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Alt 22.11.2003, 10:29   #1
Michelchen
 
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Standard Mastacembelus armatus - Einzeltier oder Gruppe?

Hi Leute,

ich habe diese Frage, ob man den o. g. Stachaal zu mehreren pflegen kann zwar schon vor einiger Zeit gestellt, aber zwischenzeitlich haben sich Aspekte ergeben, die mich die Frage noch einmal stellen lassen!
Die Antworten liefen damals darauf hinaus, dass man die Fische, wohl ehr gefühlsmäßig, einzeln halten solle.
Nun war ich unlängst in einem neuen Zoogeschäft in Ludwigshafen und habe dort in einem Verkaufsbecken Mastecembelus erythrotaenia, den Feuerstachelaal gesehen. In diesem Becken, das ordentlich eingerichtet war, befanden sich die Aale alle zusammen in einer Höhle, obwohl es mehrere gab! Nur die vier Köpfe schauten aus der Höhle heraus. Die Fische suchten also gezielt die Nähe von Artgenossen. Da ich bislang M. armatus auch bei Händlern immer nur als Einzeltiere gesehen habe, fehlen mir also Infos zum innerartlichen Sozialverhalten dieser Art.

Wer kann mit konkreten Erfahrungen und nicht mit Vermutungen helfen?

Gruß

Michael
Michelchen ist offline  
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Alt 22.11.2003, 16:07   #2
kuki
 
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Hi,

frag doch mal ulanbaatar, der dürfte es am ehesten wissen.
Würde mich auch interessieren.

Konkret hab ich die Erfahrung gemacht, daß zwei Tiere (also keine Gruppe) des vermutlich gleichen Geschlechts ab einer Größe von etwa 20 cm Probleme miteinander hatten.

Gruß Katharina
kuki ist offline  
Alt 22.11.2003, 17:02   #3
ulanbaatar
 
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Hi Michael,

lustiger weise komme ich gerade von Robert hier in Wien 15., der zwei 50cm große Riesenstachelaale und zwei 50cm Feueraale gemeinsam in einem Becken hat. Die Tiere sind jetzt 4 Jahre alt und gemeinsam aufgewachsen - sie verstehen sich prächtig.
Ich glaube, das ist das Geheimnis - eine Gruppe juventiler Tiere, die gemeinsam groß werden, sind in einem entsprechend großen Becken ohne Probleme zu vergesellschaften. Schwierigkeiten kann es bei großen, neu dazu gesetzten Tieren geben (muß es aber nicht). Ist ja bei vielen Arten so...
Mein großer Armatus hat einen kleineren, neu eingesetzten Artgenossen ziemlich drangsaliert. Ich habe den kleinen dann in einem anderen Becken aufgepäppelt, und jetzt, wo sie fast gleich groß sind, klappt es (obwohl sie nie so zusammenliegen wie die Tiere von Robert).
Also wenn Du Deinem etwas Gesellschaft gönnen willst, achte darauf, dass Du etwa gleich große Exemplare bekommst.
Die Feueraale von Robert verweigern an Futter übrigens alles bis auf Regenwürmer. Davon fressen sie 5 Stück auf einmal, und dann gibt es 3 bis 4 Wochen Pause. Sind aber trotzdem dick wie ein Nudelholz. Ich war sehr erstaunt, ich füttere fast täglich und habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal einen Tag Pause mache. Wahrscheinlich bekommen meine viel zu viel...
Aber die Armatus sind ja nicht so wählerisch - meiner hat gerade eine neue 2,70 Euro teure Apfelschnecke ausgelutscht.......na ja, was solls.

Viele Grüße
Martin
ulanbaatar ist offline  
Alt 22.11.2003, 20:29   #4
kuki
 
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Hallo Martin,

wie groß ist das Becken von Robert?

