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Alt 22.11.2003, 14:38   #41
Knut
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Hallo Ralf,

erstmal herzlichen Dank für den link.
Habe selber mal googel zu diesem Thema bemüht, leider auch nichts Konkretes gefunden.
die Angaben beruhen meist auf Schätzungen und schwanken zwischen 20 und 500 Millionen Fischen (Süßwasser) jährlich.

eine Schätzung allein für Deutschland besagte etwa 50 Millionen Tiere werden importiert!
Knut ist offline  
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Alt 23.11.2003, 10:35   #42
la pirata
 
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Hallo,

anfangs dachte ich noch ganz unschuldig, dass alle Tiere, die im Zoohandel regulär angeboten werden Nachzuchten sind, von Tieren die man wild gefangen und dann zur Brut veranlasst hat.
Das ist in meinen Augen auch das vernünftigste.
Denn es gibt ja eine Statistik, dass die meisten Fische nur ein paar Monate im Aquarium überleben und schenke dem durchaus Glauben, wenn man zuweilen einige Fragen liest, die in den Foren stehen...

Wildfänge sollten nur Leute bekommen, die als sehr versierte Halter mit Zuchterfahrung bekannt sind. Sicher würden dann viele keine "Exoten" wie den L 46 mehr halten, das wäre aber für den Wildbestand das Beste!

Zum Thema versucht, glaube ich, Dr. Uwe Römer von der Uni-Bielefeld die Auswirkungen des Wildfangs auf das biologische Gleichgewicht der Heimatgewässer zu untersuchen. (Sowas stand jedenfalls in dem einen Mergus Cichliden aus Südamerika oder so)
Der Rote Neon zB ist ein Tier der untersten Nahrungsstufe und dient vielen Tieren als Nahrung. Wenn die Zahl sinkt (er muss nicht verschwinden), kann das schon fatale Auswirkungen auf das Ökosystem haben!

Ein "echter" Tierfreund würde also auf Wildfänge verzichten und/oder züchtet gezielt, auch wenn das finanziell eher ein Verlustgeschäft ist...

Ciao
Anika
la pirata ist offline  
Alt 23.11.2003, 10:50   #43
Ralf Rombach
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Hallo Anika,

trotzdem ich Biologe bin und gerne Katastrophenszenarien male und meistens Recht behalte (ohje Eigenlob stinkt ), muß ich diesmal Dir etwas wiedersprechen.


> Der Rote Neon zB ist ein Tier der untersten Nahrungsstufe und
> dient vielen Tieren als Nahrung. Wenn die Zahl sinkt (er muss
> nicht verschwinden), kann das schon fatale Auswirkungen auf das
> Ökosystem haben!

Nicht ganz falsch und nicht ganz richtig. Es kommt da sehr auf die Menge der Nahrungsfische der unteren trophischen Stufen insgesamt an. Wegfangen einer Art schafft auch Lücken für andere der unteren Stufen, die sich dann durchaus stärker vermehren können.

Ich nehme mal wieder das Beispiel der Skalare, weil es so schon kompliziert ist. Eigentlich eher ein k-Stratege, was die Fortpflanzung angeht, dennoch gebietsweise ein absoluter Massenfisch. Als hier dann die Tendenz zum r-Strategen, die Art liegt im breiten Übergangsfeld.

Wenn ich mich Recht erinnere, vertrocknen in den trockenzeiten in resttümplen jährlich Millionen von Altum-Skalaren, da macht in de Gesamtbilanz selbst ein zusätzlicher Export von 500.000 Tieren jährlich nichts aus. Die Gesamtbilanz, sowohl von der Biomasse (nichts anderes sind die Tiere für die Natur) als von der reproduktionsleistung, zählt, nur die ist interessant für den Erhalt des Ökosystems. Das mag bei einigen Apistogramma durchaus anders aussehen. Je höher ein Tier in der Nahrungspyramide angesiedelt ist, desto anfälliger ist es für Übernutzung. Aber auch das wieder ist sehr stark von den Fortpflanzungserfolgen, dem turnover in der Population, sprich dem prozentualen Anteil des jährlichen Nachwuchses an der Gesamtpopulation, abhängig, und genau darüber können wir bei den meisten tropischen Fischarten eigentlich nur spekulieren und beobachten. Richtige Daten liegen kaum vor, das läßt sich auch bei www.iucnredlist.org gut ablesen, wenn man sich mal die gefährdeten Süßwassertiere anschaut.


> Ein "echter" Tierfreund würde also auf Wildfänge verzichten
> und/oder züchtet gezielt, auch wenn das finanziell eher ein
> Verlustgeschäft ist...

Stichworte Rote Neon, Rotkopfsalmler, Otocinclus,, Nannostomus trifasciatus, Corydoras Arten (bis auf paleatus, aeneus, panda), L-Welse (durch die Bank bis auf den Normale-Ancistrus), Rasbora espei, R. hengeli, Sundadanio axelrodi, Calamoichthyes calabricus, Gnathoneums petersii, Pantodon buchholtzi,, Bunocephalus spec., Synodontis Arten ....... läßt sich fortsetzen, sind alles Wildfänge, zumindest was den internationalen Handel angeht.

