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Alt 29.03.2016, 17:48   #1
Algerich
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Standard Der Wunsch nach dem Eye-Catcher

Hallo,

ich fange einfach einmal an, in diesem Unterforum zu schreiben, weil das Thema hier am häufigsten auftreten dürfte; gern kann der Beitrag aber auch nach "Fische" oder "Allgemeines" verschoben werden.

Meine Überlegung ist folgende:

In gefühlt jedem zweiten Besatz-Beitrag findet sich der Wunsch nach einem Eye-Catcher, also irgendeinem markanten Tier, dass zusätzlich zu dem eigentlich gewählten Besatz einziehen soll.

Natürlich möchte ich niemandem zu nahe treten, der diese Frage stellt. Ich rege aber an, einmal darüber nachzudenken, was sie eigentlich bedeutet:

1. Kompensation für einen langweiligen Besatz?
Ein Eye-Catcher hat doch nur dann Sinn, wenn er im übrigen Besatz nicht enthalten ist. Beispiel: Das viel verwendete 54-Liter-Becken wird vernünftig mit Corydoras hastatus oder einer anderen kleinen Corydoras-Art und einer Gruppe Keilfleckbärblingen besetzt. Kleines Becken, zwei Arten: alles gut.

Jetzt kommt die Frage nach dem Eye-Catcher. Bedeutet das nicht, dass die bisherigen Fische als "langweilig" wahrgenommen werden und wäre es dann nicht ratsamer, auf diese Fische zu verzichten, statt sie zur Hintergrundillustration für den Eye-Catcher zu machen?

2. Kontrast zu Gruppenfischen? Kontrast zu kleinen Fischen?
Andere Möglichkeiten: Die bisherigen Fische sind Gruppenfische, oder vergleichsweise kleine Fische, zu denen ein optischer Kontrast, eben ein Charakterfisch gesetzt werden soll.
Das kann richtig sein, führt aber meinst dazu, dass das Becken, wie Kollege Schneckinger in einem größeren Beitrag schrieb "verkehrt herum" eingerichtet wird. Der "große", "interessante" Fisch wird dann nämlich meist die größten Ansprüche an seine Umgebung stellen. Das gilt für Buntbarsche ebenso wie für Hechtlinge oder Schwertträger, die hier dem Becken eine "imposante" Note verleihen sollen. Wenn der Eye-Catcher aber der Hauptfisch ist, sollte das Becken auch zunächst gänzlich auf ihn und seine Bedürfnisse zugeschnitten sein. Die Frage wäre also dann nicht so zu stellen, welcher Eye-Catcher zu dem Besatz, sondern welcher Beifisch zu dem Eye-Catcher gesetzt werden kann.

Vielleicht ist das alles übertrieben, aber mir scheint die Reihenfolge wichtig zu sein, um zu einem ausgewogenen Besatz zu kommen. Es ist doch etwas anderes, ob meine Schwertträger zwischen den Salmlern herumschwimmen sollen, oder ob ich einen ruhigen und friedlichen Gruppenfisch suche, der meinen Schwertträger nicht stört.

3. Dennoch: Mögliche Antworten
Die beschriebenen Probleme zeigen sich, wenn wir die möglichen Antworten betrachten:

- Wenn neben den ganzen vernünftigen, zierlichen Fischen etwas Apartes gesucht wird, kann die Antwort - bei sonst passenden Bedingungen - zum Beispiel Ancistruswels heißen. (Natürlich nur ein Männchen etc.) Vor allem das Männchen mit seinem Geweih ist bizarr genug, um den Betrachter anzuziehen.
Der Teufel steckt aber im Detail: Unser Eye-Catcher ist nämlich ein Individualist, der es möglicherweise vorzieht, unsichtbar unter einer Wurzel den Tag zu verschlafen. Ende des Eye-Catcher-Effektes.

- Eye-Catcher kann ein Fadenfisch-Paar sein. Oberflächenfisch, meist sichtbar, wunderschönes Paarungsverhalten, baut Schaumnester: mehr Eye-Catcher geht eigentlich nicht. Gerade der Fadenfisch eignet sich aber nur zufälligerweise dazu, zu einem Besatz einfach hinzugefügt zu werden, vielmehr sollte ein Fadenfischbecken nach ruhigem Beibesatz und OBerflächenpflanzen eben als solches konzipiert werden.

- Viele Buntbarsche sind Eye-Catcher. Allerdings werden in den Becken, zu denen nach einem Eye-Catcher gefragt wird, in drei Viertel der Fälle Corydoras herumschwirren, bekanntermaßen keine gute Kombination.

