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Alt 29.01.2018, 23:20   #1
Schneckinger
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Standard 375l-Wirbellosenbecken: "All over the world"

Hi Leute,

nach längerer Zeit kann/muss ich mal wieder ein "neues" Becken vorstellen. "Neu" in Anführungsstrichen, weil es eigentlich ein Umbau eines bestehendes Becken ist. Ursprünglich war es dieses Aquarium:
https://www.zierfischforum.info/beck...s-beckens.html
Nachdem ich aber meinen gesamten Bekanntenkreis mit den Nachzuchten der drei dort lebenden Fischarten versorgt hatte, musste irgendwann einmal etwas Neues her ;-)

Die technischen Daten bleiben fast identisch:
-Standardrechteckbecken (150x50x50cm), 375l
-Hinter der Rückwand schlichter schwarzer Fotokarton
-Hamburgermattenfilter(HMF), Eigenbau mit einer 50x50x5cm Matte (grob) mit 2 Kabelkanälen in der linken hinteren Ecke verbaut. Als Pumpe dient eine No-Name-Springbrunnenpumpe mit 25 Watt und einer Nennleistung von 600l.
-Beleuchtung: 2 LED-Fluter für den Aussenbereich (IP65) mit je 20 Watt und (angeblich) je ca. 1800Lumen
-Heizung: Ein 300W-Eheim Regelheizer. Steht hinter dem HMF
-Abgedeckt mit zwei Glasscheiben

Wasserwerte:
Ich verwende auch in diesem Becken komplett unbehandeltes Leitungswasser.
PH ca 7,5
Gh ca 15
Kh ca 11
Temperatur ca 22°C
Alle Werte von der Homepage des Wasserversorgers. Ich messe im Normalfall keine Wasserwerte.

Hardscape:
-Bodengrund: Poolfiltersand 0,4-0,7mm, ungewaschen, ca 6-8cm hoch. Keine (Dünge-)Zusätze irgendwelcher Art.
-Darauf geschätzte 250 leere Schneckenhäuser. 80% selbst gesammelte Weinbergschnecken, dazu einige leere Apfelschnecken(AS)-Gehäuse von Pomacea brigdesi, P.canaliculata, Asolene spixi, Marisia cornuarietis sowie einige große Posthornschneckengehäuse.
-Dazu reichlich Herbstlaub in allen Stadien der Zersetzung. Hauptsächlich (Hain-)Buche und Eiche, aber auch wenige Blätter von Weide, Kastanie, Birke, Ahorn...
-Ein "dreidimensionales Gerüst" aus gut abgelagerten Hainbuchenzweigen
-3 selbstgemachte Tonhöhlen, die ungenutzt im Schrank "herumlagen".

Bepflanzung:

-Mehre Cryptocorynen (die genaue Artbestimmung muss ich Euch überlassen), normal eingepflanzt.
-Mehre kräftige Anubia nana (mittlerweile nicht mehr besonders "nana"), aufgebunden auf die Zweige. Bzw. dazwischengeklemmt.
-Haufenweise Hornkraut. Teils frei an der Oberfläche flutend, teils um die Zweige gewickelt. Das wird ca. alle 4 Wochen um 90% reduziert. Wie jetzt vor den Aufnahmen für diesen Thread.
-An der Oberfläche Wasserlinsen (Lemna minor) und
-Muschelblumen (Pistia stratiotes)

Und so sieht das dann aus...

Gesamtansicht:
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Detail linke Beckenhälfte
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Detail rechte Beckenhälfte
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Blick durch die Linke Seitenscheibe, die rechte ist direkt an der Wand.
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Ein typischer Ausschnitt des Bodens:
Click the image to open in full size.


