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Alt 18.01.2003, 03:52   #1
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Standard Blaualgen Erfahrungen

Hi Ihr,

Ich habe gerade einem anderen Forianer, diesen Text gePMt.
Nachdem das Thema Blaualgen aber immer noch zu einem der vielen ungelösten Rätsel der Aquaristik gehört dachte ich, vielleicht wills auch jemand anderes lesen.
Also hier:
Hi (snip)
Oh oh die Blaualgen..
Echte Tips kann ich dir da auch nicht geben, da ich selber erst vor einigen Monaten mit dem Problem konfrontiert wurde.
Ich kann dir nur meine Erfahrungen weitergeben, vielleicht hilft es dir...
Ich hatte das erste Mal vor ca 6 Monaten Kontakt mit Schmier, bzw Blauagen in meinem 60er Schneckenbarschbecken.
Das erste was ich versuchte, war ein völliges Auswechseln des Filterschwamms ( kleiner Innenfilter) ( nach der Bakterien Konkurrenz Theorie)
Das half tatsächlich einige Wochen, dann fing es wieder an.
Zu dem Zeitpunkt habe ich ausserdem ( dummerweise) die Beleuchtung von "alter Dennerle Trocal Plant" auf "neue Hagen Flora-Glo" gewechselt und kurz danach den "Mini"Innenfilter gg einen etwas grösseren, alten Eheim Innen filter. Ca doppelte Umwälzleistung.
Danach wuchsen nicht nur die braunen Schmieralgen auf der Wasseroberfläche, sondern auch die ekelhaft dunkelgrün, schleimigen Cyanos auf dem Bodengrund ( 0.4-0.9mm Q Sand)
Darauf versuchte ich es mit " keinem Wasserwechsel", nach 5 Wochen sah es so aus, als ob die Algen auf dem Rückmarsch waren... ich machte am nächsten Tag 50% TWW und saugte viele Algen ab.

3 Tage später sah das Becken schlimmer denn je aus.

Die letzte Möglichkeit sah ich in einer Dunkelkur, d.h. Licht aus, aber keine völlige Verschattung. Ein bischen Tageslicht (keine direkte Sonne) war trotzdem da.
Ausserdem erinnerte ich mich an einen Thread von Werner, der auf Hornkraut gg Blaualgen schwört. Im 45l Becken schwammen noch einige Zweige Hornkraut ( eben von Werner ), die kamen auch noch ins Becken.
Nach 7 Tagen habe ich die Schaltuhr wieder aktiviert. Die Cyanos sind fast völlig verschwunden. Nur an der Frontscheibe (da wo Tageslicht einfiel) sind noch einige vorhanden, die deutlich dem (Tages) Licht entgegen wuchsen.
Also ist es wohl sinnvoll, das Becken völlig von Licht abzuschirmen.

Seit etwa einer Woche hat das Becken wieder Licht
Es sieht so aus, als ob die restlichen Blaualgen auch zurückgehen, noch ist meine Blaulagen phase nicht wirklich überstanden, aber irgendwie macht das Becken für mich jetzt den Eindruck, das es das war...vielleicht liegt es auch am Hornkraut...?

Dadurch, daß ich oft 2 Werte auf einmal geändert habe, (Licht/Filter)
kann ich nicht wirklich sagen, wo die Ursachen liegen, weder im Auftreten, noch in der Bekämpfung, aber vielleicht hilft dir dieser Bericht trotzdem.

(snip)



Und noch ein paar punkte zusätzlich:
Ich denke, alle o.g. Methoden helfen bedingt, gg Blaualgen.

Sowohl bei der "Filter-Auswechsel-Methode" , als auch bei der "Kein-TWW-Methode" geht es IMO um das Gleichgewicht Cyanos vs. "Gute Bakterien".
Bei beiden Varianten wird IMO ein (geringer?) ammonium/nitritpeak erzeugt, der dafür sorgt , daß Nitrosomonas ( ist da ein "on" zuviel :-? )und Nitrobacter das Übergewicht gg die Cyanos kriegen.

Die "Kein-Licht-Methode" kann ich allerdings in diese Theorie bis jetzt nicht eingliedern...

Ich habe allerdings, das muss ich gestehen, die Wasserwerte nur sporadisch kontrolliert.
Nur der Leitwert wurde von mir regelmässig kontrolliert, grosse Schwankungen konnte ich aber nicht feststellen.
Ich gehe davon aus, daß Nitrat daher keine Ursache war, Phosphat kann ich nicht ausschliessen.

