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Alt 03.06.2003, 09:22   #1
hermann17
 
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Standard Das Recht am Bild vom Haus?

hallo Welt!,

evtl. eine etwas abseitige Fragestellung, aber
1. ist das hier Deutschland und da ist rechtlich ja nahezu alles möglich &
2. wisst Ihr doch auch sonst alles (*schleim*)

Ich habe für die nähere Zukunft den z. Zt. noch vagen Plan (und auch eher eine vage Hoffnung) durch den Verkauf von Fotografien/Postern mal wieder zumindest ein wenig Geld in meine Kasse einzuspülen.

Beim darüber Nachdenken tat sich mir folgende Fragestellung auf:
Das Recht am eigenen Bild ist ja geschützt, also Veröffentlichung/Verwertung von Bildern von Personen geht nur mit Zustimmung der abgebildeten, soweit klar. Aber Menschen wollte ich eh nicht auf die Platte bannen, eher Landschaft und Stadtansichten.

Aber wie ist das mit Fotos von Gebäuden, also keinen Denkmälern, sondern Privat-/Geschäftshäusern und öffentlichen Bauten, oder auch mit Schiffen? Braucht man da die Zustimmung des Besitzers/ Eigentümers oder kann man einfach knipsen und damit machen was man will?

Anders herum:
Wenn jemand daher geht, ein Bild von meiner Behausung macht und dann mit dem Poster "Das schönste kleine Haus der Welt" Millionen verdient, darf der das einfach, ohne mich zu fragen und ohne mir was abzugeben? Oder gibt es auch da irgendwelche Schutzrechte, eben "das Recht am Bild vom Haus"?

Klingt für mich, wenn ich darüber grübele, irgendwie beides gleich unwahrscheinlich, also das man entweder machen kann was man will oder das man da Zustimmungen einholen muss.

Weiss einer von euch mehr? Dann behaltet es bitte nicht für euch! Habe selber schon herumgesucht, aber nichts entsprechendes gefunden.

gruß hermann
hermann17 ist offline  
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Alt 04.06.2003, 16:18   #2
Holgi
 
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Standard "Haus-Bilder"

Hallo Hermann,

soweit ich mich erinnere, gab es mal eine Firma, die eine Verknüpfung von Routenplaner-Software mit Fotos der entsprechenden Häuser (Zieladressen) erstellen wollte. Das Ganze ist damals (vor ca. 2 Jahren) am Datenschutzrecht gescheitert.
Ich mach mich mal schlau, ob ich näheres darüber rausfinden kann.

Gruß

Holgi
Holgi ist offline  
Alt 05.06.2003, 10:22   #3
hermann17
 
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Standard

hallo Holgi,

danke für die Antwort. Wäre schön, wenn du in dem Zusammenhang mehr rauskriegen könntest.
Nach dem alten Motto: Zuviel Wissen kann man nur in schlechten Filmen ( Click the image to open in full size. Er wusste zuviel!), zu wenig Wissen schadet mehr.

Beim selber weitersuchen fand ich allerdings irgendwo einen Gesetzestext (und finde ihn jetzt leider nicht wieder :roll: ) der besagte, das alles, was von öffentlichen Wegen und Strassen aus zu sehen ist, sozusagen zur freien Verfügung steht, wenn ich es nicht arg missverstand, "bei Gebäuden allerdings nur das Äußere". Insofern bin ich da wieder ganz zuversichtlich, daß das eines der kleineren Probleme dabei ist.

Jetzt schlage ich mich mit solchen Dingen wie Gewerbeanmeldung herum, damit nicht, durch unbedacht-dumme Angaben, auf ein Mal Handwerkskammer, Finanzamt, Innung und was weiss-ich-wer-noch auf der Matte stehen und ihr Bankkonto aufhalten. Ist ja ein Dschungel, wenn man versucht das zu kapieren.
Irgendwie sind wir Deutschen manchmal doch etwas zu gründlich und gut organisiert...

gruß hermann
hermann17 ist offline  
Alt 05.06.2003, 10:36   #4
Thomas P.
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Hallo Hermann!

Hast Du eine Rechtsschutzversicherung? Wenn ja, kann Dir sicher ein Fachanwalt weiterhelfen.

Thomas
 
Alt 05.06.2003, 15:03   #5
hermann17
 
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hallo Thomas,

wieso Rechtsschutzversicherung? Bin doch bisher noch in gar keine Rechtsstreitigkeiten verwickelt. :-?