Und jetzt wird es für die meisten erst interessant. Denn jetzt kommen wir zu den
Bewohnern:
Eingerichtet habe ich das Becken in erster Linie für meine absoluten Lieblinge:

Apfelschnecken der Art Pomacea brigdesi/diffusa
Leider ist ja die Verbreitung/Weitergabe dieser schönen Tiere seit einiger Zeit per EU-Verordnung verboten. Die Haltung aber (bisher) glücklicherweise nicht. Daher wollte ich (im Sinne einer Erhaltungszucht) ein größeres Becken für diese tollen Tiere einrichten. Es sollte genug Platz sein, um möglichst alle Farbformen dieser tollen Schnecken auf Dauer halten zu können. Aktuell leben im Becken knapp 40 subadulte und adulte Tiere aller Farbschläge. Und ungezählte Nachkommen ;-)

Und hier sind sie:
Click the image to open in full size.
Schon auf diesem Bild könnt Ihr AS in weiß, gelb, rosa, blau, grün, lila, braun, schwarz sehen. Ein paar der Uraltexemplare haben beim Umsetzen in das neue Becken leider einige (hauptsächlich optisch ärgerliche) Gehäuseschäden entwickelt. Die in diesem Becken geborenen Tiere sind erfreulicherweise weitestgehend "makellos". Und auch die Gehäuse der älteren Herrschaften sind in den neueren Bereichen wieder weitestgehend ok. Apfelschnecken mögen es halt einfach nicht gern umzuziehen. Und wenn es auch nur zwischen zwei Etagen im gleichen Haus ist ;-)

Und das waren dann die nächsten Bewohner, die ca. 2Monate später einzogen: Neocaridinia davidii. Ein recht kräftig gefärbter Redfire-Stamm. Ca 30 Tiere konnte ich aus diesem Becken:
https://www.zierfischforum.info/beck...-auf-840l.html
herrüberretten. Dort kümmerte der Bestand (durch die hungrigen Grundeln und Kardinäle) eher vor sich hin. Im neuen Becken entdecke ich jeden Tag mehr winzige Jungtiere ;-) der aktuelle Bestand dürfte bereits deutlich höher liegen....
Click the image to open in full size.
Auch hier im Hintergrund wieder zwei P.brigdesi (grün und blau), sowie haufenweise AS-Nachwuchs ;-)

Und vor 10 Tagen kamen dann die letzten Bewohner dazu!
10 Cambarellus spec. alabama
(Danke an Michael/Milli60 dafür)
Ich habe mich ja schon mehrfach in kleinen Artbecken an Zwergkrebsen versucht. Leider immer ohne nachhaltigen Erfolg. Erst nach zwei Jahren herumprobieren (Schande!) bin ich darauf gekommen, das wir ein Cu-Problem in unserem Leitungswasser hatten. Nach einer Grundsanierung der Heizung und mehreren (negativen!) Cu-Tests über ein halbes Jahr hinweg, möchte ich in diesem großen Becken jetzt einen letzten Versuch starten.

Einer der Winzlinge (zur zeit noch ca. 2cm lang) auf seinem Lieblingsplatz:
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Und mal etwas näher dran. Immerhin (fast) scharf ;-)
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Zu diesen 3 Arten, für die ich das Becken eingerichtet habe, kommen noch
-Posthornschnecken (Planorbarius corneus)
-Blasenschnecken (Physia spec.)
-Indische Turmdeckelschnecken (Melanoides tuberculata)
Die Populationen dieser drei Schneckenarten bleiben aber relativ klein, da sie (zerquetscht) regelmässig als Frischfutter für die drei "Hauptarten" dienen (müssen).