Gruß Katharina
kuki ist offline  
Alt 23.11.2003, 09:14   #5
Michelchen
 
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Zitat:
Zitat von ulanbaatar
Die Feueraale von Robert verweigern an Futter übrigens alles bis auf Regenwürmer. Davon fressen sie 5 Stück auf einmal, und dann gibt es 3 bis 4 Wochen Pause. Sind aber trotzdem dick wie ein Nudelholz. Ich war sehr erstaunt, ich füttere fast täglich und habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal einen Tag Pause mache. Wahrscheinlich bekommen meine viel zu viel...
Aber die Armatus sind ja nicht so wählerisch - meiner hat gerade eine neue 2,70 Euro teure Apfelschnecke ausgelutscht.......na ja,
Hi Martin,

danke für Deine Ausführungen. Würde auch gern wissen, wie groß Roberts Becken ist. Pflegt er die Tiere in Süßwasser? Zumindest vom Feuerstachelaal wird ja berichtet, dass es eigentlich ein Brackwasserbewohner sei?! Mein Armatus kommt mit den Süßwasser gut zurecht, aber darüber hatten wir es ja schon mal.

Überlege nun, einen zweiten Aal dazu zu nehmen. Sind einfach agiler als Polypteriden!

Was die Fütterung angeht, so habe ich mit meinem Armatus auch das Problem, dass er (jetzt ca. 30 cm lang - aber nicht wirklich "dick") am liebsten Rote Mückenlarven frist. Anderes Futter gleicher Größe wird ignoriert (Artemia, weiße Mückenl.). Habe jetzt vor kurzem mal gefrostete Garnelen mit gebracht. Wenn die nicht zu groß sind, geht er nun auch an dieses Futter. Also von wegen:
"Armatus sind nicht wählerisch". Ich denke das liegt auch am Charakter bzw. den Vorlieben des einzelnen Individuums.

Gruß

Michael
Michelchen ist offline  
Alt 23.11.2003, 11:23   #6
ulanbaatar
 
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Hi Michael,

ich weis nicht, wei es zu diesem Brackwasser-Mythos gekommen ist, schau mal auf www.fishbase.org, da steht unter Mastacembelus erythrotaenia ausschließlich Süßwasser:
"A large lowland floodplain species occurring in slow moving rivers and inundated plains."

Nur Mastacembelus armatus scheint auch Brackwasser zu vertragen, die Hauptbestände finden sich aber ausschließlich im Süßwasser:
"Usually found in streams and rivers with sand, pebble, or boulder substrate. Seldom leaves the bottom except when disturbed. Also occurs in still waters, both in coastal marshes and dry zone tanks. Sometimes stays partially buried in fine substrate. Enters flooded forest (Ref. 9497). Reported to occur in areas with rocky bottoms in the Mekong mainstream during the dry season, but enter canals, lakes and other floodplain areas during the flood season (Ref. 37770)."

Als Speisefisch wird auch im Mittel- und Oberlauf des Mekong sehr häufig gefangen, wo von Brackwasser nun wirklich keine Rede ist.

Ich hoffe nur, dass niemand wegen dieses Irrtums Salz ins Becken schüttet!!!

Bezüglich der bevorzugten Speise der Armatus kann ich nur auf die Erfahrungen von befreundeten Haltern, meinen Händler und meine eigenen zurück greifen. Das einzige Kriterium ist die mundgerechte Größe der angebotenen Nahrung. Kleine, in streifen geschnittene Stinte, Muscheln, frische Tubifex, Wasserflöhe, Kaulquappen (selbst gezogen) und kleine Fische werden anstandslos und gierig angenommen. Natürlich gibt es aber auch bei Fischen unterschiede (wie bei meinen Katzen), was ein Tier nun mag und was nicht.

Das Beckenvolumen von Robert kenne ich nicht, es ist ein quadratisches Becken, schätze so um die 400 bis 500l. Er schafft sich aber jetzt ein größeres an, da die Silikondichtungen schon etwas mürbe sind.

