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Alt 23.04.2004, 14:48   #11
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Hallo,

zunächst: Bloß weil die Tiere weissen Kot bekommen, haben sie noch lange keine Darmparasiten. Weisser Kot ist bei Diskusfischen und vielen anderen Tieren einfach eine Stresserscheinung.
Die Gleichung
Weisser Kot = Darmparasiten = Metronidazol ist FALSCH! und gefährlich, auch wenn sie oft in Vereinen zitiert wird.
Metronidazol ist ein Chemotherapeutikum, das nur gegen bestimmte Formen von Einzellern wirkt und bei Diskusfischen meist durch falsche Anwendung völlig wirkungslos geworden ist.

Übrigens: Metronidazol ist verschreibungspflichtig. Wer dieses Zeugs unter der Hand weitergibt oder bekommt, begeht eine Straftat! Das hat seinen Sinn.
Mir sind in den letzten 10 Jahren mehr Diskusfische untergekommen, die wegen "Parasitenwahn" ihrer Halter mit diversen Medikamenten vergiftet worden sind, als Tiere, die tatsächlich an Parasiten gelitten haben.

Wenn man einen Fisch, auch einen Diskusfisch behandelt, muß der Erreger bekannt, d.h. im mikroskopischen Bild eindeutig identifiziert worden sein. Aufgrund eines Symptoms darf kein Medikament eingesetzt werden.

Weisser Kot ist in erster Linie ein Stressymptom, das mit Umsetzen, sozialem Stress und Futterumstellung einher geht. Er kann relativ einfach und schonend behoben werden, in dem man den Fischen lebendes und gefrorenes Futter anbietet, das hauptsächlich aus Krebstierchen (mit Panzer!) besteht, große Artemia und Wasserflöhe sind da sicher nicht schlecht.
Diskusfische müssen zusätzlich zu ihrer normalen Nahrung immer die Möglichkeit haben, größere Mengen Mulm zu sich zu nehmen, um damit den Ballaststoffbedarf zu decken. Ist das der Fall, ist von Seiten der Ernährung sicherlich nichts mehr zu verbessern.
In jedem Fall abzuraten ist von Warmblüterfleisch wie Rinder- oder Truthahnherz, das in seiner Zusammensetzung für Fische äußerst ungeeignet ist.

Ein großes Problem können die Beifische werden: Harnischwelse saugen sich manchmal an den scheibenförmigen Körpern der Fische fest, siamesische Rüsselbarben sind ziemlich nervös und kommen früher oder später ebenfalls auf die Idee, die Fische zu beraspeln. Das kann zu gewaltigem Stress führen.

Insgesamt ist die Diskushaltung keine Hexerei, sondern nicht aufwändiger als die Haltung von anderen Weichwasser-Großbuntbarschen wie Uaru (alle 3 Arten), Satanoperca acuticeps, Hoplarchus psittacus usw.

Übrigens: bei www.scalare-online.de steht einiges über Diskushaltung, alles stimmt und wirft viele der alten Praktiken über den Haufen.

schöne Grüße

Gast ist offline  
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Alt 23.04.2004, 14:57   #12
Jeean
 
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oh je das wird ein endlos tread , sicherlich weißer Kot alleine ist auch nicht ausreichend um die Krankheit zu bestimmen wenn allerdings die andren Symptome ebenfalls zutreffen kann man sich sicher sein meinen Diskus hat es damals geholfen allerdings ist auf die Dosierung des Mittels zu achten 1.0-1,5 auf 100Litr ist zu viel ich habe laut Anweisung behandelt und Erfolg gehabt wie schon oben geschrieben beim Futter kann man sich streiten meine haben es gerne genommen und auch vertragen
Jeean ist offline  
Alt 23.04.2004, 15:13   #13
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Hallo,

nochmal, auch wenns sinnlos sein könnte:

1. es ist NIEMALS gute Praxis, einfach so irgendwas zu empfehlen, weils gut gegangen ist. Gerade Metronidazol ist dazu viel zu gefährlich.

2. In der Regel sind die Flagellaten, die mit Metronidazol bekämpft werden können, Teile der gewöhnlichen Darmflora. Eine Behandlung hilft vielleicht kurze Zeit, aber das Problem wird dadurch nicht gelöst.

3. Bist du dir überhaupt darüber im Klaren, daß du da Mengen eines verscheibungspflichtigen Medikamentes empfiehlst, die beim Menschen unter gewissen Umständen bereits Vergiftungserscheinungen mit sich ziehen?

4. Gerade durch Leute wie dich, die ohne die entsprechende Ausbildung und ohne zu reflektieren irgendetwas empfehlen, haben wir es in der Aquaristik und zunehmend auch in der Humanmedizin mit zunehmenden Multiresistenzen zu tun. Durch falsche Empfehlungen und Anwendung von Medikamenten werden sie unwirksam.
Denk mal drüber nach, was du tust und was du empfiehlst.

schöne Grüße



PS eine Anrede und ein Gruß wären echt nett.
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Alt 29.04.2004, 09:05   #14
imported_Günter
 
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4. Gerade durch Leute wie dich, die ohne die entsprechende Ausbildung und ohne zu reflektieren irgendetwas empfehlen, haben wir es in der Aquaristik und zunehmend auch in der Humanmedizin mit zunehmenden Multiresistenzen zu tun. Durch falsche Empfehlungen und Anwendung von Medikamenten werden sie unwirksam.
Denk mal drüber nach, was du tust und was du empfiehlst.