So erklärt sich auch das Motto des Beckens "All over the world". Zwar habe ich es absolut konsequent als Wirbellosenbecken eingerichtet. Es werden auch definitiv keine Fische einziehen, egal wie klein und harmlos... Aber die eingesetzten Arten kommen natürlich aus den verschiedensten Weltengegenden:
-Pomacea brigdesi: Südamerika
-Cambarellus spec alabama und Plaorbarius corneus: Nordamerika
-Neocaridinia davidii: Asien
-Physia spec.: Europa

Also eigentlich eine "vogelwilde" Mischung. Ich hoffe aber dennoch, dass sich zumindest die drei Hauptarten gut miteinander arrangieren werden. Wenn sich die Krebse (oder auch die Garnelen) mal ein paar AS-Babys zu Gemüte führen, so ist das bei der Vermehrungsrate der AS kein Problem. Und wenn später einmal ein (ausgewachsener) Krebs eine Garnele erwischt, sollte das auch zu verschmerzen sein.
Um Schnecken und Garnelen mache ich mir daher überhaupt keine Sorgen. Nur bei den Krebsen wird es sich zeigen müssen, ob sie sich gegen die Garnelen dauerhaft durchsetzen können. Für die (subadulten) Krebse, die ich im Moment habe, ist das kein Problem. Sie verjagen doppelt so große Garnelen ohne mit der Wimper zu zucken vom Futterplatz. Interessant wird es dann, wenn ich (hoffentlich) die ersten tragenden Weibchen und winzige Jungtiere im Becken habe.

Auf jeden Fall ist es jetzt schon wunderschön zu beobachten, wie alle drei Arten ohne nervende, fischige Mitbewohner aus sich "herausgehen":
-Die AS fahren ihre Fühler voll aus, ohne das jemand daran herumzupft und schlafen teilweise mit offenem Deckel.
-Die Redfire haben auch schon begriffen, dass man sich in diesem Becken nicht mehr verstecken muss.
-Und die Krebse zeigen sich auch immer mehr. Sie sind ja erst 10 Tage da. Aber mittlerweile finde ich eigentlich immer schon nach kürzester Beobachtungszeit zwei-drei Tiere. Einmal sogar 5. Und das in dem großen Becken und bei der extrem vielfältigen Deckung.

So das war jetzt mal eine erste "kurze" Übersicht über mein neuestes Projekt. Es läuft jetzt seit knapp 6 Monaten und soll -wenn es funzt- auf jeden Fall einige Jährchen Bestand haben.
Bin gespannt, wie es Euch gefällt!
Fragen, Kritik oder sogar Lob?
Vorausgesetzt, es hat sich überhaupt jemand durch meinen Monstertext gekämpft ;-)
Immer her damit!

Gute Nacht,
Schneckinger


Geändert von Schneckinger (30.01.2018 um 15:27 Uhr)
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Alt 30.01.2018, 11:04   #2
Schneckinger
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Guten Morgen allerseits,

mittlerweile sind mir -trotz der Länge des Eingangstextes- einige Versäumnisse aufgefallen, die ich jetzt ergänzen möchte ;-)

Beckenpflegearbeiten:

-Wasserwechsel von 40-50% einmal die Woche mit Gartenschlauch. Entnahme direkt hinter dem HMF und Auffüllen ebenfalls hinter dem HMF direkt aus der Leitung mit halbwegs genau temperiertem Wasser. Tendenziell etwas kühler als das Beckenwasser. Keine "Mittelchen" irgendeiner Art.

-Pflanzenrückschnitt. Bisher entferne ich nur alle ca. 6 Wochen 90% des Hornkrauts. Das dient im Moment ein wenig als Lückenfüller, bis Anubias und Cryptos sich anständig vermehrt haben bzw. ordentlich gewachsen sind. Auch entferne ich mit diesen Pflanzen (ein guter 5l-Putzeimer voll jeweils) auch eine Menge überflüssige Nährstoffe aus dem Becken.
Immerhin hatte ich bisher noch absolut keine Algenprobleme in diesem Aquarium. Allerdings steht es auch komplett ohne Tageslicht im oberen Flur und ALLE Bewohner sind (auch) Algen und Aufwuchsfresser.
Auch die Wasserlinsen an der Oberfläche dünne ich regelmässig etwas aus. Wobei sie sich längst nicht so massiv vermehren, wie man es von dieser "Pest" gewohnt ist. Die ausgewachsenen AS schlürfen immer wieder einige Wasserlinsen von der Oberfläche, wenn es gerade nichts anderes gibt.
Die Muschelblumen halten sich geradeso. Vermutlich fehlt ihnen etwas Licht. Ausserdem mögen sie es nicht besonders, wenn sich eine Abdeckscheibe so dicht über der Wasseroberfläche befindet.