Becken:
60x30x35
WW:
KH:14 ( Nach fehlendem TWW auf 9 gesunken , durch biogene Entkalkung)
PH:~8
Nitrat bei letzter Messung ~15mg/l
LW: zwischen 750-800 µS

Besatz:
1/1 (Neo)Lamprologus ocellatus
1/1 Endler- Guppys

Ich weiss, durch die fehlenden Messreihen, und die doppelten Änderungen sind meine Beobachtungen relativ unaussagekräftig, dennoch könnten sie dem ein oder anderen hilfreich sein...

Schöne Grüsse

Sven Schreiber
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P.S: Einige der "personae non grata" erhoffen sich Besserung durch Veröffentlichung der persönlichen Daten... ich hab nichts zu verbergen...
So und jetzt will ich Walters Adresse wissen
Sven S. ist offline  
Alt 18.01.2003, 08:10   #2
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Hi Sven,

danke. Ich habe gerde auch so ein Katastrophenbecken im Verein mit Killis, viel Holz und Torf, Leitwert aktuell etwa 60 µS/Cm und dicken Blaualgenpolstern.

Alle Maßnahmen bisher scheiterten, keine Wasserwechsel, Futterredutkion, mehr Wasserwechsel, Filtertausch. Jetzt ist das Becken seit 8 Tagen abgedunkelt, gestern bei der Kontrolle waren die Cyanos immer noch munter da. Sie reduzierten sich zwar etwas, aber noch nicht so wie gehofft. Dunkelkur läuft weiter.
 
Alt 20.01.2003, 15:31   #3
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Standard Re: Blaualgen Erfahrungen

Hi Sven,

Zitat:
Zitat von Sven S.
Hi Ihr,

...
Und noch ein paar punkte zusätzlich:
Ich denke, alle o.g. Methoden helfen bedingt, gg Blaualgen.

Sowohl bei der "Filter-Auswechsel-Methode" , als auch bei der "Kein-TWW-Methode" geht es IMO um das Gleichgewicht Cyanos vs. "Gute Bakterien".
Bei beiden Varianten wird IMO ein (geringer?) ammonium/nitritpeak erzeugt, der dafür sorgt , daß Nitrosomonas ( ist da ein "on" zuviel :-? )und Nitrobacter das Übergewicht gg die Cyanos kriegen.

Die "Kein-Licht-Methode" kann ich allerdings in diese Theorie bis jetzt nicht eingliedern...

...
die Dunkelkur geht prinzipiell in die gleiche Richtung wie die anderen Methoden. Durch Wegnahme des Lichtes entziehst Du den Cyanos die Lebensgrundlage, sie stagnieren. Nitrosomonas und Nitrobacter ist die Dunkelheit hingegen egal. Sie wachsen weiter, ergo auch eine Verschiebung innerhalb der Bakterienpopulation.

Und sie funktioniert (mit Abstrichen) tatsächlich. Mit Pech muß man nach 2-4 Wochen eine zweite Dunkelkur durchführen, aber dann wars das auch.
Ralf L. ist offline  
Alt 20.01.2003, 17:19   #4
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Hallo,

ich habe mich damals im Anostomus Becken auch lange mit diesen Cyanos abgequält.
Nun, ich hatte den Vorteil zwei Filter an anderen Becken zu haben, die ich dann mal innerhalb von zwei Tagen hintereinander in dem Problembecken ausgewaschen habe.

Zur gleichen Zeit schnellwüchsige Pflanzen mit rein, anschliessend keinen Wasserwechsel sondern laufen lassen.

Nach drei Wochen war der Spuk mit Blaualgen vorbei.
 
Alt 20.01.2003, 20:47   #5
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Hallo @ll,

habe gerade selber eine Blaualgenplage (hoffentlich) hinter mir.

Das Becken 100x40x50 mit Blätterboden

NO2 nn
NO3 nn
PO4 0
Ph 6,4-6,8
kH nahe 0
GH 2

Die Blätter am Boden waren zerfallen und ich habe es nicht geschafft neue zu besorgen. Nach 2 Wochen tauchten die ersten Blaualgen auf. Es war insgesamt ca 4-5 Wochen blank. Die Algen wurden immer mehr. Das Blätterauffüllen half dann auch nicht. Absaugen und absammeln erst recht nicht. Sämtlches Teichlebermoos war total veralgt, so das es einging. Die Wasserwerte blieben die ganze Zeit unverändert. Dann habe ich versucht über viele Erlenzäpfchen den PH-Wert zu verändern, um sie damit zu ärgern. Das half erst recht nicht. Nach 5 Wochen (und unzähligem Absammeln) machte ich eine 5-tägige Dunkelkur (mit abdeckung und Belüftung) und seitdem ist Ruhe (auf Holz klopf).
Warum das funktioniert hat??? Keine Ahnung. Aber es hat geklappt.

