqurianer auch mit biotopfremden Fischen. Darüber kann man geteilter Meinung sein. Viele Nachzuchten sind auch toleranter gegenüber "falschen" Wasserwerten. Im Prinzip gebe ich Amazon recht, muß aber zugeben, Wabenschilderwelse in meinen Ostafrikabecken zu haben. Werde mal darüber nachdenken, es mal ohne zu probieren. Habe aber damit bisjetzt nur gute Erfahrungen gemacht. Allerdings beschweren Fische sich selten. Torsten |
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#4 |
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Hi Ihrs,
sicher, vieles ist üblich, aber auch fraglich, obs oki ist. Ein Becken mit biotopfremden Fischen starten ist IMO nicht das Problem, wenn dieses Biotop eine artgerechte Haltung ermöglicht und somit ein Kompromiss ist. Aber warum startet man ein Biotopbecken mit biotopfremden Fischen oder solchen, die man nicht auf Dauer halten möchte? Mehrere große streitlustige, siamesische, nichtmehralgenfressende Saugschmerlen will nämlich keiner aufnehmen. Das Problem stellt sich schon bei kleiner bleibenden Arten, die im Alter nicht mehr als "Nutzfisch" eine "Hälterungsberechtigung" finden. Wie das mit den Nachzuchten und der Anpassung ausschaut, wird auch im ZFF immer wieder kontrovers diskutiert. Ob jedoch die Anpassung soweit geht (gehen kann), wie vom Händler behauptet und vom Aquarianer gewünscht, ist die Frage - aber macht nix, merken wir spätestens am verendeten Tier, das dann eben nicht funktioniert hat - schade eigentlich. Viele Nachzuchten (z. B. aus dem Ausland) werden erst hier beim Importeur oder Händler mit den für in der Region herrschenden Wasserwerten "bekannt" gemacht. Sie werden eben nicht beim Aquarianer zwei Häuserblocks entfernt gezüchtet. Dazu kommt, dass ein Großteil der Aquarienfische eben keine Nachzuchten sind. Sind in einem Becken für die gehaltenen Arten zuträgliche Wasserwerte vorhanden, mag man die eine oder andere nichtbiotopgerechte Fischart vergesellschaften (sofern der Lebensraum entsprechend gestaltet ist und die Tiere verträglich untereinander sind) - aber rücksichtsloses Zusammenwürfeln, weil der eine Schnecken frisst, der andere Algen, der dritte blau ist, und der rote so einen schönen Farbkontrast gibt - sorry, das hat mit Ostafrika, Malawi/Tanganjika gar nix zu tun. Mich stört an so etwas vor allem die mangelnde Überlegung und das Desinteresse, ob diese Vergesellschaften funktionieren. Ich habe zurzeit selbst zwei kleine Ancistrus in Pflege, die in einem für Welse aus dem Tanganjikasee eingerichteten Becken (bepflanzte Uferzone mit Wurzel und Steinen) rumflitzen, noch dazu mit Amanogarnelen. Doch für alle sind die Wasserwerte passend. Es ist ausreichend Platz und Versteckmöglichkeit vorhanden. Von den eigentlichen Bewohnern Synodontis petricola ist grade mal der erste im Becken (kaum größer als die Ancistrus). Kieselstein, klar kann sich der Wabi nich mit ner Petition an dich richten - aber ich setz jetzt mal voraus, dass du auf seine sonstigen Ansprüche Rücksicht bei der Einrichtung nimmst. Und ihn nicht grade in einem 160 l Becken über 10 Jahre hältst - sowas gibts auch. Liebe Grüße Amazon |
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#5 |
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Registriert seit: 04.06.2002
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Hoi Amazon,
...genau ein posting dieser Art hatte ich erwartet. danke für die Bestätigung :-kiss Habe jetzt noch erfahren, daß die Tiere lt. Händler angeblich nur eben 5-7 cm groß werden, konnte jedoch keine "Saugschmerlenart" finden, die überhaupt diesem Kriterium entspricht. Muß sie mal genauer ansehen, und dann kämpfen, daß er sie vielleicht doch noch zurückgibt. Schlimm finde ich halt immer - wie schon oben geschrieben - den Satz "Jetzt warten wir mal ab was passiert". Wenn Fische schreien könnten... @Torsten : das gilt auch für Wabis im Ostafrikabecken, oder wie sehen seine Flossen aus ? ich habe auch schon Wabis im Ostafrikabecken erlebt. Die Kerle sind teils dermaßen stur und hauen auch nicht ab, wenn sie attackiert werden. Dementsprechend zerfleddert sehen sie dann aus. Abgesehen von fraglichen Wasserwerten. und : wasserwerttolerantere Nachzuchten ??? Du meinst, ein Fisch kann durch Nachzucht in oder gewöhnen an "falsches Wasser" dagegen toleranter werden ? Wieviele Generationen veranschlagst Du hierfür ? Laß das mal nicht die Biologen / Genetiker hören. Gruß Mark |
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#6 |
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Hi,
meine Wabis sehen nicht zerfleddert aus, sondern haben große und schöne Flossen. Sie haben sich mit den Barschen gut arrangiert. laut mergus passen die Wasserwerte auch. Natürlich bin ich nicht blauäugig und sage, daß das für sie ideal ist. Aber was für Algenputzer für den Start eines Malawibeckens würdet ihr nehmen? Das Becken ist zumindest momentan für die beiden Wabis ok. Außerdem kriegen die beiden neben eigenen Verstecken auch in regelmäßigen Abständen gut gewässertes Holz zum Abraspeln. Und wenn die beiden weiter so wachsen und mein 300er Becken zu klein wird, kommen sie in das 540er oder der Händler nimmt sie gerne zurück. Klar fühle ich mich nicht gut dabei, aber ich hoffe, die Fische tun es. Ansonsten bin ich selber Anhänger, das AQ so biotopgerecht wie möglich zu machen. Ciao Torsten |
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#7 |
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Registriert seit: 05.06.2001
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Hallo Mark,
nur so ein Gedanke: vielleicht sind es gar keine Saugschmerlen, sondern Otocinclus (wer weiß?) oder eine Art Garra? Im Aquarium werden Gyrinocheilus bis 20 cm, zumindest schreibt das Gerhard Ott in "Schmerlen im Aquarium". Aber egal, welche es sind, passend sind keine. Gruß Katharina |
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#8 |
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Registriert seit: 04.06.2002
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Hi Katharina,
...na was eine Horrorvision : Otocinclus / Garrinae ! aber für so unfähig halte ich den Händler dann doch nicht. Aber konnte die Fische bisher leider immer noch nicht anschauen, bzw. ein Foto machen. Ich bin ja nicht mal wg. Gyrinocheilus sicher. Morgen werde ich es aber genau wissen. Wie Du schon gesagt hast : passend sind da keine. Jetzt muß ich das nur noch anderen Leuten klarmachen.... :roll: Gruß Mark |
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