-Bodenpflege:

Bisher noch nicht notwendig. Umgraben tun die Turmdeckelschnecken ;-) Und die Mulmbildung ist bisher noch vertretbar bzw. sogar erwünscht. Vielleicht muss ich in der Zukunft gelegentlich mal etwas die Sandoberfläche absaugen. Wobei das nicht einfach werden wird mit dem ganzen Laub und den winzigen Schnecken, garnelen, Krebsen (hoffentlich bald!) überall ;-)

Fütterung:
Schwerpunktmässig füttere ich in diesem Becken KEIN kommerziell erhältliches Futter, sondern meist selbstgefangenes und alles was im Haushalt/Garten anfällt.

-Fast täglich gibt es frisches, kurz überbrühtes Grünzeug. Aus dem Garten kommt der Löwenzahn und Brennesseln (selbst jetzt noch zu finden). Aus der Küche Paprika, Brokkoli, Blumenkohl, Möhrchen, Erbsen, Hokaidokürbis, Zucchini und fast alles andere Gemüse, das auch bei uns auf den Tisch kommt. Wenn wir Gemüse herrichten, kommt der "Ausputz" halt ins Wirbellosenbecken. Die Menge des Gemüses stimme ich im Allgemeinen so ab, das 80-90% am nächsten Tag verschwunden sind. Kleinere Reste verbleiben im Becken und werden dann halt später gefressen. Es ist erstaunlich was für Mengen an Grünzeug -vor allem von den AS- vertilgt wird.

-Proteinfutter:

Ich füttere alle 2-3 Tage (selbst gefangene und gefrostete) Wasserflöhe. Diese enthalten auch einen gewissen Anteil (geschätzte 10%) feinster Cyclops. Einfach ein ordentlicher Würfel in die Strömung des HMFS, der sie dann über das komplette Becken verteilt. Das meiste sinkt auf den Boden, aber ca. ein Drittel verfängt sich auch im Hornkraut. Und dann machen sich alle Bewohner auf den Weg, ihre Wohnung wieder zu "reinigen". Die Schnecken spielen Staubsauger, die Garnelen putzen hauptsächlich das Hornkraut und die Krebse suchen sich den größten zu Boden gefallenen Frostfutterklumpen und verteidigen diesen vehement, bis sie "randvoll" sind.

-Genauso verfahre ich mit den ebenfalls selbst gefangenen schwarzen Mückenlarven. Die gibt es aber wesentlich seltener, da dort mein Vorrat viel kleiner ist.

-Miesmuscheln: Die esse ich selber sehr gerne ;-) Im Winter bekommt man sie ja in fast jedem Supermarkt. Wenn ich mich mal wieder mit den Muscheln verwöhne, bekommt das Wirbellosenbecken auch 2 Stück (gedünstet) ab. Solchen Luxus (für mich und die Viecher) gibt es aber nur ca. alle zwei Wochen ;-)

-Fisch: Wenn bei uns Fisch auf den Tisch kommt, bekommen auch die Aquarien ihren Teil. Meist kurz überbrüht. Wenn es sich um Frostfisch handelt, raspele ich ihn auch manchmal mit der Küchenreibe fein und verfüttere ihn roh.