Außerdem wollte ich das ganze mit möglichst minimalem Aufwand auf die Beine stellen,
- als Verbindung von einem anderen Hobby (+ Leidenschaft) mit Gelderwerb
- um z.Zt. überhaupt etwas irgendwie sinnvolles zu tun zu haben
- als "Übungsfirma" für andere, größere Dinge, die da noch kommen sollen, leider erst nächstes Jahr
- leider ermangelt es mir selber noch so recht am Glauben, das damit überhaupt eine nennenswerte Anzahl Euronen hereinzulocken ist, aber ein Versuch schadt ja nicht.

gruß hermann
hermann17 ist offline  
Alt 05.06.2003, 18:28   #6
Blackyy
 
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Hallo Hermann,
spontan fallen mir zwei Sachen ein.....
für Aufnahmen von oben ist das Luftfahrtbundesamt zuständig.
Du kannst also nicht einfach durch die Luft fliegen und fotografieren was das Zeug hält.
Bei Aufnahmen von Gebäuden darf man sicherlich keinen Zusammenhang zwischen dem Haus(Gebäude) und dem Standort/Personen herstellen dürfen.
Geld würde ich spontan sagen kann man machen, aber wenn dann BUch oder CD über die schönsten Leuchttürme, oder die besten Kneipen oder die tollsten Parkplatztreffs....
Blackyy ist offline  
Alt 05.06.2003, 19:27   #7
Thomas P.
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Hallo Hermann!

Mit der Rechtschutzversicherung meinte ich, daß Dir ein Anwalt Deines Vertrauens im Rahmen dieser Versicherung eine kostenlose und fachliche Beratung erteilt.

Thomas
 
Alt 05.06.2003, 20:15   #8
Schunken
 
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Hallo!

Hallo Blacky!

Das Gesetz zu den Luftaufnahmen ist vor zwei Jahren entscheidend gelockert worden.

Du darfst mittlerweile alles fotografieren.

Das Luftbilder durch das Luftfahrtbundesamt freigegeben werden müssen ist Geschichte. Seitdem es Satelliten gibt die Dein Nummernschild knipsen können sind Luftbilder nahezu bedeutungslos geworden (aus nachrichtendienstlicher Sicht).

Grüße!

Andreas
Schunken ist offline  
Alt 05.06.2003, 22:38   #9
hermann17
 
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hi Blackyy,
Zitat:
Du kannst also nicht einfach durch die Luft fliegen und fotografieren...
Ehrlich gesagt wäre ich froh, wenn ich das schon ohne zu fotografieren hinkriegen würde.

Zitat:
...dem Haus(Gebäude) und dem Standort/Personen herstellen dürfen.
Wird schwierig. Dürfte ja für Ortskundige kein Problem sein und z.B. den Kölner Dom, das Haus von Gerhard Schröder oder das Wohnschloss von Turn&Taxis anonym abzulichten ist auch nicht einfach.

Zitat:
Geld würde ich spontan sagen kann man machen, aber dann BUch oder CD über die schönsten Leuchttürme, oder die besten Kneipen oder die tollsten Parkplatztreffs....
..oder mit den schönsten Einwohnerinnen, mit eher weniger als mehr Textilien eher noch ein wenig mehr? 8)
Wenn ich mal groß bin....


hi Thomas,
wusste gar nicht, das die auch so prophylaktisch tätig werden ?
Aber ist sowieso egal, habe nämlich keine, noch nie gehabt.
Unser Leib+Magen-Steuerberater allerdings hat morgen Zeit für mich. Der nimmt das ganze eher sportlich und wollte bisher auch noch nie Honorar für Beratung, hoffe mal das Beste...


hi Andreas,
das mit den Luftbildern wusste ich auch noch nicht, war noch auf dem Stand "Genehmigt durch das ... usw.". Aber leuchtet ein.


gruß hermann
hermann17 ist offline  
Alt 06.06.2003, 23:26   #10
SUN-Man
 
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Hallo,
ich hab mal woanders nachgefragt:

1. Aufpassen beim Verkauf. Rechtlich ordnubngsgemäß wäre ein Profimäßiger Verkauf wohl erst wenn Du den Fotomeister hast (Meisterberuf Voraussetzung für Handel unter entsprechender Werbung etc.)
Dazu wurde folgendes gesagt:
Wegen Handwerkskammer:

Verkaufen kannst Du ohne Probleme, nur mußt Du bei der Bewerbung von Dienstleistungen aufpaßen: Fotograf ist ja bekanntermaßen eine geschützte Bezeichnung. Aber auch wenn Du den Anschein erweckst, daß Du fotografische Dinge tust, und Du somit den Eindruck erweckst, daß Du ein Fotograf sein könntest, kann es eng werden. Also am besten mit Foto-Desigener oder so werben, oder "Fotos vom Amateur". Ist ein schwieriges Feld mit der erwerbsmäßigen Fotografiererei ohne Meisterschein...


und nun zu den Gebäuden....