- Der hier schon mehrfach erwähnte Schwertträger mag, gerade zwischen kleineren Fischen, die Rolle eines Eye-Catchers einnehmen können. in einem bereits besetzten Becken wird aber die Region "Mitte" ohnehin schon besetzt sein.

- Hechtlinge können als Lauerjäger einen Kontrast zu den meisten Besatzen darstellen. Der Streifenhechtling scheint mir hier, wenn noch Raum an der Oberfläche ist, auch am ehesten als Empfehlung in Betracht zu kommen (natürlich nur bei entsprechender Beckengröße). Schon die Zwergringelhechtlinge sind zwar wunderschön, werden aber wegen ihrer geringen Größe die Rolle des Eye-Catchers kaum übernehmen können.

4. Fazit:
Für mich zeigt die Frage nach einem Eye-Catcher demnach vor allem, dass die bisherige Besatzplanung noch nicht gelungen ist, weil die vorhandenen Fische das Bedürfnis des Beckenbesitzers eben nicht befriedigen, so dass die Gefahr besteht, dass das Becken trotz vernünftigen Besatzes schnell langweilig wird. Das sollte also, wenn man selbst sich die Frage stellt, oder sie in einer Besatzdiskussion aufkommt, bedacht werden.

Wenn die Frage aber beantwortet werden muss, würde ich versuchen, sie nicht gerade mit einem weiteren Fisch zu beantworten.
Vielleicht kann eine schöne Pflanze, solitär gesetzt und mit einer signifikanten Auffälligkeit versehen, die Rolle auch übernehmen, gerade, wenn kleinere Fische sie umschwimmen oder sich unter ihr lagern.
Gleiches wäre für eine aufwendigere Dekoration - Wurzel oder Stein - vorstellbar.

Wie das bei theoretischen Überlegungen am Schreibtisch so ist: vielleicht versuche ich hier ein Problem zu lösen, das außer mir niemand hat. Wenn das so ist, entschuldigt die verschwendete Zeit. Vielleicht finet aber jemand das Thema auch interessant und möchte sich mit der richtigen Antwort auf die Frage nach dem Eye-Catcher auseinandersetzen - dann würde ich mich über eine mehr oder weniger kurze Erörterung freuen. Im Besatzforum versuchen wir ja alle in irgend einer Weise Antworten zu fremden Vorstellungen zu geben.

Gruß!

Algerich

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Alt 29.03.2016, 17:57   #2
Lendril
 
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Hey,

ich hatte so etwas ja auch im Kopf schwirren.. Bei mir ist es aber eher der Wunsch nach... Kontrast.

Die Danios sind ja nicht gerade bekannt dafür Schlaftabletten zu sein. Ein Pärchen ZFF oder ZBB beruhigt den kompletten Anblick im Becken finde ich.

Egal aus welcher Motivation heraus man nach einem Eye-Catcher sucht, das wichtigste ist doch dass man entweder verzichten oder umplanen kann. Hauptaugenmerk sollte IMMER die artgerechte Haltung sein.
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Alt 29.03.2016, 20:20   #3
Schneewitchen
 
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Hallo Algerich!

Ein sehr interessantes Thema (wie so viele von dir).

Eyecatcher... Habe ich auch bei mir. Ein "Paar" Honigguramis (leider aktuell zwei Herren).

In den 54l Becken bin ich eigentlich immer etwas negativ eingestellt wenn mehr als zwei Fischarten darin gepflegt werden sollen.
Auch wenn Art Nummer 3 "nur" der Eyecatcher sein soll.

Bei größeren Aquarien ist das wieder anders, allerdings sollte man da von vornherein drüber nachdenken was man eigentlich möchte.

Bei mir hat es ne Weile gedauert bis ich für mich selbst rausgefunden habe, welche Fische zu mir passen.
Es gibt verschiedene Charaktere, der eine mag es bunt und lebhaft, der nächste eher unscheinbar und ruhig.

Bei mir hat sich der jetzige Besatz einfach über die Zeit entwickelt, hätte mir zu Anfang jemand erzählt wie es heute ausschaut hätte ich ihn für bekloppt erklärt.
Immer auf der Suche nach dem Besonderem, genau dem "Einen Fisch"... darüber übersieht man oft vieles.
Die Art und Weise wie ich zu meinem Besatz gekommen bin ist nun auch nicht so dolle, hatte zeitweise eine böse Fischsuppe aus der sich dann ein 4 Arten Becken auf 240l entwickelt hat.

Genau vor diesen Fischsuppe versucht man nun andere Anfänger zu bewahren - wobei man viel öfter mal an seine eigene Anfängerzeit zurückdenken und mehr Verständnis zeigen sollte... Ja das gilt auch für mich.