-Schnecken: In einem Lebensraum mit so viel geeignetem Futter vermehren sich natürlich auch die Blasen-, Posthorn- und Turmdeckelschnecken fleissig. Diese "knacke" ich aber regelmässig und verfüttere sie dann direkt. So werden diese Populationen keine ernsthafte Konkurrenz für die drei "Hauptarten" und ich habe immer frisches "Protein" zum verüttern. Auch bei den kleinen AS selektiere ich zum Teil auf diese Art, da ich sie ja nicht verkaufen kann.
Ausserdem schappen sich sowohl die Garnelen als auch die Krebse immer mal wieder kleinste, frisch geschlüpfte Apfelschnecken und auch (etwas) größere Posthorn- und Blasenschnecken um diese "auszulöffeln". Angesichts der Vermehrungsrate der Gastropoden sei ihnen das gegönnt ;-)

-Nudeln:

Ab und zu gibt es mal zwei bis drei Hartweizenspaghetti, die ich einfach senkrecht, roh in den Sand spiesse. Alle Beckenbewohner stürzen sich begeistert auf diese Pasta.

-Trockenfutter:
Vielleicht zwei mal die Woche gibt es einige JBL Novo-Tabs. Die "begeistern" vor allem die Apfelschnecken, werden aber auch von den Garnelen gerne genommen. Die Krebse naschen hier nur. Fast noch seltener, ca, einmal die Woche füttere ich

-Dehner "Grundfutter"-Flocken.
Die haben den "Vorteil", dass sie sich -ähnlich wie die Wasserflöhe- überall im Becken verteilen. So bekommt hier wirklich "jeder" etwas ab. Ganz ohne wilde Kämpfe an eng beschränkten Futterplätzen.

-Fast vergessen: Sera Crabs Natural, wird von allen Bewohnern gerne genommen. Enthält allerdings nichts, das ich nicht sowieso frisch füttere. Daher weiß ich noch nicht, ob ich es nachkaufen werde, wenn es alle ist.

Und dann gibt es selbstvertändlch das "natürliche" Futter im Becken. Vergehendes Herbstlaub und Aufwuchs sowie Kleinstlebewesen im Mulm werden vor allem von den Garnelen und Krebsen permanent bearbeitet. Die Algenrasen werden von der großen Schneckenpopulation "gemäht". Sollte ich irgendwann einmal Urlaub bekommen (sieht nicht danach aus), würde ich das Becken auch bedenkenlos 2 Wochen alleine lassen, ganz ohne Zusatzfütterung.
-Im Sommer wird dann sicher auch wieder gelegentlich selbst gefangenes Lebendfutter (Wasserflöhe und Mückenlarven) dazukommen.

Typischerweise gibt es zwei mal täglich eine "richtige" Fütterung. Mittags meist die Gemüseportion und abends nach der Arbeit dann die "Proteine". Wenn ich im Vorbeilaufen mal ein paar schöne Futterschnecken sehe, werden die aber auch schon mal zwischendurch genackt.

So, das sollte jetzt aber wirklich erst mal alles gewesen sein. Wenn ich etwas übersehen habe und noch Fragen bleiben, immer her damit. Wenn sich interessante Neuigkeiten ergeben, werde ich diese Vorstellung aber auch so ab und zu im Sinne eines Tagebuches ergänzen.

Tschüß,
Schneckinger

Geändert von Schneckinger (30.01.2018 um 21:56 Uhr)
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Alt 30.01.2018, 11:43   #3
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Hallo Schneckinger

Tja, schwer zu erraten , dieses Becken von Dir gefällt mir natürlich ganz besonders!
Das ist ja ein Wirbellosen-Traum!

Interessant, mit den gefundenen dezenten Dauerkupferwerten aus eurer damaligen Leitung.
Ist es vielleicht möglich, dass Deine Filterung mit den Hamburger Mattenfiltern in Kombination mit Mulm den Kupferwert jeweils so weit "geschluckt" hat, dass es Schnecken niemals etwas ausgemacht hat, weil nur Spuren übrig blieben?