Fotografieren von und in Gebäuden
(...) Oft sieht sich der Fotograf jedoch mit der Frage konfrontiert, ob er überhaupt Aufnahmen von der Außenansicht des Gebäudes oder gar Innenaufnahmen machen und die Bilder anschließend auch verwerten darf. Mitunter wird die Fotografiererlaubnis auch von der Zahlung einer Gebühr abhängig gemacht.

Rechtlich sprechen gegen das Fotografieren zunächst zwei Aspekte: das Urheberrecht des Architekten (Fotografieren als zustimmungsbedürftige Vervielfältigung des Architektenwerkes) und das Eigentumsrechts am Grundstück inkl. dem daraus resultierenden Hausrecht. In besonderen Konstellationen können noch das Persönlichkeitsrecht des Gebäudebewohners oder Sicherheitsaspekte, z.B. bei militätischen Anlagen hinzukommen.

Im Himblick auf Rechte des Archtitekten und die Außenansicht eines Bauwerkes hat der Gesetzgeber in § 59 UrhG entschieden, dass Außenaufnahmen und deren Verwertung ohne Zustimmung des Urhebers (=Architekten) zulässig ist. Voraussetzung ist jedoch, dass die Aufnahme nicht von einem Privatgrundstück, sondern von öffentlicher Straße (Straße ist der öffentlich gewidmete Verkehrsraum inkl. Fahrbahn, Gehweg und Radweg) ohne Hilfsmittel (z.B. Leiter, Hubschrauber) aus aufgenommen wurde. Dann bedarf es auch keiner Zustimmung des Gebäude-Eigentümers, da dessen Grundstück ja nicht betreten wird und damit keine Verletzung des Eigentumsrechts und des daraus abgeleiteten Hausrechts erfolgt.

Für Innenaufnahmen gibt es eine derartige gesetzliche Erlaubnis nicht. Dem Eigentümer steht es daher grundsätzlich frei, ob und unter welchen Voraussetzungen er das Betreten seines Grundstückes zuläst.Er kann also mit den Personen, die sein Grundstück betreten, frei vereinbaren, ob sie z.B. nur für private oder auch für kommerzielle Zweck fotografieren dürfen, ob sie mit oder ohne Stativ und Blitz fotografieren dürfen und ob sie für diese Erlaubnis ein Entgelt zu zahlen haben.

Dies gilt auch für Gebäude, die bestimmungsgemäß der Öffentlichkeit zugänglich sind, wie etwa Museen, Kirchen, Schlösser, Konzerthallen etc. Wenn in den Gebäuden Veranstaltungen oder andere berichtenswerte öffentliche Ereignisse stattfinden, kann sich aus der Pressefreiheit und dem jeweiligen Landespressegesetz für Pressefotografen ein kostenfreises Zugangsrecht ergeben, soweit die Fotos der Unterrichtung der Öffentlichkeit dienen. Nicht abgedeckt ist davon die Nutzung der Fotos für andere Zwecke, z.B. Werbung, Postkarten, Bücher etc.
(...) Kirchen steht aufgrund der ihnen grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit außer dem Eigentums- und Hausrecht ein weiteres Recht zur Regelung von Fotografiererlaubnissen in Kirchen, Klöster und Friedhöfen zur Seite. So können sie selbst bei öffentlich zugänglichen Veranstaltungen wie Trauungen und sonstigen Gottestdiensten das Fotografieren untersagen. Selbstverständlich können Kirchen sich auch gegen die Nutzung ihrer Gebäude als Kulisse für kommerzielle Fotografien (z.B. Werbeaufnahmen) und insbesondere Aktfotografien wenden. (...).

Gerade wenn die kommerzielle Verwendung der Fotos beabsichtigt ist, sollte der Fotograf daher bei Aufnahmen vom betroffenen Grundstück aus bzw. vom inneren des Gebäudes eine schriftliche Vereinbarung mit dem Eigentümer bzw. Verwalter treffen, in der das Entgelt und der Verwendungszweck festgelegt sind

Quelle:
RA David Seiler, 24.6.2001
http://www.fotorecht.de
Veröffentlicht in visuell 5/2001, S. 50"


Hoffe geholfen zu haben
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