Frank
Frank K. ist offline  
Alt 21.01.2003, 00:28   #6
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Hi Ihr,

Ralf L. :
Zitat:
die Dunkelkur geht prinzipiell in die gleiche Richtung wie die anderen Methoden. Durch Wegnahme des Lichtes entziehst Du den Cyanos die Lebensgrundlage, sie stagnieren. Nitrosomonas und Nitrobacter ist die Dunkelheit hingegen egal. Sie wachsen weiter, ergo auch eine Verschiebung innerhalb der Bakterienpopulation.
Richtig, aber das wäre eine Verschiebung durch Absterben der Cyanos, nicht durch Vermehrung der, nennen wir sie mal salopp "guten" Bakterien.
Vielleicht reicht aber tatsächlich eine leichte Verschiebung des Gleichgewichtes, nach welcher Methode auch immer, um die "guten" die Überhand gewinnen zu lassen.

@Martin:
Zitat:
ich habe mich damals im Anostomus Becken auch lange mit diesen Cyanos abgequält.
Nun, ich hatte den Vorteil zwei Filter an anderen Becken zu haben, die ich dann mal innerhalb von zwei Tagen hintereinander in dem Problembecken ausgewaschen habe.
Ich kann mich noch gut an den Thread erinnern.
Schön, daß es bei dir geklappt hat. Ich hatte, als ich bei meinem Cyanobecken den Filter auswechselte, auch Mulm aus einem anderen Filter zugegeben, allerdings nicht sehr viel. Das half leider nicht.

Im Moment scheinen sich bei mir einige Cyanonester wieder zu formieren
Mal sehn wie es sich entwickelt.

Ich spiele allerdings mit dem Gedanken das Becken neu zu machen. Nicht hauptsächlich wegen der Cyanos, sondern weil damit das letzte Becken einen HMF bekäme. Außerdem könnte die Strukturierung für die ocellatus auch besser sein.
Aber das ist ein anderes Thema...

Schöne Grüsse
Sven
Sven S. ist offline  
Alt 21.01.2003, 10:01   #7
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Hi Sven,

jep, hast natürlich Recht. Innerhalb von 5 Tagen wird man keine besondere Mehrung der Nitros erreichen. Dazu sind die Viecher einfach zu langsam. Andererseits erzeugt man durch die absterbenden Cyanos natürlich Biomasse, die weggeschafft werden muß. Dies könnte eine Wachstumsinduktion für die Nitros sein.

Wegen der Cyanonester: bei meinem 200 er hat der Kampf ein gutes halbes Jahr gedauert. Grund: Die Cyanos haben es sich so richtig kuschelig an der Frontschreibe unter dem Kies eingerichtet. Und dort haben die auch die Dunkelkuren trotz kompletter Abdeckung (meine Freundin hat da vielleicht ein geschrei um das gute 2x2 m Bettlaken gemacht :lol: ) überlebt. Vielleicht aufgrund der Tatsache, daß sie dort eh nur sehr wenig Stoffwechsel betrieben haben und von daher nicht so schnell im Leerlauf liefen. :? Von dort haben sie sich aber immer wieder sehr schnell weiter verbreitet.

Noch heute habe ich leichte grün-blaue Verfärbungen in der Reflexionszone im Sand. Aber ich die krieg auch noch!

Drücke Dir die Daumen für die Bekämpfung.
Ralf L. ist offline  
Alt 23.01.2003, 13:57   #8
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Hallo

Leider habe ich auch Blaualgen. Wie sieht das denn mit der Dunkelkur aus. Wie lange kann man die mit Fischbestaz durchführen?
 
Alt 23.01.2003, 14:00   #9
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Hallo Hartmut,

dem Fischbesatz ist die Dunkelheit mehr oder weniger egal, aber die Pflanzen leiden da schon. Von daher würde ich es mal mit 5-7 Tagen probieren.
Ralf L. ist offline  
Alt 23.01.2003, 14:07   #10
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Hallo Ralf

O.K. dann wed ich das mal versuchen.
 
 

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