Wenn Du so einen Hamburger Mattenfilter ganz neu anlegst, bzw das komplette Becken, dann lese ich manchmal darüber, dass direkt danach manche Pflanzenarten wieder einen Vorteil ziehen und loswachsen, während eine andere Pflanzenart, die mit "altem" Mattenfilter bevorteilt war, sich zunächst zurückziehen muss.
(Nährstoffbindung und co)
Kannst Du so etwas auch beobachten?

Dieses Becken hätte ich auch gerne!

(wie schafft Deine Frau das, dass bei euch fast täglich Gemüse auf den Tisch kommt? Ich muss es meinem Mann sozusagen unter dem Steak verstecken oder in die Suppe pürieren )


Gruß Sonne
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Alt 30.01.2018, 14:37   #4
Schneckinger
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Hi Sonne,

Dein Lob als Wirbellosen- und besonders Schneckenfan freut mich ganz besonders!
Bei der Planung dieses Beckens hatte ich ein verwuchertes, bewaldetes Seeufer irgendwo in den (Sub-)Tropen vor Augen. Und dann habe ich einfach drauf los gewerkelt ;-) Sozusagen die Ergänzung zum Flussufer im Wohnzimmer ;-)

Ich wollte vor allem einfach einmal ein Becken, in dem meine geliebten Äpfel mal völlig unbelästigt von zupfenden Fischen leben können. Garnelen und Krebse sind eigentlich nur eine (sehr geschätzte und hochwillkommene) Ergänzung.

Die Kupferwerte in unserem Leitungswasser waren nie dramatisch erhöht, aber halt dauerhaft ein wenig. Das machte offensichtlich den Schnecken nichts oder wenig aus. Größere Krebse der Gattung Procambarus überlebten damit auch längerfristig, es kam aber zu keiner nennenswerten Vermehrung. Ausser bei P.fallax forma virginalis (Marmorkrebs). Die sind ja unkaputtbar.
Bei mehreren Versuchen mit Zwergkrebsen schienen sich diese immer erst wohl zu fühlen. Häutung, Paarung, Eieransatz klappte ganz normal. Aber nach 2-3 Monaten verschwanden dann die ersten Tiere und nach spätestens einem knappen halben Jahr waren alle tot. Frei laufenden Nachwuchs konnte ich nie entdecken. Im Nachhinein schiebe ich das auf die chronisch erhöhten Cu-Werte. Natürlich kann es auch an meiner allgemeinen Unfähigkeit zur Zwergkrebshaltung gelegen haben. Das wird das aktuelle Projekt erweisen...

Das meine Schnecken relativ gut mit den Cu-Werten zurecht kamen, kann durchaus an meinen großflächigen HMFs und auch an meiner Akzeptanz größerer Mulmecken gelegen haben. Derartiger Mulm hat ja eine sehr hohe Adsorptionsfähigkeit für Schadstoffe. Und bei meinen (seltenen) Absaugaktionen habe ich die gebundenen Schadstoffe dann evt. entfernt. Zumindest in ausreichendem Maß für die Schnecken und Garnelen. Seit der Vermieter die Heizung erneuert hat, entwickeln sich aber auch die Schnecken und die Garnelen noch deutlich besser als zuvor.

Was das Gemüse angeht: Ich koche (und esse leider auch) sehr gerne. Und wenn Papa kocht ist zumindest immer irgendwo Gemüse oder ein Salat dabei. Meine Jungs akzeptieren das mittlerweile, solange das Fleisch auch nicht zu kurz kommt ;-) Und notfalls ist es ja auch kein Ding mal schnell ein bischen Grünzeug für die Viecher zu überbrühen...

Tschüß,
Schneckinger

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Alt 30.01.2018, 14:49   #5
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Hi Schneckinger,

da hast Du doch genau umgesetzt, was Du im Kopf hattest. Kompliment. Auch dafür 350l für Schnecken und Krustentiere einzurichten.