Und mal ehrlich. Ich ziehe einen Wildfangskalar einem dieser kaputtgezüchteten Skalarkrüppel jederzeit vor.

Die Abwägung ist die entscheidende Frage, dafür sollte man Infos den leuten an die Hand geben, wo es möglich. Nichts spricht im grundsatz erstmal gegen Wildfänge, sondern nur die Übernutzung der Bestände ist das Problem, daß es zu fassen gilt.
 
Alt 23.11.2003, 14:24   #44
fisker
 
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hallo !

h.-g. evers hat auf unserem vorletzten bssw-event eine vortrag über den tapajos gehalten und er wusste zu berichten, dass, wo noch vor ca. 10 jahren 3.000 stck L 46 gefangen wurden (pro monat) jetzt lediglich noch schlappe 30 tiere "erbeutet" werden.

wenn man dann vor diesem hintergrund einige "spezis" sieht, die diesen wunderschönen wels als "beipack" mit ihren "bonbon-diskus" schwimmen haben und die erfolgten nachzuchten der hypancistrus lediglich als willkommene anreicherung des speiseplanes ihrer "asien-hybriden" betrachten, braucht man sich doch nicht zu wundern, wenn die chose den bach runtergeht.

fisker
fisker ist offline  
Alt 23.11.2003, 14:33   #45
Ralf Rombach
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Hallo,

L 46 ist aber meines Wissens auf den Rio Xingu beschränkt.

Aber im Grundsatz stimme ich Dir schon zu.

Wieder der Hinweis auf k-Stratege und r-Stratege.

Sollte man mal mit googlen.
 
Alt 23.11.2003, 15:36   #46
fisker
 
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hallo ralf !

das ist jetzt falsch rübergekommen !

ich wollte damit nicht sagen, dass die 46er im tapajos gefangen werden, sondern der tapüajos war thema des vortrags und die informationen wurden "vor ort" gesammelt, was ja auch nicht das verkehrteste ist.

gruss fisker
fisker ist offline  
Alt 23.11.2003, 16:18   #47
Ralf Rombach
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Hi,

Zitat:
Zitat von fisker
h.-g. evers hat auf unserem vorletzten bssw-event eine vortrag über den tapajos gehalten und er wusste zu berichten, dass, wo noch vor ca. 10 jahren 3.000 stck L 46 gefangen wurden (pro monat) jetzt lediglich noch schlappe 30 tiere "erbeutet" werden.
Wenn die Info von H.G. Evers so stimmt auf den Xingu bezogen, dann sieht es um L 46 wohl recht übel aus. Dennoch bleibt die Frage, ist es mehr Umweltverschmutzug, immerhn hat eine 800.000 Einwohnerstadt wie Altamira keine Kläranlage und alles geht in den Fluß oder ist es Übernutzung durch Fischfang, oder beides ?
 
Alt 23.11.2003, 17:36   #48
Jost
 
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Hi,
ist doch völlig egal was es ist.
Es ist traurig das es soweit kommen mußte....

Bis denne
Jost ist offline  
Alt 23.11.2003, 17:45   #49
fisker
 
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hallo !

es sind ja nicht nur die "modefische", deren bestand langsam in gefahr gerät.
auch der kommerzielle fang der großen raubwelse, von denen man ebenso dachte, dass ein unerschöpfliches speisefisch-potential vorhanden wäre, geht dramatisch zurück.
diesen umstand NUR auf die immer mehr fortschreitende umweltverschmutzung zurückzuführen oder auf eine überfischung spielt m.e. keine rolle >> es muss was passieren, und zwar bald !

fisker
fisker ist offline  
Alt 23.11.2003, 19:17   #50
la pirata
 
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Hallo,

naja, vielleicht etwas ungenau ausgedrückt - ich dachtet an die Sache mit den Füchsen und den Mäusen, wie sie einem in der Schule immer erzählt wird und das ist schon ein bisschen her.

Vielleicht sollte ich meine Meinung auch relativieren. Wildfang ist dann in Ordnung, wenn man über die Bestände und ihre Regenerationsfähigkeit Bescheid weiß und eine Übernutzung nicht stattfindet. Das zu kontrollieren dürfte aber sehr schwer sein (vor allem in den tropischen Ländern, die sich über jede "Mark" freuen).
Deswegen habe ich nur Arten, die leicht nachzuzüchten sind.

Nach Römer gibt es ja auch kaum Daten über die Auswirkungen des Zierfischfangs... da sollte angesetzt werden und wenn man als Importeur sein Geld mit den Tieren verdient, sollte man vielleicht auch über die Nachhaltigkeit seines Handelns nachdenken und vielleicht auch was für den Umweltschutz in der Gegend tun...

Ciao
Anika
la pirata ist offline  
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