Grüße
Martin
ulanbaatar ist offline  
Alt 23.11.2003, 12:45   #7
Michelchen
 
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Hi Martin,

bei Fishbase hatte ich noch nicht nach gesehen! Wenn die Tiere sich bei Deinem Bekannten vertragen, wäre ja u. U. auch die Anschaffung von M. erythrotaenia eine Alternative, da ich meinen M.armatus quasi als Glücksfall betrachten muss. Die Art habe ich vorher nur einmal bei einem Händler im Ruhrgebiet und in einem öffentlichen Schauaquaquarium gesehen. Der Feuerstachelaal wird deutlich öfter angeboten. Ein Versuch wäre es wert, denn trennen kann ich sie notfalls immer noch.

Meinst Du, dass ein 150 x 50 x 50 cm Becken für drei bis vier Exemplare ausreichend wäre? Bei 50cm Körperlänge fürchte ich wohl ehr nicht!? Und 50cm sollten sie ja auch im "normalen" AQ erreichen.

Gruß

Michael
Michelchen ist offline  
Alt 23.11.2003, 14:39   #8
ulanbaatar
 
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Hi Michael,

bezüglich der Beckengröße meine ich schon, dass 150x50x50 für drei bis vier Tiere ausreichend ist.
Ein 50cm großer Aal ist etwas völlig anderes als ein 50cm großer Barsch - während sich so ein Barsch in einem 375l Becken kaum mehr umdrehen könnte, schwimmt und flitzt ein Aal da immer noch elegant herum. Das ist ähnlich wie in der Terraristik - Schlangen kommen aufgrund ihrer Körperform mit durchaus kleiner Terrarien aus als etwa gleich lange Leguane.
Die 4 zutraulichen Tiere von Robert waren in ihren 400l jedenfalls alles andere als beengt. Nur wenn sie noch größer werden, muß halt ein größeres Becken her. Aber da hast Du ja mal' mindestens 5 Jahre Zeit.

Viele Grüße
Martin
ulanbaatar ist offline  
Alt 02.12.2003, 13:53   #9
ulanbaatar
 
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Hi,
zu diesem Thread gibt es nun Neuigkeiten! Robert mit den großen Mastacembelus erythrotaenia hat mich unerwartet gefragt, ob ich nicht 3 seiner Tiere haben will (damit seine Ocellatus in Ruhe ablaichen können). Nun, gestern habe ich die drei abgeholt - 2 Tiere mit über 50cm, eines mit ca.25cm!!!
Halte nun insgesamt 4 Stück in einem 740l-Becken.
Mit meinem "Alteingesessenen" gibt es keine bislang Probleme, sind alle ganz friedlich. Rote Mülas wurden schon fleissig angenommen.
Ich werde nächste Woche mal' Photos machen und Euch auf dem laufenden halten.
Ach ja, noch etwas zum Thema Stachelaale und Brackwasser - ich habe einen Artikel gefunden: http://saltaquarium.about.com/cs/eel...a/aa082901.htm
Da steht, dass M.armatus oft mit der saltwater Snowflake Moray Eel verwechslt wird. Vielleicht kommt daher der Mythos mit dem Brackwasser für diese Tiere?

Grüße
Martin
ulanbaatar ist offline  
Alt 02.12.2003, 14:53   #10
Flössler
 
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Hi!
Mmh...das sind interessante Neuigkeiten :roll:
Habe ja selber wie einige sicherlich wissen schon seit längerer Zeit einen 50cm großen Feuerstachelaal(Mastacembelus erythrotaenia )
Diese sollen ja angeblich untereinander sehr bissig sein, weshalb ich ihn immer shcon alleine hielt.
Uneinst bin ich mir immer noch über die Größe, ob Mastacembelus erythrotaenia überhaupt 1m groß wird... habe nämlich noch nirgends einen größeren als meinen, also 50cm, sehen können.
Richtig ist wie ulanbaatar sagte, dass man Stachelaale so ähnlich wie Schlangen in der Terraristik behandeln kann. Sie schwimmen hauptsächlich Futter hinterher und Nachts.
Nochmal etwas zum Räuber:
Es wird oft gesagt Feuerstachelaale würden kleinere Fische fressen. Das kann ich bei meinem(siehe Signatur ) keineswegs bestätigen. Dafür ist das Maul auch sehr klein...
Schönen Gruß, Mike
Flössler ist offline  
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