Dazu könnte ich mich nie überwinden, sieht toll aus. Werde ich weiter mit Interesse verfolgen...

Tom
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Alt 30.01.2018, 15:45   #6
Schneckinger
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Hi Tom,

ich habe meinen Forennick nicht zufällig gewählt ;-) Schnecken haben mich schon immer fasziniert. Und als dann vor einigen Jahren der große Wirbellosentrend mit Garnelen und Krebsen losging, war ich völlig geflasht.

Dazu kommt:
Ich bin im Moment beruflich und familär extrem eingespannt. Daher "brauche" ich im Moment noch mehr als sonst schon Aquarien ohne viel Pflegeaufwand. Da bietet sich ein solches "knochenloses" Becken geradezu an.
Ich kann aber jedem empfehlen wirbellose Tiere einmal ohne fischige Mitbewohner in halbwegs großen (müssen ja nicht gleich 350l sein...) Artbecken zu halten. Man entdeckt in solchen, fischfreien Becken ganz neue Verhaltensweisen bei den Wirbellosen und sie gehen viel mehr "aus sich herraus". Auf einmal kann man Paarungen (ich weiß ich bin ein Spanner...) und Jungtiere am hellerlichten Tag beobachten.
Und gerade die Schnecken verhalten sich unter solchen Bedingungen völlig anders. In Becken mit (selbst eigentlich harmlosen) Fischen sind AS ständig mit halb geschlossenem Deckel und eingezogenem Fühlern unterwegs. Häufig verbringen sie dann den größten Teil des Tages eingdeckelt in einer Art Schockstarre in Bodennähe und werden erst nachts wirklich aktiv.
In Artbecken, wie bei mir, sind sie auch tagsüber zügig und mit voll ausgefahrenen Fühlern unterwegs. Das Hauptfühlerpaar kann unter optimalen Bedingungen bei diesen Arten knapp doppelt so lang werden wie die Gesamtkörperlänge der Schnecken. Und auch der Sipho zur Aufnahme von atmosphärischer Luft wird nur unter geschützten Bedingungen voll ausgefahren. Auch dieser kann RICHTIG lang ausgefahren werden, wenn niemand stört ;-)
Bei den Krebsen ist es ganz ähnlich. Die Kombination Fisch/Krebs in Gefangenschaft wird immer ein Kompromiß sein, der oft BEIDEN Seiten nicht gut tut. Da ist -zumindest in den meisten Fällen- ein Artbecken die bessere Lösung...

Tschüß,
Schneckinger

Danke: (1)
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Alt 30.01.2018, 21:47   #7
Schneckinger
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Hi,

einfach noch ein paar Bilder, weil mir das Becken im Moment selber so gut gefällt ;-)

Das ist doch mal eine Spannweite!
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Die gleiche Schnecke als Porträt:
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So sehr ich im Allgemeinen Naturformen liebe, diese Farben sind einfach klasse!
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Und sogar die Krebse werden etwas "schärfer". Sogar mal 2 auf einmal. Heute ist es mir erstmals gelungen 6 Stück gleichzeitig zu beobachten.
Click the image to open in full size.

So eine Futtertablette lockt auch schon einmal Beckengenossen zusammen, die sich sonst eher misstrauen ;-)
Click the image to open in full size.

Einfach so ;-)
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Übrigens wurde keines der Bilder nachbearbeitet. Nur etwas zugeschnitten. Die Farben sind wirklich so kräftig.

Tschüß,
Schneckinger


Geändert von Schneckinger (31.01.2018 um 21:53 Uhr)
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Alt 31.01.2018, 21:56   #8
Schneckinger
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Hi,
und gleich noch ein paar von Heute

Kaum hat man mal eine Futtertablette für sich allein gefunden...
Click the image to open in full size.


...trabt auch schon die Konkurrenz aus allen Ecken an ;-)
Click the image to open in full size.