Eyecatcher, um mal wieder zum Thema zurückzukommen, ein Ancistrus ist in den seltensten Fällen ein Fisch den man ganztägig zu Gesicht bekommt. Trotzdem ein Highlight wenn er in den Abendstunden durch Aquarium streift, man morgens entwurzelte Pflanzen findet... wenn jemand gerne eine weitere Art pflegen möchte, finde ich es nicht verkehrt einen Ancistrus zu empfehlen, er ist sehr umgänglich mit den meisten anderen Bewohnern, stellt keine allzu hohen Ansprüche an Wasserwerte und ist absolut Anfängergeeignet (unkaputtbar). Natürlich sollten auch hier die Rahmenbedingungen passen.

Bei Fadenfischen, Killis und co wird es dann schon schwieriger und man muss individuell schauen ob es passen könnte.

Braucht man unbedingt einen Eyecatcher? Nein den braucht man nicht. Aber viele (einschließlich mir) mögen einen haben.
In 240l stechen weder Otocinclus, noch Dario Dario, noch der Ancistrus wirklich raus. Ein Pärchen Honigguramis aus ein paar Metern Entfernung sieht man auf den ersten Blick. Es sind tolle Tiere, sie zeigen Balz, Nestbau, Brutpflege - wird nie Langweilig.
Dann kommen die Momente in denen man mit der Nase vorm Aquarium hängt und die Dario Dario beobachtet, ebenfalls kleine Charakterfische mit viel Charme.
Ein großer Trupp Otocinclus die entspannt durchs Aquarium streifen, auch aus der Entfernung zu beobachten, wirkt sehr entspannend und harmonisch - und dann in den Abendstunden das Ungetüm von Ancistrus

Jeder Besatz ist eine komplette Geschmackssache, in erster Linie geht es ganz klar um das Wohl der Tiere.
Schneewitchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2016, 09:08   #4
momo0
 
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Hallo auch, also ich denke es geht oftmals einfach um einen kleinen Kontrast den man rein bringen möchte, nicht darum, dass die anderen Fische langweilig sind.

Es kommt immer darauf an wie die Fische dann am Ende zusammen passen. Wenn ich mein Becken mit den meisten hier vergleiche (was ich da so an Besatz lese) kommt mir oft vor ich habe viel zu wenige Fische???

Habe auf 240l

*8 Metallpanzerwelse
*2 männliche Antennenwelse (die sind gleich groß und gehen sich aus dem Weg)

*6 Regenbogenfische - M. bosemani
*2 Moasikfadenfische


Habe hier eigentlich kein schlechtes Gewissen wegen der Fadenfische. Die Pumpe macht vorne beim Auslauf etwas Strömung da ich habe einige Schwimmpflanzen habe und das Becken an einer Seite mit Hornkraut zugewachsen ist, finden auch die Fadenfische einen nahezu strömungsfreien Bereich in dem sie sich gerne aufhalten.


Problematisch wird's meiner Meinung nach dann wenn man schon Neons, Platys, Barben, Guppys hat und dann meint man müsste noch einen Besonderen Fisch einsetzen -am liebsten nen Barsch... dann wird es etwas eng.
momo0 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2016, 16:37   #5
Familion
 
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Moin

Schöner Beitrag der eine zweifelsohne gängige Fragestellung einmal kritisch beleuchtet. Finde die Schlussfolgerungen gut nachvollziehbar, regt zum Nachdenken an.

Übrigens meine eventuell etwas unorthodoxe Empfehlung für einen "Eyecatcher": Einen Trupp (Amano)Garnelen (je nach Beckengröße). Wir haben in unser erstes Becken ganz anfängertypisch mehr aus einer Laune heraus 10 Stück eingesetzt, und inzwischen sind sie mir immer mehr ans Herz gewachsen.

Garnelen sind nun vielleicht nicht der klassischer Eyecatcher, weil sie nicht unbedingt sofort ins Auge fallen, aber sie sind auf jeden Fall spannend zu beobachten und bieten mit ihrem Aussehen und ihrem Verhalten einen deutlichen Kontrast zu Fischen. Und dabei kommen sie sich mit dem übrigen Besatz eher selten in die Quere (auch wenn unser Antennenwels ab und zu eine freche Garnele recht energisch von seinem Futter vertreiben muss ).

Gruß,
Familion
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Alt 30.03.2016, 16:42   #6
Rinkikäfer
 
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Hallo,

ich finde auch viele Schnecken taugen als Eyecatcher.

Liebe Grüße
Annette

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Rinkikäfer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.03.2016, 08:32   #7
momo0
 
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Da habt ihr eigentlich schon recht. Ich könnte mir schöne Schnecken oder Garnelen auch gut vorstellen als Kontrast zu den Fischen *Daumen hoch*
momo0 ist offline   Mit Zitat antworten
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