schöne Grüße

Tobias
Hallo,Tobias
da gebe ich dir zu 100% Recht

Der Diskus ist im Grunde genommen ein ganz Robuster Fisch.Wenn man ein paar Regeln ( pflegebedinngungen) einhält und Regelmäsig Wasserwechsel macht.
Gruß Günter :wink:
imported_Günter ist offline  
Alt 29.04.2004, 09:56   #15
Mattin
 
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Hallo zusammen,

ich mische mich zwar als Diskushalter ein, jedoch ohne große Erfahrung in der Medikamentenbehandlung - und das hat seinen Grund: ich benutze keine!
Es gibt wenig robustere Fische als den Diskus. Wenn ich überlege, wieviele Lebendgebärende, Ramirezi und andere Zwergbuntbarsche ich schon überlebt habe, dann kann ich mich über den Diskus wirklich nicht beschweren. Und (ja ich gebe zu, auch ich hatte schon Ausfälle) es gab bis jetzt nichts, was nicht durch eine verstärkte Beckenhygiene bekämpft werden konnte.
Wobei ja leider die Hygiene meist der Auslöser ist....

Zum Futter: natürlich mögen die Fische Lebendfutter lieber, kann ich verstehen, ist bei meinen Fischen nichts anderes. Aber aus Erfahrung kann ich auch sagen, daß ein Diskus nicht "mit Futter vor der Nase" verhungert. Ich "zwinge" meine Fische dann immer zu verschiedenen Futtersorten. Und das klappt ganz gut.
Von Truthahn- oder Rinderherz würde ich vollkommen absehen. Wenn die Fische es wirklich schon am Magen/Darm haben, dann ist es sicherlich nicht ratsam, sie auch noch mit schwer verdaulichem zu belasten.

Meine Empfehlung:
Tiere separieren, Temperatur erhöhen, häufige Wasserwechsel, wenn es geht sogar täglich, keine Medikamente. Und in mehreren kleinen Portionen füttern (wie Tobias schon sagte: Artemia, Wasserflöhe, die roten MüLas würde ich weglassen), damit der Darm langsam wieder ans arbeiten kommt.
Hoffentlich hilft das....

Und nicht immer sofort bei hellem Kot "rot" sehen. Das ist nicht zwingend tötlich für den Fisch.

Viele Grüße,
Martin

P.S.:
Zitat:
und hab bestimmt an die 100 Bücher über Auaristik
Wenn ich in meine Bücher gucke und sehe, was z.B. Herr Mayland (in Aquaristikkreisen ja nicht unbekannt) alles empfiehlt, bei manchmal fragwürdigen Diagnosen, dann hätte ich einen eigenen Arzneischrank nur fürs Aquarium.
Gerade bei Krankheiten gibt es leider keine "Bibel"
Mattin ist offline  
Alt 29.04.2004, 19:36   #16
imported_Günter
 
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Hallo, Martin
so isses.

Nur neben bei. Ich hatte einmal von einem sehr bekannten Züchter Brillanttürkis 5 Stück. 4 davon wurden fast 15 !!! Jahre alt..Das ist auch schon wieder 20 Jahre her. Von 1970-1985 hatte ich diese ,,Burschen,,
Sicher hat es immer wieder mal Diskusfische geben( bei mir)an dennen kann man schon mal
verzweifeln.Dunkelwerden,schreckhaftigkeit,Weisen Kot.Aber in erster Linie lag dann der ,,Fehler,, bei mir.
Überbesatz und Stress,wenig Wasserwechsel,das sind meiner Meinung nach die grössten Halterungsfehler die bei der Pflege der Diskus gemacht werden
Grüße Günter
imported_Günter ist offline  
Alt 29.04.2004, 19:53   #17
Steven
 
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Ich kann Tobias und Martin nur zustimmen!

Weisser Kot ist keine Krankheit!

Ich habe in den letzten Monaten die gleiche Erfahrung gemacht wie Du Markus.
Ich hatte bisher nur grosse Diskus und habe dann vor ca. 3 Monaten 5 kleine (ca. 5cm) Diskus bekommen. Die ersten 2 Tage war alles prima und dann fingen sie an der Reihe nach weissen Kot zu bekommen und nicht zu fressen. Zwischenzeitlich ging es einigen besser dafür anderen wieder schlechter.
Alles was ich getan habe ist die Temperatur zu erhöhen (auf 31 °C) - das machten alle anderen Fische problemlos mit - und häufiger Wasser zu wechseln.
Es dauerte 6 Wochen aber jetzt sind alle (bis auf eine Ausnahme) wieder quicklebendig und fressen wie verrückt.
Es gab leider eine Ausnahme: ein Diskus stand seit 6(!) Wochen immer in der selben Ecke an der Wasseroberfläche und hat nicht gefressen. Er war total abgemagert und schwach. Heute morgen musste ich ihn leider töten

Aber ich bin mir sicher, wenn ich die Diskus einer weiteren Umsetzung und Medikamentenbehandlung unterzogen hätte, dann würde es den anderen 4 heute nicht so gut gehen.

Also Markus: verlier nicht den Mut - sie sind ja auf dem Wege der Besserung. Ich würde nicht weiter behandeln und die Diskus ins Hauptbecken zurück setzen. Erhöh die Temp. für 1 Woche auf 30°C und schau, wie sie sich entwickeln.

Noch ein kleiner Futtertipp: meine sind verrückt nach Artemia (gefroren).

Und: Diskus sind wirklich zäh. Wenn sie mal 2 Wochen nicht fressen ist das nicht so schlimm.
Ich denke es ist für den Fisch viel besser, wenn er ohne Medikamente von alleine genesen kann.
Steven ist offline  
 

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