Mindestens einer (wahrscheinlich sogar 2) der Krebse zeigt eine etwas andere Färbung. Statt hellgrau/weiß mit schwarzen Punkten viel bräunlicher. Fast schon leicht rotbraun:
Click the image to open in full size.
Ich bin gespannt, wie sich die Färbung langfristig entwickelt. Vor allen nach den ersten Häutungen. Im Netz findet man ja bei dieser Art manchmal Bilder mit erstaunlich kräftigen Farben. Falls meine kleinen Ritter aber so bleiben wie jetzt, hätte ich auch kein Problem damit ;-)

Auch heute konnte ich wieder sicher 6 Krebse am Futter zählen. Die kleinen Stinker sind mittlerweile so ziemlich die Bosse im Becken. Eine einzelne AS beissen sie jederzeit von einem interessanten Futterstück weg, egal wie groß die Schnecke ist. Erst wenn es von allen Seiten "anschleimt" ziehen sie sich etwas zurück.

Wenn ich eine einzelne Futtertablette direkt an die Frontscheibe lege, kommen sie aus allen Beckenecken anmarschiert. Ideal zum Knipsen. Allerdings kommt es dann auch schnell zu Konflikten. Nach erfolgreicher Fotosession verteile ich daher schnell noch ein wenig feines Futter (Flocken, Wasserflöhe) über das ganze Becken um die Situation zu entspannen...

Tschüß,
Schneckinger


Geändert von Schneckinger (13.02.2018 um 23:08 Uhr)
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Alt 01.02.2018, 19:50   #9
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Hallo Schneckinger,

Ich spiele schon einige Zeit mit dem Gedanken mir Apfelschnecken zu holen, habe es aber nie gemacht weil ich dachte die haben zu viel Stress mit den Fischen.
Was du je eigentlich auch bestätigst, ist das wirklich so schlimm für die Apfelschnecken oder sollte ich einen Versuch wagen?

Gruß Dirk
Ganzjahresgriller ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.02.2018, 20:08   #10
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Hi Dirk,

erstens muss ich Dich (leider) darauf hinweisen, dass jegliche Verbreitung von Apfelschnecken der Gattung Pomacea durch EU-Verordnung verboten ist. Wenn Du Dir also derartige Apfelschnecken "holst" begehst sowohl Du als auch der Abgeber mindestens eine Ordnungswidrigkeit. Falls Du zu dieser Problematik weitere Fragen hast, Genaueres gerne pern PN.

Zum Verhältnis von Apfelschnecken und Fischen:
Man KANN Apfelschnecken durchaus mit Fischen zusammen halten. Das habe ich auch selber über viele Jahre hinweg getan. Das müssen dann aber unbedingt Fische sein, die nicht zum Flossen/Fühler-zupfen neigen. Damit scheiden viele Buntbarsche und die meisten Lebendgebärenden, sowie eine ganze Reihe von Barben schon mal aus. Schmerlen ja sowieso. Je ruhiger und friedlicher die Partnerfische sind, desto besser.

Allerdings werden derartige Vergesellschaftungen immer Kompromisse bleiben. Auch der friedlichste Fisch schnappt einmal nach den verführerischen, langen (siehe die Bilder oben) Fühlern. und das ist für die Schnecken natürlich äusserst unangenehm. Selbst wenn sie nicht direkt mechanisch geschädigt werden, verhalten sich AS in Becken mit Fischen völlig anders als in fischfreien:
Die Fühler werden meist nur teilweise oder gar nicht ausgefahren, Luft geholt wird nur an geschützten Stellen und sie kriechen oft mit teilweise geschlossenem Deckel herum.

Fazit:
Man KANN Apfelschnecken mit einer Vielzahl friedlicher Fische vergesellschaften.
Ich selbst hatte irgendwann keine Lust mehr auf die damit einhergehenden Kompromisse. Das Ergebnis siehst Du in diesem Thread ;-)

Tschüß,
Schneckinger
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